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China Das Reich der Mitte birgt noch viele Geheimnisse, uralte Hochkulturen, Pyramiden, Mumien aus dem Abendland...

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Alt 30.06.2006, 11:57   #1
VonTo
Jungspund
 
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Idee China die nächste Weltmacht!

China wird Wirtschaftlich immer stärker, bald werden sie die USA übertreffen.
China bestimmt dann den Markt. Kluge Geschäftsleute die Geld machen wollen spezialisieren sich schon jetzt auf China.

Werden wir dann eine andere Art von Weltkultur leben. Werden unsere Kinder später einmal Chinesisch in der Schule lernen, statt dem veralteten Englisch?

Mich würden all eure Meinungen zu China als Weltmacht interessieren, vor allem wie sich die unsrige Europäische Kultur dazu verhalten könnte.....


Grüße Da To
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Alt 30.06.2006, 12:09   #2
perfidulo
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Zitat:
China wird Wirtschaftlich immer stärker, bald werden sie die USA übertreffen.
Na das wollen wir doch hoffen. Schließlich ist Grüner Tee viel gesünder als Coca Cola und wir machen auch morgens brav unser Tai Chi.
China wird sich vor allem um die eigene Bevölkerung kümmern, die zum Teil auf dem Land in schrecklicher Armut lebt, und hat keine imperialistischen Ambitionen, wie immer behauptet wird.
Die Rohstoffe bekommt China dank des liberalisierten Welthandels ganz legal gegen Bezahlung und muß keine Kriege führen. Die Länder, die Rohstoffe haben, sind an fairen, gleichberechtigten Beziehungen interessiert und haben die Unterdrückung durch die USA satt. Allerdings gibt es überall noch eine gekaufte (weil in den USA oder Europa erzogene) Führungsschicht, die von der Abhängigkeit profitiert.
Mittelfristig wird auch ein großer Teil der Forschung und Entwicklung in China stattfinden und gerade in Europa sollte man sich fragen, wovon man eigentlich leben will. Im Moment ist der Export von Hochtechnologie der Devisenbringer. Aber (siehe Transrapid) die Chinesen holen überall rasch auf und es ist die Frage, ob sich ein chinesisches Unternehmen in 10 Jahren, das sich in Europa eingekauft hat, noch großes Interesse an diesem Standort hat. Zumal das Bildungssystem gerade in Deutschland sowas von verkommen ist, daß Schulabgänger nicht mal richtig lesen und schreiben können (auch in diesem Forum oft festzustellen).
Allerdings hat auch die kleine Schweiz bisher immer überlebt. Sie hat geschickt Nischen besetzt (z.B. Bankwesen, Alpenkäse) und so etwa müssen wir in Europa auch machen. Wir haben kein Öl, keine Erze, ein bißchen Kohle und Kali.
Was müssen wir produzieren, damit uns die Chinesen Handys und Fernseher liefern?
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Alt 30.06.2006, 12:42   #3
harry
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Was müssen wir produzieren, damit uns die Chinesen Handys und Fernseher liefern?
Hochentwickelte Waffentechnologien? Sowas bringt immer viel Kohle

Ne im Ernst, China hat natürlich den großen Vorteil unerschöpflicher Humanressourcen, die da zum größten Teil in Armut leben, praktisch umsonst arbeiten. Denke mal das ist Chinas größter Vorteil.

Im Moment lebt die chinesische Wirtschaft ja von der Massenproduktion von Billigartikeln und vom mehr oder weniger legalem Kopieren westlicher Technologien.
Im Prinzip wie Japan vor 30 Jahren.

Ein Problem für Europa könnte es geben, wenn sie den Sprung wie Japan schaffen, also vom Technologiekopierer zum Technologieentwickler und das auf weiterhin niedrigem Lohnniveau, eben durch die Unmenge an Arbeitskräften.

Denke aber auch das gerade dieser Umstieg für China große interne Probleme bringen wird. Um ein Hochtechnologieland zu werden und genügend ausgebildete Arbeitskräfte zu haben, muß auch massiv in die Bildung investiert werden. Damit steigt natürlich auch der Druck auf die Regierung, bessere Lebensbedingungen zu bieten, ein gerechteres politisches System usw. Könnte also durchaus sein, das gerade eine solche Umstellung für eine massive politische Instabilität sorgt.
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Alt 30.06.2006, 15:34   #4
perfidulo
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Zitat:
Original von harry
Was müssen wir produzieren, damit uns die Chinesen Handys und Fernseher liefern?
Damit steigt natürlich auch der Druck auf die Regierung, bessere Lebensbedingungen zu bieten, ein gerechteres politisches System usw. Könnte also durchaus sein, das gerade eine solche Umstellung für eine massive politische Instabilität sorgt.
Warum soll das chinesische System ungerechter sein?

