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Alt 01.09.2010, 17:40   #1
Ger77
Grünschnabel
 
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Standard Die Menschheit ein Organismus?

Nachdem ich hier schon oft mitgelesen habe, habe ich mich entschlossen endlich hier anzumelden um mit euch eine Theorie die sowohl in den Bereich der Ökonomie, der Neurologie, der Soziologie und der Biologie gehört, zu diskutieren, deren Ursprung ich im Internet aufgeschnappt habe und mir dann vieles dazu selbst zusammengereimt habe. (Allerdings bin ich mir nicht sicher ob ich hier im Forum die richtige Rubrik genommen habe)

Jedenfalls geht es darum ob die Menschheit derzeit begonnen hat und sich zukünftig endgültig zu einem Organismus entwickelt. Meine Theorie postuliert eine langsame Umformung der menschlichen Gesellschaft zu einem Körper vor, der nicht mehr durch einzelne Individuen gesteuert werden kann, oder wird. (Unmöglichkeit von Diktaturen) in der die Wirtschaft einen stabilen Rythmus erfährt (Stabilisierung der Wirtschaftabläufe mit voraussehbaren Auf- und Abschwüngen) und einer Gesellschaftsstruktur in der der einzelne massiv eingebunden (gespeicherte Personendaten) ist, jedoch auch die Absicherung durch das menschliche Netzwerk in jeder Hinsicht gegeben ist. (Kein Leben unter Existenzminimum) Durch die gigantischen Anzahl der Interaktionen wird auch eine Überwachung nicht mehr möglich und auch nicht notwendig sein. Die für uns aus heutiger Sicht negative Seite ist die strikteste Gebundenheit an Vorschriften und Arbeitsabläufe. ( Direkte zeitlich limitierte Verknüpfung des Arbeitsergebnisses mit dem Arbeitsauftrag an die nächste Person im Prozess). Diese Gebundenheit wird sich aber bis in die höchsten Ebenen wiederfinden, da sonst die Prozesse nicht reibungslos (und damit kostenintensiver) laufen, was ökonomisch nicht tragbar wäre.

Dabei sind die Eckpunkte dieser Theorie Analogien zwischen Teilen eines Organismus und Bereichen die die Menschheit als Ganzes einbeziehen.

Punkt 1: Internet und Mail als Nervensystem.
Das Internet das sich über einen längeren Zeitraum aus Serververbindungen zwischen Universitäten und dem militärischen Arpanet entwickelte, ist das Nervensystem des Organismus "Menschheit". Mit der weltweiten Verfügbarkeit und damit Vernetzung der Menschen wurde eine ähnliche Struktur geschaffen wie sie zwischen den Nervenzellen des Menschen und deren Verarbeitung der Signale im Gehirn besteht. Die Nervenzellen bekommen Impulse leiten diese an die Neuronen weiter, die wiederum aufgrund eines individuellen Schwellwerts wiederum Impulse an andere Neuronen abgeben, womit die Denkprozesse durchgeführt werden. Analog dazu ist die tägliche Informationsaufnahme durch uns Menschen ebenfalls oft genug ein Impuls, selbst politisch tätig zu werden, eine Reaktion in Form von Leserbriefen zu verfassen oder eine konkrete Aktion zu starten. Diese wiederum führen bei Personen die damit konfrontiere werden eine neuerliche Reaktion, die dann immer weitere Kreise zieht. (z.B: Facebook, Internetforen, Blogs). Letztlich endet eine solche Informationswelle meist in spontan sich organisierenden Bewegungen oder Aktionismen. Auch die ständige zunehmende Erreichbarkeit der Menschen über Mobiltelefone ist ein Element dieser Informationstruktur und der gegenseitigen Impulsgebung.
Auch im normalen Organismuis wird vom Reiz ausgehende letztlich eine Körberbewegung ausgeführt.

Punkt 2: Der Geldkreislauf als Blutkreislauf
Ähnlich wie der Blutkreislauf im Organismus die notwendigen Stoffe in alle Teile des Körbers transportiert, tut dies auch die Finzanzbranche in der Menschheit. Es wird damit die Nachfrage der Konsumenten mit dem Angebot durch die Liefernanten/Produzenten zusammengebunden. Durch die Übergabe des Geldes an den Menschen (Lohn, Bezahlung usw) und der dafür erbrachten Leistung ist der Austausch zwischen Zelle (Mensch) und dem Blutkreislauf realisiert. Ebenfalls sind im Wirtschaftsbereich Rythmen zu finden, die denen in Organismen ähneln. So schließen weltweit Börsen zu bestimmten Zeiten und danach hat der Blutkreislauf/Finanztwirtschaft wieder Zeit auf die Aktionen der Zellen/Menschen zu reagieren und bis zur Neueröffnung die Regelkreise anzupassen.

