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Drogen & Psychedelika Spiritualität fördern, das Bewusstsein erweitern, heilende Kräfte besitzen, in Abhängigkeit und Elend führen... Drogen haben viele Gesichter. Gibt es Zusammenhänge zwischen der heiligen Droge unserer Ahnen und dem Stoff, aus dem heutige Partyträume sind?

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Alt 16.10.2005, 19:27   #11
Hans Wurst
Jungspund
 
Registriert seit: 12.12.2004
Beiträge: 16
Standard Hello again @ alle Mitlesenden,

Ich möchte darauf hinweisen, dass es in diesem Thread eigentlich um Cannabis geht, nicht um andere Drogen. Verschiedene Drogen können sich in ihren Auswirkungen extrem unterscheiden. Die Droge an sich existiert nicht.

Zitat:
von Krystal
Wenn ich schreibe,man solle Drogen verbieten,so hat dies nichts damit zu tun,das ich irgendwelche Konsumenten gängeln möchte,sondern das ist ganz einfach gesunder Menschenverstand,der mich das schreiben läßt.
Das Stichwort ist Schadensminimierung. Deine Idee eines totalen Verbots scheint theoretisch erstrebenswert, praktisch erweist sie sich allerdings als Fehlschlag, wie die Vergangenheit belegt. Mit dem "war on drugs" ist das nahezu totale Verbot einiger Substanzen bereits verwirklicht worden. Dennoch sind die Konsumentenzahlen gestiegen, es hat sich ein unkontrollierbarer Schwarzmarkt gebildet, für jeden eingesperrten Händler kommen zwei neue nach.

Das Prinzip das hier wirkt ist das von "Angebot und Nachfrage". Die Nachfrage bleibt erhalten,wenn durch staatliche Maßnahmen das Angebot sinkt. Geringeres Angebot bei gleichbleibender Nachfrage bewirkt erhöhte Preise. Erhöhte Preise machen das Geschäft lukrativer, ein lukrativeres Geschäft gibt den Anreiz noch höhere Risiken (= z.B. staatliche Strafmaßnahmen) in Kauf zu nehmen. Da beisst sich der Hund in den eigenen Schwanz.

In einem anderen Thread in diesem Forum habe ich diesen Text hier gepostet, welcher meine These untermauert.

Zitat:
Großbritannien: Geheimbericht erklärt Anti-Drogen-Krieg für gescheitert
aus Wikinews, der freien Nachrichtensite (BETA)
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London (Großbritannien), 22.07.2005 – Ein von der Downing Street geheimgehaltener Bericht über Crack und Heroin bescheinigt dem von der Regierung geführten Krieg gegen Drogen das Scheitern.

Dies geht aus einem Dokument hervor, das von der Strategieeinheit des Cabinet-Büros vorbereitet, vom Berater des Premiers Lord John Birt gegengelesen und dann unter Verschluss gehalten wurde und nun dem Observer vorliegt.

Der Bericht enthält brisantes Material: Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Repression harter Drogen durch Polizei und Gerichte kaum einen Effekt auf die Drogenproduktion hat. Ebenfalls konnten keine Hinweise darauf gefunden werden, dass eine Bekämpfung des Drogenangebots irgendeine positive Auswirkung auf die Beschaffungskriminalität hätte. Der Report berichtet, dass eine Angebotsreduktion, wenn sie denn signifikant wäre, letztlich nur die Preise steigen ließe mit der Folge, dass die Drogenkriminalität noch zunimmt, da die Süchtigen mehr für ihre Drogen zahlen müssen und den Drogenbaronen höhere Profite winken.

Gerade diese, durch die Repression erst erzeugten, hohen Gewinnspannen versetzen den Drogenhandel in die Lage, Verluste durch Repression problemlos zu verkraften. Die Studie konstatiert, dass „trotz Interventionen an jedem Punkt der Versorgungskette der Konsum harter Drogen noch angestiegen ist, die Preise gefallen sind und die Drogen weiterhin die Konsumenten erreicht haben.“


Das Drogengeschäft sei gewaltig, hochflexibel und sehr anpassungsfähig. Die Bekämpfung von Verteilern und Großhändlern koste viele Ressourcen. Festgenommene Straßendealer werden rasch durch neue ersetzt. Trotzdem könnten in der Summe dem Drogenmarkt nur kleine Drogenmengen entzogen werden. Die Bemühungen, die Drogenproduktion in Entwicklungsländern wie z.B. Afghanistan zu stoppen, erscheinen düster und peinlich.

