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perfidulo 09.09.2018 10:50

Mikroplastik von Autos und Rauchern
 
Der krampfhafte Kampf gegen Plastiktüten, Strohalme und Plastikbecher hat ein Ende!
Neueste Ergebnisse deuten darauf hin, dass der meiste Müll im Meer von den Reifen der Autos und den Zigarettenkippen kommt.
Was für ein wundervolles Ergebnis:
Zwei Hassgruppen im Visier: Autofahrer und Raucher.
Mal sehen, wenn die Ökos das neue Ziel geortet haben. Es hätte eigentlich allen klar sein sollen, dass Plastiktüten und Kaffebecher allnfalls eine symbolische Bedeutung haben und nicht den Kern des Problems darstellen.
Mit drastischen Massnahmen dagegen kann man als Politiker Handlungsfähigkeit vortäuschen.
Und wie gewohnt arbeitet "die Wirtschaft" nicht an der Lösung des Kernproblems, sondern präsentiert Surrogate (Pappe statt Plastik, vorgeblich biologisch abbaubare Materialien statt haltbarem Kunststoff). Die Journalisten gingen der PR-Abteilungen ebenso gierig auf den Leim, wie beim Thema "NanoFlowCell".
Und die Ökos spielten begeistert mit: Endlich wurde eines ihrer Anliegen ernst genommen. Bis hoch in Regierungen und die EU-Kommission, die im Verbot von Plastik-Strohalmen einen wichtigen Beitrag sieht.
Derweil wird immer mehr Müll erzeugt und immer mehr soll verbrannt werden (Tarnname: Thermisches Recycling), am liebsten Plastik und Pappe.
Mal sehen, wie sich die neuen Feindbilder etablieren.

Lupo 09.09.2018 11:13

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 229522)
Es hätte eigentlich allen klar sein sollen, dass Plastiktüten und Kaffebecher allnfalls eine symbolische Bedeutung haben und nicht den Kern des Problems darstellen.

Wer bitte glaubt/glaubte denn, dass die den Kern des Problems darstellen?

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 229522)
Mit drastischen Massnahmen dagegen kann man als Politiker Handlungsfähigkeit vortäuschen.

Hätte man tun können, ja.
Hat man aber nicht, oder wo siehst du da drastische Maßnahmen?

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 229522)
Und wie gewohnt arbeitet "die Wirtschaft" nicht an der Lösung des Kernproblems,

Ist das ihre Aufgabe?
Hat das irgendwer erwartet?

Venkman 09.09.2018 12:30

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 229522)
Zwei Hassgruppen im Visier: Autofahrer und Raucher.

Das Rauchen in vielerlei Hinsicht schädlich ist (nicht nur für den aktiven Part) dürfte hinlänglich bekannt sein. Das aber selbst die Zigarettenreste noch ein gewisses Gesundheitsrisiko darstellen kannst, du z.B. dieser Studie entnehmen. Ist leider schon etwas älter. (2014)

https://www.deutschlandfunk.de/umwel...icle_id=288055

Letzte Woche kam ein Beitrag darüber im TV, wo Studien mit Fischen einmal im verunreinigten nikotinbelasteten Wasser und einmal im nicht nikotinbelasteten Wasser beobachtet wurden. Den Fischen im nikotinverseuchten Wasser ging es innerhalb weniger Minuten schlecht bis hin zum Exitus...

Leider weiß ich den Sender nicht mehr und müßte erstmal "googeln" ob es dazu auch eine veröffentlichte Studie mit Meßwerten und Protokollen gibt.

Ich bin Nichtraucher, aber kein militanter. Trotzdem beunruhigen mich solche Studien, da Wasser das Wichtigste ist um Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen...

Lupo 09.09.2018 12:33

Zitat:

Zitat von Venkman (Beitrag 229525)
Das Rauchen in vielerlei schädlich ist (nicht nur für den aktiven Part) dürfte hinlänglich bekannt sein.

Ich glaube - genau weiß man es ja nicht, da er mehr damit beschäftigt ist, darzustellen, wie überlegen er allen ist, als sein Thema mal sachlich und differenziert aufzubereiten - dass er nicht abstreiten möchte, dass das ungesund ist, sondern dass man sich auf diese beiden Gruppen (Autofahrer, Raucher) eingeschossen hat und dabei andere genau so schlimme oder schlimmere übersieht

basti_79 09.09.2018 13:49

Zitat:

Zitat von Lupo (Beitrag 229523)
Zitat:

Und wie gewohnt arbeitet "die Wirtschaft" nicht an der Lösung des Kernproblems,
Ist das ihre Aufgabe?
Hat das irgendwer erwartet?

