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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 12.03.2004, 00:28   #1
Desert Rose
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Daumen hoch Bioinvasoren - Neozoen

Zitat:
12. Februar 2004
11:18 MEZ


Gefährliche blinde Passagiere

Schäden in Millionenhöhe durch Bioinvasoren - Gegen-Strategien in London diskutiert

London - Regierungsvertreter mehrerer Staaten treffen sich diese Woche in London, um über Strategien gegen Bioinvasoren zu beraten. Rund 3.000 verschiedene Tierarten, schätzen Ökologen, werden jährlich in Ballastwassertanks von Schiffen in fremden Häfen ausgespült. Die blinden Passagiere verursachen nach Angaben von Experten in ihrer neuen Umgebung Schäden in Millionenhöhe und sind genauso gefährlich wie Umweltverschmutzung durch Öl oder Chemikalien, berichtet BBC-Online.

Mit den Ballasttanks in großen Schiffen, die in erster Linie zur Stabilisierung der schwimmenden Riesen dienen, gelangen Tierarten über tausende Kilometer Entfernung in völlig neue Habitate. Neben Kleinstorganismen finden sich auch Weich- und Krebstiere sowie Fischlarven in den Ballasttanks. Bekannte Invasionen solcher Lebewesen gibt es bereits: die europäischen Zebramuscheln haben sich in den großen Seen in Nordamerika wie eine Pest verbreitet, verstopfen Wasserrohre und Leitungen und bedrohen die heimische Fischwelt. Darüber hinaus können auch Krankheitserreger für Tiere und möglicherweise auch für Menschen über weite Strecken transportiert werden und immense Schäden an anderen Populationen auslösen.

Chinesische Wollhandkrabben in der Themse

Nur wenige Kilometer vom Londoner Sitz der International Maritime Organisation (IMO) entfernt, haben sich chinesische Wollhandkrabben in der Themse in den vergangenen zehn Jahren explosionsartig vermehrt. Sie führen in Massen zur Erosion des Flussbettes und können damit sogar die Flutschutzeinrichtungen zerstören. Die Krabben stammen ursprünglich aus China. Bei der Konferenz der IMO, die vom 9. bis 13. Februar in London stattfindet, soll das Problem der Bioinvasoren, das vor 15 Jahren das erste Mal aufgetreten ist, erneut diskutiert werden. Neue Technologien sollen bevor das Wasser aus Ballasttanks wieder ausgepumpt wird, dafür sorgen, dass keine Lebewesen mehr in fremde Gewässer gelangen. Einige Umweltgruppen befürchten aber schon im Vorfeld, dass die Übereinkommen durch die Schifffahrtindustrie wieder aufgeweicht werden könnten. Die Kosten für die Behandlung von Ballastwasser müssten nämlich niedrig gehalten werden.

Indessen fürchten sich australische Muschelzüchter davor, dass der nordpazifische Seestern, der in Japan und Alaska heimisch ist, in die australischen Gewässer kommt: die Seesterne vermehren sich nämlich extrem schnell und ernähren sich hauptsächlich von Muscheln. (pte)
Quelle


Weitere Links:
Bio-Invasoren - so gefährlich wie Umweltverschmutzung durch Öl oder Chemikalien
Bio-Invasoren
Geheimnis der Bioinvasoren liegt in der Erde
Eingeschleppte Zebramuschel fördert Giftalge
Papageien vor der Haustür Halsbandsittiche in Wiesbaden
Links zum Thema "Neozoen"
Neue Meldeliste
Invasive Species Specialist Group


Artenbeispiele für Bioinvasoren (Fauna) in Deutschland:
-Waschbär
-Bisamratte
-Alligatoren-Schnappschildkröte
-Rotwangenschmuckschildkröte
-Halsbandsittich
-Wellensittich
-Mandarinente
-Nilgans
-Trauerschwan
-Mink
-Kanadagans


In anderen Ländern, zb:
Australien --> Kaninchen, Rotfuchs, Wasserbüffel, Dromedar, Hauskatze, Wanderratte
Neuseeland --> Wanderratte, Hauskatze, Wiesel
USA --> "Killerbienen"
U.K. ---> Raubkatzen (zb. Puma, Panther --> sogenannte "Alien Big Cats")
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Alt 17.03.2004, 19:49   #2
Desert Rose
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Zitat:
WASCHBÄRENPLAGE

Görings Günstlinge haben Kassel im Griff

Von Holger Dambeck

1934 wurden die aus Amerika stammenden Waschbären mit Genehmigung von Hermann Görings Jagdbehörde in Deutschland angesiedelt. Heute sind sie vor allem in Kassel zu einer echten Plage geworden. Dreist klauen sich die Kuscheltiere Futter aus Wohnhäusern - natürliche Feinde haben sie keine.

