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Unsere Erde - Beobachtungen, Bedrohungen & Katastrophen Vulkane, Erdbeben, Tsunamis, Wetteranomalien und -katastrophen...

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Alt 10.09.2002, 19:11   #1
nane
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard ein beispiel für materielles denken

Chemnitz/Dresden (dpa) - Die ersten Zahlen aus Sachsen machen das
Ausmaß der durch das Jahrhunderthochwasser Mitte August entstandenen
Schäden erst deutlich. dpa dokumentiert einige Angaben der
sächsischen Ministerien.
MENSCHEN: 20 Menschen wurden getötet, 110 verletzt. Nach wie vor gibt
es vier Vermisste.
INFRASTRUKTUR: Das sächsische Innenministerium schätzt darüber hinaus
die Zahl der verwüsteten Häuser auf 20 000 bis 30 000. Rund 4000
Autos wurden beschädigt, 47 Straßen erlitten starke Schäden oder
wurden ganz zerstört, 538 Kilometer Eisenbahnstrecke fielen der Flut
zum Opfer.
INDUSTRIE: Rund vier Milliarden Euro Schaden gibt es in der
sächsischen Wirtschaft. Rund 11 000 Betriebe sind betroffen.
LANDWIRTSCHAFT: Das sächsische Landwirtschaftsministerium geht von
einem Verlust von rund 94 Millionen Euro im Agrarbereich aus. Schäden
gebe es in Form von überfluteten Gehöften und unter Wasser gesetzten
Maschinen.
BERGBAU: Vor allem der starke Regen hat rund 130 neue Schadstellen
des stillgelegten Bergbaus in Sachsen zu Tage gefördert. Dadurch sind
nach ersten Schätzungen des Oberbergamtes in Freiberg mindestens 23
Millionen Euro zusätzliche Mittel zur Sanierung nötig.
WOHNUNGSBAU: Nach ersten Schätzungen hat das Hochwasser an den
kommunalen Wohnungen in Sachsen rund 60 Millionen Euro an Schäden
verursacht.
KUNST/KULTUR: Das sächsische Kunstministerium schätzt die Flutschäden
an Sachsens Kulturstätten auf rund 64,5 Millionen Euro. Vor allem
Semperoper und Staatsschauspiel in Dresden hätten die ersten
Schätzungen um 5,5 Millionen übertroffen. Allein die Instandsetzung
der öffentlichen Bibliotheken kostet rund 1,1 Millionen Euro.
SOZIALBEREICH: In der sozialen Infrastruktur hat das Hochwasser rund
90 Millionen Euro an Kosten verursacht. Noch nicht genau beziffert
sind die Kosten für die auswertige Unterbringung von
Pflegebedürftigen oder Behinderten, den Mehraufwand für
Pflegeleistungen sowie den Einsatz von Rettungsdiensten.

--------------------------
und jetzt mal ein ein blick auf die andere seite
der mir wichtig erscheint -
um wieder auf den boden der tatsachen zu kommen.

eine meldung vom gleichen tag

In Zimbabwe droht wegen anhaltender Dürre und
Lebensmittelknappheit nach Einschätzung des Malteser Hilfsdienstes in
Köln eine humanitäre Katastrophe. Bis zu einer Million Bewohner des
Landes im Süden Afrikas seien akut vom Hungertod bedroht,

berichtete die Hilfsorganisation am Dienstag.
Für Lebensmittel,
Medikamente und medizinische Ausrüstung seien 500 000 Euro
bereitgestellt worden.
Gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt werde
derzeit ein umfangreiches Hilfsprogramm geplant.

---------------
500 000 euro für 1 mio menschen ?!
und das ist nur ein winziger bruchteil vom gesamten elend.

jetzt denkt mal über den wahren menschenwert nach
anstatt über materielle verluste zu klagen.
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Alt 10.09.2002, 19:23   #2
Zwirni
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Registriert seit: 20.04.2002
Beiträge: 3.540
Standard RE: ein beispiel für materielles denken

Zitat:
In Zimbabwe droht wegen anhaltender Dürre und
Lebensmittelknappheit nach Einschätzung des Malteser Hilfsdienstes in
Köln eine humanitäre Katastrophe. Bis zu einer Million Bewohner des
Landes im Süden Afrikas seien akut vom Hungertod bedroht,

berichtete die Hilfsorganisation am Dienstag.
Für Lebensmittel,
Medikamente und medizinische Ausrüstung seien 500 000 Euro
bereitgestellt worden.
Gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt werde
derzeit ein umfangreiches Hilfsprogramm geplant.

