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Astronomie Hier geht's nicht nur um Astronomie im klassischen Sinne, sondern auch um all die Mythen, Geschichten und Prophezeiungen, die sich rund um Sterne, Kometen und andere Himmelskörper ranken.

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Alt 06.05.2005, 21:18   #1
Sajuuk
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Zitat:
Gibt es Leben auf der Venus?



Detektivische Kleinarbeit gehört für den deutschen Astrobiologen Dirk Schulze-Makuch zum Alltag

Eine wissenschaftliche Detektivgeschichte
Die Suche nach Leben auf der Venus hielt Forscher jahrzehntelang in Atem. Die dichte Atmosphäre, der enorme Druck und die dort herrschende Hitze ließen Weltraummissionen immer wieder scheitern. 1982 war der große Augenblick gekommen: 57 Minuten widerstand die sowjetische Raumsonde "Venera 14" der Gluthölle und funkte Messdaten zur Erde. Das Ergebnis war enttäuschend: Auf dem erdähnlichsten Planeten schien es kein Leben zu geben.


20 Jahre später durchforscht der junge deutsche Astrobiologe Dirk Schulze-Makuch in seinem Institut in Texas noch einmal die Messergebnisse der Venusmissionen. In ihm reift ein spektakulärer Verdacht: Haben die Raumsonden vielleicht an der falschen Stelle nach Leben gesucht?


Leben fände nämlich in der Atmosphäre der Venus im Vergleich zur Gluthölle auf der Planeten-Oberfläche noch recht akzeptable Bedingungen vor. Dort ist es beispielsweise in 50 Kilometern Höhe 30 bis 80 °C. warm und es herrscht ein Druck wie auf der Oberfläche der Erde.


Die Indizien
Schulze-Makuch war überrascht, dass seine Hypothese gleich eine ganze Reihe von rätselhaften Befunden der Venusmissionen erklären konnte.


Erstens: Die Einstrahlung der Sonne erzeugt Kohlenmonoxid. Man fand davon jedoch viel weniger als erwartet. Mikroorganismen könnten es abgebaut haben.


Zweitens: In der Venusatmosphäre fand man sowohl Schwefelwasserstoff als auch Schwefeldioxid. Stoffe, die miteinander reagieren und deshalb gar nicht zusammen vorkommen dürfen – es sei denn, sie werden ständig neu produziert: zum Beispiel von Mikroorganismen.


Drittens: Besonders mysteriös ist das Vorhandensein von Carbonylsulfid. Dieses ist auf anorganischem Wege äußerst schwer herzustellen und gilt deshalb als starker Hinweis auf biologische Aktivität.


Es gibt noch ein viertes Indiz: Die Sonde "Pioneer Venus 2" registrierte bei ihrem Flug in den unteren Wolkenschichten unregelmäßig geformte Partikel, genau in der Größe von Bakterien.


Dirk Schulze-Makuch gesteht zwar ein, dass jedes einzelne dieser Indizien auch anders erklärt werden könnte, die Vielzahl jedoch dafür spreche, dass auf der Venus Leben existiert.


Wie soll Leben auf der Venus entstanden sein?
Auf diese Frage sieht Schulze-Makuch zwei mögliche Antworten. Entweder haben Meteoriten Leben von Erde oder Mars dorthin gebracht, oder aber Leben ist auf der Venus ohne äußere Einflüsse entstanden.


Andere Wissenschaftler halten dem entgegen, dass sich Leben, wie wir es kennen, nur dort bilden kann, wo ausreichend Wasser vorhanden ist. Und das fehle auf der Venus.


Schulze-Makuch weist jedoch darauf hin, dass die Venus früher kühler war und es dort sogar einmal Ozeane gegeben haben könnte – also perfekte Lebensräume! Dann sei es immer heißer geworden, das Wasser sei verdampft und die Mikroorganismen der Venus seien immer weiter verdrängt worden – bis in die Atmosphäre, wo es auch heute noch Wasserdampf gibt.


Die Herkunft von Streifen im ultravioletten Bereich beschäftigt Forscher schon lange

Wie sollten sich Mikroorganismen dort oben mit Energie versorgen?
Mikroorganismen könnten in der Venus-Atmosphäre ultraviolette Strahlung als Energiequelle nutzen. Auch dafür gibt es ein Indiz: Messungen im Ultraviolettbereich zeigen seltsame dunkle Streifen. Es gibt dort also tatsächlich etwas, das UV-Licht herausfiltert.


Überleben in den sauren Schwefelwolken?


Die Schwefelwolken der Venus sind unglaublich sauer. Bei einem pH-Wert von 0 gibt es auf der Erde nur wenige Beispiele für Leben, z. B. Ferroplasma acidarmanus. Aber dieser Organismus betreibt keine Fotosynthese und käme deshalb als Venusbewohner nicht infrage.


