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Buchtipps von unseren Usern Ein interessantes Buch gelesen? Eins entdeckt, das man sich besser sparen sollte zu lesen? Auf der Suche nach Buchtipps? All das findet hier Platz. Eine Bitte (die nicht nur hier gilt): Kritik bitte begründen! Danke!

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Alt 23.12.2014, 15:50   #101
Altfrid II.
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Zitat:
Zitat von Adrachin Beitrag anzeigen
Was genau soll denn dieser "neue Bund" sein, von dem hier ab und an die Rede war und wie ist der zu verstehen?
Im Kern ist es die Änderung SEINER Beziehung zu den Menschen. ER ist nicht mehr der Gesetzes-Gott, wie ihn das AT kennt, sondern wird der liebende Vater aller Menschen.

Zitat:

Ach ja, und wie sieht es denn jetzt aus mit dem alltäglichen Mord- und Gewaltorgien der Anhänger heiliger Schriften?
Hatten wir alles schon. Liegt an den Menschen.

Zitat:
Und den alltäglichen Forderungen dieser Gruppen, ihren Wahnsinn doch bitte ungestört und unbehelligt durch andere allüberall ausleben und ausführen zu dürfen? Und am besten Widerspruch dagegen auch strafbar zu machen und angemessen zu bestrafen. Wobei angemessen alles sein kann von Freiheitsentzug bis Steinigen, Vierteilen oder Kopf abschlagen.
Derartige Bestrehbungen werden ja von der Weltgemeinschft so gut es geht bekämpft. Und Idioten gibt es überall ....

Zitat:
Das die ab und zu auch mal gutes tun kann ja dafür wohl keine Entschuldigung sein....
Nein, aber es zeigt die Ambivalenz der Menschen. Und es zeigt, dass Religionen nicht zwangsläufig als Rechtfertigung von Mord und Totschlag genutzt oder angesehen werden dürfen.
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Alt 23.12.2014, 16:07   #102
Altfrid II.
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
... wo bleibt dann Gott?
Das muss jeder für sich entscheiden.

Zitat:

Dann ist die Bibel einfach ein Zeugnis dessen, wie sich Menschen zur jeweiligen Zeit einen Gott ausmalten. (Was sie eben mMn auch genau ist.)
Richtig.

Zitat:

Wenn das dann ein Beleg für die Existenz eines Gottes sein soll, dann kann ich auch sagen, das Necronomicon ist ein Beleg für die Existenz Cthulhus, Azathoth usw.
Einen Beleg für SEINE Existenz gibt es nicht.

Zitat:

Wie will ich aus der Bibel ableiten, was Gott will oder nicht will, wenn sie nur das Gottesbild der Menschen der jeweiligen Zeit wiedergibt?
Den Glauben an SEINE Existenz und SEIN Wirken in der Welt. Aber auch SEINE Bereitschaft den Menschen den freien Willen zu lassen und ihnen die Wahl zwischen vielen Lebensentwürfen zu lassen.

Zitat:
Genauso gut kann ich dann sagen, dass Jesus Nächstenliebe predigte, ist seiner Zeit geschuldet, für uns heute in einer ganz anderen Zeit kann man das nicht einfach so übernehmen. Aus heutiger Sicht wissen wir, Neoliberalismus predigen und "jeder ist seines Glückes Schmied" und "Wer nicht so viel hat, hat dann auch eben nicht so viel verdient" usw. sinnvoller sind und wir müssen seine Worte eben unserem Horizont gemäß interpretieren.
Nein Acolina, die Nächstenliebe ist ein Ideal für alle Zeiten ....
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Alt 23.12.2014, 16:14   #103
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
vielleicht verbirgt sich hinter Perfidulo ein katholischer Priester,
Wie kommst Du denn auf sowas?

Ich wollte tatsächlich mal evangelischer Pfarrer werden. Aber das Schicksal hat es besser mit mir gemeint. Ich bin rechtzeitig vom Glauben abgefallen.
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Alt 23.12.2014, 17:00   #104
Altfrid II.
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
Die Wurzeln der Menschenrechte liegen bereits in der Antike. Wir können nun sagen, evtl. hatte Luther keine Ahnung davon. Aber was er bestimmt kannte, war Gen 1,27, die Gottebenbildlichkeit des Menschen. Und er kannte doch sicher auch die Bergpredigt, Nächsten- und Feindesliebe?
Davon ist dringend auszugehen. Damals meinte man aber Antisemitismus damit vereinbaren zu können. Heute sind wir da etwas weiter.

Zitat:

Als Sklavenhandel in den USA noch weitreichend Konsens war unter den Christen und übrigens auch biblisch begründet wurde, gab es auch Menschen, auch Christen, die dagegen waren, trotz ihres Zeitgeists.
Das war ja auch gut so. Dem zeitgeist kann man sich natürlich auch widersetzen. Und wir dürfen uns heute immernoch darüber freuen, dass es damals Menschen gab, die das taten.

Zitat:

Was nutzt denn ein Gott, ein Glauben an ihn, ein heiliges Buch, Religion überhaupt, wenn sie nicht von solch schlimmen Dingen abhalten?

Wofür brauche ich das alles?

Ich lasse da mal Hans Küng antworten:

Zitat:
Eines kann dem Atheismus nicht bestritten werden – ein Nein zu Gott ist möglich. Der Atheismus läßt sich nicht rational eliminieren. Er ist unwiderlegbar. Der Atheismus seinerseits kann auch die andere Alternative nicht positiv ausschließen – auch ein Ja zu Gott ist möglich. Der Atheismus läßt sich nicht rational etablieren. Er ist unbeweisbar.

