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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 10.03.2009, 20:58   #1
HaraldL
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Standard Warum ist der Wolf der "Bösewicht"

In vielen Märchen hat der Wolf den Ruf des Bösewichts. Warum eigentlich der Wolf und nicht der Bär? Bären sind doch größer und stärker als Wölfe und es dürfte doch mehr Angriffe von Bären auf Menschen gegeben haben als von Wölfen.
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Alt 10.03.2009, 23:14   #2
-CC-
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Trägt vielleicht der Wolf mehr zu Angriffen auf Herdentiere wie Schafe, Rinder usw. bei als der Bär? Und ist deswegen von den Herdenbesitzern immer mit Unheil in Verbindung gebracht worden?

-CC-
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Alt 11.03.2009, 00:02   #3
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
In vielen Märchen hat der Wolf den Ruf des Bösewichts. Warum eigentlich der Wolf und nicht der Bär? Bären sind doch größer und stärker als Wölfe und es dürfte doch mehr Angriffe von Bären auf Menschen gegeben haben als von Wölfen.
Bären mögen in gewissen Regionen auch gefährlich gewesen sein, aber die Wölfe hatten zwei Vorteile, was die Bösewicht-Qualifikation betrifft:
1) Sie haben sich in Häuser und Ställe schleichen und unter Schafherden mischen können, was sie zu sehr unangenehmen Nachbarn machte. Bären mögen zwar ab und zu in die Nähe von Siedlungen gekommen sein, aber sonst sind sie friedlich im Wald geblieben.
2) Bären sieht man kommen. Ein Bär ist ein ziemlich wuchtiges Viech, das alleine jagt und zwar viel Kraft hat, aber nicht so hinterlistig und blutrünstig wie ein Wolfsrudel ist.

Es ist also leichter, einem Kind zu sagen '...dann holt dich der Wolf', als ihm zu sagen '...dann kommt der Bär und haut dir den Schädel ein'. Vor allem, da das Kind weiss, dass Schafe, Hühner und anderes Viechzeug regelmässig vom Wolf geholt wird.


Zur Verteidigung des Wolfes muss man aber auch sagen, dass er ab und zu etwas richtig gemacht hat. Eine Wölfin hat Romulus, Remus und Mowgli gesäugt und Odin hatte zwei nette Wölfe an seiner Seite.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
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Alt 11.03.2009, 12:40   #4
Analogie
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
In vielen Märchen hat der Wolf den Ruf des Bösewichts. Warum eigentlich der Wolf und nicht der Bär? Bären sind doch größer und stärker als Wölfe und es dürfte doch mehr Angriffe von Bären auf Menschen gegeben haben als von Wölfen.

Hallo Harald,

du stellst da eine schöne Frage. Die Antwort interessiert mich auch, daher versuche ich kurz, ein paar Anhaltspunkte zu geben.
  • Wölfe sind ggf. zu weit hören. Bären kommunizieren anders, für Menschen weniger auffällig. Das mag eine vorhandene schlechte Meinung verstärken.
  • Der Wolf reisst gelegentlich zu seinem Beuteschema gehörende Haustiere, wie Schafe, Ziegen oder Rinder, die oft ein wichtiger Part der Versorgung und Lebensgrundlage der Menschen waren. Verwundert daher, dass sich der "böse" Teil seines Rufes bei den Betroffenen verstärkt? Bären bevorzugen als Allesfresser anscheinend eher Früchte oder Abfälle und wohl vor allem den Honig - was dem Bären in vor allem slawischen Sprachen den namen Honigesser einbrachte.
  • So richtig "böse" wurde der Wolf bei uns erst im Mittelalter. Den Bären dagegen fand ich häufiger wegen seiner Kraft in Mythen erwähnt, denn als (berechnend) böses Tier und es scheint mir, er behielt dieses Ansehen im wesentlichen.
  • Ob es wohl - zumindest für unseren Kulturkreis - von der Hand zu weisen ist, dass ein Gutteil der zugeschriebenen Boshaftigkeit mit der Bibel Verbreitung fand, wo der Wolf das bekannte reißende, gefährliche und hinterlistige Tier ist, dass sich sogar in die Herden einschleicht? In dieses Bild vom bösen Wolf aus der Bibel würde auch passen, dass der Wolf in den "einheimischen" heidnischen Religionen, eine andere, ambivalente Rolle spielte.
    Der Bär in der Bibel reisst lediglich einmal ein Lamm und wird dafür erschlagen. Ansonsten fand ich ihn dort, bzw. besonders das Muttertier dem die Jungen genommen wurden, als Symbol für (gerechte) Wildheit, Stärke und Kraft.