Wenn es nachts auf den Dachböden Kasseler Einfamilienhäuser ächzt und kracht, dann sind sie unterwegs - die Nachkommen zweier Waschbärenpärchen, die 1934 am nordhessischen Edersee ausgesetzt wurden. Ein deutscher Züchter hatte die Idee, die aus Amerika stammenden bis zu 60 Zentimeter langen Kleinbären in Deutschland auszusetzen, um die örtliche Flora und Fauna zu bereichern. Die vom Reichsjägermeister und späteren Reichsluftmarschall Hermann Göring geleitete Jagdbehörde gab grünes Licht - und das Unheil nahm seinen Lauf.

Während des Zweiten Weltkriegs büchsten weitere in Pelzfarmen bei Berlin gehaltene Waschbären aus. Inzwischen haben sich die hessische und die Berliner Population immer weiter vergrößert. Görings Günstlinge bevölkern mittlerweile auch Österreich, die Schweiz, Frankreich und Polen. Die kuscheligen Tiere vermehren sich prächtig und werden zu einem immer größeren Problem.

In Deutschland dürfte heute fast eine Million Bären leben, schätzt der Biologe Ulf Hohmann. Er beobachtet die Tiere schon seit über zwölf Jahren - die letzten drei verbrachte er in Kassel, wo die Bären mittlerweile zu einer echten Plage geworden sind. "Das Problem ist, dass Waschbären keine echten natürlichen Feinde haben, die die Population regulieren", erklärt er. Kassel gilt mittlerweile als Waschbärenhauptstadt.

Die wenig wählerische Ernährungsweise, enorme Kletterkünste und äußerst geschickte Vorderpfoten machten die Kleinbären immer mehr zu erfolgreichen Stadtstreichern, erklärt Hohmann. Am wohlsten fühlten sie sich in alten Einzelhaus- und Villenvierteln sowie in der Umgebung innerstädtischer Parkanlagen der Großstädte. In der Nähe menschlicher Behausungen steigt ihre Vermehrungsrate - Hinterhöfe und Gartenlauben nehmen sie massenhaft in Beschlag. In Kassel fanden die Biologen auf einem Hektar durchschnittlich einen Bären - die Populationsdichte war somit zehn mal so hoch wie in ihren natürlichen Lebensräumen - den feuchten Laubwäldern in Nordamerika.

Weil sie so niedlich aussehen, werden die Kleinbären oft gefüttert. Angst vor dem Menschen kennen sie schon lange nicht mehr. Sie kriechen durch Katzentüren in Wohnungen und räumen die Futternäpfe leer. Mancher Kasseler Einfamilienhausbesitzer kam aus dem Urlaub zurück und fand sein Haus bewohnt vor - von einer Bärenfamilie. Als extrem gute Kletterer können sie sich leicht in Dachböden einnisten. "Die Waschbären sind sehr gesellige Naturen", erzählt Hohmann gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Mitunter finden sich 20 bis 30 Tiere auf einem Dachboden zusammen." Wenn dann die Mütter lautstark mit ihrem Nachwuchs spielen, ist für die menschlichen Hausbewohner an Schlaf kaum noch zu denken - die Tiere sind nachtaktiv.

Mit Gewehren lässt sich die Plage kaum eindämmen. Diese Erfahrung musste die örtliche Jagdbehörde machen. "Gezieltes Bejagen bewirkt das genaue Gegenteil", berichtet der zuständige Sachbearbeiter Hartmut Bierwirth im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Die Tiere produzierten in der Folge noch mehr Nachwuchs, wurden immer jünger und aktiver." Offenbar handle es sich um eine natürliche Gegenstrategie, so Bierwirth. Letztendlich sei die Population in Kassel in Folge verstärkter Jagd sogar angestiegen.

