:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Erde, Weltraum & Forschung > Rund um Naturwissenschaft

Rund um Naturwissenschaft Neue Technologien, Physik, Chemie, Neue Energien, Tesla & Co ...

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 29.04.2012, 19:23   #1
Sucher
Benutzer
 
Benutzerbild von Sucher
 
Registriert seit: 18.07.2011
Beiträge: 90
Standard Quantentheorie/ Verschränkte Teilchen

Das Einstein-Podolsky-Rosen Argument ist eindrucksvoll widerlegt worden
durch Bell's Theorem und das Experiment von Aspect.
Nur, die Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist doch äußerst bizarr und
fragwürdig.

Da sind also zwei Photonen, die miteinander verschränkt sind. Diese fliegen
in verschiedene Richtungen, an einem Teilchen nimmt man eine Messung des Spins vor und stellt fest, das dieser in UZ weist. Dann wird vorausgesagt, dass das zweite Photon ebenfalls dazu gezwungen wird, eine Spinrichtung im UZ anzunehmen und das instantan!
Die beiden Teilchen können laut Standardtheorie auch sehr weit voneinander
entfernt sein - das ändert nichts am Resultat.
Aspect's Experiment hat dieses unfassbare Resultat bestätigt.
Aber wie kann es dazu kommen?

Nun meine Kritik dazu:

1) Die Übertragung von Signalen/Informationen kann mit max. Lichtgeschwindigkeit erfolgen. Wie kann also die Information des einen Photons das andere instantan erreichen wenn die LG die Barriere ist?
Die Physiker argumentieren, dass es sich nicht um eine Information handele, die da übertragen wird, sodass es keinen Konflikt mit der SRT gäbe.
Das verstehe ich nicht!

Wir sprechen hier von Wahrscheinlichkeiten und durch die Messung
eines Photons ändere ich die Wahrscheinlichkeit des zweiten Photons eine willkürliche, vom Zufall bestimmte Spinrichtung einzunehmen? Ist das etwa keine Information?

2) Die Quantenphysiker umgehen das Problem, indem sie sagen, dass man nicht von zwei verschiedenen Teilchen ausgehen könne, sondern das diese Teilchen indem sie miteinander korreliert waren, quasi wie ein einziges Teilchen reagierten.
Aber wie kann man von einem Teilchen reden, wenn soviel Raum zwischen den beiden Teilchen liegt? Und wenn man dies postuliert, dann muss das für alle Ereignisse gelten -->3

3) Was passiert dann also, wenn ein Photon auf einen schwarzen Körper trifft und vollständig absorbiert wird? Was macht sein Bruder, da sie doch eins sind?Wo holt der jetzt einen schwarzen Körper her, um ebenfalls zu verschwinden? Oder macht es "wusch" und er ist einfach weg? Oder fliegt er einfach munter weiter...aber sind sie denn jetzt nicht mehr eins? Sehr seltsam!

4) Es gibt trotzdem einen ernsten Konflikt mit der SRT.

Während z.B. die von einem unbewegten Beobachter gemessene Gleichzeitigkeit der beiden Kollapse der Wahrscheinlichkeitswellen beobachtet wird, kommt ein bewegter Beobachter zu dem Schluß, das die Ereignisse nicht gleichzeitig stattfanden.
Misst man jetzt der Beobachtung des unbewegten Beobachters eine höhere Bedeutung zu, indem man die Gleichzeitigkeit der Kollapse postuliert und somit diese Beobachtung bevorzugt, so bedeutet das einen Konflikt mit einer der Kernausagen der SRT.

Sucher
Sucher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2012, 08:53   #2
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Zitat:
Zitat von Sucher Beitrag anzeigen
1) Die Übertragung von Signalen/Informationen kann mit max. Lichtgeschwindigkeit erfolgen. Wie kann also die Information des einen Photons das andere instantan erreichen wenn die LG die Barriere ist?
Die Physiker argumentieren, dass es sich nicht um eine Information handele, die da übertragen wird, sodass es keinen Konflikt mit der SRT gäbe.
Das verstehe ich nicht!

