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Astronomie Hier geht's nicht nur um Astronomie im klassischen Sinne, sondern auch um all die Mythen, Geschichten und Prophezeiungen, die sich rund um Sterne, Kometen und andere Himmelskörper ranken.

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Alt 17.02.2004, 15:48   #1
Desert Rose
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Daumen hoch Braune Zwerge - kleine Verwandte von Sternen

Zitat:
20.01.2004 - Astronomie

Braune Zwerge sind kleine Verwandte von Sternen

Entwicklung beider Himmelskörper ähnelt sich stärker als gedacht

Braune Zwerge entstehen vermutlich ähnlich wie gewöhnliche Sterne: Sie ballen sich innerhalb einer kalten Gaswolke zusammen und sammeln schließlich eine Scheibe aus Gas und Staub, einen so genannten protoplanetaren Nebel, um sich. Das berichten Forscher um Ray Jayawardhana von der University of Michigan im Journal Science (Bd. 303, S. 322).

Der größte Unterschied zwischen Sternen und Braunen Zwergen besteht in ihrer Masse: Braune Zwerge sind nicht schwer genug, um in ihrem Innern ein nukleares Feuer zu entzünden. Bislang gab es zwei Theorien für die Entstehung der „fehlgeborenen Sterne“: Die eine These besagte, dass Braune Zwerge die kleinsten Mitglieder von Mehrfach-Sternsystemen waren, die von ihren „Geschwistern“ ausgestoßen wurden. Der anderen Theorie zufolge sollten Braune Zwerge ähnlich wie Sterne von der Größe der Sonne entstehen.

Diese These wird jetzt durch die Arbeit von Jayawardhana und Kollegen gestützt. Durch Infrarot-Aufnahmen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile und dem Keck-Teleskop auf Hawaii wiesen sie nach, dass die meisten Braunen Zwerge im Alter von einer Million Jahren von Staubscheiben umgeben sind. Offenbar saugen die Braunen Zwerge genauso wie Sterne Material vom inneren Rand der Scheibe auf, wenn auch langsamer als gleich alte Sterne.

Die Forscher entdeckten in einem Fall sogar, dass von den Polen eines Braunen Zwergs Material ins Weltall ausgespuckt wurde. Ähnliche „Jets“ können bei jungen, sonnenähnlichen Sternen beobachtet werden.
Die Beobachtungen der Astronomen legen nahe, dass Braune Zwerge womöglich nicht so einsam sind wie bislang gedacht. Jayarwardhana: „Ich frage mich, ob sich in den Scheiben Kometen, Asteroiden oder vielleicht sogar kleine Planeten bilden könnten.“

Ute Kehse
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Alt 13.07.2004, 11:08   #2
Desert Rose
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Zitat:
10.07.2004 - Astronomie

Braune Zwerge haben ruhige Geburt

Seltsames Paar aus zwei Braunen Zwergen widerlegt gängige Theorie zur Entstehung

Braune Zwerge entstehen wahrscheinlich auf die gleiche Weise wie Sterne – inmitten einer Wolke aus Gas und Staub, die sich allmählich verdichtet. Das berichtete der Forscher Kevin Luhman vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics jetzt auf einer Konferenz in Hamburg.

Luhmans Ergebnisse widersprechen einer Theorie, der zufolge Braune Zwerge "Saatkörner" von Sternen sind, die durch die Schwerkraft heranwachsender Sterne aus interstellaren Wolken heraus geschleudert werden. Denn die zwei Baby-Zwerge, die Luhman mit dem 6.5-Meter-Magellan-Teleskop am Las Campanas Observatorium in Chile im Sternbild Chamäleon entdeckte, sind extrem weit voneinander entfernt. Die beiden Braunen Zwerge, die mit einem geschätzten Alter von einer Million Jahre sozusagen gerade erst geboren sind, umkreisen einander in einem Abstand von 36 Milliarden Kilometern, das entspricht dem Sechsfachen der Entfernung zwischen der Sonne und dem äußersten Planeten Pluto.

"Allein die Existenz dieses Paars belegt, dass die beiden Sterne niemals heftigen Gravitationskräften ausgesetzt waren, wie sie aufgetreten wären, wenn es sich um ausgestoßene Saatkörner handeln würde", meint Luhmann. "Es ist eher wahrscheinlich, dass diese Braunen Zwerge auf die gleiche Art wie Sterne entstanden sind, in einer ruhigen und ungestörten Umgebung."
Bei seiner Untersuchung, die der Forscher demnächst in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal veröffentlichen wird, konzentrierte sich Luhmann auf relativ junge Braune Zwerge, weil diese wegen ihrer hohen Temperaturen noch ziemlich hell sind. Je älter Braune Zwerge werden, desto dunkler und schwerer zu entdecken sind sie, da anders als bei Sternen in ihrem Innern keine Kernfusion stattfindet.

Seit ihrer Entdeckung Mitte der 90er Jahre rätseln Astronomen, ob Braune Zwerge eher zu den Planeten oder zu den Sternen oder zu keiner der beiden Kategorien zählen. Nach Luhmans Entdeckung sagt Alan Boss von der Carnegie Institution: "Sie sind es wert, Sterne genannt zu werden, auch wenn ihre Masse zu gering ist, um dauerhaft Kernfusion aufrecht zu erhalten."

Ute Kehse
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