Waschbären sind in Deutschland zum Abschuss freigegeben - bieten allerdings kein attraktives Ziel. Das Fleisch zu essen, ist nicht üblich und auch ihr Fell gilt als unverkäuflich.

© SPIEGEL ONLINE 2004
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Alt 24.03.2004, 13:51   #3
Desert Rose
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Und wieder ein "Problem" ausgelöst durch das einschleppen von nicht einheimischen Tierarten in andere Ländern.

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Hauptschuld trifft Angler


Europäische Würmer attackieren Amerikas Wälder

veröffentlicht: 24.03.04 - 11:43

Hamburg (rpo). Europäische Regenwürmer fressen zu viel Humus in amerikanischen Wäldern und gefährden damit die Existenz der heimischen Pflanzen und Tiere.
Das berichtet das Magazin "National Geographic Deutschland" in der April-Ausgabe.

Vor allem Angler trifft die Schuld für die Ausbreitung der europäischen Würmer: Diese werfen die importierten Lebendköder einfach in den Wald, wo die Würmer den Humus schneller auffressen, als er sich natürlich ansammelt.

Als Folge liegt die obere Bodenschicht frei und begünstigt die Erosion. Inzwischen warnen die Behörden in den nördlichen US-Bundesstaaten davor, Würmer im Wald auszusetzen.

Sie hoffen, damit die Ausbreitung der europäischen Eindringlinge wenigstens etwas zu verlangsamen.

© RP Online, AFP, ap, ddp, sid, teleschau-der Mediendienst
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Alt 01.04.2004, 23:21   #4
Desert Rose
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Standard Weltkriegs-pilze

Zitat:
WELTKRIEGS-PILZE

US-Armee hinterließ biologische Zeitbomben

In den achtziger Jahren trat an Pinien in einem Wald nahe Rom erstmals eine seltsame Pilzerkrankung auf. Genuntersuchungen ergaben, dass die kleinen Baumkiller vermutlich im zweiten Weltkrieg von US-Soldaten eingeschleppt wurden.

Das Waldgrundstück Castelporziano 25 Kilometer südwestlich von Rom lässt die Herzen von Italienfans höher schlagen. Abgesehen von einigen Eukalyptusbäumen besteht es ausschließlich aus heimischer italienischer Flora - die Natur ist seit Jahrhunderten nahezu unberührt.

Doch Mitte der achtziger Jahren tauchte plötzlich ein Pilz auf, der die Wurzeln von Pinien befiel und mehrere Hundert der Bäume hinraffte. "Es gibt eine 100 Meter breite Schneise, in der wir die Bäume gefällt haben, weil sie an der Pilzinfektion zugrunde gegangen waren", berichtet der Forstexperte Paolo Gonthier von der Universität Turin.

Die Forscher rätselten über das plötzliche Auftreten des Pilzes mit dem Namen Heterobasidion Annosum. Bei Befragungen von Waldarbeitern kamen sie auf eine heiße Spur: Während des zweiten Weltkriegs hatten Soldaten der 5. US-Armee auf dem Jagdgrundstück campiert. Die Genanalyse der Pilze bestätigte die Vermutung: Im Erbmaterial fanden die Forscher Sequenzen, die nur bei Pilzen in Amerika bekannt sind. Zwei Gene stimmten mit Erregern aus dem östlichen Nordamerika überein, zwei andere Gene mit solchen aus dem Südosten der USA.

Die Pilze reisten vermutlich mit unbehandeltem Holz nach Europa, das die US-Armee für Paletten und zum Bauen nutzte. Die Erreger seien an sich wenig mobil, betonte Matteo Garbelotto von der Universitiy of California Berkeley. "Sie bewegen sich nicht durch die Erde und ihre Sporen sind kurzlebig." Bis heute seien nur Ausbreitungen von wenigen Kilometern dokumentiert, sagte der Ökologie-Experte.

Die erstaunliche Entdeckung in Italien nährt den Verdacht von Biologen, dass bestimmte Erkrankungen an Pflanzen in Europa mit der US-Armee zu tun haben könnten. Erkrankungen an Bäumen im 20. Jahrhundert seien häufig in der Nähe von US-Basen aufgetreten, berichtete Garbelotto. Bis heute habe es jedoch keine Beweise dafür gegeben. Die Studie, die in der Aprilausgabe der Fachzeitschrift "Mycological Research" erscheint, habe erstmals eine solche Verbindung bewiesen.