Die Kosten der Kriminalität in Zusammenhang mit Crack und Heroin werden von den Wissenschaftlern auf 16 Milliarden Pfund geschätzt, wenn die Schäden im Gesundheits- und Sozialwesen miteingerechnet werden sogar auf 24 Milliarden Pfund. Auch einige andere interessante Zahlen werden präsentiert: So gibt es mehr als 3 Millionen Menschen in Großbritannien, die jedes Jahr illegale Drogen nehmen. Daraus resultieren 749 Heroin/Methadon-Tote pro Jahr, vergleichsweise wenig gegenüber 6000 Toten durch Alkohol und 100.000 Toten durch Tabak. 674 Menschen würden wegen psychischer Problemen im Zusammenhang mit der meistgebrauchten illegalen Droge Cannabis behandelt, demgegenüber 3.480 bei Heroin.

Der Report wurde nach einer Serie von Anfragen und unter Berufung auf den freedom of information-Act Freitag Nacht veröffentlicht, allerdings nur bis Seite 53. Die Ergebnisse des vollständigen 105 Seiten starken Berichts enthalten laut „The Guardian“ eine derart vernichtende Kritik an der Regierungspolitik der Prohibition, dass es unwahrscheinlich ist, ob er überhaupt veröffentlicht wird.

Dem unveröffentlichten Teil ist u.a. zu entnehmen, dass der internationale von den USA angeführte Drogenkrieg nichts weiter bewirkt, als die Drogenproduktion von einem Land ins nächste zu verlagern. Auf Seite 61 kommen die Forscher z.B. zu dem Schluss, dass „wirkungsvolle Bemühungen zur Vernichtung von Kokafeldern in Kolumbien dazu geführt haben, dass Getreidefelder in Peru und Bolivien zunehmend zu Kokafeldern umfunktioniert wurden.“

Ein Sprecher der Downing Street erklärte, dass die Seiten aus Sicherheitsüberlegungen zurückgehalten wurden und nicht, um die Regierung nicht in Verlegenheit zu bringen.
Ein Beispiel dafür, wozu die totale Verbotsmentalität des war-on-drugs geführt hat, sind die v.a. in den USA sehr beliebten sog. "choking games". Dabei wird afaik ein Seil um den Hals geknotet, so ähnlich wie bei einem Galgen. Der Knoten wird zugezogen, bis sich durch den vom Hirn abgetrennten Blutfluss eine Art Rausch einstellt. Vor dem Verlust des Bewusstseins muss die Schlaufe wieder gelöst werden, was leider nicht immer gelingt und dann mit dem Tod endet. Wer eine Alternative zu Drogenkonsum sucht, wird sie auch finden.

choking games

In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Substanz "PCP" erwähnen. PCP gilt als "Ghetto-Droge" und wird fast ausschließlich von in Armut und Hoffnungslosigkeit lebenden Bürgern konsumiert. Die Wirkung ist stark und unberechenbar, ebenso wie die Nebenwirkungen; Konsum von PCP wird als sehr riskant eingeordnet.

Dennoch findet es Abnehmer, speziell bei den Bevölkerungsschichten die sich Substanzen mit geringeren Nebenwirkungen nicht leisten können. Steigt der Preis für einzelne Substanzen zu hoch an, wird eben auf eine günstigere Alternative ausgewichen. Abstinenz wird von derartigen polytoxikomanen Individuen nicht als mögliche Alternative betrachtet!

Die Produktion von PCP zu unterbinden ist nahezu unmöglich, denn es lässt sich aus gewöhnlichen Haushaltsutensilien wie z.B. Putzmitteln gewinnen. Die Herstellung mehrerer Liter kosten nur wenige Euro; ein paar Mililiter pro Konsumdosis genügen.

Durch eine Verbotspolitik kann maximal der Preis einzelner, begehrter Substanzen in die Höhe getrieben werden. Zu weniger Drogenkonsum kommt es dadurch allenfalls kurzfristig. Prohibition schadet imho vor allem den Konsumenten selber und lässt Schwarzmärkte erblühen.

Zitat:
von Krystal
Wenn es jetzt so rübergekommen ist,das ich alle Cannabiskonsumenten eingesperrt sehen möchte,so war das jetzt ein Mißverständnis.
Das wäre aber nun mal die Konsequenz, die eine Kriminalisierung mit sich bringt.

