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Religion Von Animismus bis Zen...

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Alt 17.02.2007, 19:32   #1
basti_79
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Standard Wissenschaft vs. Religion

http://www.wellingtongrey.net/miscel...vs%20faith.png

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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
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Alt 17.02.2007, 22:56   #2
Moredread
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*grunz*

Klasse, echt spitzenklasse!
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Alt 18.02.2007, 00:05   #3
Tylion
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Ist ja niedlich....
Hat leider mit der Realität nicht so viel zu tun, beides...
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Alt 18.02.2007, 12:30   #4
perfidulo
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Tageszeitung junge Welt
10.02.2007 / Wochenendbeilage / Seite 7 (Beilage)

Über Religionskritik
Von Reinhard Jellen


»Der religiöse Widerschein der wirklichen Welt kann überhaupt nur verschwinden, sobald die Verhältnisse des praktischen Werktaglebens den Menschen tagtäglich durchsichtig vernünftige Beziehungen zueinander und zur Natur darstellen. Die Gestalt des gesellschaftlichen Lebensprozesses, d.h. des materiellen Produktionsprozesses, streift nur ihren mystischen Nebelschleier ab, sobald sie als Produkt frei vergesellschafteter Menschen unter deren bewußter planmäßiger Kontrolle steht.« (Karl Marx)

Ludwig Feuerbach glaubt, die Chiffre für die Tragödie der Menschheit in der Religion gefunden zu haben: Gott tritt an die Stelle des Gattungswesens Mensch. Das Gattungswesen ist nach Feuerbach die Trinität aus Vernunft, Wille und Herz, welche die Menschheit im Menschen ausmachen, die positiven Eigenschaften des Menschen, die sich niemals in einem Individuum ganz manifestieren, sondern sich nur in der gesamten Menschheit ergänzen. Der Mensch hat noch keinen Zugang zu sich selbst gefunden. Deshalb flüchtet er sich in die Religion, wo er in Gott ein Abbild seiner Gattung, konzentriert in ein Individuum, erblickt. Deswegen fordert Feuerbach eine Abkehr von der Theologie und setzt dagegen eine materialistische, auf den Menschen gerichtete Sicht der Dinge.

Hier bleibt Feuerbach stehen: Er meint ganz im Sinne der Aufklärung, daß mit der Zerstörung der religiösen Illusion und der Besinnung des Menschen auf seine göttlichen Eigenschaften, die in Wahrheit seine eigenen sind, die soziale und politische Arbeit getan sei, um die Entfremdung des Menschen von seinem Gattungswesen aufzuheben. Dabei ginge jetzt die Scheiße doch erst los!

Das Erbe der Religion, wie gerade die Feuerbachsche Religionskritik zeigen will, ist der Humanismus. Doch Feuerbach hat überhaupt keinen Baller, daß dieser Humanismus erst noch praktisch erstritten werden muß. Nicht nur daß Feuerbach einen statischen Begriff von der Gattung besitzt, der innerhalb der Koordinaten der bürgerlichen Gesellschaft verharrt und dementsprechend den herrschenden gesellschaftlichen Zustand als Boden für seine Philosophie begreift, aus dem ohne weiteres sein homo homini deus entwachsen kann, er entwickelt eben auch nicht die Grundlagen zu einer gesellschaftlichen Praxis, die sich auf die Fahne geschrieben hat, die Umstände menschlich zu bilden, damit humane Umstände den humanen Menschen prägen.

Übersehen hat Feuerbach, daß, solange der Mensch sich den undurchschauten Gesetzen des Marktes unterwirft, sich dem Fatum ausgeliefert glaubt, weil sich nun mal die Laune des Wirtschaftsgeschehens einmal auf jene, einmal diese Seite schlägt, jenen belohnt, diesen ruiniert, solange Börsenkräche als naturgegeben und für unabänderlich gehalten werden, der negative, irrationale Teilaspekt im Denken und Trachten des Menschen überwiegen wird.

Wir Katholiken sind da bereits einen Schritt weiter: Wir wissen nämlich, daß es sich beim Katholizismus nur um eine gesteigerte Form von Atheismus handeln kann. Überdies bin ich selber als Katholik nicht unreligiös, nur glaube ich ausschließlich an höhere Wesen, die man knutschen kann: Ich bin Menschen, welche sich durch meine persönliche Präsenz auf ihren Matratzenlagern nicht stören lassen, stets auf das Wohlwollendste zu Dank verpflichtet.
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Alt 18.02.2007, 12:41   #5
basti_79
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Schöner Artikel, ja
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Alt 18.02.2007, 14:29   #6
Lawrence P. W.
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Zu dem Bilde - wer die Welt so einfach braucht...
Es geht doch nichts über Klischees.

Und Feuerbach - er war Pastorensohn und mit den Projektionen auf Gott seiner Zeit vertraut.
Diese Projektionen hat er hinterfragt, den Glauben an Gott selbst nicht!
Und ich danke, die Glaubensbereitschaft und Möglichkeit des Menschen hat er damit erweitert und Grenzen überschritten.

Seine Erkenntnis, der Mensch projiziert seine Erwartungen von Gott auf Gott, wie auf eine Leinwand und in dem Bemühen sich selbst zu projizieren, geht das Evangelium und die Erfahrung Gott - als der / das ganz andere verloren und wird als feindlich eingestuft.
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Letztendlich muss jeder Atheist dran glauben
Der Glaube ist eine Realität von den Dingen, die wir hoffen.
"Gott ist tot" Nietzsche ............................................ "Nietzsche ist tot" Gott
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Alt 18.02.2007, 19:10   #7
Elisabeth
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Religionskritik: Feuerbach ist besonders als Religionskritiker von Bedeutung. Er erklärte die Religion daraus, dass der Mensch ein Wesen mit Wünschen sei. "Was er selbst nicht ist, aber zu sein wünscht, das stellt er sich in seinen Göttern als seiend vor;" Phantasie und Gefühl reichten allein nicht. Hätte der Mensch keine Wünsche, hätte er keine Götter. [ ! ] [Wünsche sind bewusst gewordene Bedürfnisse. Und ohne Bedürfnisse wäre der Mensch überhaupt nicht existent.]

http://www.philolex.de/feuerbac.htm
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Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe.
Jonathan Swift
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Alt 11.03.2007, 21:57   #8
newflemmli
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Wissenschaft un Religion:

Antwort kompakt:
Nieder mit den Kreationisten, lang lebe Darwin (Rest in Peace)
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Alt 12.03.2007, 01:48   #9
harry
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Beiträge: 1.162
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Hehe ja, bissi vereinfacht, aber vom Prinzip her richtig
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Alt 12.03.2007, 10:41   #10
Elisabeth
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Beiträge: 659
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Zitat:
Nieder mit den Kreationisten, lang lebe Darwin (Rest in Peace


Keine Wissenschaft ist in der Lage, die Existenz Gottes schlüssig zu beweisen oder zu widerlegen. Naturwissenschaft und Religion widersprechen einander nicht, sind aber auch nicht in der Lage, einander zu bestätigen. Darwin hatte trotz seiner agnostischen Gesinnung niemals versucht, einen Schöpfergott zu widerlegen. Das Fundament seines Lebenswerkes war einzig die wissenschaftliche Redlichkeit.

B6pfergott+zu+widerlegen.+Das+Fundament+seines+Leb enswerkes+war+einzig+die+wissenschaftliche+Redlich keit.+%22&btnG=Google-Suche&meta=
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