Nur weil es sich kommunistisch nennt. Die westlichen "Demokratien" strotzen auch vor Ungerechtigkeiten (Hartz IV) und sind für viele Chinesen kein Modell. Natürlich gibt es, wie überall, von westlichen Medien und "Bürgerrechtsbewegungen" protegierte Systemkritiker. Aber vielen Chinesen ist inzwischen klar, daß die kritiklose Übernahme westlicher Modelle in die soziale und ökologische Katastrophe führt.
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Alt 30.06.2006, 16:27   #5
harry
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Ich stosse mich weniger am kommunistischen System (wohne ja grade in ner Stadt, bei der die kommunistische Partei 2005 14% erreicht hat), sondern eher an den Menschenrechtsverletzungen die in China noch immer normal sind. Sieh dir nur mal ne Doku darüber an, wie mit den Dorfbewohnern umgegangen wurde, die für den 7 Schluchten Damm umgesiedelt wurden..

Will aber jetzt nicht über das politische System in China diskuttieren..
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Alt 30.06.2006, 21:11   #6
Renatus
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Standard RE: China die nächste Weltmacht!

China könnte gut funktionieren, wenn die Kluft zwischen Wissen und Unwissen dort weniger groß wäre. China ist in sich nicht konform - auch nicht nach außen. Darum wird das eher nichts mit der Weltmacht.

Herzliche Grüße

Renatus
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Alt 04.07.2006, 10:46   #7
da kami
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Zitat:
Original von perfidulo
Zitat:
China wird Wirtschaftlich immer stärker, bald werden sie die USA übertreffen.
Na das wollen wir doch hoffen.
Also wir lieber nicht.

Zitat:
China wird sich vor allem um die eigene Bevölkerung kümmern, die zum Teil auf dem Land in schrecklicher Armut lebt
Wieso brauchen die dann deutsche Entwicklungshilfe um dort Brunnen zu bohren, können aber Raumfahrt mit eigenen Mitteln betreiben?

Zitat:
Die Rohstoffe bekommt China dank des liberalisierten Welthandels ganz legal gegen Bezahlung und muß keine Kriege führen. Die Länder, die Rohstoffe haben, sind an fairen, gleichberechtigten Beziehungen interessiert und haben die Unterdrückung durch die USA satt.
Joa, Waffen sind eine faire Bezahlung die in jeder Bananenrepublik ohne eigene relevante Waffenindustrie gerne gesehen ist.
Chinesische Handfeuerwaffen darf der Sudan beispielsweise sogar in Lizenz herstellen.

Zitat:
und es ist die Frage, ob sich ein chinesisches Unternehmen in 10 Jahren, das sich in Europa eingekauft hat, noch großes Interesse an diesem Standort hat. Zumal das Bildungssystem gerade in Deutschland sowas von verkommen ist, daß Schulabgänger nicht mal richtig lesen und schreiben können (auch in diesem Forum oft festzustellen).
Da muss ich dir aber mal ganz extrem beipflichten.

Zitat:
Wir haben kein Öl, keine Erze, ein bißchen Kohle und Kali.
Was müssen wir produzieren, damit uns die Chinesen Handys und Fernseher liefern?
Bessere Fernseher. Und dann lieber was anderes liefern lassen.
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Ron Paul Revolution
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Alt 04.07.2006, 11:15   #8
perfidulo
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Zitat:
Original von harry
Ich stosse mich weniger am kommunistischen System (wohne ja grade in ner Stadt, bei der die kommunistische Partei 2005 14% erreicht hat), sondern eher an den Menschenrechtsverletzungen die in China noch immer normal sind.
Die Frage der Menschenrechte wird gerne instrumentalisiert, wenn es in das politische Konzept paßt. Über Menschensrechtsverletzungen in linientreuen Militär-Diktaturen verliert die Presse kaum ein Wort. Wenn die USA in Guantanamo seit mehreren Jahren Verdächtigte ohne Anklage gefangenhalten, ist das kein Thema. Wenn in irakischen Gefängnisssen gefoltert wird, ebenso. Aber im Namen der Gerechtigkeit ist eben alles erlaubt.

Die Frage der Menschenrechte wurde seit dem Kalten Krieg auf bestimmte "individuelle" Rechte verengt: Meinungsfreiheit, Reisefreiheit z.B.

Die kollektiven Menschenrechte, etwa das Recht auf Gesundheit, Ausbildung oder einen befriedigenden Arbeitsplatz mit einer Bezahlung, die ein angemessenes Leben ermöglicht, wurden hingegen als Privatsache abgetan. Schließlich sollen nun alle nach amerikanischem Modell selbst Vorsorge für Krankheit, Ausbildung der Kinder, Alter treffen und ihr Geld den Banken geben. Aber die Menschenrechte gelten eben nur für bestimmte Gruppen.

