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Alt 10.06.2002, 18:53   #1
Acolina
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Standard Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

Europa ist derzeit bewohnbar und nicht wie Grönland von Eis überzogen, weil die Sonne magnetisch recht aktiv ist, behauptet ein amerikanischer Forscher. Überhaupt werden Eiszeiten und Wärmeperioden der Erde durch Schwankungen im Magnetfeld der Sonne bestimmt, schreibt Mukul Sharma aus Dartmouth im Fachblatt "Earth and Planetary Science" (B. 199).

Der Geologe hat Ablagerungen von Beryllium 10 untersucht. Dieses Isotop entsteht, wenn kosmische Strahlen auf die Erde treffen. Die Menge der Strahlen wird jedoch ihrerseits durch die Magnetfelder der Erde und der Sonne bestimmt. Da die Schwankungen im Erdmagnetfeld bekannt sind, konnte Sharma anhand der Ablagerungen die magnetische Aktivität der Sonne in den vergangen 200.000 Jahren rekonstruieren.

Dabei entdeckte er, dass es auf der Erde zu Eiszeiten kam, wenn das Magnetfeld der Sonne nur schwach ausgeprägt war. Derzeit ist die Sonne aktiver, und entsprechend endete die letzte Eiszeit mit dem Rückzug der Gletscher aus Europa vor etwa 11.000 Jahren. Auf welche Weise jedoch das Magnetfeld der Sonne die Temperaturen auf der Erde bestimmt, konnte Sharma nicht klären.

Bisher war Forschern unklar, warum es auf der Erde zu den Warm- und Kälteperioden kam. Eine Theorie besagte, dass Schwankungen in der Umlaufbahnbahn der Erde dafür verantwortlich seien. Berechnungen hatten jedoch ergeben, dass die Schwankungen für die angenommenen Temperaturunterschiede zu gering sind.


[Quelle: ddp/bdw - Andreas Wawrzinek]
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 10.06.2002, 23:43   #2
Dragonhoard
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Standard RE: Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

Als ein sichtbares Zeichen für hohe magnetische Aktivität der Sonne gelten die Sonnenflecken. In einem 11-jährigen Zyklus kommt es zu einem Ansteigen der Anzahl und Größe von Flecken und Fleckengruppen. Es wird auch ein überlagerter längerer Zyklus vermutet, der allerdings aufgrund mangelnder Daten nicht genau bestimmt werden kann.

Aus verschiedensten Informationsquellen wurde jedoch die letzte "Kleine Eiszeit" in Europa, zwischen 1640-1705 n. Chr., in direkten Zusammenhang mit sehr geringer Sonneaktivität gebracht. Dieses sogenannte "Maunder-Minimum" bescherte den Bewohnern Europa Jahre mit ungewöhnlich strengen Wintern und sehr kalten Sommern.
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Alt 11.06.2002, 00:03   #3
Acolina
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Standard RE: Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

Gibt es Prognosen, wann uns so ein "Maunder-Minimum" und die dazu gehörige Kälteperiode wieder trifft?

Zur Zeit scheint die Sonne ja auch außerhalb der 11-jährigen Zyklik sehr aktiv zu sein.

Ein guter Link dazu ist übrigens die Weltraumwetterseite des Space Environment Center der NOAA mit aktuellen Bildern der Sonnenaktivitäten, Anzeigen für Sonnenwindintensität und Magnetfeld, sowie aktuellen Aurora-Bildern. Sehr interessant! (Auf acolina.de in der Rubrik "WebCams Weltraum" habe ich noch ein paar interessante Links dazu)
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Alt 11.06.2002, 16:52   #4
Dragonhoard
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Standard RE: Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

Zitat:
Original von Acolina
Gibt es Prognosen, wann uns so ein "Maunder-Minimum" und die dazu gehörige Kälteperiode wieder trifft?
Nein leider gibt es die nicht. Die Aufzeichnungen über die Aktivität der Sonne gehen leider nicht ausreichend weit zurück um darüber eine Prognose zu erstellen.
Uns präsentiert sich das Maunder-Minimum als einzelne Erscheinung. Möglicherweise bringen aber Untersuchungen von Bohrkernen von Gletschereis, Sedimenten oder ähnlichem genauere Daten.

Zitat:
Original von AcolinaZur Zeit scheint die Sonne ja auch außerhalb der 11-jährigen Zyklik sehr aktiv zu sein.
Ja das stimmt, zur Zeit scheint es ein Zwischenhoch der Aktivität zu geben.
Das eigentliche Maximum der Sonnenaktivität war bereits 2001, aber es gab immer wieder solche verspäteten Maxima. Im großen und ganzen hält sich die Sonne aber ganz brav an den 11 Jahres Zyklus.
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Alt 12.06.2002, 09:53   #5
Dragonhoard
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Standard RE: Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

Hier noch ein Bericht der in diesem Zusammenhang interessant sein könnte.
Der Artikel ist vor kurzem auf AstroNews4U erschienen.
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Alt 29.07.2002, 17:32   #6
Bernhard Beier
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Standard RE: Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

"Europa ist derzeit bewohnbar und nicht wie Grönland von Eis überzogen, weil die Sonne magnetisch recht aktiv ist, behauptet ein amerikanischer Forscher. Überhaupt werden Eiszeiten und Wärmeperioden der Erde durch Schwankungen im Magnetfeld der Sonne bestimmt, schreibt Mukul Sharma aus Dartmouth im Fachblatt "Earth and Planetary Science" (B. 199 )."

Hallo Acolina,

kann und will hier nicht versuchen, Sharmas Theorie zu widerlegen. Möchte aber darauf hinweisen, dass die derzeitige klimatische Begünstigung Nord- und Westeuropas ursächlich vor allem auf den Golfstrom zurückzuführen ist.

Nachlesen läßt sich das übrigens sehr schön bei Otto Muck ("Alles über Atlantis").

Ciao, Bernhard
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Alt 29.07.2002, 18:01   #7
Zwirni
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Standard RE: Magnetfeld der Sonne bestimmt die Eiszeiten der Erde

Nicht nur da. Stand auch in meinem Geografie-Buch der 10. Klasse drinne
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Alt 29.07.2002, 18:58   #8
nane
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naja
die erde ist ja früher mal ne scheibe gewesen ..
auch wenn alle recht haben können sich alle irren
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Alt 16.08.2002, 13:19   #9
Dragonhoard
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Auch die frühere klimatische Begünstigung von Grönland hatte den Golfstrom als Ursache. Er verlief früher weiter nordwestlich.
Vor etwas 900 Jahren verkümmerte dieser Arm des Stroms und es wurde kalt in Grönland. Dazu auch die schriftlichen Aufzeichnungen der Wikingersiedlungen in Grönland als Quelle.

Ich weiß nicht was der Herr Muck dazu sagt, aber vielleicht kann das ja mal kurz wiedergegeben werden.

Die Sonne, inbesondere der Zusammenhang von Strahlungsausstoß, Sonnenflecken und den inneren Vorgängen, ist immer noch ein großes Gebiet in der Sonnenphysik, aber genau kann dass noch niemand sagen.
Aber eine erhöhte Strahlungsleistung der Sonne würde sich sicherlich auch auf die Strömungsverhältnisse in den Ozeanen auswirken, und damit auch auf den Golfstrom. Ob das der ausschlaggebende Effekt ist, bin ich unsicher. Der Mensch heizt ja auch ordentlich auf der Erde ein ...
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Alt 16.08.2002, 13:20   #10
Dragonhoard
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Da fällt mir noch ein Sprichwort ein:
"Die Dodeln haben es gern warm" heißt es bei uns in Österreich ...
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