Das internationale Forscherteam beklagt, dass für Militärs keinerlei Quarantäne-Vorschriften existierten. Die Ausbreitung von Pesterregern oder Baumschädlingen beim Welthandel werde durch entsprechende internationale Vorschriften verhindert, bei Militäreinsätzen gebe es hingegen keine vergleichbaren Standards für Nutzholz, sagte Garbelotto. "Das Einschleppen exotischer Mikroben kann über Jahrzehnte verborgen bleiben und erst danach zur Ausrottung von Organismen führen."

Die Biologen wissen noch nicht, ob es ihnen gelingen wird, die verbliebenen gesunden Pinien auf dem Waldgrundstück Castelporziano vor dem Pilzbefall zu retten. Sie beobachten die Bäume genau. Pinien seien die Wahrzeichen der italienischen Landschaft, sagte der Turiner Forstexperte Gonthier. "Wir müssen sicherstellen, dass sich dieser exotische Erreger nicht außerhalb des Grundstücks weiter ausbreiten kann."

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Alt 13.04.2004, 17:09   #5
Desert Rose
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Standard Ausgesetzte Aquarientiere als schlimmste Bioinvasoren

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Dienstag 13. April 2004, 15:25 Uhr

Ausgesetzte Aquarientiere als schlimmste Bioinvasoren

Washington (pte) - Anders als bisher angenommen sind nicht Organismen aus Ballastwassertanks die größten Gefahren für die amerikanischen Gewässer, sondern der Menschen, der sich Pflanzen und Tiere in seinem Heimaquarium oder Gartenteich hält. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam im Fachmagazin "Frontiers in Ecology and the Environment", berichtet die Ecological Society of America http://www.esa.org im Wissenschaftsmagazin Sciencedaily http://www.sciencedaily.com .Wasserhyanzithen sind populäre Zierpflanzen in stehenden Gewässern. Die Pflanzen, die einst im Amazonas heimisch waren, wurden 1884 das erste Mal in Florida als Zierpflanzen eingeführt. In den 50-er Jahren des darauf folgenden Jahrhunderts waren die Pflanzen eine Pest in allen Kanälen und Binnenwasserwegen des US-Bundesstaates. Die Vernichtung der Hyazinthen kostete Millionen von Dollar. In der Zwischenzeit gibt es die Pflanzen auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Am Beispiel dieser Pflanze lässt sich das Ausmaß ökologischer Katastrophen aufzeigen. Die Forscher sehen in der weitgehend gesetzlich unregulierten Industrie die größte Gefahr für die Gewässerökologie. Die größten Gefahren drohen nach Meinung der Forscher aber durch die große Zunahme an lebenden Korallen, tropischen Fischen und bewachsenen Steinen. Diese stellen für fremde Territorien immense Risiken dar, so Dianna Padilla von der Stony Brook University http://www.sunysb.edu und Susan Williams vom Bodega Marine Laboratory an der University of California in Davis http://www-bml.ucdavis.edu . Während in Ballastwassertanks alle verschiedenen Arten von Organismen transportiert werden, sind es im Aquarienbereich nur erwachsene, fortpflanzungsfähige Tiere, von denen nur die kräftigsten die langen Transporte überleben. Diese Spezies stellen auch zugleich die größte Bedrohung für heimische Arten dar. Ein ganzes Drittel der von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) http://www.iucn.org gelisteten 100 im Wasser lebenden gefährlichsten Bioinvasoren stammt aus Aquarien oder offenen Schaubecken. Die beiden Expertinnen fordern daher eine Kontrolle über die Einfuhr von Zierfischen. Gefördert werden sollten weniger stark invasive Arten. Darüber hinaus sollen Vorsichtsmaßnahmen bereits vorher diskutiert werden. Damit könnte ein "Worst Case Scenario" bereits vorab erstellt werden.
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Alt 12.05.2004, 09:15   #6
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Zitat:
Eingeführte Forelle gefährdet Frösche in kalifornischen Bergseen

[11.05.2004]

In kalifornische Bergseen eingesetzte Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) und Bachsaiblinge (Salvelinus fontinalis) scheinen für den Populationsrückgang einer nur dort vorkommenden Froschart (Rana muscosa) verantwortlich zu sein. Vance Vredenburg von der Universität von Kalifornien in Berkeley beobachtete in einer achtjährigen Studie, dass sich die jeweiligen Froschpopulationen vollständig erholten, sobald die nicht heimischen Fische aus den Gewässern entfernt worden waren.

