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Alt 26.01.2009, 19:32   #1
koltien
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Standard Das Gehirn hat das Denken nicht erfunden

Jahrhunderte wurde es versucht, doch die Existenz Gottes und die Realität einer jenseitigen Wirklichkeit konnte bislang nicht bewiesen werden. Die Wissenschaft hat versucht, Gott und das Jenseits zu widerlegen. Da könnte man meinen, dass unser Verstand nicht ausreicht, diese Welt zu verstehen.
Eine Näherung zwischen beiden Standpunkten erlaubt m. E. die Evolutionäre Erkenntnistheorie .
Hoimar von Ditfurth hat sich einst in mehreren Publikationen damit auseinandergesetzt. Nach seiner Ansicht ist „die Geschichte der Evolution identisch mit der Geschichte des Auftauchens und der Ausbreitung des geistigen Prinzips in der sich evoluierenden materiellen Welt“.
In der Schlussbetrachtung seines Buches „Der Geist fiel nicht vom Himmel“ (1980) heißt es:

Zitat:
„Das Gehirn hat das Denken nicht erfunden. So wenig, wie die Beine das Gehen erfunden haben oder die Augen das Sehen. Beine sind die Antwort der Evolution auf das Bedürfnis nach Fortbewegung auf dem festen Boden gewesen. Und Augen waren eine Reaktion der Entwicklung auf die Tatsache, dass die Oberfläche der Erde von einer Strahlung erfüllt ist, die von festen Gegenständen reflektiert wird. Dieser Umstand erst gab der Evolution die Möglichkeit, Organe zu entwickeln, die sich dieser Strahlung zur Orientierung bedienten.

So gesehen sind Augen also ein Beweis für die Existenz der Sonne. So, wie Beine ein Beweis sind für das Vorhandensein festen Bodens und ein Flügel ein Beweis für die Existenz von Luft. Deshalb dürfen wir auch vermuten, dass unser Gehirn ein Beweis ist für die reale Existenz einer von der materiellen Ebene unabhängigen Dimension des Geistes.

Wenn wir diesen Gedanken verfolgen, stoßen wir auf die wohl grundlegendsten aller unser anthropozentrischen Missverständnisse und Selbsttäuschungen: Es ist doch eine wahrhaft aberwitzige Vorstellung, wenn wir immer so tun, als sei das Phänomen des Geistes erst mit uns selbst in dieser Welt erschienen. Als habe das Universum ohne Geist auskommen müssen, bevor es uns gab.
Genau die umgekehrte Perspektive dürfte dem wahren Sachverhalt sehr viel näherkommen: Geist gibt es in der Welt nicht deshalb, weil wir ein Gehirn haben. Die Evolution hat vielmehr unser Gehirn und unser Bewusstsein allein deshalb hervorbringen können, weil ihr die reale Existenz dessen, was wir mit dem Wort Geist meinen, die Möglichkeit gegeben hat, in unserem Kopf ein Organ entstehen zu lassen, das über die Möglichkeit verfügt, die materielle mit dieser geistigen Dimension zu verknüpfen.“
Demnach leben wir doch in einer dualistischen Welt und nicht in einer monistischen. Oder?

Übrigens: Wer HvD nicht kennt, es gibt da eine Website über ihn:

http://hoimar-von-ditfurth.de/

Einiges kann dort nachgelesen werden, falls die Bücher grad nicht zur Hand sind . Aber natürlich nicht alles.
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(Hoimar von Ditfurth)
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Alt 27.01.2009, 09:55   #2
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von koltien Beitrag anzeigen
So gesehen sind Augen also ein Beweis für die Existenz der Sonne. So, wie Beine ein Beweis sind für das Vorhandensein festen Bodens und ein Flügel ein Beweis für die Existenz von Luft. Deshalb dürfen wir auch vermuten, dass unser Gehirn ein Beweis ist für die reale Existenz einer von der materiellen Ebene unabhängigen Dimension des Geistes.
Das ist ein äusserst grober Fehlschluss. Insbesondere, wenn man sich mit Evolution und den Vorgängerorganen des Gehirns beschäftigt hat.