Punkt 3: Die Warenwirtschaft als Stoffwechsel
Auch diese Analogie geht wiederum von der Ähnlichkeit aus. Die Waren sind feste Bestandteile der menschlichen Zivilisation. Der Stoffwechsel erfolgt in dem Waren in Geld, diese wieder in Waren. Die Konsumation der Zelle/Menschen ist die Voraussetzung das diese wiederum ihre Leistung erbringen kann. (Umwandlung von Stoffen in Energie) Die multinationalen Konzerne werden damit zu Organen der Grundversorgung des Körbers mit benötigten Stoffen. Es ist daher vorrauszusehen, das eine immer stärkere Monopolisierung in den einzelnen Industriebereichen ( Chemie, Elektronik, IT usw.) eintreten wird, die zu einer immer effizenteren Versorgung der Zelle führt.

Punkt 4:Staaten( Behörden/Justiz/Legislative als Stützgerüstl
Ebenso wie Organismen zur Fortbewegung Stützgerüste (Wirbeln, Skelette) ausblilden so hat die Menschheit ihr Gerüst des Gerichtswesen, der Verwaltung und des Staatswesens ausgebildet. Diese engen den Freiheitsgrad der Zellen ein und formen so eine Struktur in der die einzelnen Menschen/Zellen ihren Platz finden und die Interaktion zwischen den Zellen/Menschen genau geregelt ist.

Es lassen sich problemlos noch mehr Analogien finden. Aber mich interessiert welche Gegenargumente zu dieser Theorie sich finden lassen. Lassen sich die Gleichsetzungen Zelle=Mensch, Warenwirtschaft=Stoffwechsel, Nervensystem=Internet/Presse und Finanzwirtschaft=Blutkreislauf poblemlos wiederlegen oder ist diese einleuchtend? Sind die Implikationen daraus wie oben beschrieben richtig oder sitze ich Trugschlüssen auf? Die spannende, wenn auch etwas furchteregende Vision die sich damit auftut ist eine Menschheit in der wir Menschen nicht mehr die tragende Rolle spielen, sondern nur Bestandteil eines großen Ganzen sind. Und dies ohne den Verlust von Wahlmöglichkeiten bei großen Warenangebot, jedoch mit Einschränkungen der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten. (Berufswahl nur noch aufgrund von Eignungstest, kein Jobhopping).

Geändert von Ger77 (01.09.2010 um 17:47 Uhr).
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Alt 02.09.2010, 01:10   #2
Der Zatu
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Hi Ger77,
fand deine Phantasien ja durchaus interessant zu lesen, aber dann war
ich doch etwas erschrocken, dass du Gegenargumente anforderst, bzw.
nach selbigen fragst.
Es sind doch nur deiner Phantasie entsprungene Vergleiche der
menschlichen Gesellschaft mit einem Organismus.
Warum sollte man da Gegenargumente bringen müssen? Das klingt so,
als sollten wir beweisen, dass du mit deinen Phantastereien falsch liegst.
Aber so überzeugend klangen die jetzt ehrlich gesagt nicht.
Schmunzeln musste ich teilweise, das geb ich zu. Aber für real wird das
niemand halten. Ist eher in einem Philosophie-Forum gut aufgehoben als
hier, schätz ich mal.
Als Idee nett. Aber als Theorie? Oder Realität?
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Alt 02.09.2010, 11:37   #3
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Ger77 Beitrag anzeigen
Dabei sind die Eckpunkte dieser Theorie Analogien zwischen Teilen eines Organismus und Bereichen die die Menschheit als Ganzes einbeziehen.
Das ist nun nicht wirklich neu, auch wenn ich deine Ausführungen nur überflogen habe.
Herber Spencer hat genau diese Analogie zwischen Gesellschaft und biologischen Organismen vor mehr als 150 Jahren bereits getroffen. Ich kann dir dazu seinen Artikel empfehlen, in dem er die Analogie auf den Punkt bringt:
Spencer, Herbert (1892): The Social Organism: In: Spencer, Herbert (Hg.): Essays: Scientific, Political and Speculative. London/New York.
Erstmals wurde er im Westminster Review im Januar 1860 gedruckt.

