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Alt 07.02.2007, 21:54   #1
basti_79
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Standard Dichloracetat gegen Krebs?

Krebs ist ja eine der Horrorerkrankungen schlechthin. In Industrieländern leben wir inzwischen so lange, dass ein großer Teil der Bevölkerung von Krebserkrankungen dahingerafft wird. Was in der Regel äußerst Unangenehm ist.

Ein Medikament namens "Dichloracetat" (DCA), das seit einiger Zeit benutzt wird, um einige wenige, sehr seltene, Stoffwechselerkrankungen zu behandeln, scheint die Eigenschaft zu haben, Krebszellen in großen Mengen dahinzuraffen.

Warum das Funkitioniert, ist nur schemenhaft bekannt. Anscheinend liegt es daran, dass bösartige Krebszellen oft Energie fast nur mittels Glykolyse gewinnen, was bei Säugetieren eine Art "Notfallmodus" der Zellen ist, bei dem kein Sauerstoff verbraucht wird, um Energie zu gewinnen (der Sauerstoff ist ja ab und zu knapp). DCA greift nun in diesen Stoffwechselprozeß ein und stört ihn, so dass die Zellen zurückgreifen müssen auf Sauerstoffpflichtige Energiegewinnung. Diese kann nur in den Mitochondrien stattfinden, und komischerweise sind die Mitochondrien auch ein wesentlicher Bestandteil des Apoptose-Programms.

Apoptose nennt man den Zellselbstmord, der bei Krebszellen klassischweise ausfällt. Man vermutet, weil in einem Krebs soviel Sauerstoff gebraucht wird, dass die Mitochondrien nicht menhr arbeiten können und dann ihre Arbeit komplett einstellen - Inklusive des im Falle eines Krebs wichtigen Apoptoseprogramms.

Wenn jetzt DCA wieder die Mitochondrien aktiviert, "erkennen" die, dass irgendwas ganz gewaltig aus dem Ruder läuft, und lösen die Apoptose aus.

Bislang funktioniert das ganze nur im Modellversuch, man ist jedoch vorsichtig Optimistisch, dass es schließlich auch am Lebenden Menschen funktionieren würde.

Die Universität von Alberta forscht im Moment an diesem Medikament. DCA ist noch nirgendwo für die Behandlung von Krebs zugelassen. Es gibt jedoch in .de die Regel, dass bei Todkranken jede Behandlung möglich ist, die der Arzt absegnet.

Ein schönes Detail an der ganzen Sache ist, dass DCA eine völlig banale Allerweltschemikalie ist, die bei Bedarf zu Spottpreisen in riesigen Mengen hergestellt werden könnte. Und Patentieren kann mans auch nicht.

Noch ein schönes Detail ist dass das Ganze den "Krebs als Weg" faslern ein bißchen den Wind aus den Segeln nimmt...

Website über das Thema der Universität von Alberta
Artikel aus dem New Scientist
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Alt 08.02.2007, 01:20   #2
harry
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Na da bin ich mal gespannt. So ganz vorstellen kann ichs mir noch nicht, weil die Glykolyse ja ein durchaus zentraler Teil des Stoffwechsels ist. Bin ich gespannt ob man den körperweit wirklich so einfach ausknipsen kann
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Alt 08.02.2007, 10:41   #3
basti_79
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Also bei den Leuten (und den Ratten), die das Zeug nehmen, hatte es keine besonders schweren Nebenwirkungen. Man überlebt das durchaus, und vermutlich besser, als man Krebs überlebt
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Alt 08.02.2007, 12:36   #4
Tarlanc
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Oh je, schon wieder ein neues Wundermittel.

Die Methode scheint mir auch sehr seltsam, da Glykolyse auch für die Sauerstoffabhängige Energiegewinnung gebraucht wird. Nicht nur für die Sauerstoffunabhängige. Aber es kommt wohl auch hier auf die Dosis an.

Schaumer mal, was PubMed dazu sagt
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Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
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Alt 08.02.2007, 19:49   #5
basti_79
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Wie's aussieht, ist das ganze etwas komplizierter.
Zitat:
Es sorgt dafür, dass das beim Zuckerabbau im Zytoplasma frei werdende Pyruvat nicht zur Milchsäure weiteroxidiert wird, sondern in die Mitochondrien gelangt.
Aber ja, da muß man noch abwarten...

Ergänzung: Die Englische Wikipedia weiß mehr über DCA
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Alt 08.02.2007, 23:45   #6
Tylion
Foren-As
 
Registriert seit: 21.02.2004
Beiträge: 546
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Jau, klingt nach einen tollen Mittelchen...
Wie ein Blick in die R(35-50)- und S(2-26-45-61)-Sätze zeigt, ist von " Sehr giftig für Wasserorganismen", über "Reizt die Augen" bis zu "Kann Krebs erzeugen beim Einatmen" und "Kann vererbbare Schäden verursachen" alles dabei.
Solche Verbindungen sind immer carzinogen, ich hab da noch keine Ausnahme gesehen...

Da doch lieber kolloidales Silber, das fällt nur div. schwefelhaltige Protine und macht eine lustige blaue Hautfarbe...
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Alt 08.02.2007, 23:54   #7
Todes-Trader
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.03.2005
Beiträge: 203
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man sollte immer vorsichtig optimistisch sein dürfen

Krebs is sicherlich nicht unbesiegbar, auch wenn ich mir vostellen KÖNNTE das viele loide aufgrund der von basti gegannten "schönen details" was gegen die wirksamkeit dieses mittels haben.....die verdienen dann doch bessa am krebs(tod)

von daher bin ich mir ziemlich sicher das das (offiziell) nix wird. In dieserr Phase kann man das sicha mit ein paar guten "Fakten"beenden

Ich bin ÜBERZEUGT davon das sowas schon OFT der fall war :heul: Warum ? Geld regiert die Welt, Wissen ist macht*, weil die menschen in der regel als erstes an sich selber denken - un solang ich kein krebs habe will ich lieber davon geldmäßig profitieren UND weil der mensch ansich meines erachtens einfach schlecht is + noch ganz viele gründe. Aba ich komm vom Thema ab............also ich werde das weiter intressiert verfolgen

// edit: Ich mein damit, das ganze Thema rund um die krebsmittelchen. Un von wegen wundermittel.....hui es gibt auch schon wundermittel gegen schmerzen ( zb.. halsschmerzen, kopfschmerzen) oda gegen schlaflosigkeit, oda ich zieh an ner bong un mir wird ganz komisch usw. es kommt immer auf die betrachtungsweise an - meine meinung


*hier das wissen das z.b. dieser Wirkstoff gegen krebs helfen könnte un ihn man als Profitgeiler Pharmazoitiger somit nicht positiv geneigt is.....
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Alt 04.03.2007, 20:57   #8
basti_79
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Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 10.937
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Ein interessanter Kommentar eines Fachmanns zu der ganzen Geschichte:

http://scienceblogs.com/insolence/20...nterpreted.php
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