Äh, da Konsum "für die Müllhalde" und Umweltverschmutzung nicht nachhaltig sind (Kunststoff wird z.B. fast immer aus Erdöl hergestellt, das ja nur begrenzt verfügbar ist), hätte die "unsichtbare Hand des Marktes" im Laufe der Jahrzehnte da zumindest irgendwelche Korrekturen anbringen sollen. Man kann schon sagen, dass die politische Entscheidung, Kunststoffe nicht zu besteuern, eine wesentliche Rolle gespielt hat bei der resultierenden Umweltverschmutzung. Diese Entscheidung ist natürlich von "sachlichen Ökonomen" getroffen worden, die einst "demokratisch legitimiert" worden waren.

Übrigens ist der Grund für die "Kampagne" gegen das Rauchen nicht, dass die typischen Filter aus einer Art Glasfaser (!) sind und deswegen nicht verrotten. Es geht einzig darum, dass das Zeug krank macht.

Zitat:

Zitat von Lupo (Beitrag 229526)
Ich glaube - genau weiß man es ja nicht, da er mehr damit beschäftigt ist, darzustellen, wie überlegen er allen ist, als sein Thema mal sachlich und differenziert aufzubereiten - dass er nicht abstreiten möchte, dass das ungesund ist, sondern dass man sich auf diese beiden Gruppen (Autofahrer, Raucher) eingeschossen hat und dabei andere genau so schlimme oder schlimmere übersieht

:hoch:

Die erste Hälfte ist gut gedacht. Allerdings erscheint es mir gerade nicht so, als ob er z.B. auf die Menschenrechtsbrüche in Schulen und Jobcentern hinweisen möchte, oder auf den Mangel von Demokratie und Recht, unter dem wir alle zu leiden haben.

Lupo 09.09.2018 17:13

Zitat:

Zitat von basti_79 (Beitrag 229531)

Die erste Hälfte ist gut gedacht. Allerdings erscheint es mir gerade nicht so, als ob er z.B. auf die Menschenrechtsbrüche in Schulen und Jobcentern hinweisen möchte, oder auf den Mangel von Demokratie und Recht, unter dem wir alle zu leiden haben.


Gibt es denn wissenschaftliche Hinweise, dass Menschenrechtsbrüche in Schulen und Jobcentern zu mehr Plastikmüll führen?

Wenn nicht, warum hätte er dann in diesem Zusammenhang (Plastikmüll) darauf hinweisen sollen?

basti_79 09.09.2018 17:17

Zitat:

Zitat von Lupo (Beitrag 229542)
Gibt es denn wissenschaftliche Hinweise, dass Menschenrechtsbrüche in Schulen und Jobcentern zu mehr Plastikmüll führen?

Sicherlich entsteht durch die Aktivitäten der Lehrer in dieser Hinsicht auch mehr Plastikmüll. Eines der Probleme ist, dass man diese Frage nicht sicher beantworten kann, das es ja nicht möglich ist, die Nullhypothese zu überprüfen. Man könnte theoretisch eine Schule für ein Jahr schließen, und dann nachgucken, ob mehr oder weniger Plastikmüll entstanden ist. Das Experiment ist aber nicht durchführbar.

Zitat:

Wenn nicht, warum hätte er dann in diesem Zusammenhang (Plastikmüll) darauf hinweisen sollen?
Wenn man irgendein Thema als "ethisch motiviert" darstellen will, sollte man sich vergewissern, dass es nicht andere Themen gibt, die sich stärker ethisch motivieren lassen.

Ansonsten kann es sein, dass da jemand versucht zu "derailen". Oder zu trollen, oder so. Aber an sich stimme ich Dir zu: das Thema "Zwangsarbeit in Schule und Jobcentern" dürfte so gut wie überall Off-Topic sein. Damit ist es wohl das Beste, nur noch andere Themen zu diskutieren. Es braucht sich ja nichts ändern.

perfidulo 09.09.2018 17:27

Zitat:

Zitat von basti_79 (Beitrag 229531)
Man kann schon sagen, dass die politische Entscheidung, Kunststoffe nicht zu besteuern, eine wesentliche Rolle gespielt hat bei der resultierenden Umweltverschmutzung.

