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Drogen & Psychedelika Spiritualität fördern, das Bewusstsein erweitern, heilende Kräfte besitzen, in Abhängigkeit und Elend führen... Drogen haben viele Gesichter. Gibt es Zusammenhänge zwischen der heiligen Droge unserer Ahnen und dem Stoff, aus dem heutige Partyträume sind?

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Alt 15.08.2002, 18:55   #1
UrsulaU
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Standard Psychodelika und Schamanismus

In dem Buch: "Die kosmische Schlange" (Klett-Cotta Verlag) kommt der Verfasser Jeremy Narby (Anthropologe) zu dem Ergebnis, daß die DNA aller Lebewesen Photonen abgibt, also elektromagnetische Wellen. Die Psychodelika, die viele Schamanen benutzen, führen nach seiner Erkenntnis dazu, daß sie sich dadurch auf diese Molekularebene einschwingen und Informationen von dort bekommen können. Er erklärt damit z.B. auch die Entdeckung von Heilpflanzen und komplizierter Substanzmischungen.

Die Idee, auf diese Weise auf eine andere Schwingungs- und Erkenntnisebene zu kommen, erscheint mir gar nicht abwegig. Allerdings nehmen die meisten Menschen hier im Westen wohl Psychodelika deswegen, weil sie die Realität ihres Lebens nicht mehr ertragen können (was ich auch nachempfinden kann).

Aber es ist bestimmtein Unterschied, wofür und zu welchem Zweck man Psychodelika nimmt - und welche, in welcher Zusammensetzung, mit oder ohne Anleitung - oder einfach nur, um sich den Kopf zuzuknallen...

Übrigens weist er darauf hin, daß das Wort "Halluzination" vom lateinischen hallucinari kommt = "im Geist, in Gedanken wandern", das entspricht seiner durch Halluzinogene hervorgerufenen Erfahrung, nämlich der Verlagerung des Bewußtseins von der üblichen Normalität auf die Ebene der Moleküle. Erst im fünfzehnten Jahrhundert bekam das Wort hallucinari die negative Bedeutung von "sich irren."

So kann man sich irren ...

Es grüßt
UrsulaU
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Alt 15.08.2002, 22:02   #2
Bernhard Beier
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Bernhard Beier
 
Registriert seit: 09.07.2002
Beiträge: 314
Standard RE: Psychodelika und Schamanismus

Hallo UrsulaU,

"Aber es ist bestimmtein Unterschied, wofür und zu welchem Zweck man Psychodelika nimmt - und welche, in welcher Zusammensetzung, mit oder ohne Anleitung - oder einfach nur, um sich den Kopf zuzuknallen.. ."

Kann ich nur voll unterschreiben! Und deshalb halte ich auch NACH WIE VOR nix von "unserer" kontraproduktiven Drogenpolitik, setze lieber auf Aufklärung, Information und "Rauschkultur"! Rausch und Drogen zu "verteufeln" treibt nur noch mehr Leute in Suchterkrankungen ...

Im übrigen kann leider auch ein offener Dialog zum Thema "Psychodelika und Schamanismus" schnell problematisch werden, wenn man da auch über eigene Erfahrungen in diesem Bereich berichten möchte. Das Betäubungsmittelgesetz läßt grüßen!

Ich grüße auch - allerdings sehr freundlich und gesetzlos!

Bernhard
__________________
Ceterum censeo Wikipediam esse modificandam
Bernhard Beier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.08.2002, 15:39   #3
UrsulaU
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Drogensucht woher - warum?

Hallo Bernhard,

in dem Buch "Emotionale Intelligenz" (dtv, Bestseller von 1995) beschreibt Daniel Goleman (klin. Psychologe u. Redakteur der New York Times), wie aus traumatischen oder wiederkehrenden negativen Erfahrungen in der Kindheit (z.B. Schläge, Herabsetzungen, Mißbrauch) dauernde Veränderungen in Wahrnehmung, Gefühlen und Reaktion der Betroffenen verursacht werden. Diese Veränderungen schlagen in "automatischen" Reaktionen des Gehirns nieder, vor allem des Mandelkerns. Dieser ist zuständig für Flucht- und Verteidigungsreaktionen bei großen Gefahren.

Durch die vielen traumatischen Erlebnisse, aber auch "nur" durch ständige Vernachlässigung wirkt dann ein Stress, den ein "normal" aufgewachsener Mensch verarbeiten und lösen kann, auf das Kind mit ungünstiger familiärer Erfahrung viel stärker, die Gefühle sind kaum zu ertragen, nicht zu kontrollieren, sind praktisch ganz schnell auf der Ebene der existentiellen Bedrohung.