Will man hier wirklich eine Analogie herstellen, dann ist das Gehirn der Beweis dafür, dass mehrere Sinnesorgane und mehrere motorische Organe existieren. Mit einer 'Dimension des Geistes' hat das überhaupt nichts zu tun. Das Gehirn (oder Ganglien in Tieren ohne ZNS) steuert nicht die Philosophie, sondern verwaltet sensorische Reize und gibt als Reaktion einen motorischen Impuls zurück. Das sich ein Gehirn entwickelt hat, hat also nichts mit dem Geist zu tun, sondern mit dem Umstand, dass mehr als ein Sinnesorgan und mehr als ein motorisches Organ in einem Organismus sein können und sich eine direkte Verlinkung nicht mehr als sinnvoll erweist.

Dass wir heute zu komplexeren Reaktionen im Stande sind als 'oh, es ist hell und heiss, dann halt ich mal die Hand nicht rein, weil beim letzten Mal hat das weh getan' liegt an dem fortpflanzungstechnischen Vorteil, den ein Rudeltier daraus zieht, zwischen seinen Rudelmitgliedern zu unterscheiden und eine Rangordnung aufrecht zu erhalten und zu beeinflussen. Dies führt zu stärkeren und besser abgestimmten Rudeln, welche sich gegen Angriffe und Natureinflüsse besser wehren können.
Beim Menschen ist diese Fähigeit geradezu absurd gut ausgebildet, aber es ist die selbe Fähigkeit, die auch andere Kleingruppentiere kennen. Darunter Wölfe, Raubkatzen, Schweine und natürlich Primaten.
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Alt 27.01.2009, 14:28   #3
koltien
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Das ist ein äusserst grober Fehlschluss. Insbesondere, wenn man sich mit Evolution und den Vorgängerorganen des Gehirns beschäftigt hat.
Ob es ein Fehlschluss ist, wird sich noch herausstellen. In diesem Zusammenhang weise ich aber mal darauf hin, dass Hoimar von Ditfurth diese Aussage nicht begrenzt hat auf die biologische Evolution. Die ist seiner Ansicht nach eingebunden zu sehen in eine kosmologische Evolution.
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Will man hier wirklich eine Analogie herstellen, dann ist das Gehirn der Beweis dafür, dass mehrere Sinnesorgane und mehrere motorische Organe existieren. Mit einer 'Dimension des Geistes' hat das überhaupt nichts zu tun. Das Gehirn (oder Ganglien in Tieren ohne ZNS) steuert nicht die Philosophie, sondern verwaltet sensorische Reize . . .
Was Du als Analogie beschreibst, ist ja völlig richtig. Sagen wir mal, etwa bis zu den Zeiten, wo die Großhirnrinde entstand. Und was folglich mit dem Auftauchen von Bewusstsein verbunden war, also mit Geist. HvD behauptet nun aber, dass es Geist an sich schon vorher gegeben hat. Was mir einleuchtend erscheint, da das evolutionäre Geschehen an sich so geistlos ja nicht war, im Gegenteil.
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Das sich ein Gehirn entwickelt hat, hat also nichts mit dem Geist zu tun, sondern mit dem Umstand, dass mehr als ein Sinnesorgan und mehr als ein motorisches Organ in einem Organismus sein können und sich eine direkte Verlinkung nicht mehr als sinnvoll erweist.
Richtig. Das Gehirn als oberste Schaltzentrale. Aber dafür ist ja kein Bewusstsein nötig. Alles lebenswichtige zur Steuerung und Regulierung des Organismus läuft ja ohnehin ohne Bewusstsein ab. Eigentlich wäre es ja überflüssig. Aber wir sind uns bewusst und nennen uns deshalb auch geistige Wesen.

Warum sollte die Evolution ein solch grandioses Organ wie die Großhirnrinde entstehen lassen? Alle evolutionären Schritte bis dahin waren Anpassung zu dem Zweck, das Wesen Mensch überleben zu lassen. An was wurde dann die Großhirnrinde angepasst? Ich meine, an den schon bis dahin existierenden Geist.

