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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 25.03.2013, 14:02   #1
Skarabäus
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Standard Gedankenexperiment zur Wahrnehmung

Da unser Forum etwas schläfrig geworden ist, hier ein kleiner Beitrag zur Aufmunterung.

Die Welt mit einem biologischen System zu erkennen oder besser gesagt wahrzunehmen, wie es sich im Hirn aller Lebewesen zeigt, ist das Unerklärlichste und Wunderbarste überhaupt was das Universum je hervorgebracht hat.

Könnte man das Gehirn nicht wie einen hochkomplexen Zeitmesser verstehen, welches eigentlich nichts anders macht als Impulse auszuwerten welche zu verschiedenen Zeiten eintreffen und daraus ein Abbild seiner Umwelt zu erstellen?

Nehmen wir mal als Beispiel den Sehprozess. Die Neuronen im Gehirn können doch erst etwas verarbeiten wenn das Auge etwas wahrgenommen hat. Dies geschieht bekannter weise erst dann, wenn seine Rezeptoren gereizt werden, indem Photonen mit diesen wechselwirken.

Um z.B. bei einer Gebäude-Silhouette zu erkennen, in welchen Distanzen die Gebäude sich zueinander befinden, bedarf es einer hochpräzisen Zeitauswertung der eintreffenden Photonen, welche von den einzelnen Gebäuden abgestrahlt werden.

Von einem entfernteren Gebäude erreicht das Photon das Auge später als von einem näheren. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Zweiäugigkeit.

Man sieht eigentlich nur den Photonenstrom welcher unmittelbar am Auge anliegt, man sieht also nichts in der Ferne! Nur durch die Interpretation dieser Signale im Gehirn denkt man in der Ferne etwas erkennen zu können.

Ähnliches könnte man sich dies bei der akustischen Wahrnehmung vorstellen. Das beste Beispiel dafür ist die Fledermaus. Keine Hörhilfe dürfte in der Lage sein das biologische Ohr zu kopieren.

Wir sehen oder hören die reale Welt nicht in Echtzeit sondern wie sie einmal war und mag die Zeit noch so kurz erst vergangen sein. Man lebt eigentlich immer in der Vergangenheit in der um uns ablaufenden realen Welt.

Die Signalgeschwindigkeit, welche durch die Lichtgeschwindigkeit begrenzt wird, bestimmt unser aller tun und handeln. Damit sind wir Quantengesteuert und unser Bewusstsein ein Teil des Mikrokosmos.

Nun wird sich natürlich mancher fragen und sagen, was soll das, das ist nun mal so.

Ich möchte damit eigentlich nur mal an die unglaublich hohe Komplexität dieses biologischen Wunderwerkes Gehirn aufmerksam machen, wie schnell und komplex doch der Informationsfluss in diesem System ablaufen muss, um überhaupt die Bühne des bewussten Lebens betreten zu dürfen um mitspielen zu können.

Vieles wird als selbstverständlich hingenommen bzw. nicht weiter beachtet. Schaut man jedoch mal etwas genauer hin, stellt man schnell fest, dass unsere Existenz und unser bewusstes handeln so selbstverständlich gar nicht ist!
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Alt 25.03.2013, 14:15   #2
rambaldi
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Zitat:
Zitat von Skarabäus Beitrag anzeigen
Um z.B. bei einer Gebäude-Silhouette zu erkennen, in welchen Distanzen die Gebäude sich zueinander befinden, bedarf es einer hochpräzisen Zeitauswertung der eintreffenden Photonen, welche von den einzelnen Gebäuden abgestrahlt werden.
Täusche ich mich, oder würde das erfordern, daß das Gehirn einen FTL-Sensor hat, um diesen Unterschied in der Laufzeit festzustellen.

Oder woher soll das Gehirn erkennen, ob ein Photon nun 10m oder 10 km unterwegs war, bevor die beiden gleichzeitig eintrafen?
rambaldi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.03.2013, 14:58   #3
Skarabäus
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Zitat:
Zitat von rambaldi Beitrag anzeigen
Täusche ich mich, oder würde das erfordern, daß das Gehirn einen FTL-Sensor hat, um diesen Unterschied in der Laufzeit festzustellen.
Entschuldigung, vielleicht habe ich mich etwas unbeholfen ausgedrückt. Natürlich hängt das in erster Linie mit dem stereoskopischen Sehen zusammen.

Ein Einäugiger sieht diesen Distanzunterschied aber ebenfalls nur nicht so ausgeprägt.

Bei verschieden entfernten Objekten muss das Auge auch verschieden fokussieren, was natürlich dazu beiträgt den Distanzunterschied zu erkennen.

Geändert von Skarabäus (25.03.2013 um 15:01 Uhr).
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Alt 25.03.2013, 15:21   #4
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Skarabäus Beitrag anzeigen
Von einem entfernteren Gebäude erreicht das Photon das Auge später als von einem näheren. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die Zweiäugigkeit.
Für das Auge machen diese kleinen Zeitunterschiede keinen Unterschied.
Das Auge leitet das Eintreffen eines Photons nicht instantan an das Gehirn weiter.
Die einzelnen Pigmentzellen werden durch das Kumulative Eintreffen von Photonen gereizt bis ein Schwellenwert überschritten ist, bei welchem die Sehzelle ihr elektochemisches Potential verändert und damit einen Nervenimpuls auslöst, der über mehrere Synapsenspalten zum Sehzentrum geleitet wird. Wie lange ein Auge durch auftretende Photonen gereizt werden muss, wie lang der Impuls unterwegs ist und mit welcher Frequenz ein stetiger optischer Eindruck an das Gehirn weitergegeben wird, ist vom Individuum abhängig. Auf jeden Fall handelt es sich dabei aber um mehrere Milli- bis Hunderstelsekunden. Selbst wenn zwei Gebäude sehr weit voneinander entfernt sind, braucht ein Photon nicht so viel Zeit um vom einen zum anderen zu kommen.