Das heisst, dass es 150 Jahre Diskussionen über diese Theorie gibt, die du recherchieren könntest, wenn du daran interessiert bist.

Spencer führte seine Idee auch noch weiter und attestierte der Gesellschaft nicht nur einen ähnlichen Aufbau, sondern auch eine ähnliche Enwicklung wie biologischen Organismen. Diese soziale Evolution wird ebenfalls seit über 100 Jahren heiss diskutiert.
Vor einiger Zeit gab es sogar hier im Forum Diskussionen über solche Analogien, bei denen Atlantologe ziemlich engagiert war, wenn ich mich recht erinnere. Vielleicht kann er dir den Thread noch nennen.

Ansonsten empfehle ich dir eine Literatur-Recherche über Nachfolge-Diskussionen zu Spencers Soziologie (dazu hätte ich auch noch einen eigenen Artikel, wenn du magst).

Um es kurz zu machen:
Die Analogie kann man ziehen.
Dies wurde bereits vor 150 Jahren getan.
Es wurde darüber diskutiert.
Der Rest steht in Geschichts- und alten Soziologiebüchern
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Alt 02.09.2010, 15:40   #4
Ger77
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Standard Ja genau, das ist es was ich gesucht habe

Danke für den Hinweis. Ja genau so etwas habe ich gesucht. Da solche Recherchen recht mühsam sind, ist es in Zeiten des weltweiten Vernetzung wesentlich einfacher Wissen aus anderen Köpfen abzurufen. Und einen weiteren Artilkel nehme ich natürlich dankbar an. Dann werde ich mich mal in diese Literatur einlesen. Und vielleicht kann man diesen Beitrag in den entsprechenden Bereich hier verschieben. Philosophie alleine ist es nicht, da ist schon auch Soziologie und Bezug zur Biologie dabei und es ziehlt auf praktische Realität ab und damit auf Konsequenzen für unser Leben und Handeln inmitten dieser Menschheit, da die Aussage die Menschheit wird zum Organismus, in sich birgt, das die darin laufenden Prozesse nicht mehr nur von den Zellen(Menschen getragen sind, sondern darüber hinausgehen.

(Achtung längeres Geschwurbel
Es würde so etwas wie eine von uns nicht mehr steuerbare Eigendynamik entstehen, letztlich irgendwann etwas ähnliches wie unser Bewusstsein auf höherer Ebene. Die Menschheit als Ganzes handelt und wir Individuen verstehen nicht mehr wie. Ein Indiz dafür ist für mich die Finanzkrise. Obwohl sich sicher viele daran bereichern konnten, Wahrheit ist wahrscheinlich das sehr viele die Kurse noch gerne viel weiter stürzen hätten sehen wollen. Aber durch die globale Vernetzung war irgendwann der Punkt erreicht, wo die steuernden Zellen/Menschen alle zusammenarbeiten mussten um den Herzstillstand ( Wirtschaftskollaps ) zu vermeiden. 1929 wurde dies nicht gemacht, da noch keine globale Vernetzung vorhanden war. Die Staaten haben sich als jeweils eigener seperater Organismus dargestellt und dadurch auch jeder für sich die Krise versucht zu bewältigen. Das Resultat war das einzelne Zellhaufen sich formiert haben um die anderen zu fressen. (Ich hoffe das sich niemand durch diese Analogie auf den Schlips getreten fühlt) Diesmal war nur ein kompletter Stillstand den niemand aus diesem Grund riskieren wollte oder eine Notfallmaßnahme im letzten Moment möglich. Also waren viele Leute gezwungen zu handeln, obwohl sie es eigentlich aus Eigennutz lieber nicht getan hätten. Solche Zwänge werden aus meiner Sicht immer mehr zunehmen und den Eigennutz langsam verdrängen.