Der Biologe untersuchte mehrere Bergseen im Hauptverbreitungsgebiet des Frosches in der Sierra Nevada. Bereits ein Jahr, nachdem er die eingeführten Fische aus fünf der Seen entfernt hatte, stieg die Zahl der überlebenden Kaulquappen rapide an. Nach drei Jahren hatte die Froschpopulation schließlich das Niveau der acht Kontrollseen erreicht, in die nie Regenbogenforellen und Bachsaiblinge eingesetzt worden waren.
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Alt 03.06.2004, 19:48   #7
Desert Rose
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An allen Aquarium Besitzer, Bitte setze nie eure Fische (oder auch Schildkröten) in heimischen Gewässern aus.
Ich erinnere mich da nur zu gerne als ein Angler einen Pirahja aus dem Rhein fischte.

Leider wird gerne hin und wieder von Aquarium Besitzer ihre irgendwann vielleicht "lästig" gewordene Tiere ausgesetzt. Es ist ein weltweites Phänomen.

Zitat:
Freed Pet Fish Threaten Native Species, Study Says

John Pickrell
for National Geographic News
June 1, 2004



The aquarium fish industry is worth hundreds of millions of dollars a year worldwide and is growing rapidly. Much of this money flows into developing countries where the majority of popular tropical marine species—such as the emperor angelfish (Pomancanthus imperator), or the percula clownfish (Amphiprion percula)—are found.

Read the full story >>
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Alt 20.07.2004, 13:01   #8
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Und wieder ein Beispiel von "Invasoren" .....

Zitat:
20. Juli 2004

KRABBEL-INVASION

Verrückte Ameisen überfallen Australien

Krabbelnde Killer bedrohen den Norden Australiens. Die "Verrückte Gelbe Ameise" hat bereits 350 Hektar Land erobert und einheimische Arten verdrängt. Mit vergifteten Fischmehlködern wollen die Behörden den Biestern nun beikommen.

1990 wurden die rund einen Zentimeter langen Tierchen erstmals im Norden Australiens entdeckt. Seitdem haben sie sich kräftig vermehrt. Die kleinen Monster, die vermutlich als blinde Passagiere während des Zweiten Weltkriegs mit Frachtschiffen von Asien nach Australien gekommen waren, fressen Pflanzen kahl, verdrängen lokale Tierarten und sind überhaupt ganz schön heimtückisch. Einen ebenbürtigen Gegner, wie die heimische Arnhem-Land-Ameise, zerreißen sie in Stücke. Für größere Gegner haben sie eine Spezialwaffe: Säure, die sie dem Gegenüber in die Augen spritzen. Der erblindete Angreifer verhungert qualvoll.

Die australischen Behörden haben den verrückten Ameisen, die ihren Namen ihrer hektischen und ruckartigen Bewegungsweise zu verdanken haben, nun den Kampf angesagt. Wie der Online-Nachrichtendienst des Fachmagazins "Nature" berichtet, wollen die Behörden jetzt aus Hubschraubern vergiftete Köder auf die betroffenen Gebiete abwerfen lassen.

Der Grund für die Ameisenplage ist ein genetischer Defekt: Normalerweise schlüpfen in einer Ameisenkolonie einige geflügelte Königinnen. Diese verlassen die Gruppe und gründen eine eigene kleine Kolonie an einem neuen Standort. Die Königinnen der Killerameisen aber haben die Fähigkeit verloren, Flügel auszubilden. So bleiben sie an ihrem Geburtsort und schaffen so etwas wie einen Staat im Staat. Bis zu tausend Tiere pro Quadratmeter wuseln in diesen gut organisierten Superkolonien.