Wir sprechen hier von Wahrscheinlichkeiten und durch die Messung
eines Photons ändere ich die Wahrscheinlichkeit des zweiten Photons eine willkürliche, vom Zufall bestimmte Spinrichtung einzunehmen? Ist das etwa keine Information?
Es handelt sich tatsächlich nicht um eine Informationsübertragung. Eine Information zu übertragen würde bedeuten, eine beliebige Information dem einen Photon "aufzuzwingen" und diese instantan am anderen Photon messen zu können. So funktioniert es aber nicht. Man nimmt nicht ein Photon, bringt es in den Zustand "linksherum" und das andere ändert im gleichen Moment den Zustand "rechtsherum" an. Stattdessen misst man den Zustand eines Photons und weiß dann, was das andere Photon macht, wenn man die gleiche Messung daran durchführt. Damit weiß man zwar instantan, was das andere Photon macht, aber man hat diese Information nicht in das System hineingesteckt.

Stell dir vor, du nimmst eine weiße und eine schwarze Murmel und packst beide in je eine undurchsichtige Kiste. Jede Kiste gibst du einem Boten mit und lässt sie in verschiedene Richtungen zu zwei Empfängern bringen. Sobald ein Empfänger seine Kiste öffnet und z.B. die weiße Murmel findet, weiß er instantan, dass der andere Empfänger die schwarze Murmel hat. Trotzdem wurde keine Information von einem Empfänger zum anderen übertragen.

Zitat:
2) Die Quantenphysiker umgehen das Problem, indem sie sagen, dass man nicht von zwei verschiedenen Teilchen ausgehen könne, sondern das diese Teilchen indem sie miteinander korreliert waren, quasi wie ein einziges Teilchen reagierten.
Aber wie kann man von einem Teilchen reden, wenn soviel Raum zwischen den beiden Teilchen liegt? Und wenn man dies postuliert, dann muss das für alle Ereignisse gelten -->3
Für die Quantentheorie spielen Abstände keine Rolle. Ein Quantensystem kann beliebig ausgedehnt sein. Das liegt daran, dass die Quantentheorie eine nichtrelativistische Theorie ist. Um das Experiment vollständig und formal richtig zu beschreiben, müsste man eigentlich die Quantenfeldtheorie benutzen - das ist die relativistische Verallgemeinerung der Quantentheorie. Damit kann man die Wahrscheinlichkeiten korrekt berechnen.

In der populärwissenschaftlichen Literatur wird dieses "Detail" aber für gewöhnlich verschwiegen, weil die nichtrelativistische Quantentheorie in diesem Fall das gleiche Ergebnis liefert und deutlich einfacher ist. Die Quantenfeldtheorie ist mathematisch wie anschaulich noch einmal deutlich anspruchsvoller als die Quantentheorie.

Zitat:
3) Was passiert dann also, wenn ein Photon auf einen schwarzen Körper trifft und vollständig absorbiert wird? Was macht sein Bruder, da sie doch eins sind?Wo holt der jetzt einen schwarzen Körper her, um ebenfalls zu verschwinden? Oder macht es "wusch" und er ist einfach weg? Oder fliegt er einfach munter weiter...aber sind sie denn jetzt nicht mehr eins? Sehr seltsam!
Genau dieses Problem ist als "Informationsparadoxon schwarzer Löcher" bekannt, weil es dann auftritt, wenn z.B. eines der beiden Photonen von einem schwarzen Loch verschluckt wird. In dem Fall gibt es tatsächlich einen Konflikt zwischen Quantentheorie und allgemeiner Relativitätstheorie. Der lässt sich nur durch Theorien lösen, die beide als Grenzfall enthalten - z.B. Stringtheorie, Schleifenquantengravitation oder "exotische" Theorien.

Für einen "normalen" schwarzen Körper, also kein schwarzes Loch, ist das Problem etwas einfacher. Diese befindet sich nämlich ebenfalls in einem Quantenzustand, allerdings in einem thermischen Zustand. Wenn dieser mit einem Photon wechselwirkt, wird die Verschränkung auf diesen Zustand übertragen. Der alte Zustand des absorbierten Photons ist also nicht "verloren", sondern im neuen Zustand des schwarzen Körpers "codiert".

Zitat:
4) Es gibt trotzdem einen ernsten Konflikt mit der SRT.