Meine Prognose aus dieser Theorie (ich dachte mir schon das ich nicht der Urheber bin) ist, das es keine weitere solche tiefe Krisen geben wird. Warum? Die Vernetzung nimmt zu, nicht ab. Die handelnden Personen können sich auf den weltweiten Schutzschirm für das Finanzsystem verlassen, daher entsteht auch keine weltweite Panik mehr. Und treibt die Wirtschaft den Kurs zu hoch, entsteht sofort eine unerklärliche(hu wie unheimlich Gegenbewegung die die Kurse wieder normalisert, da sich die Teilnehmer am Börsengeschehen des weltweiten Zusammenhangs langsam bewusst werden und damit auch so handeln. (Die Börse ist soetwas wie der Taktgeber der Menschheit)
Sehe ich mir die Wirtschaftsentwicklung seit der Finanzkrise an, dann tritt genau dieses ein, so denke ich jedenfalls. Der nächste Schritt in der Entwicklung müßte daher sein, das sich branchenweise die Industrie immer mehr zentralisiert um eine weltweit funktionierende Einheit zu werden (Ein Organ). Diese Einheiten werden sich dann auf Dauer miteinander verbinden und die Versorgung aller Menschen/Zellen vornehmen. Politik wird zunehmend unwichter, da sich das Stützgerüst(Gesetzgebung, Justiz, Verwaltung) ebenfalls nur noch marginal umbilden lässt. Kriege und die Unterversorgung in den DritteWelt-Ländern sind aus meiner Sicht daher Versuche einzellner Zellhaufen eigenständige abgekapselte Gebilde herzustellen. Wie nennt man so etwas in einem Organismus? Richtig, Wucherung!
Vernetzt sich die Menschheit immer mehr, müßten daher auch zwangweise diese grauenhaften Unternehmungen abnehmen. Die Anzahl der Kriege müssten also von jetzt an langsam aber stetig sinken. Die Bedeutung von Staaten im gleichen Maße abnehmen und charismatische Führerfiguren innerhalb kurzer Zeit aufgrund der unveränderbaren Sachzwänge ihre Anziehungskraft verlieren oder gar nicht mehr auftauchen. Analog dazu ist es wie wenn auf der Welt viele verschieden Zellhaufen unabhängig (nur Stoffaustausch) existiert hätten und jetzt durch Internet, Mobilverbindung, Satellitenbeobachtung und gemeinsamen Waren- und Finanzkreislauf sich eine neue Einheit mit gemeinsamen Nervensystem, Stoffwechsel und Blutkreislauf gebildet hätte. Eine in der Individuen nicht mehr die weiter Entwicklung bestimmen, sondern die Einheit als Ganzes selbst.

Heist da jetzt das wir uns zurücklehnen können, weil "die Menschheit" wird schon alles gut machen? Beileibe nicht, es heist nur das wir Wirtschaftskollapse, Ängste vor Welteroberungen durch Diktatoren und weltweite Verschwörungen aus unserem Denken streichen können. Diese sind aus diser Sicht zwar denkbar, werden sich aber durch die angeführten Gründe nie über ein Anfangsstadium hinaus entwicheln können. Diesen beruhigenden Aspekt bezahlen wir aber mit der damit einhergehenden immer stregeren Bindung an die Abläufe und Strukturen im Organismus "Menschheit".


So genug geschwafelt. Ab zur Literatur.

In Deutsch gibt es den "Sozialen Organismus" nicht, oder? Ich lese gern in der Freizeit in meiner Muttersprache. Ist "Die ersten Prinzipien der Philosophie" - Herbert Spencer auch ein guter Anfang?

Geändert von Ger77 (02.09.2010 um 15:59 Uhr).
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Alt 02.09.2010, 16:59   #5
Lupo
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Zitat:
Zitat von Ger77 Beitrag anzeigen
. Diese sind aus diser Sicht zwar denkbar, werden sich aber durch die angeführten Gründe nie über ein Anfangsstadium hinaus entwicheln können. Diesen beruhigenden Aspekt bezahlen wir aber mit der damit einhergehenden immer stregeren Bindung an die Abläufe und Strukturen im Organismus "Menschheit".
Warum sollte sich "der Organismus Mensch" nicht wie jeder andere Organismus auch, eine verheerende tödliche Krankheit einfangen können?