---------------
500 000 euro für 1 mio menschen ?!
und das ist nur ein winziger bruchteil vom gesamten elend.

jetzt denkt mal über den wahren menschenwert nach
anstatt über materielle verluste zu klagen.
rofl ist ja wiedermal typisch mensch (speziell die gattun politiker). statt gegen das wirkliche elend dieser welt zu kämpfen (was wohl hauptsächlich aber nicht nur aus dem oben genannten besteht) investiert man in den aufbau des eigenen landes. also da spende ich lieber für afrika als für meine nachbarn

und nebenbei: dies zeigt auch das geistige elend in den hilfsorganisationen und den verantwortlichen politikern...
Zwirni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2002, 23:06   #3
siouxie
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jeder ist sich selbst der nächste.
nach diesem denken wird gerade in den industrieländern gehandelt.
während seit jahrzehnten in der sogenannten 3.welt hungersnot, kriege...mit hunderttausenden von toten an der tagesordnung sind, schiebt man aus den reichen ländern nur brosamen rüber, um den anschein zu geben, etwas zu tun.
lächerlich!
dann der große aufschrei, wenn hier mal was passiert...was nicht das letzte gewesen sein wird.
das ist dann die ausgleichende gerechtigkeit...
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Alt 10.09.2002, 23:15   #4
Bernhard Beier
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Beiträge: 314
Standard RE: ein beispiel für materielles denken

Hi nane,

diese Form materiellen Denkens kommt mir stark irrational, bzw. reichlich bescheuert vor! Da fangen sie doch all überall in den Überschwemmungsgebieten an, ihre ruinierten Anwesen zu renovieren und EXAKT da wieder hochzuziehen, wo sie auch von der nächsten Überfutung - und die kommt BESTIMMT! - wieder voll erwischt werden. Warten wir mal kommendes Jahr ab! Dann geht das "Katastrophengejammer" - und das Geschrei nach Entschädigungen - garantiert wieder los!

Ciao
Bernhard
__________________
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Bernhard Beier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2002, 09:27   #5
siouxie
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Zitat:
Warten wir mal kommendes Jahr ab! Dann geht das "Katastrophengejammer" - und das Geschrei nach Entschädigungen - garantiert wieder los!
und dann wird auch diese art von symptombekämpfung irgendwann nicht mehr zu bezahlen sein.
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Alt 11.09.2002, 12:01   #6
Dragonhoard
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Aber auch gerade die Hungerkatastrophe in Simbabwe ist ein sehr gutes Beispiel für "selber schuld". Präsident Mugabe und seine Schergen haben ja ein großes Scherflein dazu beigetragen, dass die Farmen nicht bewirtschaftet worden sind. Was immer man von der Landrückgabe an die ursprüngliche Bevölkerung hält, der Produktion von Nahrungsmittel hat es nicht gut getan.
Solange das Land an Freunderl des Präsidenten vergeben wird, und nicht an Menschen die auch bereit sind es zu bestellen, wird sich die Lage nicht verbessern.
Was man mit den vielen, leider notwendigen, Hilfslieferungen auch erreicht ist, dass sich in den betroffenen Regionen das Denken breit macht, dass man selbst ohnehin nichts anbauen muß. Man bekommt ja sowieso alles was man braucht aus dem Ausland.
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin 100% dafür dass solchen bedürftigen Menschen geholfen wird, aber man darf sie nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis treiben, man muß die Ursachen für die Hungerkatastrophen beseitigen.
__________________
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt. Albert Einstein
Dragonhoard ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2002, 16:34   #7
ying-yang
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Zitat:
Was man mit den vielen, leider notwendigen, Hilfslieferungen auch erreicht ist, dass sich in den betroffenen Regionen das Denken breit macht, dass man selbst ohnehin nichts anbauen muß. Man bekommt ja sowieso alles was man braucht aus dem Ausland.
Deswegen mag ich Karlheinz Böhm mit seinem Projekt Menschen für Menschen in Äthopien .
Die Menschen lernen sich selbst zu versorgen. Sie haben eine Aufgabe und sehen wieder einen Sinn in ihrem Leben. Sicherlich geht es auch hier nicht ohne Hilfe der Spenden aus dem Ausland.
Es ist ein Anfang (seit ca. 20 Jahren) und es sollte doch möglich sein, in anderen 3. Welt Ländern es auch so in etwa - den jeweiligen Regionen angepasst- möglich sein.
In manchen Ländern gibt es wenigstens schon Ansätze und Versuche dafür.
Ein Hoffnungsschimmer!
ying-yang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2002, 22:47   #8
siouxie
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@dragonhoard

