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Kryptographie & Computersicherheit Verschlüsselung und Untersuchung verschlüsselter Texte, Computerviren und Malware, Sicherheitslücken, Datenschutz, Verkehrsüberwachung, Mautbrücken, Kameras (CCTV etc.), RFID

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Alt 07.06.2008, 15:11   #1
Lukas the brain
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Standard RFID Chips in Banknoten

Banknoten
Bereits im Jahr 2003 wurde bekannt, dass die Europäische Zentralbank mit dem japanischen Elektronikkonzern Hitachi über eine Integration von RFID-Transpondern in Euro-Banknoten verhandle.[7] Auf dem sogenannten μ-Chip (0,4 mm × 0,4 mm) ist eine eindeutige 38-stellige Zahlenfolge (128 Bit) gespeichert.[8] Mit einem solchen RFID-Chip gekennzeichnete Banknoten sollen besser gegen Geldfälscherei geschützt sein. Vorstellbar wäre aber auch eine lückenlose Dokumentation des Umlaufs. Aufgrund der mit der Implementierung verbundenen Kosten sowie datenschutzrechtlicher Probleme ist die Einführung bislang nicht vorgesehen.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/RFID


Was meint ihr dazu?

Für die Geldhäuser sicher nicht schlecht, aber ein weitere großer Schritt in Richtung gläsener Bürger. Da kann man die Datensammlung auch nicht verhindern, auch wenn man Payback nicht benutzt.

Hier ist noch ein Artiker, der besagt, dass es bereits so weit ist:

http://www.prisonplanet.com/022904rfidtagsexplode.html
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Alt 07.06.2008, 21:00   #2
basti_79
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Banknoten sind ohnehin eindeutig und automatisch lesbar gekennzeichnet, auf jeder ist eine Nummernfolge abgedruckt.

Das Problem mit solchen Kennzeichnungen entsteht erst, wenn diese Nummern quasi lückenlos (also bei einem nennenswerten Bruchteil der Transaktionen) abgelesen werden, dann werden daraus nämlich personenbezogene Daten.

Ein weiteres Problem ist auch, dass derartige Maßnahmen nicht nur trotz Widerspruchs gegen bestehendes Recht routinemäßig erlaubt werden, sondern auch mit einem "Heil Schäuble" von höchster Stelle angeordnet.

Neueste Erfahrung: die Post will anscheinend manchmal bei der Abholung von Paketen den Ausweis sehen, und nimmt dann die Nummer in eine Datenbank auf. Der "Bundesbeauftragte für den Datenschutz" formuliert das so:

http://www.bfdi.bund.de/cln_027/nn_5...weisdaten.html

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Und: Bitte nicht so viel mit RFID Hypen, die "Drahtlosigkeit" ist im realen Einsatz eher virtuell. Ablesegeräte müssen sehr nah an den Chip gebracht werden, die Chips können mit simpelsten Möglichkeiten zerstört werden, ob und wie das funktionieren würde, wenn man 5 Geldscheine gestapelt und gefaltet in der Brieftasche hat, ist unklar usw. usf. RFID's sind komplizierte, unwirtschaftliche, anfällige Barcodes, sonst nichts.
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Alt 08.06.2008, 01:03   #3
Llewellian
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Basti, das ist keine "Neue" Erfahrung, sondern das ganze nennt sich "Zustellung eigenhändig" und "Altersverifikationszustellung". In beiden Fällen darf die Post nur nach Vorlage des Ausweises das Paket ausliefern.

Ohne diesen Service könnte kaum ein Shop in der EU einem deutschen Kunden etwas verkaufen, das FSK 18 ist.

Und die Unterschrift bei normalen Paketen, bezüglich der Nachverfolgbarkeit - tja, diesen Service nutzen wir in unserer Firma auch. Ist wichtig für den Versicherungsfall bei verlorengegangenen Paketen. Ab der geleisten Unterschrift ist es sowohl dem Händler als auch der Post scheissegal was mit dem Paket geschieht - zahlen muss immer derjenige der Unterschrieben hat (deshalb der gute Rat: NIMM NIEMALS WAS FÜR DEINEN NACHBARN AN!!!! NIE, NIE UND NIMMER. Denn wenn das z.B ein Ebay Betrügerpaket ist und nix drin war oder auch Quelle mal geschlampt hat oder ein Postbeamter das Paket vorher geleert hat, musst DU zahlen...).