Während z.B. die von einem unbewegten Beobachter gemessene Gleichzeitigkeit der beiden Kollapse der Wahrscheinlichkeitswellen beobachtet wird, kommt ein bewegter Beobachter zu dem Schluß, das die Ereignisse nicht gleichzeitig stattfanden.
Misst man jetzt der Beobachtung des unbewegten Beobachters eine höhere Bedeutung zu, indem man die Gleichzeitigkeit der Kollapse postuliert und somit diese Beobachtung bevorzugt, so bedeutet das einen Konflikt mit einer der Kernausagen der SRT.
Auch dieses Problem stammt daher, dass die Quantentheorie eine nichtrelativistische Theorie ist, in der es eine absolute, vom Beobachter unabhängige Zeit gibt. Korrekterweise müsste man aber die Quantenfeldtheorie benutzen, in der das nicht der Fall ist.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2012, 09:19   #3
Sucher
Benutzer
 
Benutzerbild von Sucher
 
Registriert seit: 18.07.2011
Beiträge: 90
Standard

Hallo Sakslane! Vielen Dank für die Klarstellung.
Punkt 1 ist jetzt nachvollziehbar. Punkt 2 und 4 sind denke ich
nur mit tieferem Verständnis der Quantenfeldtheorie vollständig nachzuvollziehen.
Um diese zu verstehen(if ever) brauche ich noch Zeit. Soweit bin ich noch nicht und populärwissenschaftliche Bücher sind zwangsläufig nicht so tiefgehend. Ich nehme deine Ausführungen zur Kenntnis
und akzeptiere sie. Evtl. weitere Fragen dazu, wenn ich tiefer in das Thema
eingedrungen bin.

Zu Punkt 3 - da weiß ich allerdings immer noch nicht, was mit dem zweiten Photon passiert. Das erste wird absorbiert aber was passiert mit dem zweiten?

Ph1 <-- -->Ph2

sKö|<--Ph1 -->Ph2??

Sucher
Sucher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2012, 15:28   #4
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Wenn ich mich nicht irre:
Diejenigen Teilchen, die dem Schwarzen Loch als reelle Teilchen entkommen, bilden die sogenannte Hawking-Strahlung.

MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2012, 18:40   #5
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Zitat:
Zitat von Sucher Beitrag anzeigen
Zu Punkt 3 - da weiß ich allerdings immer noch nicht, was mit dem zweiten Photon passiert. Das erste wird absorbiert aber was passiert mit dem zweiten?
So lange man keine Messung durchführt, passiert mit dem zweiten Photon gar nichts. Der Zustand des ersten Photons wird ja nicht durch eine Messung fixiert, sondern in ein thermisches System "gemischt".

Denk noch einmal an das Beispiel mit den beiden farbigen Kugeln. Wenn man die eine Box nicht öffnet, sondern stattdessen in ein System von Boxen einsortiert, weiß man immer noch nicht, was in der zweiten Box ist. Erst, wenn man die zweite Box öffnet oder die erste wieder heraussucht und öffnet, weiß man, was in der zweiten Box ist.

Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Wenn ich mich nicht irre:
Diejenigen Teilchen, die dem Schwarzen Loch als reelle Teilchen entkommen, bilden die sogenannte Hawking-Strahlung.
Im Prinzip ja. Allerdings gibt es hier besagten "Informationsparadoxon": Der Quantentheorie zufolge dürfte die Information über den Zustand des verschluckten Photons nicht "vernichtet" werden. Der ART zufolge kann aber keine Information das schwarze Loch verlassen, d.h. die Hawking-Strahlung ist "perfekt thermisch" und enthält keine Information. Aber wenn das schwarze Loch völlig zerstrahlt - wo ist die Information dann hin? Und genau das kann man nur mit solchen modernen Theorien lösen, wie im letzten Beitrag genannt.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2012, 23:10   #6
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Grundsätzlich hätte ich eine Frage zu den Versuchen zur Quantenverschränkung.
Zitat:
Das Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge durchquert einen Kristall mit speziellen optischen Eigenschaften. Dabei entstehen im Kristall Paare von Lichtteilchen (Photonen). Gleich nachdem sich ein Paar gebildet hat, fliegen die beiden Photonen aber wieder in unterschiedliche Richtungen auseinander. Den Regeln der Quantentheorie zufolge sind die Polarisationsrichtungen dieser „Zwillings-Photonen“ unbestimmt. Das bedeutet: Erst im Augenblick der Messung „entscheidet“ sich das Licht für eine bestimmte Polarisation.
Werden die beiden "Zustände" des Paares eigentlich immer zur gleichen Zeit gemessen,
oder ist es irrelevant wann der Zustand des einen und des anderen Zwillings gemessen wird? Kann also der Zustand des einen Zwillings gemessen werden und nach sagen wir nach 5 Minuten der des anderen und ist dann trotzdem der andere Zustand determiniert?

