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Außergewöhnliche Funde Die Piri Reis Karten, die Maschine von Antikythera oder die Goldflieger aus Südamerika - letzte Zeugen einer uralten Hochzivilisation?

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Alt 18.08.2006, 17:09   #1
Acolina
Hausdrachen
 
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Standard Wer hat das Rad erfunden?

Liegt die Wiege der Zivilisation doch nicht (nur) in Mesopotamien?

Zitat:
Wer das Rad erfunden hat

Als der Mensch mobil wurde: Archäologen streiten über die Herkunft der ersten Gefährte

[...] Rad und Wagen haben – als eine erste technische Revolution – das Leben des Menschen verändert wie kaum eine andere Innovation. Wann aber entstand die Idee von Rad und Wagen? Wurde das Räderwerk einmal oder an mehreren Stellen erfunden?

„Ich glaube nach den neuesten Funden, dass es sich um eine Erfindung handelt, die in einer Gegend getätigt wurde“, sagt Joseph Maran. Der Archäologie-Professor von der Universität Heidelberg verwirft dabei aber Mesopotamien als Ursprungsregion und verweist auf die Tripol’e-Kultur im nordwestlichen Schwarzmeerbereich. Dort entstanden in der ersten Hälfte des 4. Jahrtausends v.Chr. große Siedlungen für mehrere tausend Menschen. „Von hier stammen die frühesten Beispiele von tönernen Wagenmodellen, die sich auf Rädern bewegt haben oder auf Rädern gezogen werden konnten“, sagt Maran.

Zu der Zeit muss das Gerät also schon im Alltagsleben verankert gewesen sein. Das Prinzip Rad-Achse-Aufbau ist sicher nicht zusammen erfunden worden, sondern wurde aus bekannten Teilen zusammengedacht. Spinnwirteln, Töpferscheibe, Rollbalken und Schlitten zum Beispiel waren schon länger in Gebrauch. Aus Ägypten gibt es Darstellungen von Schlitten mit Rädern.

Ab 3500 v.Chr. – also etliche Jahrhunderte nach den ersten Belegen – setzt nach den archäologischen Funden geradezu eine Massenproduktion von vierrädrigen Gefährten ein – ausgehend vom Schwarzmeergebiet bis ins südliche Mesopotamien und nach Norddeutschland. Diese überaus weiträumige und schnelle Ausbreitung einer bis dahin in diesen Gebieten unbekannten Innovation nimmt Maran als Beleg für einen Technologietransfer aus einem Zentrum heraus. Die nördliche Schwarzmeerregion sei damals in Kontakt- und Austauschsysteme eingebunden gewesen, die einerseits nach Vorderasien und in der anderen Richtung nach Südost- und Mitteleuropa führten.

Marans monozentrische Mobilitätsentstehung stößt bei anderen Wissenschaftlern auf Widerspruch. Für eine Erfindung mit vielen Vätern in mehreren Regionen führen die „Polyzentriker“ unter anderem die unterschiedlichen Konstruktionsweisen an: Im westlichen Mitteleuropa drehte sich das Rad zusammen mit der Achse, in Osteuropa rotierte das Rad um die Achse. Die Beweisfunde dafür stammen allerdings meist erst aus der Zeit um 3000 v.Chr. [...]

Neben der Frage, von wo breitete sich die Mobilinnovation aus, würden die Forscher gern das Rätsel lösen: Von wem wurde der Technologietransfer vorangetrieben? Wanderten Menschengruppen mit ihren gepackten Ochsenkarren oder zogen einzelne Menschen mit dem Know-how durch die Lande? Das könne man nicht abschließend beantworten, sagt der Archäologe Maran.

