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Diverses Alles rund um Grenzwissenschaften, was nirgendwo anders so recht rein passt....

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Alt 04.11.2007, 21:40   #1
Zwirni
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 20.04.2002
Beiträge: 3.540
Standard Die Wiege der Menschheit

Derzeit nimmt man noch allgemein an, dass die Wiege der menschlichen Zivilisation in Mesopotamien liegt. Seit Jahren verdichten sich jedoch die Hinweise, dass dies gar nicht so eindeutig ist.

Andrew Lawler veröffentlichte dieser Tage in Atlantis Rising einen Artikel in dem er die neuesten Funde scheinbar frühzeitlicher Bebauung zu einer Gesamttheorie vereint: die Wiege der Menschheit liegt an vielen Orten, nicht nur an einem.

Hinweise die darauf hindeuten:
- die heute unterseeische Stadt Dwarka in Indien
- die Harrapan-Zivilisation in Indien
- die ebenfalls unter der Wasseroberfläche liegenden Ruinen vor den Bahamas-Inseln
und viele weiteren Funde die auf ein Alter von mehr als nur 5000 Jahren hinweisen.

Ich denke an solche Möglichkeiten schon seit langem, würde es doch beweisen, dass der Mensch in seiner heutigen Form schon länger sesshaft ist und Zivilisationen erschuf.
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Alt 04.11.2007, 22:16   #2
Frank D
Foren-As
 
Registriert seit: 03.11.2007
Beiträge: 890
Standard

Hm, das hört sich nicht nach einer "heutigen" These an, denn seit mindestens 20 Jahren weiß man, daß Jericho und etliche Orte in der Türkei erheblich weiter zurückreichen als die ältesten nachgewiesenen Dauersiedlungen in Mesopotamien.
Seit rund 10 Jahren weiß man auch, daß erste dauerbewohnte Steinbauten in der Siwa-Oase in Ägypten mindestens 2000 Jahre älter sind als erste mesopotamische Siedlungen.

Hört sich eher nach "alten News" an...
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Alt 04.11.2007, 22:56   #3
Zwirni
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 20.04.2002
Beiträge: 3.540
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Jop, ich weiß was du meinst. Wieso lernt man in der Schule dann immer noch das "Alte"

Weiterer Punkt: Göbekli Tepe, ca 11.500 Jahre alt.
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Alt 05.11.2007, 07:41   #4
Tarlanc
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Zitat:
Original von Zwirni
Jop, ich weiß was du meinst. Wieso lernt man in der Schule dann immer noch das "Alte"
Weil das "neue" unbelegte Spekulationen von UFOlogen sind. Oder auch weil für das "neue" keine Belege zu finden sind.

Die Wiege der Menschheit liegt übrigens nicht in Mesopotamien, sondern in Afrika. In Mesopotamien liegt nur die erste Hochkultur von Europa und Kleinasien. Zur Zeit der ersten Städte in Mesopotamien gab es aber schon Menschen auf dem ganzen Eurasischen und Afrikanischen Kontinent.
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Alt 05.11.2007, 10:21   #5
da kami
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Das "Neue" lässt sich auch, soweit belegbar, schlecht in "innovative Lernkonzepte" einpassen, es lassen sich keine Videospots dazu drehen, man kann schlecht KlassenTalkShows draus machen....und da geht nun mal der Trend hin, seit viele Kinder nicht mehr lesen und schreiben können.
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Alt 05.11.2007, 10:27   #6
Llewellian
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Ich glaube, hier werden wie immer mal wieder zwei Sachen ganz kräftig durcheinandergeschmissen:

Die originäre "Wiege der Menschheit" in Afrika, also dort, wo man bisher am besten nachweisen kann, das sich der Mensch zum "Homo" entwickelte...

Und die "kulturelle" Wiege der Menschheit, da, wo sich die ersten "Sesshaften" Kulturen entwickelten und der Mensch den Schritt vom Jäger und Sammler hin zur Ackerkultur und den daraus folgenden Dorfbildungen bis hin zur ersten Hochkultur tat.

Beides wird oft als "Wiege" verstanden, beides liegt jeweils an unterschiedlichen Plätzen, meint aber etwas völlig anderes. Das eine die Kulturwiege, das andere die "Entwicklungswiege"....
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Alt 05.11.2007, 12:39   #7
Frank D
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Beiträge: 890
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@Tarlanc:
Er schrieb von "Wiege der Zivilisation" und nicht "Menschheit". Und die wurde lange in der Tat in Mesopotamien gesehen.