Mit der lückenlosen Nachverfolgung und den Daten von der Post kann man als Händler für jedes nicht zugestellte Paket die Versicherung der Post belangen, im vollem Umfang des Produktpreises. Und das ist ziemlich wichtig, denn aus eigener Erfahrung - es gibt Orte in Deutschland, wenn man da was hinschickt, kommt bis zu 20% nicht an. Bei einigen hunderttausend Paketen... läppert sich das und ist der Unterschied zwischen Pleite und Erfolg.

Ausserdem - die Post erfährt nie, was in dem Paket ist, wenn es nicht auf dem Dienstweg beschädigt ist oder durch den Zoll muss. Sie haben vielleicht die Daten, wann etwas zugestellt wurde, aber nicht was. Die Sachen hat der Händler.



Und zu RFID in Geldscheinen... jo na und? Subba, der Aldi weiss, das für X Artikel mit einem Hunderter bezahlt wurde. Solange ich bei Aldi aber nicht den Perso vorlegen muss beim Zahlen (oder so doof bin und irgendwo mit Geldkarte oder EC Karte zahl), kann Aldi das nicht mit meinem Namen verbinden. Oder der Datensammler... ausser, eine Bank würde speichern, das der Hunni mal ursprünglich an mich ausgezahlt wurde. Diese Daten sind aber wertlos und lückenhaft, weil jede Bedienung in jeder Kneipe in ihrer Geldbörse einen RFID Leser haben müsste, wenn sie mir den als Wechselgeld rausgibt...

Es sind viel zuviele Geldscheine im Umlauf, als das man mit diesen Daten je was anfangen könnte. Derzeit 592 MILLIARDEN EUR in gedruckten Banknoten weltweit.
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Alt 08.06.2008, 01:29   #4
basti_79
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Erstens war das Paket nicht Altersverifiziert.

Zweitens ist es, außer für irgendwelche Juristenärsche, die in ihrem Leben nix gelernt haben außer, nicht in den Hof zu kacken, und die mir in diesem Fall dann auch nichts anderes bieten könnten als offene Geldbeutel, völlig egal, ob ein potentieller Dieb (wieviele Sendungen/Sendungsinhalte sind dir schon abhanden gekommen? Mir ist das sage und schreibe noch nie passiert.) die Ausweisnummer abgibt oder nicht.

Drittens sind es außerordentlich intime Daten, wer meine Pakete abholt, insbesondere, wenn es nicht ich selber bin. Im Zweifelsfall sind das halt die Adressen, wo Leute wegen "Verdacht auf Gründung einer Terroristischen Vereinigung", "Blutschande", "Ketzerischem Ein- und Ausatmen" oder ähnlicher Fantasiedelikte verhaftet werden, wenn ich gerade nicht zuhause, aber gemeint bin. Oder auch, wenn ich zuhause bin und gemeint. Und Sorry, nach allem was es schon gegeben hat, möchte ich ehrlichgesagt insbesondere meine engen Freunde vor dem Auftauchen in diesen Datenbanken bewahren.

Viertens finanziere ich lieber einen ehrlichen Dieb als einen Scheißkonzern, der nichts besseres zu tun hat, als meine Daten zu sammeln und der deutlich höhere Gewinnspannen hat (grob gepeilt 90%) als ich Verlust durch Diebe und andere Böswilligkeiten (bisher: 0%).

Fünftens halte ich es für eine unglaubliche, dreiste Frechheit des "Datenschutzbeauftragten", völlig erkenntnisfrei und offenbar auch -resistent daherzuschwadronieren, was er davon denkt, was die Post mit diesen Daten macht. Zudem jeder Beleg fehlt, dass diese Daten tatsächlich nicht Mißbraucht werden. Und, tut mir Leid, beim Datenschutz geh ich inzwischen davon aus, dass der Mißbrauch stattfindet, und ich denke, ich habe auch jedes Recht der Welt dazu. Der Mensch hat die Leute zu suchen, die seine sicher gutgemeinten Vorschläge umgehen, und ihnen dann die Eier abzureißen.