Im 4. Jahrtausend v.Chr. ist vieles in Bewegung geraten. Es scheint, als ginge ab 3500 v.Chr. ein Ruck durch die Menschheit: Die ersten Städte entstanden, die Schrift wurde erfunden, die Gesellschaften differenzierten sich, Großarchitektur und Kunst kamen zu einer ersten Blüte. Ob Rad und Wagen Auslöser oder Folge dieser Aufbruchstimmung waren, kann die Archäologie naturgemäß nicht ergründen. [...]
(Quelle und mehr dazu: Der Tagesspiegel)
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 04.09.2006, 19:33   #2
lars willen
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die erfindung des rades wird doch auf die Babyloner zurückgeführt,oder ist daran etwas momentan politisch unkorrekt?
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Alt 05.09.2006, 16:54   #3
Akuma
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Meines Wissens nach die Sumerer...aber wer weiss das schon so genau...

Bis heute streitet man sich über die Nudel...wo sie denn herkommt.
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Zitat:
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Alt 05.09.2006, 18:14   #4
harry
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Dürfte ne Frage sein, die man nie genau beantworten kann.

Höchstens wo das Rad zum ersten Mal im großen Stil eingesetzt wurde.
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Alt 05.09.2006, 18:57   #5
Lukas the brain
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Das Rad wurde nicht erfunden, es hat sich quasi über Jahre/Jahrzehnte/Jahrhunderte entwickelt und sein nutze wurde auch erst später endtdeckt.
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Alt 30.12.2006, 09:51   #6
Edmond
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Die Beweisfunde dafür stammen allerdings meist erst aus der Zeit um 3000 v.Chr.

Kurz nach 3000 v.Chr. wurden in der Schweiz Wagen über die holprigen Flurwege gezogen. In Vinelz, am Bielersee wurde 1986 eines der ältesten Räder gefunden. Das Rad hat einen Durchmesser von 50 cm und wurde aus Ahorn hergestellt. Der Verkehr begann zu rollen, auch durch das Mittelland.
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Alt 30.12.2006, 09:58   #7
Lawrence P. W.
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Und Städte gab es bereits vor über 7000 Jahren - Jericho!
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Alt 03.09.2008, 13:26   #8
taunusberg
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Beiträge: 2
Standard Die Erfindung des Wagens: Mitteleuropa

Nach neuester "Ursprungstheorie" ist der Wagen eine mitteleuropäische Erfindung, die von Mitteleuropa u. a. nach Osteuropa und, wohl über den Kaukasus, nach Mesopotamien gedrungen ist: Gerald Görmer, Der Ursprung des Wagens, München 2008 (//Werbelink entfernt//).

Geändert von Acolina (03.09.2008 um 14:45 Uhr). Grund: Werbung entfernt. Bitte Foren-Regeln beachten!
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Alt 03.09.2008, 14:46   #9
Acolina
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So, so. Kannst du bitte diese Theorie hier mal näher erläutern? Wie kommt Görmer darauf? Was spricht dafür? Welche Belege hat er gefunden?
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Alt 04.09.2008, 09:54   #10
taunusberg
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Registriert seit: 03.09.2008
Beiträge: 2
Standard Erfindung von Rad und Wagen

Eine Frage der Interpretation:

[... Entgegen weit verbreiteter Meinung belegen die "Schlitten-Piktogramme" aus Uruk keine Wagen, so dass die frühesten mitteleuropäischen Nachweise des Wagens vier bis fünf Jährunderte älter als die frühesten mesopotamischen sind. ... Die mesopotamischen Innovationshemmnisse hinsichtlich des Wagens (insbesondere Sklaven, Kanäle und Esel) fehlten in Mitteleuropa; und die Nichterfindungen des Wagens in den komplexen Andenkulturen und in China zeigen, dass eine "Hochkultur" bzw. Verstädterung für eine Wagenerfindung nicht maßgeblich war. ... Die Diffusion der Wagenidee ist wesentlich wahrscheinlicher als eine polyzentrische Erfindung. (Görmer, Der Ursprung des Wagens des Wagens, München 2008, S. 3]
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