/edit: Stimmt, im Thread-Titel schreibt er "Menschheit" edit/

Daß dies nicht stimmt, ist seit gut 20 Jahren sauber BELEGT, und zwar von Archäo- und nicht von UFOlogen (siehe z.B. D. Wengrow; The Archaeology of Ancient Egypt; Social transformation in North-East Africa 1000 to 2650 BC. - der geht vergleichend auch auf die anderen Kulturen im kleinasiatischen Raum ein)

Und wie ich in meinem Posting bereits geschrieben habe, gab es, inzwischen belegt, lange vor Mesopotamie Städte, z.B. in der Türkei und in Jericho. Selbst in der Schriftentwicklung steht Mesopotamien z.Zt. nur auf Platz 2, da man vor ein paar Jahren in Ägypten Tonplättchen gefunden hat die eindeutig in Lautschrift verfaßt sind und die ein paar 100 Jahre älter sind als das älteste mesopotamische Schriftzeugnis.

Das scheint es noch nicht in aktuelle Schulbücher geschafft zu haben.

Worin Mesopotamien zusammen mit der Südtürkei und der Levante führend ist, ist der organisierte Anbau von Getreide. Aber auch da kann Mesopotamien keinen Führungsanspruch für sich verbuchen, weil dies anscheinend zeigleich in den drei Regionen aufkam und sich von dort aus langsam ausbreitete.
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Alt 05.11.2007, 16:03   #8
Llewellian
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Ich würde eigentlich garnicht darum streiten. Denn auf den ganzen Zeitraum gesehen sind +/- 100 bis 200 Jahre garnix. Das hat wohl eher mit lokalem Patriotismus zu tun, das versch. Forscher unter anderem in ihren eigenen Ländern da altersführend sein wollen.

Ich würde es eher zusammenfassen, das der gesamte Nahe Osten beginnend von den ägyptischen Niltälern bis in die Gebirgsausläufer der Türkei (und alles einschliessend dazwischen bis an die Grenze des heutigen Indien samt Industal "ein Gebiet waren.

So gross ist das nämlich garnicht, nur ein paar tausend x tausend Kilometer. Nicht gerade viel für noch nomadisch lebende Leute....
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.11.2007, 16:26   #9
Frank D
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Registriert seit: 03.11.2007
Beiträge: 890
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Nee, ganz so ist es nicht. Die Nomaden zogen nicht planlos herum (und vermischten sich) sondern hatten ganzjährige Kreisrouten, ähnlich wie die Tiere in der Serengeti. Es fand dadurch praktisch keine Berührung oder Austausch statt. Grund war die Viehwirtschaft, man zog von bekannten zu bekannten Weidegründen.

Entlang der Wanderwege wurden dann erste Siedlungen an besonders ergiebigen Weidegründen angelegt, die jedes Jahr nur für ein paar Wochen oder Monate besiedelt waren, diese wurden später fortifiziert und bekamen Wächter, die dort dauerhaft ansässig waren, und das waren dann die Stadtkeime.

Kulturaustausch fand über Händler statt, die wohl einen besonderen Wandertrieb hatten und sich wohl den Regeln eines Stammes nicht unterwerfen wollten. Da die aber in keiner Kultur verankert waren, gab es überwiegend Güter- und keinen Kulturaustausche.

Die dauernde Seßhaftigkeit entsteht übrigens sowohl in Mesopotamien wie in Ägypten zeitgleich mit einer ganz speziellen Erfindung - dem BIER!!!!! Über die Gründe darf man streiten
Frank D ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.11.2007, 22:25   #10
lars willen
Gast
 
Beiträge: n/a
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das ganze muss man sogar noch mehr eingrenzen denn 10.000 vor Jesus war die letzte (kleine) Eiszeit,und dort wo ich jetzt sitze,am Breitengrad: 53.14. Längengrad: 8.22, befand sich ein 15m dicker Gletscher der von Holland nach Polen reichte und kurz hinter münschen zu ende war
eine wiege der menschheit kann wohl nur spuren +-35°Breitengrad hinterlassen haben

ebenfalls lag die Meereshöhe wohl minus-60 meter zu heute(bei der grossen Eiszeit vor 80 tausend jahren wohl -200 bis -300 meter zu heute(ansonsten wären neuseeland und australien unbelebt)

das heisst doch das eine "wiege der zivillisation" möglicherweise an der küste ausgelöscht wurde
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