Zitat:
HvD:Unser Gehirn ist eben von der Evolution nicht als ein Organ im Dienste objektiver Welterkenntnis entwickelt worden, sondern vor allem als ein Organ zur Verbesserung unserer Überlebenschancen.
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Alt 27.01.2009, 15:08   #4
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von koltien Beitrag anzeigen
Ob es ein Fehlschluss ist, wird sich noch herausstellen.
Nein, das hat sich schon herausgestellt. Und zwar noch bevor er gemacht wurde. Es ist komplett abwegig, eine gerichtete Evolution auf eine Grosshirnrinde hin anzunehmen. Die Evolution ist nicht zielgerichtet, sondern Ursachengesteuert. Man muss also bei den ersten Funktionen eines Organs suchen, wenn man seinen evolutionären Vorteil erkennen will. Und die Funktionen des Gehirns (welches nicht nur bei Tierarten vorhanden ist, die grosse Philosophen hervorgebracht haben, sondern auch bei Fadenwürmern und Raupen), sind nun mal nicht der Kontakt zur geistigen Welt, sondern die Koordination von Sinneseindrücken und Motorischen Organen.
Zitat:
Die ist seiner Ansicht nach eingebunden zu sehen in eine kosmologische Evolution.
Und das wiederum ist pseudo-esoterisches Geschwurbel.
Es ist leicht, sich zur Rechtfertigung von abwegigen Ideen einer Theorie zu bedienen, welche von den meisten Leuten nicht verstanden wird, aber allen mit einigen wenigen Schlagworten bekannt ist.
So können Hobbyzauberer so tun, als sei ihre Magie durch die Quantenphysik zu erklären, nach der ein Gegenstand zwei Zustände haben kann, zwischen denen er switchen kann. Darum kann der Zauberer jetzt seine Assistentin in einen Tiger verwandeln.
Oder ein Geisterjäger kann sich der Heisenbergschen Unschärfe bedienen, nach der ja nichts genau gemessen werden kann und die Geister einfach an den Messgeräten vorbeikommen. Und darum hat sie noch niemand gesehen.
Oder EVP-Fanatiker behaupten, die String-Theorie rechtfertigt, dass sie ein Tonbandgerät in einem leeren Raum laufen lassen, weil in dem Raum ja noch 10-11 weitere Dimensionen existieren, in denen es Geister gibt, die dann auf das Tonband sprechen.

Hauptsache, man nimmt irgendeine Theorie, werschwurbelt sie etwas und behauptet dann, eine Rechtfertigung für dieses und jenes zu haben. Die Evolutionstheorie und die String-Theorie sind dabei einfach sehr beliebt.

Das heisst aber nicht, dass das Geschwurbel dann jeder einfach so schlucken muss oder dass man es in wissenschaftliche Foren kopieren sollte. Ausser, man wollte die Verbreitung von Geschwurbel wissenschaftlich untersuchen
Zitat:
Sagen wir mal, etwa bis zu den Zeiten, wo die Großhirnrinde entstand. Und was folglich mit dem Auftauchen von Bewusstsein verbunden war, also mit Geist.
Und woran genau machst du die Annahme fest, dass die Entstehung der Grosshirnrinde mit dem Auftauchen von Bewusstsein korreliert? Immerhin gibt es Hirne mit Grosshirnrinde, welchen wir kein Bewusstsein attestieren.
Zitat:
HvD behauptet nun aber, dass es Geist an sich schon vorher gegeben hat. Was mir einleuchtend erscheint, da das evolutionäre Geschehen an sich so geistlos ja nicht war, im Gegenteil.
Doch, sie war geistlos. Und ist es noch.
Dass HvD etwas anderes behauptet, weil sonst seine Idee nicht aufgeht, ist mir klar. Aber seine Idee geht nun mal nicht auf.
Zitat:
Warum sollte die Evolution ein solch grandioses Organ wie die Großhirnrinde entstehen lassen?
Weil soziale Interaktion nun mal besser funktioniert, wenn man eine Grosshirnrinde hat. Und in den kleinen Rudeln, zu denen sich Säugetiere zusammenschliessen, ist das ein Vorteil.
Zitat:
An was wurde dann die Großhirnrinde angepasst? Ich meine, an den schon bis dahin existierenden Geist.
Es existiert nur, was man auch messen kann. Insofern existierte Geist erst nach der Entstehung der Grosshirnrinde und war somit eine Folge und keine Ursache derselbigen.
Ursache war eine gehörige Portion Zufall und eine anschliessende Bewährung des energiefressenden und Platzraubenden Organs als Moderator sozialer Interaktionen.
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Alt 27.01.2009, 16:10   #5
masterb44hz
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Es existiert nur, was man auch messen kann. Insofern existierte Geist erst nach der Entstehung der Grosshirnrinde und war somit eine Folge und keine Ursache derselbigen.
Ursache war eine gehörige Portion Zufall und eine anschliessende Bewährung des energiefressenden und Platzraubenden Organs als Moderator sozialer Interaktionen.
Es existiert weit mehr als das was wir messen können. Bsp. es existieren Universen außer unser Universums, was früher nicht erfassbar und messbar war. Nun zu sagen, nur das was wir erfassen können existiert würde uns dahinbringen, dass wir uns nicht mehr fortentwickeln könnten, weil wir ja schon alles ermessen haben.