Oft wirken sich die schweren Erlebnisse in der Kindheit oder einfach das Allein-Gelassen-Werden auch in Depression aus, verbunden mit Haßgefühlen sich selbst gegenüber und tiefster Hoffnungslosigkeit.

Es verwundert nicht, daß gerade solche Jugendliche, die so schwer an ihren zerstörerischen Gefühlen zu tragen haben, für Drogen besonders ansprechbar sind und schnell abhängig werden. Dies ist für sie ein Mittel, einmal frei von ihren belastenden Gefühlen zu sein und sich relativ gut zu fühlen.

Hinzu kommt, daß die meisten dieser jungen Menschen auch gerade das von ihren Eltern nicht bekommen haben, was Daniel Goleman eine Anleitung zur "emotionalen Intelligenz" nennt - Handwerkszeug, um mit den alltäglichen Herausforderungen des Lebens, und vor allen der Beziehungen mit anderen Menschen gut umgehen zu können. (So eine "Nachhilfe" hätte ich auch gut gebrauchen können!)

Zum Glück ist der Mensch sehr lernfähig, vieles kann nachgeholt werden. Aber nachdem ich dieses Buch gelesen habe, sehe ich erstmals, wie schwer es für diese oft im wörtlichen Sinne "geschlagenen" Menschen ist, sich wieder auf eine Basis zu bringen, auf der sie mit sich selbst und dem Leben gut umgehen können. Ich habe da viel Mitgefühl und Verständnis, sehe aber auch keinen Sinn darin, auf Dauer mit Drogen diese seelischen Nöte zu dämpfen. Da wäre eine andere Hilfe zusätzlich vonnöten.

Goleman berichtet von einer Art Unterricht in "Self Science" an amerikanischen Schulen, eine Art Grundkurs im Umgehen mit den eigenen Gefühlen, mit anderen, mit Problemen, Handlungsmöglichkeiten werden gezeigt und geübt, die außerhalb von Gewalt liegen. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend und machen deutlich: Die Gesellschaft muß sich kümmern, wenn die Eltern es nicht mehr können oder wollen - und: Es muß früh gehandelt werden. - Ich will hier nicht das ganze Buch zitieren, es lohnt sich, es zu lesen.

Ich halte nichts von der Glorifizierung der Drogen um ihrer selbst willen, oder weil es irgendwie als schick gilt, sich damit zu beschäftigen - es geht darum, warum und wie man sie verwendet. Jede Kultur hat bisher Drogen gekannt und angewendet - für einen Gipfel der Erfahrung, sei es im Feiern, sei es im geselligen Rausch, sei es um zu relaxen, um hinüberzugehen in einen anderen Lebens- oder Bewußtseinszustand, sei es einfach aus Jux und Dollerei, sei es Neugier...

Aber wenn Drogen genommen werden, weil Menschen verzweifelt sind und ihr Leben ohne Drogen nicht mehr ertragen können - dann ist das ein Armutszeugnis für unsere ganze Gesellschaft. Und wenn wir dann so tun, als sei es ja generell o.k., Drogen zu nehmen, gehen wir damit über das persönliche Leid der vielen Drogensüchtigen einfach hinweg.

Ein Drogenverbot bringt da allerdings nichts. Stattdessen müßte man sich viel früher um die Kinder kümmern und die Verantwortung wahrnehmen, die wir als Gesellschaft für sie haben.

Jetzt bin ich so ernst geworden an diesem schönen, sonnigen Samstag! Meine Droge Langnese-Eis wartet im Kühlschrank, enjoy everybody!

Liebe Grüße,
UrsulaU
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Alt 17.08.2002, 15:57   #4
vegetalisto
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Standard

Das Shamanismus und Drogengebrauch seit altersher eng miteinander verwoben sind ist ja hinlänglich bekannt. Natürlich kann man auch ohne gut Reisen, besonders dann wenn man auf der anderen Seite was bewirken will und sich nicht vom schönen bunten Drogenuniversum vom eigentlichen Zweck seiner Reise ablenken lassen will. Es ist wie der Vergleich zwischen einem Fußgänger der seine Umwelt mehr wahrnimmt und auch direkter reagieren kann als der Autobahndauerrechtespurfahrer im Geschwindigkeitsrausch. Die Gefahr eines "Unfalls" ist auch wesentlich höher ... besonders beim Anfänger. Natürlich gibt es auch gute Tretroller, Fahrräder,usw. Marihuana ist nun mal nicht das gleiche wie Salvia Divinorum ist nicht das gleiche wie Psylocibin ist nicht das gleiche wie LSD ist nicht das gleiche wie Ayahuasca und was es sonst noch so gibt.