Schulze-Makuch entgegnet dem jedoch, dass die Urozeane der Venus anfangs längst nicht so sauer gewesen seien. Als dort der pH-Wert langsam sank, hätten die Organismen ausreichend Zeit gehabt, ihren Fotosyntheseprozess anzupassen.


Mörderische UV-Strahlung zerstört alles Leben?
Von irdischen Mikroorganismen ist bekannt, dass sie effektive Strategien entwickelt haben, um entstandene Strahlenschäden zu reparieren. Zudem nutzen Mikroorganismen eigene Schutzschilde. Unter den Bedingungen in der Venusatmosphäre ist es am wahrscheinlichsten, dass sie sich mit Cycloota-Schwefel umhüllen. Der kann die UV-Strahlung abfangen und in ungefährliches sichtbares Licht verwandeln – ideal zur Fotosynthese.


Der endgültige Beweis steht noch aus


Am Ende kann die Streitfrage um mögliches Leben auf der Venus nur durch eine neue Mission geklärt werden. Dazu hat Dirk Schulze-Makuch verschiedene Vorschläge gemacht.


Doch bisher ist eine solche Mission nicht in Sicht. Deshalb wird wohl noch einige Jahre weiterspekuliert werden können, ob sich tatsächlich etwas regt auf der Venus.



Reinhart Brüning
Quelle:http://www.quarks.de/themendossiers/...nus/index.html

Gruss:Kuun-Laan
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Alt 08.05.2005, 22:36   #2
Sereck
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Warum sollte es dort auch keine mikrobiologisches Leben geben!Wie ich schon einmal sagte sollten wir uns daran gewöhnen von dieser menschlichen Sichtweise Abstand zu nehmen!
Nur weil wir nicht unter solchen bedingungen existieren können heisst das nicht das es auch auf anderes Leben zutrifft!

Für mich wäre Leben auf der venus keine Überraschung!

gruss Sereck
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Alt 08.05.2005, 22:48   #3
RedneX
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ich kann Sereck nur beipflichten. Ich sag nicht das es dort leben gibt, aber unmöglich ist es sicher nicht.

Gesetze die für uns gelten gelten nicht automatisch für das ganze Universum.

Zudem ist unser Wissensstand noch ziemlich am Anfang.
Lassen wir uns überraschen...vielleicht erleben wir noch einige Überraschungen.
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Alt 09.05.2005, 01:54   #4
da kami
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Zumal es ja für die Venus gar keine anderen Gesetze bräuchte...

(Lest mal "Nick der Raumfahrer" ausn 50ern )
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Alt 09.05.2005, 08:07   #5
Nostradamus
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Hallo!!

Klasse, daß endlich mal ein Wissenschaftler sich auf die Venus konzentriert, und nicht auf den Mars.Zumal es für den Mars einige Indizien gibt, die dafür sprechen, daß er entweder schonmal bewohnt war, oder gerade insgeheim besiedelt wird (siehe Alternative3),oder Leben auf ihm möglich ist und uns es verheimlicht wird.

So sieht es auch mit der Venus aus:Es gibt in den Prophezeiungen von Nostradamus Hinweise darauf, daß anstatt der Mars die Venus besiedelt wird, was mich persönlich damals, als ich dies las, irritierte.

allein die Tatsache, dass es irgendeine Atmosphäre auf der Venus gibt, und zwar in Form von Wolken, könnte darauf schliessen lassen, daß diese Atmosphäre die wesentlich höhere Strahlenbelastung abblocken könnte, und somit Leben wie wir es uns vorstellen, existieren könnte.

Wir haben ja eines schon beim Mars gelernt:Offensichtlich liegen dort Falschinformationen aus irgendeinen Grund vor, und man will uns da etwas verheimlichen(Man schaue sich nur die Marspyramiden und das Gesicht an, was dann plötzlich nicht mehr geben soll).Warum soll es bei der Venus nicht auch so sein?Wir wissen auch von einem Mondfake, wohlbemerkt.

Die Venus ist zwar der Sonne näher als wir, aber es wurde irgendwann früher auch mal behauptet, wenn die Erde auch nur eine um wenige kilometer engere Umlaufbahn hätte, würde alles Leben auf der Erde verglühen.Schaut man sich die angeblichen Daten vom Mars an, welche Temperaturen dort herrschen, und die Entfernung in Relation zur Erde, dann kann man schlecht glauben, dass die in Relation gesetze Entfernung der Venus zur Erde weitaus geringer ist, als die des Mars,einen so drastischen Temperaturunterschied aufweist.Immerhin wird ja behauptet, daß auf der Vernus Temperaturen herrschen sollen, die Blei zum Schmelzen bringen würden.