Außerdem hoffe ich sehr, dass ich dich missverstehe, wenn du die sog. dritte Welt mit einer Wucherung (also Krebs) gleichsetzt.
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 02.09.2010, 18:34   #6
Ger77
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Da hast du mich wirklich völlig missverstanden. Das habe ich offenbar sehr schlecht ausgedrückt. Nein mit Wucherung meinte ich das in einem Menschheitsorganismus einzelne seperierte Teile (wie es eine neue auf Eroberung und Angriff zielende Diktatur irgendeines Landes darstellt) zukünfig keinen Platz mehr hat. Eine Krankheit kann sich dieser Organismus auch ganz leicht einfangen. Wie wärs mit der Angst vor SARS, der Schweinegrippe und anderen profiterzeugenden Angstwellen oder grassierenden Untergangsvorstellungen? Dagegen wird der Organismus erst Antikörper ausbilden müssen.

Das aber großere Einheiten als Staaten, etwa ganze Kulturen noch zusammenprallen werden und sich in diesen Einheiten Speerspitzen der Bewegungen finden werden ist meiner Meinung auch klar. Da der Organismus erst ein Gleichgewicht finden muß, muß auch der Ausgleich der letzten größten Strömungen/Gruppierungen in der Menschheit erst gefunden werden. Das das nicht immer friedlich abgehen wird, ist auch sicher.

Und die dritte Welt ist in diesem Modell ein Teil des Organismus der schlecht durchblutet und wenig mit Närstoffen versorgrt ist. Daher ist dieser Teil auch nicht handlungsfähig und fehlt dem Organismus Menschheit zur Zukunftsbewältigung. Das ist auf Dauer aber nicht ökonomisch und soziologisch tragbar. Durch die weitere Vernetzung in allen Bereichen wird dieser Teil aber zunehmend vom Organismus Menschheit versorgt und aktiviert werden können. So hatte ich das gemeint.

Oh grade bemerkt, nein ich meine nicht damit das wir uns die Wirtschafthilfe und den Hilfsdienst für diese Länder sparen können, genau das Gegenteil, ich plädiere diesen Ländern baldigst eine ähnliche Versorgung zuzugestehen die auch die anderen haben. Und die Entstehung von Diktaturen oder Einzelherrschaften dort tunlichst zu unterbinden. Denn damit trägt zur weiteren Organisierung der Menschheit bei. Denn das sich geschundene arme Regionen irgendwann eine Symbolfigur suchen, die sie aus dem gefühlten Elend führen soll, ist auch klar. Und irgenwie eine (bio)ogische Reaktion auf eine totale Unterversorgung durch den restlichen Organismus. Diese notwendige Reaktion könnte aber leicht verhindert werden und damit auch das Leid und der Tod von Tausenden.

Geändert von Ger77 (02.09.2010 um 18:42 Uhr).
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Alt 02.09.2010, 18:40   #7
Ger77
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Ansonsten empfehle ich dir eine Literatur-Recherche über Nachfolge-Diskussionen zu Spencers Soziologie (dazu hätte ich auch noch einen eigenen Artikel, wenn du magst).
Bitte unbedingt. Ich möchte mich in die Materie einlesen.
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Alt 03.09.2010, 09:37   #8
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Warum sollte sich "der Organismus Mensch" nicht wie jeder andere Organismus auch, eine verheerende tödliche Krankheit einfangen können?
Natürlich kann er das. Ist ja auch schon oft genug passiert. Allerdings ist nicht die Menschheit als Gesamtheit der lebenden Menschen, sondern die Menschheit als Gesellschaft das, was man mit einem Organismus gleichsetzen kann.
Eine tödliche Krankheit würde also die Gesellschaft sterben lassen. Die einzelnen Zellen, also die Menschen in der Gesellschaft, müssen dabei nicht sterben, sie verlieren einfach die Blutzufuhr (Infrastruktur) und Nervenimpulse (Führung), leben aber weiter und können neue Organismen bilden.
Der Organismus Mensch ist dabei eher mit einer Pflanze vergleichbar, deren Stammzellen sich unter guten Bedingungen auch nach dem Durchlauf durch einen Gartenhäcksler wieder neue Triebe bilden können.

Gesellschaften können durch Feinde (andere Gesellschaften) sterben, in andere Gesellschaften aufgenommen werden oder einfach durch innere Krankheit zu Grunde gehen. Letzteres normalerweise, wenn die Grösse des Organismus an die Grenzen des infrastrukturell unterhaltbaren stösst und jedes Problem zu Hungerkatastrophen, Unruhen und Revolten führt.

