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Alt 28.10.2016, 16:48   #1
HaraldL
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Standard Universalität der Naturgesetze

Könnten wir nachweisen, wenn irgendwelche Naturgesetze doch nicht im ganzen Universum gelten?
Gut, wir wissen, daß die Übergänge der Energieniveaus in den häufigsten Atomen im ganzen Universum gelten, aber muß deshalb unbedingt überall im Universum Promethium ein radioaktives Element mit verhältnismäßig kurzer Halbwertszeit sein? ( Warum kommt es auf HR 465 vor?)

Was würden wir auf der Erde beobachten können, wenn in manchen Teilen des Universums Experimente zur Bellschen Ungleichung zu anderen Ergebnissen führen?
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Alt 28.10.2016, 18:14   #2
basti_79
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Standard

Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Könnten wir nachweisen, wenn irgendwelche Naturgesetze doch nicht im ganzen Universum gelten?
Man könnte das tun. Alle bisherigen Ergebnisse sind jedoch konsistent mit der Nullhypothese, dass die Naturgesetze überall gleich gelten bzw. die Naturkonstanten überall gleich sind.

Zitat:
Gut, wir wissen, daß die Übergänge der Energieniveaus in den häufigsten Atomen im ganzen Universum gelten, aber muß deshalb unbedingt überall im Universum Promethium ein radioaktives Element mit verhältnismäßig kurzer Halbwertszeit sein? ( Warum kommt es auf HR 465 vor?)
Strenggenommen nicht. Mit den "Energieniveaus" sind wahrscheinlich jene der Elektronen gemeint, die z.B. sichtbares Licht erzeugen. Daraus lässt sich keine Aussage über Atomkerne ableiten, die anderen Gesetzen gehorchen. Es weist aber alles darauf hin, dass die Gesetze, die für Atomkerne gelten, überall dieselben sind. Andernfalls würde man anormale Sterne finden, da Sterne ja von Kernfusion "geheizt" werden. Wenn da etwas anders wäre, würde das auffallen.

Zitat:
Was würden wir auf der Erde beobachten können, wenn in manchen Teilen des Universums Experimente zur Bellschen Ungleichung zu anderen Ergebnissen führen?
Da man die Bellsche Ungleichung derzeit nicht per Teleskop untersuchen kann, ist die Frage zwar berechtigt, allerdings ohne weiteres Inhaltsleer. Genau eine solche Frage müsste man aber stellen, um so eine Beobachtung zu planen.

Also: Deine Fragen weisen darauf hin, dass Du in die richtige Richtung denkst. Nach Popper (bzw. aus der Perspektive des kritischen Rationalismus) müsste man ein Experiment bzw. eine Beobachtung planen, das bzw. die ein anderes Resultat ergeben kann als das, das von der Nullhypothese vorausgesagt wird.

Am Beispiel Promethium erläutert: Man müsste irgendeine Abstrahlung von Promethiumkernen, die von einem weit entfernten Ort kommt, auf der Erde anmessen. Stellt man dann einen Unterschied fest, hätte man den Beweis dafür, dass Promethium sich anderswo anders verhält.

Da man aber kaum Promethium findet, sucht man solche Unterschiede woanders, z.B. in der Feinstrukturkonstanten (die die Eigenschaften der Elektronenhülle bestimmt, und damit das von den Sternen abgestrahlte Licht, das ja ein günstiges Studienobjekt ist) oder in Zerfallszeiten von häufigen Elementen, oder auch - nicht zu vergessen - bei der Permeabilität und Suszeptibilität verschiedener Umgebungen. Unterschiede dort wären auffällig.

Die Frage nach Promethium liegt deswegen nahe, gerade weil Promethium so selten ist, und weil Du ja einen Unterschied finden willst. Dafür sind aber andere Messungen sehr viel besser geeignet.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 31.10.2016, 20:55   #3
Llewellian
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Beiträge: 4.313
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Man kann zumindest aus der Sternenbeobachtung folgendes herleiten:

Die Gravitation ist überall gleich. Wäre sie irgendwo stärker oder schwächer, würden Galaxien ganz anders sein oder sich nie gebildet haben. Sterne würden schneller und heisser verbrennen oder viel kühler sein...
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Alt 01.11.2016, 07:18   #4
Groschenjunge
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Beiträge: 5.305
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Letztlich spielt da aus meiner Sicht keine so entscheidende Rolle., ob es so ist oder nicht, solange wir nicht vor Ort sind und dort Messungen vornehmen können.
Ich halte es da eher mit Gerd Vollmer:
Zitat:
"Wir irren uns empor" sagt Gerhard Vollmer und will damit ausdrücken, dass der Irrtum für den Erkenntnisgewinn eine zentrale Rolle spielt.
...
"Wir irren uns empor" - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/...id6793716.html
Wobei der gewiefte Verschwörer natürlich sofort die Ungültigkeit sämtlicher naturwissenschaftlichen Theorien proklamiert. Denn "finde die Lücken" und das ist ja durchaus eine Lücke, wenn man nicht vor Ort messen kann. Aber: Die gewonnenen Erkenntnisse passen zueinander, oder manchmal auch nicht mehr. Die dunkle Materie wäre für mich ein solches Beispiel.

Es gibt für mich kein "Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht" Wir stehen vielleicht etwas weniger falsch.
__________________
"Der frühe Vogel mag vielleicht den Wurm fressen, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse." Vince Ebert
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