Was die Reisefreiheit betrifft, so muß man nur einmal einen friedlichen Afrikaner oder Usbeken fragen, der nach Europa einreisen will und nicht einmal die Absicht hat hierzubleiben. Es ist geradezu entwürdigend und oft trotz hohem finanziellem Aufwand erfolglos, was man für ein Visum tun muß.

Die Pressefreiheit besteht darin, daß westeuropäische Medienkonzerne inzwischen die gesamte Medienlandschaft in Osteuropa beherrschen und natürlich ihre Weltanschauung verbreiten.

Diese Freie Presse produziert Falschmeldungen, die genutzt werden, um Kriege zu beginnen (vgl. die angeblichen Waffen von Saddam Hussein, die nie gefunden wurden).

Wenn ein Land, wie China, Maßnahmen ergreift um etwas gegen Lügenpropaganda und gezielte Falschinformation zu unternehmen, ist das gleich ein Anschlag auf die Menschenrechte. Auch hierzulande wir zensiert, nur etwas eleganter. Dazu gibt es reichlich Literatur und Erfahrungsberichte von Journalisten.

Natürlich gilt es als Beleg für die funktionierende Meinungsfreiheit, daß gelegentlich etwas herauskommt. Aber es funktioniert in 50 Jahren Bundesrepublik immer nach dem gleichen Schema und es hat sich nichts zum Besseren verändert. Das ist das Problem. und hier schreit auch niemand nach Menschenrechten.
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Alt 04.07.2006, 12:35   #9
harry
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Da haste natürlich recht, in jedem Land gibt es genug Verletzungen der Menschenrechte, wie auch immer die genau deffiniert sein mögen.

Wobei ich persönlich zumindest schon einen Unterschied sehe zwischen einer gewissen Zensur und Medienmanipulation, wie sie zb Berlusconi in Italien ausgeübt hat und der Enteignung Zehntausender Menschen ohne einer Entschädigung, sprich der totalen Beraubung ihrer Existenzgrundlagen um mal bei oben genanntem Beispiel zu bleiben

Über die Menschenrechtsverletzungen der Amis brauchen wir glaube ich nicht weiter diskuttieren, die sind eh jedem bekannt...

Hatte nur deswegen China erwähnt weils eben um China ging und nicht um Rumänien oder welches Land auch immer
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Alt 04.07.2006, 20:00   #10
Zwirni
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[quote]Original von da kami
Zitat:
Original von perfidulo
Zitat:
China wird sich vor allem um die eigene Bevölkerung kümmern, die zum Teil auf dem Land in schrecklicher Armut lebt
Wieso brauchen die dann deutsche Entwicklungshilfe um dort Brunnen zu bohren, können aber Raumfahrt mit eigenen Mitteln betreiben?
Ob ein Land als Entwicklungsland gilt und dadurch auch Entwicklungshilfegelder bekommen kann hängt von vielen okönomischen Faktoren ab. Diese Faktoren weisen China auch 2006 weiterhin als Entwicklungsland aus. Vor allem vermutlich wegen der extrem ungleichen Einkommens- und Vermögensverteilung. Das eigentlich ungerechte hier ist, dass der chinesische Staatsapparat seine Gelder für Prestigeprojekte wie Raumfahrt und Olympiade verwendet statt direkt den Fortschritt im eigenen Lande zu fördern. Doch auch dies kann auf Grund des Staatsapparates durchaus auch ein Ziel darstellen: sie wollen durch derartige Projekte die Wirtschaft im eigenen Land stärken, wollen Investoren zeigen, dass China es Wert ist zu investieren. Und so dann auch wieder Kapital ins Land holen, was sie dann hoffentlich auch für den größeren Teil der Bevölkerung rentiert.

Das die Entwicklungshilfen für China in Deutschland umstritten sind ist ja nichts neues.

Zitat:
Joa, Waffen sind eine faire Bezahlung die in jeder Bananenrepublik ohne eigene relevante Waffenindustrie gerne gesehen ist.
Chinesische Handfeuerwaffen darf der Sudan beispielsweise sogar in Lizenz herstellen.
Zumindest was Deutschland angeht bekommt China nur noch massig Kohle äh Geld. Aber selbst das war letztes Jahr auch sehr umstritten. Eigentlich sollte man Waffenhandel generell verbieten, aber da würden einige Industrielle in den Westmächten streiken ... :O

@perfidulo
Zitat:
Die Pressefreiheit besteht darin, daß westeuropäische Medienkonzerne inzwischen die gesamte Medienlandschaft in Osteuropa beherrschen und natürlich ihre Weltanschauung verbreiten.
Ich sehe darin einen Vorteil. Umso mehr Informationen vorliegen umso genauer kann man sich eine Meinung bilden. Dürfte aber in Osteuropa genau (oder wohl eher) wie in China wohl daran scheitern, dass sich viele nicht mal einen Fernseher leisten könne.
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