Besonders erschreckend finde ich die Tatsache, das viele User ihren (z.T. Dauer-) Drogenkonsum mit Schamanismus rechtfertigen. Meist Christian-Rätsch-Jünger die glauben zu wissen das Schamanismus auf Drogenkonsum beruht.

vegetalisto
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Alt 17.08.2002, 16:19   #5
UrsulaU
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Beiträge: n/a
Beitrag Psychodelika und Schamanismus

Ich mache meine Reisen ohne Drogen - so kann ich die Erfahrungen besser steuern und integrieren. Es gibt ja auch noch andere unterstützende Mittel wie Räuchern, Rasseln, Trommeln etc. - und Frauen haben ja eh eine "blühende Phantasie." Was ich so von den Nebenwirkungen der Psychodelika lese, sind die ja z.T. wirklich "zum Kotzen". Das muß nicht sein...

Daß "spirituelle" Anliegen oft vorgeschoben werden, um Drogenkonsum zu verklären, kann ich mir gut vorstellen...

Herzliche Grüße,
UrsulaU
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Alt 19.08.2002, 20:47   #6
HaraldL
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Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 2.781
Standard

Ich brauche keinerlei Drogen (auch kein Alkohol und keine Zigaretten) und habe auch nie Bedürfnis danach verspürt. Inspirationen hole ich mir aus Büchern, aus unserer Umwelt, aber auch aus Museen.
Ich finde, daß dieser Thread eigentlich nicht in ein Forum gehört, in dem über geheimnisvolle Dinge, die physikalische Spuren in unserer Umwelt hinterlassen, wie UFOs und Seeungeheuer berichtet wird.
Für mich sind nur solche mysteriösen Dinge untersuchenswert, die mit Meßgeräten detektierbare Spuren hinterlassen, wie UFOs, Seeungeheuer, parapsychologische Erscheinungen, usw., aber keine Form von Schamismus.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.08.2002, 00:30   #7
UrsulaU
Gast
 
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Standard Psychodelika und Schamanismus

Hallo Haraldt,

ich war selbst erstaunt, als ich z.B. in dem Buch "Die kosmische Schlange" von Jeremy Narby fast 100 Seiten mit Anmerkungen und Literaturhinweisen aus der Naturwissenschaft und Biotechnologie bzw. Molekularwissenschaft fand. Die Erkenntnisse daraus erklärten bzw. harmonierten mit denen auf schamanischen Reisen auftretenden Phänomenen.

Mich interessiert hier im Forum gerade diese Schnittstelle zu den Natur- und anderen Wissenschaften.

Außerdem gibt es viele andere Themen hier im Forum, deren Phänomene sich bisher auch nicht "beweisen" lassen. Und doch, um mal wieder mit Goethe zu sprechen, gibt es bestimmt vieles, von denen unsere Schulweisheit sich nicht träumen läßt ...

Schamanismus hat mit "Satamismus" (was auch immer das sein mag) nichts zu tun. Aber vielleicht meinst du Schwarze Magie. Davon halte ich allerdings gar nichts, kenne mich da auch im Detail nicht aus.

Herzliche Grüße,
UrsulaU
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Alt 21.08.2002, 16:53   #8
vegetalisto
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Standard RE: Psychodelika und Schamanismus

@UrsulaU

Schau die mal die Site www.kondor.de an. Da steht einiges über Verknüpfungspunkte von wissenschaftlicher u. schamanischer Sicht. Erklärt Schamanismus im allgemeinen u. speziellen. Besonders interessant fand ich die Artikel über Stadtgeister und Cyberschamanismus. Tolle Site.
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Alt 21.08.2002, 23:29   #9
UrsulaU
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

@Vegetalisto

Danke! Ist wirklich eine tolle Site, wirkt auch recht detailliert und ausgewogen, die werde ich in Ruhe studieren. Bemerkenswert, daß es so etwas im Zwischennetz gibt.

Herzliche Grüße,
UrsulaU
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Alt 02.09.2002, 21:14   #10
ramses23
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Beiträge: n/a
Standard RE: Psychodelika und Schamanismus

Hallo!

Habe mich auch eine Zeit mit dem Thema Psychedelika beschäftigt und habe einmal etwas von einem Isolationstank gehört. Da drin soll man von jeglichen äußeren Reizen abgeschirmt sein (licht,schall,temperatur, usw.).
Die Wahrnehmung verändert sich daraufhin. Es erscheinen einem Visionen und Hallutinationen.
Bin aber auch an Traumforschung insbesonders an "luziden Träumen" interessiert. Dies sind Träume in denen der Träumende sich seines Zustandes bewusst ist und duchaus in der lage ist seine Träüme teilweise zu steuern .
Weiß jemand vielleicht mehr darüber?
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