Darüber hinaus gibt es auch ein Ja zu dem, ohne den die Wirklichkeit in allen Begründungen letztlich unbegründet, in allem Halten letztlich haltlos, in allem Sich-Entwickeln letztlich ziellos erscheint: ein vertrauendes Ja also zu einem Urgrund, Urhalt und Urziel der fraglichen Wirklichkeit.
Also: Es gibt tatsächlich kein schlüssiges Argument für die Notwendigkeit des Atheismus. Wer sagt: Es ist ein Gott! Gegen ein solches von der Wirklichkeit selber her aufdrängendes Vertrauen kommt der Atheismus seinerseits nicht an. Auch die Bejahung Gottes beruht zutiefst auf einer Entscheidung, die wiederum mit der Grundentscheidung zur Wirklichkeit überhaupt im Zusammenhang steht. Auch sie ist rational unwiderlegbar.

Dass Gott ist, kann nur in einem – in der Wirklichkeit selbst begründeten – Vertrauen angenommen werden.Schon dieses vertrauende Sich-Einlassen auf einen letzten Grund, Halt und Sinn der Wirklichkeit (...) wird im allgemeinen Sprachgebrauch zu recht als Glauben an Gott bezeichnet.
Der Atheismus vermag keine Bedingung der Möglichkeit der fraglichen Wirklichkeit anzugeben. Wer Gott verneint, weiß nicht, warum er letztlich der Wirklichkeit vertraut. Das heißt: Der Atheismus lebt, wenn schon nicht aus einem nihilistischen Grundmisstrauen, so jedenfalls aus einem letztlich unbegründeten Grundvertrauen. Im Nein zu Gott entscheidet sich der Mensch gegen einen ersten Grund, tiefsten halt, ein letztes Ziel der Wirklichkeit. Im Atheismus erweist sich das Ja zur Wirklichkeit als letztendlich unbegründet: ein frei treibendes,niergendwo verankertes, gehaltenes gerichtetes und deshalb paradoxes Grundvertrauen. (...) Der Atheismus vermag keine Bedingung der Möglichkeit der fraglichen Wirklichkeit anzugeben. Deshalb läßt er, wenn auch gewiss nicht jede, so doch eine radikale Rationalität vermissen, was er freilich oft verschleiert durch ein rationalistisches, aber im Grund irrationales Vertrauen auf die menschliche Vernunft.
(...) Für den Atheisten bleiben jene letzten und doch zugleich nächsten und durch kein Frageverbot zu verdrängenden „ewigen“ Fragen des menschlichen Lebens unbeantwortet, die sich nicht nur an den Grenzen des Menschenlebens, sondern mitten im persönlichen und gesellschaftlichen Leben stellen. (...) Der Mensch erscheint denn auch nicht einfach indifferent gegenüber der Entscheidung zwischen Atheismus und Gottesglauben. Er ist schon vorbelastet: An sich möchte er die Welt und sich selbst verstehen, möchte auf die Fraglichkeit der Wirklichkeit eine Antwort, möchte die Bedingungen der Möglichkeit der fraglichen Wirklichkeit erkennen, möchte um einen ersten Grund, einen tiefsten halt und ein letztes Ziel der Wirklichkeit wissen, möchte den Ursprung, Ursinn, Urwert kennen. Das Urfaktum Religion gründet hier. Doch auch hier bleibt der Mensch frei. Er kann Nein sagen. Er kann mit Skepsis alles aufkeimende Vertrauen zu einem letzten Grund, Halt und Ziel ignorieren (...) er kann eine durchgängige Nichtigkeit, eine Grund- und Ziellosigkeit, Sinn-und Wertlosigkeit der ohnehin fraglichen Wirklichkeit behaupten: Atheismus mit Tendenz zum Nihilismus. Wie schon beim Grundvertrauen gilt auch hier: Ohne Bereitschaft keine Einsicht, ohne Öffnung kein Empfangen! Und selbst wenn ich Ja zu Gott sage, bleibt das Nein eine ständige Versuchung.
Aber wie das Grundvertrauen, so ist auch das Gott-Vertrauen keineswegs irrational. Wenn ich mich der Wirklichkeit nicht verschließe, sondern mich ihr öffne wenn ich mich dem allerletzten-allersersten Grund, Halt und Ziel der Wirklichkeit nicht entziehe, (...) so erkenne ich, dass ich das richtige, ja im Grunde das „Allervernünftigste“ tue. (...) Zugleich erfahre ich in aller Fraglichkeit eine radikale Vernünftigkeit meiner eigenen Vernunft: das grundsätzliche Vertrauen zur Vernunft ist von daher nicht irrational. Es ist rational begründet. Die letzte und erste Wirklichkeit, Gott, erscheint so geradezu als der Garant der Rationalität und der menschlichen Ratio! („Existiert Gott?“, 1978, S. 624-64)
Zitat:
Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.“
Na, da hätte ich dann gerne mal den Beleg! Solange der nicht geliefert wird, darf man Herrn Weinberg - in Anlehung an Michael Schmist-Salomon - wohl als einen typischen "Athedioten" bezeichnen.
__________________
Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei. Also Augen auf bei der Berufswahl!

Geändert von Altfrid II. (23.12.2014 um 17:03 Uhr).
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Alt 23.12.2014, 17:18   #105
Lawrence P. W.
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Wie kommst Du denn auf sowas?

Ich wollte tatsächlich mal evangelischer Pfarrer werden. Aber das Schicksal hat es besser mit mir gemeint. Ich bin rechtzeitig vom Glauben abgefallen.
Und seither suchst du darin Bestätigung...
__________________
Letztendlich muss jeder Atheist dran glauben
Der Glaube ist eine Realität von den Dingen, die wir hoffen.
"Gott ist tot" Nietzsche ............................................ "Nietzsche ist tot" Gott
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