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Astronomie Hier geht's nicht nur um Astronomie im klassischen Sinne, sondern auch um all die Mythen, Geschichten und Prophezeiungen, die sich rund um Sterne, Kometen und andere Himmelskörper ranken.

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Alt 08.11.2005, 20:10   #1
da kami
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Standard Haben Gasriesen einen festen Kern?

Haben Gasriesen einen festen Kern, ist das Gas möglicherweise nur eine riesige superdichte Athmosphäre?
Wäre also vielleicht eine Ladung auf dem Kern eines Gasriesen möglich?
Gab es schon Sonden die in einen Gasriesen eintauchten? (Und hat man von denen je wieder Rückmeldung bekommen?)

Frag ich mich alles schon ne ganze Weile...einer ne Ahnung?
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Der Freiheit eine Gasse!
Ron Paul Revolution
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Alt 08.11.2005, 20:18   #2
sue
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Ort: Saarbrücken
Beiträge: 145
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Gasriesen können durchaus einen festen Kern haben - vermutlich ist solch ein Kern für die Entstehung sogar notwendig - aber der Großteil seiner Masse besteht aus leichten Elementen, die aufgrund des hohen Drucks und niedriger Temperaturen jedoch in flüssigem oder festem Zustand vorliegen.

wikpedia.de
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Alt 08.11.2005, 20:53   #3
Llewellian
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Gasriesen haben auf jeden Fall einen festen Kern.

Beim Jupiter dürfte (allein schon aufgrund seines Magnetfeldes) der Kern aus einer gewissen, vermutlich Erdgrossen Menge an Eisen und einem darüberliegenden Kern aus Metallischem Wasserstoff bestehen.

Darüber liegt eine schicht von flüssig-metallischem Wasserstoff, dann kommt vermutlich eine Schicht aus flüssigen Gasen wie Wasserstoff, Helium, Ammoniak, Wasser und Methan und darüber dann eine Atmosphäre aus Wasser, Wassereis, Ammoniak, Methan und anderen Gasen.

Der Schichtübergang ist fliessend, durch die Druckzonen von Fest zu Flüssig zu Gasförmig. Und nein, auf dem Jupiter kann man nicht stehen.

Und schon garnicht sich irgendwie aufhalten. Am oberen Rand der Atmosphäre, beim Druck von 1 Bar hat Jupiter schon eine Anziehungskraft von 2.5g. Da könntest du zwar mit einem Flugzeug fliegen... und dich nur mit einer Sauerstoffmaske bewehrt aufhalten, aber du würdest das 2.5fache wiegen wie hier auf der Erde.

Null Chance das zu überleben. Vorallem ist Jupiter eine Strahlenhölle. Die obere Atmosphäre ist schon radioaktiver als der Rasen vor dem Kernkraftwerk Chernobyl. Absolute Todeszone.

Hübsches Bild hier - eines der letzten das Galileo geschossen hat, bevor die Sonde in den Jupiter gekracht ist:

http://bilddb.rb.kp.dlr.de/Bilder/jpeg300/72.jpg
Zitat:
Editnotiz: Was ich an Mist geschrieben habe verbessert und rausgelöscht. Hatte g und m/s² durcheinandergewürfelt.
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Alt 09.11.2005, 14:07   #4
HaraldL
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Beiträge: 2.782
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Woher sollen die 22G kommen? Meines Wissens nach ist die Schwerebeschleunigung auf der sichtbaren Wolkendecke von Jupiter 3 G. Sie nimmt ab, wenn man sich den Kern nähert und hat im Kern den Wert 0 G, weil sich dort die Anziehungskräfte von allen Seiten aufheben.

Die Zonen mit der hohen Strahlung ist nicht die Atmosphäre (diese absorbiert die Strahlung, die Gase der Jupiteratmosphäre sind nicht radioaktiv, sondern die Magnetosphäre, insbesondere in einer Entfernung, die der des Mondes Io entspricht. In der Atmosphäre selbst dürfte es praktisch keine Radioaktivität haben.

Im Übrigen ist das größte Problem beim Eintauchen in die Jupiteratmosphäre die rasch anwachsende Temperatur und der rasch anwachsende Druck. Dort wo der Übergang fest-flüssig stattfinden soll, herrschen Temperaturen von über 3000 Grad Celsius und ein Druck von über 1 Million Bar!
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2005, 00:54   #5
Llewellian
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Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.313
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Harald, Mea Culpa. Mea maxima culpa. Meinereiner hat wieder mal m/s² mit g gleichgesetzt...grinsel...*schäm*

Es sind an der sogenannten Oberfläche (also da, wo man den Druck von 1000 mbar annimmt) 22-24 m/s² (je nach Quelle wird der Radius ein paar Kilometer mehr oder weniger angegeben), also dem etwa 2.5 fachen der Erde mit 9,81 m/s² (=1g).

Nicht 22 g, sondern 22 m/s². Pfui, und das von mir. Tschuldigung nochmals. Nix für ungut.

Das mit der Strahlenhölle stimmt aber nach neuesten Messungen. Das kommt nicht aus dem Weltraum, der Jupiter strahlt auch mehr Wärme ab als er eigentlich von der Sonne aufnimmt.

Eine der plausibelsten Theorien dafür ist, das er mit seiner Masse knapp vor einem Zwergstern (Brauner Riese) steht. Das heisst, der Druck ist nicht hoch genug, um den Fusionsmotor im Kern zu zünden, aber er ist so nah an der Grenze, das es doch möglich ist, das der Jupiter schon in geringem Masse Fusion betreibt. Nicht sehr viel. Und auch nicht selbsterhaltend. Denn er müsste eigentlich (wie z.B Saturn) sehr viel Kälter sein. Zeit genug zum Auskühlen hatte er eigentlich (vorallem weil seine Oberfläche sehr viel grösser ist).
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