Weil Du immer von der Nonkausalität eines theoretischen überlichtschnellen Teilchens sprichst, weshalb kann hinter dieser Möglichkeit nicht auch ein quantenmechanischer Vorgang stecken?

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (01.05.2012 um 07:23 Uhr).
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2012, 09:01   #7
Sucher
Benutzer
 
Benutzerbild von Sucher
 
Registriert seit: 18.07.2011
Beiträge: 90
Cool

Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Grundsätzlich hätte ich eine Frage zu den Versuchen zur Quantenverschränkung.

Werden die beiden "Zustände" des Paares eigentlich immer zur gleichen Zeit gemessen,
oder ist es irrelevant wann der Zustand des einen und des anderen Zwillings gemessen wird? Kann also der Zustand des einen Zwillings gemessen werden und nach sagen wir nach 5 Minuten der des anderen und ist dann trotzdem der andere Zustand determiniert?

Weil Du immer von der Nonkausalität eines theoretischen überlichtschnellen Teilchens sprichst, weshalb kann hinter dieser Möglichkeit nicht auch ein quantenmechanischer Vorgang stecken?

MfG

MJ
So wie ich das nunmehr verstanden habe ergibt jede neue Messung kein vorbestimmtes Ergebnis und ist völlig zufällig. Ansonsten wären die Photonen
für alle Zeiten vorherbestimmt und das wäre ein Widerspruch zur Quantentheorie.

Beispiel:

Messung Spin Photon 1 ergibt: UZ
Damit wissen wir, dass Photon 2 ebenfalls Spin UZ haben muss.
Messen wir jetzt Photon 2 und gehen davon aus, das es einen Spin in UZ hat,
da wir das ja durch die Messung an Photon1 erzwungen haben, so ist das ein
Trugschluss. Bei jeder neuen Messung ist das Ergebnis jedesmal unbestimmt. Ansonsten wären die beiden Photonen im Beispiel ja auf einen Spin im UZ fixiert.

Sollte das falsch sein, bitte ich um Korrektur. Dann habe ich nämlich erhebliche Verständnisprobleme.

Sucher
Sucher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2012, 09:17   #8
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Werden die beiden "Zustände" des Paares eigentlich immer zur gleichen Zeit gemessen,
oder ist es irrelevant wann der Zustand des einen und des anderen Zwillings gemessen wird? Kann also der Zustand des einen Zwillings gemessen werden und nach sagen wir nach 5 Minuten der des anderen und ist dann trotzdem der andere Zustand determiniert?
Tatsächlich spielt es keine Rolle, wie viel Zeit zwischen den beiden Messungen liegt. Sobald der Zustand des einen Photons gemessen wurde, ist der Zustand das anderen Photons determiniert.

Zitat:
Weil Du immer von der Nonkausalität eines theoretischen überlichtschnellen Teilchens sprichst, weshalb kann hinter dieser Möglichkeit nicht auch ein quantenmechanischer Vorgang stecken?
Zwischen diesem "Kollaps der Wellenfunktion" und "überlichtschnellen Teilchen" gibt es einen wesentlichen Unterschied. Wie ich oben beschrieben hatte, kann man mit einem solchen quantenmechanischen Vorgang keine Information überlichtschnell übertragen. Man kann also nicht in ein Photon eine Information "reinstecken", die dann instantan am anderen Photon messbar wäre. Anders wäre das aber, wenn man ein überlichtschnelles Teilchen hätte. Dann könnte man einfach eine Quelle von solchen Teilchen nehmen und z.B. "Morsezeichen" damit an einen Empfänger schicken, indem man die Teilchen mal mit einer Blende absorbiert und mal nicht. Das wäre dann aber eine überlichtschnelle Signalübertragung, die die Kausalität verletzt.