Die Evolution und Zufall sind so widersprüchlich, dass man deinen letzten Satz wohl besser überlesen sollte. Für die Natur ist Zufall tödlich. Wie du bereits vorher geschrieben hast, hat alles eine Ursache und entwickelt sich dann. Warum sollte der Geist nicht die Ursache sein für dir Grosshirnrinde, anstatt andersrum?
Das ist zwar jetzt ein wenig kontrovers meinen Einstellungen gegenüber, aber da muss ich doch fragen, wie du das belegst. Immer mit dem Gedanken, dass nur das was belegt ist richtig ist und sonst nichts, richtig?
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...aber hauptsache Christ!

Prüft aber alles, und das Gute behaltet. 1.Thes. 5,21
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Alt 27.01.2009, 16:24   #6
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von masterb44hz Beitrag anzeigen
Nun zu sagen, nur das was wir erfassen können existiert würde uns dahinbringen, dass wir uns nicht mehr fortentwickeln könnten, weil wir ja schon alles ermessen haben.
Oh, Begriffsverwirrung.
Ich habe nicht gesagt, dass nur existiert, was bereits gemessen wurde oder wir heute messen können. Sondern, dass unmessbares rein pragmatisch nicht als existent angenommen werden kann. Und da ein Geist ohne Gehirn nicht gemessen werden kann (er ist ja nicht materiell und hat damit keine Einflüsse auf Messgeräte), mit Gehirn jedoch schon, kann Geist ohne Gehirn nicht als existent angenommen werden. Rein pragmatisch.
Denn wir können keine Aussagen über einen Geist ohne Gehirn machen. Diese Aussagen wären komplett sinnlos, da wir sie nie bestätigen könnten.

Aussagen über andere Dinge (wie dunkle Materie, fremde Universen...), welche wir noch nicht gemessen haben, die jedoch durchaus messbar sind, kann man schon treffen. Man muss einfach warten, bis man sie bestätigen kann und kann erst dann sinnvoll damit arbeiten.
Zitat:
Die Evolution und Zufall sind so widersprüchlich, dass man deinen letzten Satz wohl besser überlesen sollte. Für die Natur ist Zufall tödlich.
Wie kommst du auf diese Ideen?
Zitat:
Wie du bereits vorher geschrieben hast, hat alles eine Ursache und entwickelt sich dann. Warum sollte der Geist nicht die Ursache sein für dir Grosshirnrinde, anstatt andersrum?
Weil Geist ohne Gehirn nichts verursachen kann, da er nicht materiell manifestiert ist. Die materielle Manifestation hat der Geist erst durch das Gehirn, das ihn beinhaltet. Das heisst, er kann das Gehirn nicht verursacht haben, da er vor dem Gehirn nicht materiell existiert hat. Egal, ob man annehmen will, dass er vorher schon immateriell existent war (was pragmatisch überhaupt keinen Sinn macht, da er ja unmessbar war).
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Alt 27.01.2009, 16:58   #7
Acolina
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Zitat:
Zitat von masterb44hz Beitrag anzeigen
Die Evolution und Zufall sind so widersprüchlich, dass man deinen letzten Satz wohl besser überlesen sollte. Für die Natur ist Zufall tödlich.
Ich weiß nicht, wie du das meinst. Aber "Zufall" hat ja für einige einen negativen Beigeschmack. Vielleicht sollte man bezüglich Evolution besser von Kontingenz statt Zufall reden. Das beschreibt diesen offenen, nicht notwendigen und nicht zielgerichteten Vorgang, bei dem zwei gegebene Dinge zusammentreffen, sozusagen ein Inneres, die Mutation, und ein Äußeres, die Umwelt, und wenn sie zusammenpassen, einen Vorteil darstellen, eventuell besser.
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 27.01.2009, 17:39   #8
fragezeichen
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Zitat:
Zitat von koltien Beitrag anzeigen
Demnach leben wir doch in einer dualistischen Welt und nicht in einer monistischen. Oder?
ich- denke Ja,allein schon das Tarlanc dir hier und da wiederspricht
und eine "Gegenposition" einnimmt, zeigt dies recht deutlich.