Auch wenn Du Sympathien für die "Grünen" in Abrede stellst, Du denkst ganz offensichtlich in deren Modellen.
Eine Kniff, auf den die Grünen vor einigen Jahrzehnten verfallen sind, ist die Erhöhung von Kosten für vorgeblich umweltschädliches Verhalten. Seitdem wird über allerlei Steuern diskutiert, als ob das die Lösung wäre. Das spült nur Geld in die Staatskasse.
Der Lenkungseffekt ist gering. Aber was kümmern uns Fakten, wenn wir eine so schöne Ideologie verbreiten können.
Wenn man Erdöl im Verkehrs- oder Energiesektor einspart, reicht das Öl für Kunststoffe noch ewig. Die schiere Menge ist nicht das Problem, sondern die nicht geschlossenen Stoffströme.

Auf Druck der FDP wurde dafür ein ebenso untaugliches Instrument geschaffen, das Duale System, das (da freuen sich alle Grünen) wieder mit einer monetären Strafzahlung arbeitet.
Die weltweiten Erfahrungen mit anderen Modellen werden in Deutschland schlicht ignoriert. In der SPD-Ministerin (angeblich für Umwelt zuständig) hat das "Duale System" eine Fürsprecherin gefunden. Sie kuriert wie gewohnt an Symptomen (Trittbrettfahrer), statt den Irrsinn zu erkennen und abzustellen.
Auf die Idee, Anreize für erwünschtes Verhalten zu schaffen, kommen deutsche Umweltpolitiker nicht.
Als es um die Vorbereitung für Olympia seinerzeit ging, worden nicht die schlaffen Dicken bestraft, sondern Anreize für richtiges Verhalten geschaffen (Trimm Dich). Manchmal geht es anscheinend. Aber das ist jetzt lange her.

Lupo 09.09.2018 17:31

Zitat:

Zitat von basti_79 (Beitrag 229544)
Aber an sich stimme ich Dir zu: das Thema "Zwangsarbeit in Schule und Jobcentern" dürfte so gut wie überall Off-Topic sein.

Schön, dass wir da einer Meinung sind.


Zitat:

Zitat von basti_79 (Beitrag 229544)
Damit ist es wohl das Beste, nur noch andere Themen zu diskutieren. Es braucht sich ja nichts ändern.

Du/man kann ja auch gerne die angeblichen und tatsächlichen Menschenrechtsverletzungen diskutieren - aber eben in den nämlichen Threads

basti_79 10.09.2018 00:48

Zitat:

Zitat von perfidulo (Beitrag 229545)
Auch wenn Du Sympathien für die "Grünen" in Abrede stellst, Du denkst ganz offensichtlich in deren Modellen.

Die da wären?

Zitat:

Eine Kniff, auf den die Grünen vor einigen Jahrzehnten verfallen sind, ist die Erhöhung von Kosten für vorgeblich umweltschädliches Verhalten. Seitdem wird über allerlei Steuern diskutiert, als ob das die Lösung wäre. Das spült nur Geld in die Staatskasse.
Du meinst ernsthaft, Dinge wie "Dieselfahrverbote" (oder, auf der anderen Seite, die bessere Besteuerung von Diesel), "Umweltplaketten" oder auch die "Einspeisevergütung" hätten keinerlei Effekt?

Woher dann der Widerstand gegen solche Dinge?

Zitat:

Der Lenkungseffekt ist gering. Aber was kümmern uns Fakten, wenn wir eine so schöne Ideologie verbreiten können.
Sollte der Staat denn in diesem Sinne "lenken" oder sogar "steuern" können? Sollte er, falls? Und nach welchen Maßstäben?

Geht es dann nach ökologischen, wonach die Steuern so hoch steigen müssten, dass umweltschädliches Verhalten tatsächlich abnimmt, oder geht es nach ökonomischen, nach denen man sich solche "Experimente" sparen kann, weil ja ohnehin schon in Stein gemeißelt ist, was passieren muss, damit der Profit maximiert wird?

Zitat:

Wenn man Erdöl im Verkehrs- oder Energiesektor einspart, reicht das Öl für Kunststoffe noch ewig. Die schiere Menge ist nicht das Problem, sondern die nicht geschlossenen Stoffströme.
Es wird immer irgendwo ein kleiner Rest bleiben, den man für immer höhere Preise wird fördern können.

Zitat:

Auf Druck der FDP wurde dafür ein ebenso untaugliches Instrument geschaffen, das Duale System, das (da freuen sich alle Grünen) wieder mit einer monetären Strafzahlung arbeitet.
Watt?

Zitat:

Die weltweiten Erfahrungen mit anderen Modellen werden in Deutschland schlicht ignoriert.
Erklär' uns das doch mal. Welche Wirkungen hatten diese "weltweiten Erfahrungen" auf "Mikroplastik von Autos und Rauchern"?


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