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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 07.07.2006, 23:03   #1
Kevinfan22
Jungspund
 
Registriert seit: 04.06.2006
Beiträge: 13
Standard Altenburger Rattenkönig

Vor vielen Jahren, ich war vielleicht 10 oder so, sind wir mal mit der Klasse nach Altenburg (Thüringen) gefahren und waren dort im Mauritianum, einem Naturkundemuseum. guckst du hier
Dort gibt es etwas ungewöhnliches zu sehen: den Altenburger Rattenkönig. Ich hab euch mal paar Infos rausgesucht:



Jahrhunderte lang glaubten die Völker Europas an die Existenz eines Rattenkönigs, der seine Untertanen, alle Ratten der Welt, von einem Thron aus ineinander verschlungenen Rattenschwänzen regiert. Natürlich eine rein fiktionale Vorstellung, aber dennoch eine altertümliche Erklärung für ein Phänomen, das es in der Natur tatsächlich gibt: Eine eigentümliche Erscheinung, bei der mehrere Ratten mit den Schwänzen verknoten und nicht mehr voneinander loskommen. Warum so etwas passiert, können Forscher bis heute nicht eindeutig sagen. Von einigen wird vermutet, dass eine durch Krankheit hervorgerufene Ausschwitzung der Rattenschwänze das Aufeinanderkleben derselben zur Folge hat. Theorien gibt es jedoch viele, plausible wie eher unwahrscheinliche.

Interessant ist, dass das Rattenkönig-Phänomen fast ausschließlich bei Hausratten (Rattus rattus) auftritt, eine mögliche Erklärung wäre daher folgende: Es wurde festgestellt, dass die Bildung von Rattenkönigen häufig in der dritten bis vierten Lebenswoche erfolgt, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Tiere zwar schon frei beweglich, jedoch noch auf mütterliche Pflege angewiesen sind. Ebenfalls in diesem Lebensalter erreichen Jungratten eine Entwicklungsstufe, wo die Schwänze überproportional in die Länge wachsen und diese noch sehr biegsam sind. Eine mögliche Verknotung der Schwänze ist hier am wahrscheinlichsten. Auch das thigmotaktische Empfinden der Hausrattenschwänze (= reflexartiges Umwickeln eines Fremdkörpers nach Berührung) könnte bei der Bildung von Rattenkönigen eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Verkleben mehrere Ratten miteinander, bedeutet dies nicht unbedingt das Todesurteil für die Tiere. Ganz im Gegenteil, auch in solchen Situationen zeigt sich das enorme Gruppen- und Sozialverhalten der schlauen Nager. Es gibt Belege dafür, dass die bewegungsunfähigen Tiere von ihren Artgenossen liebevoll gepflegt und mit Nahrung versorgt werden, sodass sie problemlos noch einige Zeit weiter leben können.

Funde von aneinandergeknoteten Ratten sind seit dem Altertum bekannt, einer der letzten wurde 1963 in Holland gemacht. Nur in den wenigsten Fällen konnten die entdeckten Rattenkönige für die Nachwelt erhalten werden, sodass heute leider nur mehr eine sehr geringe Anzahl an präparierten Exponaten verfügbar ist. Im Naturkundlichen Museum in Altenburg wird derzeit der größte Rattenkönig der Welt aufbewahrt und noch dazu der einzige, der als Mumie erhalten werden konnte. In Deutschland gibt es nur noch in Göttingen, Hamburg und Stuttgart je ein Alkoholpräparat. Der Altenburger Rattenkönig besteht aus 32 mit den Schwänzen verknoteten Ratten, wobei von manchen Tieren auch die Hinterfüße in den Knoten eingebunden sind. 27 Ratten sind genau zu erkennen, 5 liegen verdeckt bzw. sind nicht mehr vollständig erhalten. Alle Ratten sind rußgeschwärzt und ohne Fellhaare. Die Ratten werden anhand von Schädelmerkmalen den Hausratten (Rattus rattus) zugeordnet.


Quelle: http://www.rattz.de/rattzelei/rattenkoenig.htm

Ist schon eigenartig sowas...
Andrea
Kevinfan22 ist offline  
Alt 08.07.2006, 07:35   #2
Acolina
Hausdrachen
 
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Ort: just the other side of nowhere
Beiträge: 10.868
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Kurios: Rattenkönig
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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