Zwei Seiten,
selbst wenn du versuchst dem dualistischen mit dem monistischen
zu wiedersprechen..

schonmal vor deinen Kopf und hinter deinen kopf ein spiegel gehabt,
was siehst du?
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Alt 27.01.2009, 19:21   #9
koltien
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Es ist komplett abwegig, eine gerichtete Evolution auf eine Grosshirnrinde hin anzunehmen. Die Evolution ist nicht zielgerichtet, sondern Ursachengesteuert.
Da hast Du ja völlig recht. Das habe ich aber auch nicht geschrieben. Die Evolution hat eine Großhirnrinde geschaffen, nicht weil sie dahinein Geist platzieren wollte, sondern dieser Teil des Gehirns war damit angepasst für eine Eigenschaft der Welt: Geist. So wie Beine dem Boden angepasst wurden und Augen einem Teil des Lichts.
Zu kosmische Evolution schreibst Du:
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Und das wiederum ist pseudo-esoterisches Geschwurbel.
Du glaubst demnach, dass das Weltall statisch ist. Hat's keinen Urknall gegeben? Dehnt sich das All nicht aus? Verändert es sich
also nicht? Entstehen keine Sonnen, explodieren keine? Ein Nein auf diese Fragen würde ich für Geschwurbel halten.
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Es ist leicht, sich zur Rechtfertigung von abwegigen Ideen einer Theorie zu bedienen, welche von den meisten Leuten nicht verstanden wird, aber allen mit einigen wenigen Schlagworten bekannt ist.
Hauptsache, man nimmt irgendeine Theorie, werschwurbelt sie etwas und behauptet dann, eine Rechtfertigung für dieses und jenes zu haben. Die Evolutionstheorie und die String-Theorie sind dabei einfach sehr beliebt.
Ich würde nicht einfach behaupten, dass Erkenntnistheorie oder Evolutionäre Erkenntnistheorie abwegig sind. Immerhin wurden sie von anerkannten Naturwissenschaftlern entwickelt.
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Das heisst aber nicht, dass das Geschwurbel dann jeder einfach so schlucken muss oder dass man es in wissenschaftliche Foren kopieren sollte. Ausser, man wollte die Verbreitung von Geschwurbel wissenschaftlich untersuchen
Wenn Du meinst, die Überlegungen von HvD seien Geschwurbel, kennst Du ihn wahrscheinlich nicht. Aber Konrad Lorenz kennst Du doch?
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Es existiert nur, was man auch messen kann.
So sind wir - naturwissenschaftlich gesehen - gewohnt zu denken. Aber wenn man mal die Grenzen dieses monistischen Systems überschreitet . . .

Zitat:
HvD:
Zitat:
Lernen und Intelligenz, die Suche nach Problemlösungen und das Treffen von Entscheidungen vor dem Hintergrund eines Bewertungsmaßstabes, der das Ergebnis vorangegangener Lernprozesse darstellt, das alles gibt es auch außerhalb der Sphäre des Bewusstseins. Das alles sind Vollzüge, die, ohne an einem konkreten Ort (in einem Gehirn oder einem Computer) lokalisiert zu sein, auch überindividuell (etwa im Kontext eines Systems kultureller Verhaltensweisen) real existieren und real wirken können. An dieser Festellung ist nichts Metaphysisches. Die Aussage widerspricht allein der Gewohnheit unseres Denkens. Sie beschreibt jedoch nicht mehr als in der Welt real existierende Sachverhalte.
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Alt 27.01.2009, 19:55   #10
koltien
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Oh, Begriffsverwirrung.
Ich habe nicht gesagt, dass nur existiert, was bereits gemessen wurde oder wir heute messen können. Sondern, dass unmessbares rein pragmatisch nicht als existent angenommen werden kann. Und da ein Geist ohne Gehirn nicht gemessen werden kann (er ist ja nicht materiell und hat damit keine Einflüsse auf Messgeräte), mit Gehirn jedoch schon, kann Geist ohne Gehirn nicht als existent angenommen werden. Rein pragmatisch.
Warum sollten wir das nicht können? Bemühen wir mal den ollen Kant:
Zitat:
Man muss nur einmal anfangen, sich zu überlegen, was man sich in der Welt alles „wegdenken“ kann: So fällt es zum Beispiel nicht schwer sich vorzustellen, dass es keine Sterne gibt. Auch Sonne, Mond und Planeten ließen sich „wegdenken“, ebenso die ganze Erde (man schwebt dann in seiner Vorstellung eben im freien Raum). Aber auch auf den eigenen Körper lässt sich bei einem solchen Gedankenexperiment noch „verzichten“: Dann schwebt das eigene Bewusstsein eben körperlos im Raum.