@Tarlanc:
Du schreibst, der Wolf würde die Nähe der Menschen suchen und in Ställe und sogar Häuser einschleichen. Drang der Mensch nicht eher in den Lebensraum der Wölfe ein (zb. indem er seine Tiere im Wald oder am Waldrand grasen ließ - was sich damals wohl kaum vermeiden ließ)? Wurden die Haustiere nicht eher in ihren Pferchen, als in Ställen oder gar Häusern gerissen? Und könnten die "regelmäßig vom Wolf" geholten "Hühner und anderes Viehzeuchs", von denen das Kind "weiß", nicht besser anderen Räubern, wie den Mardern oder dem Fuchs zuzuschreiben sein? Könnte daher deine Ansicht eventurell bereits Teil der Verteufelung des Wolfes sein?

lg
Ana

Geändert von Analogie (11.03.2009 um 12:43 Uhr).
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Alt 26.03.2009, 10:35   #5
FritziSch
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Wölfe sind ja so wie Geier meines Wissens nach Aasfresser und gelten somit als Schmarotzer. Sicher hat auch die Erwähnung in der Bibel dem Wolf ein gewisses Image in der christlichen Welt verpasst. Ich glaube aber nicht, dass Wölfe unbedingt mehr "Haustiere" gerissen haben als Füchse oder Bären. Wobei ich das auch nicht genau sagen kann ... In unseren Breiten hört man ja fast nichts mehr von Wölfen.
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Alt 26.03.2009, 12:21   #6
querdenkerSZ
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Der Bär verbringt den grössten Teil des Winters in seiner Höhle und schläft.

Wölfe sind das ganze Jahr aktiv und wenn im Winter die nahrung knapp wird kommen sie verstärkt in die Nähe menschlicher Behausungen .

In der Zeit vor den Supermärkten wurde dort selber die Nahrung knapp .


Schätzemal das ist eine der Ursachen für die Unbeliebtheit des Wolfes.
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Alt 26.03.2009, 18:11   #7
lars willen
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da der Wolf den menschen meidet muss man natürlich eine Propagandamaschine in Gang setzen um das sinnlose ausrotten zu rechtfertigen und einen Mitesser zu beseitigen.

interressant ist auch die Tatsache das seit der Entstehung der USA nie jemand von einen Kojoten getötet wurde (das ist seltsam )
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Alt 29.03.2009, 13:45   #8
Corvinius
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Wölfe sind nunmal Raubtiere und reine Fleischfresser ("Aasfresser" stimmt nur soweit, dass sie frisches Aas nicht verschmähen, auch wenn sie es nicht selbst zu solchem gemacht haben, vor allem im Rudel gehen sie aber natürlich aktiv auf Jagd).

Bären sind Allesfresser, geben sich also (neben der bekannten Lachsvorliebe der Grizzlies) auch mit vegetarischer Nahrung ab (Pandas sogar ausschließlich). Deshalb hatten sie es bei knapperem Nahrungsangebot nicht gleich nötig, auch mal auf Viehbestände und (in EInzelfällen) auf Menschen als Beute zu verfallen. Vor ein paar Jahren habe ich einen aktuellen Bericht aus Indien gelesen, nach dem eine einzelne Wölfin gleich mehrere Menschen (meist wohl Kinder) gerissen haben soll.

Dazu kommt, dass ihr nächtliches Geheul die Wölfe unheimlich wirken lässt. Auf einen späten (oder sehr frühen) einsamen Wanderer im Mittelalter hat das sicher seine Wirkung nicht verfehlt.
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Geändert von Corvinius (29.03.2009 um 13:52 Uhr).
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Alt 17.04.2009, 12:07   #9
Spöckenkieker
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Zitat:
Zitat von lars willen Beitrag anzeigen
interressant ist auch die Tatsache das seit der Entstehung der USA nie jemand von einen Kojoten getötet wurde (das ist seltsam )
Naja nen Koyote ist auch kein Wolf.

Ich weis zumindest dass in der Hungersnot in Russland die Schwester meiner Oma von Wölfen gerissen wurde. Ganz übel weil sie die letzen Stunden ein Feuer gemacht hat und in eine Bibel geschrieben hat was ihre letzen Gedanken waren die Bibel haben wir heute noch.

Sie schrieb als letzes dass sie nun zwei möglichkeiten hätte, weil das Feuer langsam ausgeht und sie nicht an weiteres Holz zum verbrennen rankommt und schon alles verbrannt hat wass sie entberen konnte in der Kälte. Sie schrieb, dass sie zwei möglichkeiten habe, entweder selber ins Feuer gehen oder die Wölfe fressen sie. Die Bibel hat man dann gefunden die steckte im blutigen Stiefel. Also wahrscheinlich haben die Wölfe sie doch gekillt. Auch meine Oma selber hat erzählt dass sie damals von einem Wolf bis ins dorf gejagt wurde und dieser dann erst von einem Bauern erstochen werden musste weil der total durchgedreht war.

Sicher sind das nur Erzählungen meiner Oma und deren Schwestern aber eigentlich ist meine Oma als Apothekerin sehr gebildet gewesen und hat nie schauergeschichten erzählt oder sowas.
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Alt 17.04.2009, 13:16   #10
Acolina
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Also, ich mag Wölfe, aber ich möchte auch keinem ausgehungerten Wolfsrudel begegnen. Sehr gruslige Vorstellung, Spöckenkieker, was deiner Großtante da widerfahren ist.

Aus Sicht des Wolfs sind wir eben einfach Beutetiere, denen gegenüber man eben nur so lange vorsichtig ist, wie sie sich als wehrhaft erweisen. Um so größer der Hunger, um so weniger Vorsicht. Irgendwie hat der liebe Gott wohl vergessen, den Tieren zu sagen, dass wir was Besonderes sind und außerhalb des üblichen Kreislaufs von Fressen und Gefressen werden stehen Und so lange, bis er das nachholt, sind wir für sie eben nur das, was wir sind: Tiere wie sie auch und bei Bedarf 'n lecker Steak
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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