Sechtens halte ich es im Hinblick auf die Geschichte für absurd, derartige Vorbereitungen für einen Polizei- und Willkürstaat nicht auf "opt-in"-Basis durchzuführen (wenn jemand sich um seine ach so wertvollen Pakete sorgt, darf er diesen Service gern beantragen), und, noch schlimmer: unkommentiert hinzunehmen. Und, tut mir leid, ich halte "opt-in" bei dummen Datensammlungen für unbedingt nötig, d.h. die Lösung, wie sie jetzt ist, für mich absolut nicht hinnehmbar.

edit: flüchtigkeitsfehler

außerdem: Postsendungen mit eingebauter Abliefergarantie nennt man "Einschreiben".
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Alt 08.06.2008, 01:52   #5
da kami
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Zitat:
Zitat von Lukas the brain Beitrag anzeigen
Vorstellbar wäre aber auch eine lückenlose Dokumentation des Umlaufs.
Das geht viel einfacher ohne RFID-Chips. Indem du Bargeld im wesentlichen aus dem Alltagsleben entfernst. Telefon- und Geldkarte und dergleichen sind schon Tests in dieser Richtung, irgendwann kriegt Normalmensch einfach keine Scheinchen mehr in die Hand, oder erstmal nur noch unter erheblichen Kosten. Zb 5,- Gelt Abhebegebühren.
Wenn die staatsnahen Monopolisten erstmal anfangen keinerlei Bargeld mehr anzunehmen gehts los.
Bei Wertpapieren ist das jetzt schon so, kaum ein Zeitgenosse hatte jemals ein echtes Inhaberwertpapier in der Hand oder auch nur je gesehen, obwohl doch alle "an der Börse sind", Aktien und vor allem Fondsanteile haben oder anderweitig "fondsbasiert" investiert sind, für die Altersvorsorge und so. Daher ist der Wertpapierbesitz hierzulande jetzt schon absolut gläsern.
Die paar Opas mit nem Ordner voller BASF-Aktien im Schrank kannst vergessen. Sterben auch aus. Sammelverwahrung ist doch eh viel praktischer.

Zitat:
16Und es macht, daß die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, 17 daß niemand kaufen oder verkaufen kann, er habe denn das Malzeichen, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens.
Nur Bares ist Wahres.
In Gold We Trust.

http://wissen.spiegel.de/wissen/doku...39&top=SPIEGEL
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Geändert von da kami (08.06.2008 um 02:45 Uhr).
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Alt 08.06.2008, 03:46   #6
Llewellian
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Basti, mach mal deinen Posteingang leer. Man kann dir garkeine PMs mehr schicken.
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Alt 08.06.2008, 10:46   #7
basti_79
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Öhm ups. Geschehen.
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Alt 10.06.2008, 18:07   #8
lars willen
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ich vermute das erstmal das kommt
http://de.wikipedia.org/wiki/Kunststoffgeldschein

eigentlich ganz witzig ,die Bulgaren haben ein guckfenster offengelassen
Zitat:
Fenster-Geld
Die bulgarische Nationalbank hat eine 20-Lewa-Gedenknote mit einem fingernagelgroßen Fenster
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/01/Falschgeld.xml

ich vermute das mit den RFID chip hat noch etwas zeit

weil die RFID chips ja auch nicht fälschungssicher sind, und wer weiss ob das alles so funzt.ich habe einen um mein schliessfach abzuschliessen.in einer plastikkarte integriet. so toll ist der nicht,und wer weiss,bei langzeit,wärme oder kälte ob er da nicht schlapp macht
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Alt 13.11.2008, 19:45   #9
Raish
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
wie das funktionieren würde, wenn man 5 Geldscheine gestapelt und gefaltet in der Brieftasche hat, ist unklar usw. usf.
Das stimmt so leider nicht, auch wenn du 1000 Geldscheine verknittert in deiner Tasche hast können die alle innerhalb einer Sekunde identifiziert werden. (Abhängig von der verwendeten Technologie etwas langsamer oder schneller aber in der GRößenordnung)

Dadurch wird möglich was mit Strichcodes eben nicht geht - alle benutzten Geldscheine regelmäßig zu identifizieren.
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Alt 13.11.2008, 22:24   #10
basti_79
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Hat das schonmal jemand ausprobiert? Quelle?
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