Damit sind wir jedoch schon an die Grenze dessen angelangt, was bei dieser gedanklichen Spielerei möglich ist. Selbst ihr sind Grenzen gesteckt. Sie erweisen sich als höchst bedeutsam.
Wegdenken lässt sich nicht mehr das eigene „Ich“. (Dann hörte alles Vorstellen auf.) Wegdenken lässt sich aber auch nicht der Raum. Unmöglich ist es ferner, sich die Existenz des körperlos in einem leeren Raum schwebenden Ich ohne den weiteren Ablauf der Zeit vorzustellen. Zeitlosigkeit ist auf keine Weise vorstellbar. (Auch körperlose Gedanken folgen ja „aufeinander“.) Raum und Zeit sind allem Anschein nach also, das ist das Resultat, ebenso wie das eigene Ich Voraussetzungen dafür, sich überhaupt etwas vorstellen zu können.

Raum und Zeit sind demnach gar nicht etwa Erfahrungen, die wir über die Welt machen. Das hatte alle Philosophie vor Kant angenommen. Sie sind vielmehr Strukturen unseres Denkens, unserer Anschauung. Sie sind von vornherein (a priori) in unserem Denken enthalten. Vor jeder Erfahrung, die wir machen. Sie sind uns angeboren. Noch bevor wir zum ersten Mal die Augen aufschlagen und uns umschauen, um zu erfahren, wie die Welt beschaffen ist, steht fest, dass wir sie räumlich erleben werden und als zeitlich strukturiert.

Wir haben, weil uns Raum und Zeit als Erkenntnisformen angeboren sind, gar nicht die Möglichkeit, irgendetwas zu erfahren oder zu erleben, was nicht räumlich und zeitlich wäre. Raum und Zeit sind daher, wie Kant es ausdrückte, nicht das Ergebnis, sondern die Voraussetzung aller Erfahrung. Es sind Urteile, die wir a priori über die Welt fällen, angeborene Vorurteile, von denen wir uns nicht frei machen können. Weil das aber so ist, haben wir kein Recht zu der Annahme, dass Raum und Zeit der Welt selbst angehören, so wie sie „an sich“ ist, objektiv, ohne die Spiegelung in unserem Bewusstsein, als die wir sie allein erleben können.

Wir erleben die Welt folglich nicht etwa deshalb als Raum, in dem sich zeitliche Abläufe abspielen, weil sie an sich räumlich und zeitlich wäre. Wir erleben sie allein deshalb so, weil unser Verstand alles, was Vorstellung oder Sinneswahrnehmung ihm anbieten, in räumliche und zeitliche Erlebnisse umsetzt. Er kann nicht anders. Über die Welt selbst, die „Welt an sich“, erfahren wir daher durch das Erleben von Räumlichkeit und Zeitlichkeit nichts.
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Aussagen über andere Dinge (wie dunkle Materie, fremde Universen...), welche wir noch nicht gemessen haben, die jedoch durchaus messbar sind, kann man schon treffen. Man muss einfach warten, bis man sie bestätigen kann und kann erst dann sinnvoll damit arbeiten.
Wie kommst du auf diese Ideen?
Ja, wie kommst Du auf diese Ideen? Was noch nicht gemessen wurde, ist also noch nicht messbar und folglich existiert es nicht.
Das wäre ansonsten ja in etwa so, als würde ich sagen, Geist existiert auch neben der Materie. Das ist zwar noch nicht gemessen worden, aber man muss einfach mal ein bisschen warten . . . bis einer ein Geistmessgerät erfunden hat.
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