Ferner wurden in dem Zitat zwei wichtige chemische Stoffe genannt:Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff:Kommen die zusammen, dann gibt es bekanntlich zumindest schwefelige Säure, die somit kein Leben möglich machen dürften.Da Schwefelsäure unter solchen Temperaturen verdampfen, die auf der Venus herrschen sollen, dann beständen die Wolken auf der Venus vorwiegend aus Schefelsäuredampf, und dies würde nichtmal ein Durchdringen einer Sonde durch die Atmosphäre erlauben, sie würde sofort weggeätzt werden.Dies wäre so ein Punkt, wo ich mich frage, ob man da sogar Wissenschaftler von etwas abbringen will, weitere Forschungen anzustellen.ich meine ja nur!!Weil dann alle Welt wieder auf den Mars guckt!!

Rein theoretisch könnte es auch Lebewesen geben, die sogar größer sind, als irgendwelche resistente Bakterien, und sogar eine Intelligenz besitzen, denen es möglich ist, in solchen "Menschenfeindlichen" Atmosphären zu leben.Warum gehn wir immer nur von unseren Lebensformen aus?Wir wissen ja nichtmal alles, was uns hier auf der Erde so erwartet.
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Alt 09.05.2005, 11:08   #6
Mafloni
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Jetzt gibt es auf der Venus definitiv kein Leben.
kann sein dass es früher welches geb, da die venus dem aufbau der erde gleicht.

heute gibt es dort solche druckverhältnisse, dass selbst die robustesten fahrzeuge nicht lange halten.

es gibt auch keinen sauerstoff und der schwefel würde jedes leben vergiften. außerdem benötigen lebewesen wasser und das gibt es dort nicht.
neben dem druck ist dort eine hitze von 400°C.
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Alt 09.05.2005, 13:56   #7
Llewellian
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Naja.... Schoenhofer, du hast vollkommen recht was das Leben auf dem Grund betrifft. Keine Chance. Wo Blei schmilzt, kann sich auch kein Leben auf Kohlenstoffbasis mehr halten.

Aber:

In der Hochatmosphäre der Venus ist der Druck geringer. Und auch die Temperatur.

Und auch auf der Erde haben wir Mikroorganismen, die in Geysieren, Tiefengestein bzw. an sogenannten unterseeischen "Smokern" leben, die

1) von Schwefelverbindungen leben und photosynteseunabhaengig sind. Anerobe Bakterienstämme können sogar nur in Umgebungen leben, wo garantiert kein Sauerstoff existiert, weil dieser giftig für sie ist.
2) Umgebungstemperaturen bis 200 Grad aushalten und sogar bei Temperaturen unterhalb von 50 Grad in eine Art "Kältestarre" fallen.

Svante Paabo vom Max Plank Institut erforscht z.B diese "Archaebakterien" (http://email.eva.mpg.de/~paabo/) aus extrem "unwirklichen" und "lebensfeindlichen" Umgebungen.
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Alt 09.05.2005, 15:16   #8
Sajuuk
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Moin
Es geht ja nicht darum ob es "Intelligentes" Leben auserhalb der
Erde gibt sondern generell "Leben".Zumindest für mich.
Dieses Leben wird auf der Venus
vielleich nicht intelligent und
auch nicht die Raumfahrt beherrschen, dieses Beispiel zeigt
aber gut wo sich überall Leben bilden kann.
P.S: Ich bezweifel sogar manchmal dass es auf der Erde
intelligentes Leben geben soll.

Gruss:Kuun-Laan
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Alt 09.05.2005, 15:48   #9
Mafloni
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Ja, ich habe bakterien gemeint, es kann wirklich sein dass es auf der venus leben gibt, aber der druck ist auch auf dem boden sehr stark. (vielleicht bin ich falscher meinung)
laut einer studie hat man auch auf dem titan aminosäuren und organische verbindungen entdeckt.
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Alt 09.05.2005, 21:50   #10
Zest
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Zitat:
Llewellian: In der Hochatmosphäre der Venus ist der Druck geringer. Und auch die Temperatur.
Wäre vielleicht möglich in diesem Fall eine art Hochstation zu bauen, quasi schwebend in der Atmosphäre, wäre ein überleben für Menschen vielleicht gar möglich.

Ansonsten denk ich mal, das es auch auf der Venus Bakterien gibt, welche eine eigene Art von intelligenz besitzen. Wieso sollt es nicht möglich sein, das sich daraus Wesen entwickeln, welche uns gleich sind? Meine jetzt nicht unbedingt in der Form, sondern vom Wissen her.

Mal als kleine Frage.

Gruss
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