Zitat:
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin 100% dafür dass solchen bedürftigen Menschen geholfen wird, aber man darf sie nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis treiben, man muß die Ursachen für die Hungerkatastrophen beseitigen
da kann ich dir nur zustimmen.
gleichzeitig gibt es aber bestrebungen von großen saatgutkonzernen, genau diese abhängigkeitverhältnis noch auszubauen,in dem sie den menschen dort unten ihr gentechnisch verändertes saatgut andrehen.
dieses saatgut kann nur einmal keimen, d.h. die menschen müssen sich das nächste jahr für teures geld wieder neues besorgen.
auch so treibt man menschen in abhängigkeit.
von korrupten politikern ganz abgesehen, die nur in ihre eigene tasche wirtschaften und denen das wohl der bevölkerung eh am arsch vorbeigeht.
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Alt 17.09.2002, 12:08   #9
Dragonhoard
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@ Ying-Yang:
Ja das Projekt von Karl-Heinz Böhm war eines der ersten das in die richtige Richtung ging. Aber inzwischen gibt es auch richtungsweisende Projekte von Caritas und Rotem Kreuz.

Ein besonders interessantes Projekt finde ich das Aufforstungsprojekt im Norden von Äthopien. Dort pflanzen Frauen Bäume, und zwar hektarweise. Dabei erhalten sie Aufklärungsunterricht und Wissen zur Verhütungskontrolle. Mit der Aufforstung will man versuchen die Feuchtigkeit in diesem Gebiet zu halten und dadurch Hungerkatstrophen zu verhindern. Das gesamte Gebiete war einstmals sehr stark bewaldet, aber die großen Reiche (Königin von Saaba) brauchten wie auch anders wo viel Holz. Dadurch änderte sich die Landschaft und das Klima. Man hat also einen kurzfristigen Nutzen und einen möglichen langfristigen, zwei Wünsche auf einmal.

@siouxie:
Das ist allgemein die Politik einiger alter Kolonialmächte, auch der USA. Nachdem man nicht mehr direkt die Kontrolle über die Länder hat, übt man sie eben indirekt aus.
Glaubt ihr wirklich, dass die Ummengen an Hilfslieferungen die Jahr für Jahr in diese Länder gepumpt werden eine nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben. Ja vielleicht ein noch engeres Abhängigkeitsverhältnis.
Vielfach hört man auch, dass diese Saatgutlieferungen oft als Testfeld für Neuentwicklungen der großen Konzerne mißbraucht werden. Entwicklungen auf dem Gebiet der Gen-Technologie werden hier großflächig getestet.
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Dragonhoard ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2002, 22:11   #10
lightwarrior
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nane, das ist mal wieder ein heftiger gedanke von dir!

leider aber sooo begründet! wenn ich mir überlege, wieviel geld als "soforthilfe" an den osten geht....

was ich hiermit sagen will ist daß wir nicht unbedingt afrika kaufen müssen, aber solidarisch mit den menschen umgehen!

sie halten uns eh nur für profitgierige ferenis...

es ist sooo traurig!
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