"Diese kleine Ameise wird unsere Kultur, unser Land und unser Leben zerstören", sagt Balapungu Yunupingu, der Aborigine-Ranger der Region. Sie futtern nicht nur die Beeren und Früchte, von denen sich auch die australischen Ureinwohner ernähren.

Alarmierend ist vor allem ihr Einfluss auf das Ökosystem. Auf der australischen Weihnachtsinsel hatten sich die Ameisen vor einigen Jahren ausgebreitet und mit ihren Säure-Attacken rund ein Drittel der Population an Roten Landkrabben umgebracht. Das Fehlen der Krabben wiederum hat das lokale Regenwald-Ökosystem massiv verändert.

Die Behörden wollen jetzt in das Treiben der unerwünschten Gäste eingreifen. "Sie könnten der Auslöser für die Zerstörung des ganzen Ökosystems sein", sagt Ben Hoffmann von der Australian Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation. Die vergifteten Fischhappen, die Hoffmann und seine Mitarbeiter vom Hubschrauber aus verteilen, könnten eine probate Waffe sein: Sie scheinen nur den kleinen Killern, nicht aber anderen einheimischen Tieren zu schmecken.
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Alt 13.08.2004, 10:36   #9
Desert Rose
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Also bei diesen Tierchen kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, das die sich eines Tages zur "Plage" entwickeln könnten.

Zitat:
Bennett-Kängurus

Mecklenburgische "Australier"

Kängurus leben normalerweise in Australien, Tasmanien und Neuguinea. Um sie zu sehen, müssen Touristen nicht mehr so weit fahren. Seit 2001 leben in Mecklenburg-Vorpommern Kängurus in freier Wildbahn.

Die mecklenburgische Landschaft bietet ihnen nicht weniger als der australische Busch: reichlich Nahrung, viel Fläche zum Hüpfen und eine passable Witterung. Seit dreieinhalb Jahren leben im Süden Mecklenburg-Vorpommerns Kängurus in freier Wildbahn. Bei einem Einbruch im Tierpark Burg Stargard nahe Neubrandenburg waren sie in die Freiheit gelangt - und dort haben sie sich seither vermehrt. "Die Touristen müssen nun nicht mehr nach Australien fahren, um Kängurus zu sehen, sondern nur nach Mecklenburg", sagt der Vorsitzende des Tierschutzbundes im Land, Dietmar Bonny. Originalschilder aus Australien mit der Aufschrift "Kangoroos" sollen künftig auf die Attraktion hinweisen.

Elf Bennett-Kängurus lebten Anfang 2001 im Burg Stargarder Tierpark - bis zum Morgen des 7. März: Tierpfleger fanden Blut im begehbaren Gehege, einige Muttertiere samt Nachwuchs im Beutel und auch Männchen waren verschwunden. Monatelang dauerte in dem etwa zehn Hektar großen waldreichen Gelände am Tierpark die beschwerliche Suche nach den sechs entwischten Tieren, deren grauschwarzes Fell wie eine Tarnkappe wirkt. "Sie tauchen drei Meter vor einem plötzlich auf, dann sind sie verschwunden", beschreibt Tierparkleiter Andreas Schumann.

"Sie sind einfach zu gewitzt"
Mit verschiedenen Strategien versuchte Schumann, seine Schützlinge wieder einzufangen. Er legte sich mit einem mit einer Betäubungsspritze ausgestatteten Blasrohr auf die Lauer, errichtete Fangzäune, fing ein Tier mit einem Spezialkescher ein. "Alle Versuche, die Kängurus gezielt in Fallen zu treiben, sind fehlgeschlagen, sie sind einfach zu gewitzt", berichtet er. Dann half auch der Zufall: Der entlaufene "Stammvater" der Känguru-Gruppe etwa sprang dem Tierarzt direkt auf den Arm.

Drei Ausreißer haben sich bis heute den Einfangversuchen widersetzt - und in Freiheit vermehrt. Acht Kängurus leben derzeit in der hügeligen und dicht bewachsenen Gegend um den Tierpark. "Ich sehe sie draußen fast jeden Tag, sie halten sich im Wald und auf der Heide auf", sagt Schumann, dem die Flüchtigen manchmal sogar bis zu seinem Wohnhaus folgen. "Wenn wir nach der Arbeit in der Gaststätte am Tierpark ermattet ein Bier trinken, kann es sein, dass uns eines der Tiere durchs Fenster zusieht." Auch in Kleingärten fühlen sich die genügsamen Beuteltiere wohl.