Zitat:
von Krystal
Die Situation aus Amerika zeigt doch genau auf,was Drogen mit den Menschen macht,wenn es verboten wird.Ich persönlich kann sehr gut verstehen,was Abhängigkeit mit einem Menschen machen kann,erst recht,wenn der Stoff dann nicht mehr vorhanden ist und genau das ist doch gerade das gefährliche an der ganzen Sache.Solange Drogen vorhanden sind,kann man sehr schön das für und wider diskutieren,doch sobald man Drogen verbietet,werden Menschen plötzlich gemeingefährlich.Da wird dann nicht mehr diskutiert,sondern da kommt nur noch die Abhängigkeit raus.
In diesem Abschnitt verallgemeinerst du wieder, du schreibst von "den Drogen", in diesem Thread geht es aber primär um Cannabis.

Dein Text basiert auf der These, dass durch Prohibition Angebot und Nachfrage sinken, und dass erst durch eine Lockerung der Strafmaßnahmen Drogen überhaupt vorhanden sind. Diese These hat sich historisch gesehen nicht bewahrheitet. Ein Festhalten an alten Ideologien nur der Ideologie wegen erscheint mir sinnlos, an der Wirklichkeit vorbei.

Trotz jahrzehntelanger Verbotspolitik gibt es in Europa und den USA mehr Konsumenten als je zuvor. Imho ein Armutszeugnis für diese Vorgehensweise. Die drogenfreie Gesellschaft ist eine Utopie.

Übrigens: Cannabis ist bereits verboten worden, und Cannabiskonsum war und ist durchaus auch in Europa verbreitet. Ich konnte und kann jedoch keine Horden von "gemeingefährlichen" Cannabiszombies erkennen die plündernd durch die Straßen ziehen. Dein Bild von Cannabis und Cannabiskonsumenten erscheint mir verzerrt.
Hans Wurst ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2005, 19:34   #12
udirun60
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Zitat:
Weißt Du,kein Mensch würde in den Wald rennen und nen Fliegenpilz freiwillig futtern
Sei dir da mal nicht so sicher. :P

Natürlich gibt es Risiken, aber das wurde bereits weiter oben beschrieben.
Weißt du, mir würde das Leben einfach keinen Spaß machen, wenn ich immer nur daran denken müsste, wie ich älter werden kann.
Das währe ja wohl auch das Aus für den Schweinebraten.
Wenn ich etwas verurteile, dann die chemischen Pantsch-Drogen (XTC).

@ Hans Wurst:
weißt du, es nervt wenn du dauernd so lange Posts reinstellst.
Das muss man doch auch zusammenfassen können.
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Alt 16.10.2005, 19:45   #13
Acolina
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Weißt du Krystal, ich kenn einen alten Herrn, der wurde im August 96. Er hat seinen Leben lang geraucht und tut es immer noch, trinkt gern mal einen und ist geistig frisch und selbst körperlich für sein hohes Alter noch fit. Er ist so der Typ, der in allem noch was Gutes findet, so hat er 2 Kriege und selbst einige Jahre KZ überstanden.

Dann starb vor einigen Jahren eine Freundin meiner Mutter an Lungenkrebs. Sie war grade mal Mitte 50 und lebte ultragesund, nur Reformhaus und Bio... hätte niemals einen Raum betreten, in dem geraucht wurde.

Einzelschicksale, sicher. Aber letztendlich ist ist jedes das. Nur mal so.

Wie Hans Wurst schon sagt, es geht hier um Cannabis. Und ich kann ihm nur recht geben, ein Verbot bringt absolut nichts, ist völlig kontraproduktiv und insbesondere bei Cannabis auch völlig grundlos - IMHO. Der Grund für dieses Verbot liegt - wie in auch in diesem Thread hier sehr gut erkennbar - zum einen in Unwissen, oft auch bei ganz bewusst verbreiteter Desinformation, aber ganz sicher ist auch so manchem insbesondere an diesem Verbot gelegen, weil sich da prächtig mit verdienen lässt.

Und dass die Studie, um die es hier ursprünglich ging, Desinfo pur ist, ist auch gut ersichtlich, oder?
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 16.10.2005, 19:57   #14
Hans Wurst
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@ Gumpensund:
Es tut mir ehrlich leid. Ich habe meine Schreibwut mit mir durchgehen lassen. Kommt nicht wieder vor, ich bleibe in Zukunft beim Thema.