Zitat:
Die Signalgeschwindigkeit, welche durch die Lichtgeschwindigkeit begrenzt wird, bestimmt unser aller tun und handeln. Damit sind wir Quantengesteuert und unser Bewusstsein ein Teil des Mikrokosmos.
Ja, und Autos haben meist vier Räder. Dadurch sind Unsichtbare Rosarote Einhörner besonders anfällig auf Erdnussallergie.
Und Gras ist grün. Damit hat ein Erdbeerjoghurt in genau sieben Paralleluniversen einen Knochen, auch wenn draussen kälter ist als nachts.
(Falls der Zynismus zu fein war, hier noch in Klartext: An eine Faktenaussage eine völlig unzusammenhängende Schwurbelaussage zu hängen, ist nicht wirklich sinnvoll. Vor allem die 'damit'-Verknüpfung ist etwas sinnlos)


Aber ja. das Gehirn arbeitet schnell und kann parallel verarbeiten. Das ist toll.
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Alt 25.03.2013, 15:22   #5
Groschenjunge
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Hi,
Zitat:
Zitat von Skarabäus Beitrag anzeigen
Ein Einäugiger sieht diesen Distanzunterschied aber ebenfalls nur nicht so ausgeprägt.
Das erschließt sich mir nicht. Ohne stereoskopisches Sehen sollte man keinen Distanzunterschied erkennen. Wie auf einem Foto, das ist auch nur zweidimensional.
-gj
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Alt 25.03.2013, 15:31   #6
Llewellian
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Jein.

Erfahrung kann einen lernen eine Menge richtig abzuschätzen. Anhand von Grössenunterschieden.

Wenn ich z.b einen Menschen sehe und er steht in seinem Garten hinter einem Jägerzaun....

Meine Lebenserfahrung sagt mir wie gross ein Jägerzaun ist (bin oft genug davor gestanden). Und sie sagt mir wie gross durchschnittlich ein Mensch ist.

Für das Grössenverhältnis brauche ich nicht stereoskopisch zu sehen.

Aber Unterschiede im Verhältnis sagen mir im Vergleich mit anderen Situationen die ich gespeichert habe mitteilen wie weit hinter dem Zaun die Person steht.
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Alt 25.03.2013, 15:32   #7
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Das erschließt sich mir nicht. Ohne stereoskopisches Sehen sollte man keinen Distanzunterschied erkennen. Wie auf einem Foto, das ist auch nur zweidimensional.
Zwischen einer Beobachtung mit einem Auge und einem Foto gibt es aber einen grossen Unterschied: Die Bewegung.
Auch Filme sind nur mit einem Auge aufgenommen (wenn man von den neuen 3D-Dingern absieht) und man erkennt dennoch, was vorne und hinten ist. Sobald sich das Auge bewegt, und sei es auch nur wenig, kann das Gehirn die Informationen zu einem räumlichen Bild zusammenfügen.

Bei Dingen, die nahe vor einem liegen, sollten die Sakkaden schon reichen, um die grobe räumliche Strutkur wahrzunehmen. Sobald man den Kopf etwas bewegt, hat man aber auch mit einem Auge ein ziemlich gutes Bild.
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Alt 25.03.2013, 15:36   #8
Groschenjunge
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Hi,

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Zwischen einer Beobachtung mit einem Auge und einem Foto gibt es aber einen grossen Unterschied: Die Bewegung
Stimmt, ich bin nur vom Stillstand ausgegangen.

-gj
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Alt 25.03.2013, 19:15   #9
Skarabäus
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
(Falls der Zynismus zu fein war, hier noch in Klartext: An eine Faktenaussage eine völlig unzusammenhängende Schwurbelaussage zu hängen, ist nicht wirklich sinnvoll. Vor allem die 'damit'-Verknüpfung ist etwas sinnlos)
Beweise doch das Gegenteil, wir alle sind doch Sternenkinder und das Produkt unseres Universums, oder bist du etwas Besonderes und fühlst dich davon ausgenommen?

PS.: übrigens Zynismus hat etwas mit Überheblichkeit zu tun.
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Alt 23.05.2013, 03:36   #10
Jonas
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Beiträge: 42
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Um das hier mal ein bisschen zu beleben (oder um euch das aufs Auge zu drücken ) Ich bin immerwieder erstaunt wie man das menschliche Auge
so derart überlisten kann.

Neulich sah ich eine Sendung da der redete von Unaufmerksamkeitsblindheit. Der hat das auch demonstriert. Zwei Kandidaten, beide hatten ein Date, Ihre Dating-Person tauschte das Kleid und im zweiten Anlauf auch noch die ganze Person (eine Schwarzhaarige gegen eine Blonde) aus und keiner von beiden hats gemerkt.
Noch unglaublicher, er machte selbst ein Date in einem China-Restaurant, unterhielt sich gut und währenddessen sind 30 Mann kreuz und quer durch den Raum gewandert und machten aus dem China-Restaurant ein Mexikanisches Restaurant. Er bedankte sich und sie war total verblüfft, plötzlich in einem mexikanischen Restaurant zu sitzen. Ich meine, wenn 30 Leute umher laufen, das muss doch eigentlich auch einem Blinden auffallen? Aber nein, sie hat nichts mitbekommen. Ich find das immerwieder total erstaunlich...
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