Zitat:
Und die dritte Welt ist in diesem Modell ein Teil des Organismus der schlecht durchblutet und wenig mit Närstoffen versorgrt ist. Daher ist dieser Teil auch nicht handlungsfähig und fehlt dem Organismus Menschheit zur Zukunftsbewältigung.
Genau dadurch sind diese Teile der Menschheit aber auch anpassungsfähig. Gut durchblutete und ausdifferenzierte Gesellschaften sind träge und brauchen ihre gewohnte Nahrung und Pflege.
Gesellschaften mit schlechter Durchblutung und Führung können (übrigens auch hier ähnlich wie ein Tumor) auch unter widrigen Bedingungen leben, sich schnell an neue Umstände gewöhnen und wachsen, sobald sie Nahrung kriegen.
Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich das Zentrum der Welt immer wieder verschiebt und die Semiperipherie (also ziemlich gut durchblutete Geschwüre am Rand des Organismus) eine zentrale Rolle übernehmen.
Die Analogie mit einem Organismus kann also durchaus weiter getrieben werden.

@Ger: Nach Deutschen Übersetzungen von Spencer müsste ich suchen. Ich kenne noch keine. Aber das Englisch ist nicht allzu schwer.
Da ist noch meine eine alte Arbeit dazu. Geht zwar eher um die Anwendung der Evolutionstheorie auf die Organismus-Analogie, aber vielleicht gibt es dir Inputs.
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Alt 03.09.2010, 12:03   #9
Ger77
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Der Organismus Mensch ist dabei eher mit einer Pflanze vergleichbar, deren Stammzellen sich unter guten Bedingungen auch nach dem Durchlauf durch einen Gartenhäcksler wieder neue Triebe bilden können.
So ganz kann ich dem Vergleich nicht folgen. Die menschlichen Gesellschaften (Staaten/Völker) in der bisherigen Geschichte waren durchaus aggressiv. Diese Zellhaufen sind übereinander hergefallen und haben versucht sich den anderen einzuverleiben, bis wir das heutige Statium erreicht haben. Aus diesem Grund ist der heutige Gesellschaftsorganismus auch viel anfälliger, da er einen viel stärkern Zusammenhang bildet, in dem die einzelne Zelle ohne die anderen immer mehr lebensunfähig wird. Denken wir uns einen Katastrophenfall in den Großstätten der Abschneidung von Wasser, Strom, Information und Nahrung. Wie viele von uns wären da noch fähig zu überleben? Und im Zuge der weiteren Organisierung und dem Ausbau der Infrastrukturen wird dies noch viel stärker werden. Stirbt der Organismus, dann sterben auch die Zellen. Sie wären zwar allein lebensfähig, aber aufgrund der Spezialisierung sind sie es dann nicht mehr und sterben tatsächlich.
Das ist auch das Kennzeichen wie weit die Organisierung fortgeschritten ist, je spezialisierter die Menschen, je höher die Arbeitsteilung, je unfähiger zu überleben ohne Infrastruktur, desto höher der Grad.

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Gesellschaften können durch Feinde (andere Gesellschaften) sterben, in andere Gesellschaften aufgenommen werden oder einfach durch innere Krankheit zu Grunde gehen. Letzteres normalerweise, wenn die Grösse des Organismus an die Grenzen des infrastrukturell unterhaltbaren stösst und jedes Problem zu Hungerkatastrophen, Unruhen und Revolten führt.
Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich das Zentrum der Welt immer wieder verschiebt und die Semiperipherie (also ziemlich gut durchblutete Geschwüre am Rand des Organismus) eine zentrale Rolle übernehmen.
Die Analogie mit einem Organismus kann also durchaus weiter getrieben werden.
Meine These dazu ist das wir diese Phase in den letzten Jahrzehnten hinter uns gelassen haben. Zwar gibt es noch Organismen im Organismus Menschheit die seperiert sind, jedoch wird dies zunehmen aufgeweicht. Die Infrastruktur für Informationsverteilung und -verarbeitung nimmt stetig zu. Bald ist schon der entfernteste Winkel der Erde über das Informationsnetz erreichbar. Das Nervensystem der Menschheit ist also bald voll ausgebildet. Auch der Blutkreislauf(Finanzsystem) ist wie man sieht in Schwung gekommen und durchdringt die ganze menschliche Gesellschaft und wird jetzt so mit der Realwirtschaft (Stoffwechsel) verbunden, das im Normalfall keine extremen Reaktionen des Marktes mehr erfolgen können. Für uns ist es absolut ärgerlich und man könnte an die Decke gehen vor Zorn betrachtet man es nur aus unserer individuellen Perspektive, aber für den Organismus Menschheit ist es extrem gut, das in Zukunft keine systemrelevante Bank (Verteiler von Blut) oder Staat (Teilorganismus) mehr bankrott gehen (absterben) kann. Damit haben die Anlegerzellen (alias Spekulanten ) mehr Sicherheit und verfallen nicht in Panik. Eine ganz wichtige neue Einrichtung, die sicher noch politisch verträglicher gemacht werden muß. (Und ein Mittel wie sich schlaue Leute wieder extrem bereichern werden können, wenn kein neues Regelwerk dies verhindert).
"Wenn kein neues Regelwerk dies verhindert" - Das ist die politische Konklusio daraus. Wir können diese Entwicklung sicher nicht verhindern (diese ist zwingend), wir können nur die Eindämmung negativer Auswirkungen daraus mitgestalten indem wir diese Kreisläufe und Regelsysteme vorzeitig richtig verstehen und schon wärend der Ausformung die notwendigen Anpassungen zur sozialverträgliche Verteilung von Signalen (Nachrichten, Informationen), Finanzen (Blutinhalten) und Nährstoffen ( Waren/Güter ) vornehmen. Der Kampf gegen das "System" um es umzustürzen wie es heutzutage viele aus Angst vor dem "entfesselten Kapitalismus" wollen, ist sinnlos, da sich der Organismus Menschheit als Ganzes bereits zu bilden begonnen hat.