Ich möchte meine Beiträge hier trotzdem stehen lassen, denn ich habe mir doch etwas Mühe damit gemacht.

Sorry

@ udirun 60
Danke, sehr nett.

Verwechselst du das Forum möglicherweise mit einem Chat?
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Alt 16.10.2005, 20:15   #15
Acolina
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@udirun60
Weißt du, es gibt Menschen, die beschäftigen sich gern etwas tiefergründig mit einer Sache. Da reicht dann 1 Satz plus ständiger Hinweis auf die eigene Site nicht so ganz... Bei den meisten deiner Posts habe ich bisher das Gefühl, dass es dir in erster Linie um Werbung für deine HP geht.



@Hans Wurst

... für deine sehr informativen Beiträge!

Was den Thread angeht, kann ich die Tage, wenn ich etwas mehr Zeit habe, gucken, ob er sich evtl. besser in 2, einen zur Studie oben und einen bezüglich Cannabisverbot teilen lässt
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Alt 16.10.2005, 20:57   #16
Krystal
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Wir sind ein wenig vom ursprünglichen Thema abgekommen,das stimmt,doch dabei ist doch eine recht interessante Diskussion entstanden,oder?

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Alt 17.10.2005, 02:26   #17
udirun60
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Zitat:
dass es dir in erster Linie um Werbung für deine HP geht.
Die Beiträge auf meiner Seite sind durch intensive Recherchen entstanden.
Weshalb sollte ich also ständig irgendwelche Auszüge zitieren?
Es tut mir leid, wenn der Eindruck von Werbung entstand, ich nahm als Neuling erstmal zu Themen Bezug,
mit denen ich mich etwas länger auseinandergesetzt hatte.
Da waren mir die Links natürlich hilfreich, hab sie aber nun entfernt.
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Alt 17.10.2005, 05:19   #18
udirun60
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Also mal anders.

Was sagt die WHO (Weltgesundheits-Organisation) zu Cannabis?
Stand: 2005
Akute Auswirkungen:
  • - Cannabis beeinträchtigt kognitive Entwicklung (Fähigkeit zu lernen, Anm.) unter anderem auch das Assoziationsvermögen. Die Erinnerung an zuvor Gelerntes ist oft behindert wenn Cannabis während dem Lernen oder in den Erinnerungsperioden verwendet wird.
  • - Cannabis beeinträchtigt die psychomotorische Leistung in einer Reihe von Aufgaben so zum Beispiel motorische Koordination, Aufmerksamkeitsaufteilung und viele andere kompliziertere Arbeiten. Die menschliche Leistung an komplexen Maschinen kann bis zu 24 Stunden nach dem Rauchen von nur 20mg THC vermindert sein. Das Risiko beim Steuern von Kraftfahrzeugen ist für Personen die unter dem akuten Einfluss von Cannabis stehen erhöht.
Chronische Auswirkungen:
  • - selektive Beeinträchtigung kognitiver Funktionen wie z.B. der Organisation und Integration von komplexer Information, die verschiedenste Mechanismen von Aufmerksamkeits- und Erinnerungsprozessen beanspruchen.
  • - lange andauernde, chronische Verwendung von Cannabis könnte zu stärkeren Beeinträchtigungen führen, die nach Beendung des Konsums andauern und sich im täglichen Leben auswirken könnten.
  • - die Entwicklung einer (psychischen) Abhängigkeit von Cannabis, charakterisiert von einem Verlust der Kontrolle über den Cannabiskonsum ist bei chronischen Gebrauchern relativ wahrscheinlich.
  • - Cannabisgebrauch kann Schizophrenie in schon betroffenen Personen noch verschlimmern.
  • - lange andauernder, starker Cannabiskonsum [durch Rauchen!, Anm.] kann Verletzungen der Bronchien, Lungen und Luftwege sowie eine verminderte Fähigkeit der Lungen Infektionen zu widerstehen hervorrufen.
  • - starker Cannabiskonsum [durch Rauchen, Anm.] ist mit einer höheren Prävalenz von Symptomen chronischer Bronchitis assoziiert sowie mit einem häufigeren Vorkommen von akuter Bronchitis im Vergleich zu Nichtrauchern.
  • - Cannabisgebrauch während der Schwangerschaft wird mit einer gewissen Beeinträchtigung der fetalen Entwicklung, die zu einem reduzierten Geburtsgewicht führt, in Zusammenhang gebracht.
  • - Cannabisgebrauch während der Schwangerschaft könnte zu einem erhöhten postnatalen (d.h. nach der Geburt, Anm.) Risiko seltene Krebsarten zu bekommen führen. Dies ist jedoch noch nicht geklärt, in diesem Bereich ist noch weitere Forschung nötig. Die gesundheitlichen Konsequenzen von Cannabisgebrauch in Entwicklungsländern sind wegen fehlender oder unsystematischer Forschung weitestgehend unbekannt. Es gibt aber keinen Grund a priori anzunehmen, dass die biologischen Auswirkungen auf Individuen in diesen Bevölkerungen signifikant anders sind als jene die in industrialisierten, entwickelten Ländern beobachtet wurden. Andere [z.B. soziale, Anm.] Konsequenzen können sich jedoch je nach kulturellen und sozialen Verschiedenheiten zwischen Ländern unterscheiden.
Therapeutische Verwendung von Cannabinoiden:

Verschiedenste Studien haben die therapeutischen Effekte von Cannabinoiden bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in fortgeschrittenen Stadien von Krankheiten wie Krebs oder Aids demonstriert. Dronabinol (tetrahydrocannabinol) ist in den USA seit mehr als einem Jahrzehnt auf Rezept erhältlich. Andere therapeutische Verwendungen von Cannabinoiden, wie z.B. zur Behandlung von Asthma und Glaukom, als Antidepressiva, Appetitstimulus und antispastisches Mittel, sind von kontrollierten Studien nachgewiesen worden. Die Forschung in diesen Bereichen sollte fortgesetzt werden. Zum Beispiel könnte mehr Grundlagenforschung über die zentralen und peripheren Mechanismen der Auswirkungen von Cannabinoiden auf die Magen- und Darmfunktionen effizientere Medikamente zur Bekämpfung von Übelkeit und Erbrechen hervorbringen. Mehr Forschung über die grundlegende Neuropharmakologie von THC und anderen Cannabinoiden ist nötig um bessere therapeutische Mittel zu finden.

Der Originaltext der WHO ist im folgenden Link nachzulesen.
Management of substance abuse

Da ich jetzt aber nicht unverschämt wirken und den folgenden Absatz aber auch nicht auslassen möchte, werde ich ein wenig zusammenfassen.

Die PRO-Studien:
- Marihuana lässt Gehirn wachsen.
- Cannabis-Wirkstoff kann Arterienverkalkung verhindern.
- Erste Studie zu den Sicherheitsaspekten von medizinisch verwendetem Cannabis
(1.400 Menschen mit chronischen Schmerzen werden ein Jahr lang begleitet)
- Cannabis als Krebs-Bremse.
- Cannabinoid-Rezeptoren auch im Darm vorhanden
uvm.
Die KONTRA-Studien:
- Zusammenhang zwischen Marihuana-Konsum und Schizophrenie.
- Cannabis-Konsum in jungen Jahren erhöht späteres Psychose-Risiko.
- Marihuana verändert Blutfluss im Gehirn.
(Normalzustand erst nach einem Monat wieder erreicht)

jeder Artikel nachzulesen bei Der Standard

Noch eine Draufgabe:
Der Spiegel bezieht sich in seinem Artikel offenbar auf das "NATIONAL INSTITUTE ON DRUG ABUSE".
Ich kann´s nicht prüfen, aber was schreibt die NIDA?

NIDA InfoFacts
Im Grunde nix anderes als die WHO.

Tippt doch einfach einmal "Marihuana Studie" (oder Marihuana Study) in Google.

Edit:Eine eckige Klammer ging verloren.
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Alt 17.10.2005, 08:19   #19
Krystal
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Es kommt wohl im Endeffekt nur auf das Maß des Konsums an,ob es positive oder negative Wirkung hat.Wieviel von Cannabis darf man den konsumieren,bevor der negative Aspekt durchkommt?
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Alt 22.10.2005, 16:53   #20
Acolina
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Gerade beim Stöbern in diversen Prophezeiungen wiederentdeckt:
Zitat:
"Cannabis wird bis 2007 legalisiert", ist Bahrani sicher.
(Quickborner Tagelatt, 2.8.2005)

Das sagt die - leider nicht so treffsichere 'Seherin' - Patricia Bahrani, die hier im Forum auch schon an anderer Stelle zu Ehren kam

Nun ja, vielleicht lern ich ja unsere neue Kanzlerin Merkel doch noch schätzen...
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