Im Zehn-Kilometer-Umkreis wurden die Kängurus schon gesehen. Sie fressen das, was auch Kaninchen schmeckt: Gras, trockene Blätter und Äste. Natürliche Feinde haben sie in Mitteleuropa kaum. "Fuchs und Habicht können für halbstarke Jungtiere gefährlich werden", sagt Schumann. Mit der europäischen Witterung samt Minusgraden können die Tiere gut leben.

Kängurus auch in Hessen
Schon zwischen 1850 und 1920 hatten in Hessen Kängurus frei gelebt, berichtet der Tierparkchef. Später seien sie dort als nicht artgerecht für die heimische Tierwelt wieder abgeschossen worden. Bennett-Kängurus leben normalerweise in Ost-Australien, in Tasmanien und in Neuguinea, bewohnen Eukalyptus-Wälder, Buschlandschaften und Savannen. Die Tiere können 12 bis 15 Jahre alt werden.

Vom Abschuss der mecklenburgischen "Australier" hält der Tierschutzbund aber nichts. "Bloß nicht einfangen, bloß nicht abschießen. Die Natur hat das schon geregelt", meint Bonny. Er befürchtet allerdings, dass eines Tages heimisches Kängurufleisch auf den Speisekarten auftaucht: "Wahrscheinlich sind die Jagdbüchsen der Jäger schon geladen." Beim Landesjagdverband heißt es dazu aber: Kängurus stehen nicht als Wild im Bundesjagdgesetz - und sind damit für Jäger tabu.

Sophia-Caroline Kosel/DPA

Meldung vom 12. August 2004
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Alt 20.01.2005, 16:02   #10
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Standard Bioinvasoren verursachen Millionenschäden jährlich in Deutschland

Zitat:
Einwandernde Tiere und Pflanzen

Bioinvasoren verursachen Millionenschäden

veröffentlicht: 20.01.05 - 08:16

Hamburg (rpo). Nach Deutschland eingeschleppte fremde Tier- oder Pflanzenarten - so genannte Bioinvasoren - verursachen nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz jährlich Schäden von rund 100 Millionen Euro oder mehr. Der Präsident des Amtes, Hartmut Vogtmann, warnt in der "Zeit" vor wachsenden Problemen mit diesen Zuwanderern.

"Die anlaufende Invasion der Ambrosie mit ihren allergenen Pollen kostet unser Gesundheitswesen bereits geschätzte 32 Millionen Euro jährlich. Schädlinge setzen der Land- und Forstwirtschaft zu, Muscheln verstopfen Abwasserrohre. Zwanzig diesbezüglich untersuchte Arten verursachen 99 bis 251 Millionen Euro Kosten pro Jahr in Deutschland", sagt er.

Deutschlands mächtigster Naturschützer beklagt fehlende oder widersprüchliche Regelungen im Umgang mit einwandernden Arten.

"Die rechtichen Zuständigkeiten sind zu sehr zersplittert, auf Fischerei und Jagd, auf Land- und Forstwirtschaft", sagt Vogtmann. "Nach dem Jagdrecht dürfen Arten zugelassen werden, die der Naturschutz verbieten würde. Land- und Forstwirtschaft könnten sogar die schlimmsten Invasoren ausbringen, denn in diesen Sektoren sind keine Genehmigungen erforderlich."

Laut Vogtmann ist der Haupteintragspfad für Pflanzen der Handel. So sind die Hälfte aller bewusst oder unbewusst eingeschleppten Pflanzenarten Zierpflanzen.

Die Behörde strebt eine Strategie gegen fremde Arten an. "An erster Stelle steht die Verhinderung des Einbringens neuer Arten", sagt Vogtmann. "Bekämpfungs- oder Kontrollmaßnahmen sind oft extrem aufwändig und selten erfolgreich."

Weil die Probleme an den Grenzen nicht halt machen, sei das Fehlen einer EU-Regelung negativ bemerk- bar. "In einigen EU-Staaten bestehen gar keine Regelungen. Oder es hapert bei der gegenseitigen Information."
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