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
@Ger: Nach Deutschen Übersetzungen von Spencer müsste ich suchen. Ich kenne noch keine. Aber das Englisch ist nicht allzu schwer.
Da ist noch meine eine alte Arbeit dazu. Geht zwar eher um die Anwendung der Evolutionstheorie auf die Organismus-Analogie, aber vielleicht gibt es dir Inputs.
Danke für den Link. Und das Buch zum sozialen Organismus hab ich auch schon bestellt. Es interessiert mich einfach zu stark, dann werde ich es eben in Englisch lesen. Ich hab auch einen Link gefunden: http://www.yorku.ca/jelwick/Elwick-H...y-Organism.pdf
Ger77 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.09.2010, 12:18   #10
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Ger77 Beitrag anzeigen
Aus diesem Grund ist der heutige Gesellschaftsorganismus auch viel anfälliger, da er einen viel stärkern Zusammenhang bildet, in dem die einzelne Zelle ohne die anderen immer mehr lebensunfähig wird.
Das passiert in stark differenzierten Gesellschaften, ja. Das passiert auch in stark differenzierten Organismen. In Organismen, deren Gewebetypen nicht so stark ausdifferenziert sind, können neue Lebewesen aus Stammzellen entstehen. Bei Säugetieren braucht man dazu selbst bei harter Arbeit von Gentechnikern tausende von Versuchen und mehrere Jahre.

Einer Eidechse können Gliedmassen nachwachsen. Pflanzen können sich aus kleinen Zellhaufen komplett regenerieren und Pilze und Schwämme haben es noch leichter. Die Anfälligkeit auf Veränderungen und Katastrophen betrifft nur die 'erste Welt', eine Gesellschaft, die so ausdifferenziert und komplex ist, dass eine kleine Ressourcenknappheit oder Infrsatruktur-Beschädigung reicht, um sie ins Chaos zu stürzen.

Zitat:
Zwar gibt es noch Organismen im Organismus Menschheit die seperiert sind, jedoch wird dies zunehmen aufgeweicht. Die Infrastruktur für Informationsverteilung und -verarbeitung nimmt stetig zu. Bald ist schon der entfernteste Winkel der Erde über das Informationsnetz erreichbar.
Das wäre natürlich für die Menschheit insgesamt ein Problem, da sie damit als Ganzes anfällig wird. Aber wenn dieser Globale Organismus vernichtet wird, bleiben immer noch Menschen in Dörfern, die sich neu organisieren und eine neue Kultur aufbauen können.
Hoffen wir mal, dass sowas nicht passiert, da ich in diesem Fall Mad Max-ähnliche Zustände erwarten würde. Aber möglich ist es. Und nach dem Fall des römischen Imperium passierte das schon einmal. Die Gesellschaft starb, die Menschen überlebten knapp und bauten in Jahrhunderten eine neue Gesellschaft auf.
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