Das ist zugegebenermaßen eine eher grobe Erklärung. Um die wirklich fundamentalen Zusammenhänge zu verstehen, müsste man auch hier wieder in die Quantenfeldtheorie einsteigen. In dieser wird die Ausbreitung von "Teilchen" (genauer gesagt die von Quantenfeldern) durch ein mathematisches Objekt beschrieben, das man als "Propagator" bezeichnet. Dieser steht in engem Zusammenhang mit dem "Kommutator" von Feldern, der gewissermaßen eine Korrelation von Feldern an verschiedenen Punkten der Raumzeit beschreibt. Damit eine Theorie kausal ist, müssen Felder an raumartig getrennten Punkten der Raumzeit "vertauschen", d.h. der Kommutator (und damit die Korrelation zwischen den Feldern) muss 0 sein. Bei Feldern / Teilchen, die sich maximal mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, ist das der Fall - nicht aber bei überlichtschnellen Teilchen.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2012, 12:24   #9
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Tatsächlich spielt es keine Rolle, wie viel Zeit zwischen den beiden Messungen liegt. Sobald der Zustand des einen Photons gemessen wurde, ist der Zustand das anderen Photons determiniert.
Verstehe ich, wenn es sich um das selbe Photonenpaar handelt. Nur feuert der Laser in der Zwischenzeit ja weiter. Und somit würde am zweiten Messplatz nach einiger Zeit ja ein Zwilling eines anderen Photons gemessen werden.
Auf was ich hinaus will:
Wenn es sich exakt um das selbe Photonenpaar handelt, das gemessen wird (deshalb auch die Frage um den selben Zeitpunkt), dann könnte das Ergebnis eventuell nicht durch der Messung determiniert werden, sondern durch die Splittung im Kristall. Dann wäre es auch irrelevant wie weit entfernt die Paare gemessen würden.
Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Zwischen diesem "Kollaps der Wellenfunktion" und "überlichtschnellen Teilchen" gibt es einen wesentlichen Unterschied. Wie ich oben beschrieben hatte, kann man mit einem solchen quantenmechanischen Vorgang keine Information überlichtschnell übertragen. Man kann also nicht in ein Photon eine Information "reinstecken", die dann instantan am anderen Photon messbar wäre. Anders wäre das aber, wenn man ein überlichtschnelles Teilchen hätte. Dann könnte man einfach eine Quelle von solchen Teilchen nehmen und z.B. "Morsezeichen" damit an einen Empfänger schicken, indem man die Teilchen mal mit einer Blende absorbiert und mal nicht. Das wäre dann aber eine überlichtschnelle Signalübertragung, die die Kausalität verletzt.
Hm, wenn man Zeilinger-Experiment insoweit abändert, dass man den Laser
ein und wieder abschaltet, gibt es eben ein Messergebnis in beiden Messstellen, oder eben kein Messergebnis in beiden Messstellen.
Abgewandelt bei den überlichtschnellen Teilchen hätte man ein Ergebnis (Information abgesendet/eingetroffen) oder eben keines.
Auch in diesem Fall wäre das "überlichtschnelle Teilchen" eben kein Informations-Teilchen, sondern eine einheitliche "Fortpflanzung" bzw. ein "Fortschreiten" eines Teilchens-Feld mit unterschiedlichen messbaren Zuständen. (interessante Vorstellung, "Sender" und "Empfänger" wären dann für das "Teilchen" ident).
Mir schon klar, wirklich nachvollziebar wäre das nur mathematisch.

MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2012, 12:27   #10
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von Sucher Beitrag anzeigen
So wie ich das nunmehr verstanden habe ergibt jede neue Messung kein vorbestimmtes Ergebnis und ist völlig zufällig. Ansonsten wären die Photonen
für alle Zeiten vorherbestimmt und das wäre ein Widerspruch zur Quantentheorie.
Ist klar, dass jede "neue" Messung ein anderes Ergebnis liefert. Deshalb war ja meine Frage, ob und wie immer dasselbe Photon zu unterschiedlicher Zeit gemessen werden kann.

MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Dualismus Welle - Teilchen Manx Rund um Naturwissenschaft 31 25.10.2011 17:42
QED: Robuste Quantentheorie Zeitungsjunge scienceticker.info 0 11.07.2011 13:40
Neues Teilchen überrascht Physiker Zeitungsjunge scienceticker.info 0 19.03.2009 14:30
Quantentheorie gibt Antwort auf unverstandene Farbreaktion von roten Krebse Desert Rose Naturphänomene 0 16.02.2005 13:49
Ein neues, unerklärbares Teilchen: "Mystery Meson" Zwirni Rund um Naturwissenschaft 10 23.06.2004 13:17


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:29 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2017 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.