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Fakes & Hoaxes Gerade auch im Bereich der Grenzwissenschaften tummelt sich so manche Fälschung, Ente etc. Hier ist der rechte Ort entlarvte zu präsentieren oder auch vermutete zu diskutieren.

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Alt 20.11.2010, 20:14   #51
Der Phoenizier
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Es gab diese Volkszählung, aber entgegen biblischer Lügen erst 7 nach Chr.
Nach 2000 Jahren sollte der zeitliche Abstand von 7 Jahren wohl keinen Unterschied mehr ausmachen. Wie du ganz richtig sagst, ist die Schwankungsbreite sehr groß, so dass sich die moderne Schätzung innerhalb dieses kurzen Zeitraums kaum verändern würde.

Ich komme zurück zum Thema. Anfänglich ging es darum, ein Lügengebäude zu entlarven, welches einseitig nur rückwärts rechnet. Durch diesen Rechenweg werden andere Möglichkeiten der Wissenschaft und auch andere Möglichkeiten der Schätzung schlichtweg ignoriert. Natürlich ist es interessant, darüber zu diskutieren, wie frühere Zahlen zustande kamen. Doch bitte nicht so, wie es K.-Dieter Ewert es macht!

Das römische Imperium stellt wiederum nur einen Teil der Wahrheit dar. Natürlich haben wir aus römischer Zeit - trotz aller Einschränkungen - die relativ sichersten Quellen. Hier geht es um die Weltbevölkerung als Ganzes und da müssen wir auch Afrika, Asien und Amerika mitzählen. Ganz davon zu schweigen, dass zu römischer Zeit die Einwohner Nord-, Mittel- und Osteuropas nicht mitgezählt wurden. Selbst die Zählung zum Jahr 7 wäre nur eine Momentaufnahme. Wie war es dann vor 10.000 oder gar vor 100.000 Jahren? Es ist wohl eine Binsenwahrheit, dass es damals weniger Menschen gab als heute.

Am ehesten überzeugt mich folgendes Argument: ein Mensch, der sich mit primitiven Mitteln von Jagd, Fischfang und wildwachsenden Pflanzen ernähren wollte, der brauchte für sich alleine einen Lebensraum von einem Quadratkilometer, um einigermassen satt werden zu können. Das wäre auch heute ein Argument. Eine Weltbevölkerung von 7 Milliarden bräuchte 7 Milliarden Quadratkilometer und soviel haben wir nicht. Was schließen wir daraus? Das Wachstum der Bevölkerung war auch deshalb möglich, weil sich die Wirtschaftweise geändert hat. Das ja!
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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. (Cicero)
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Alt 21.11.2010, 16:36   #52
Restitutus
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Zitat von Der Phoenizier Beitrag anzeigen
Hier geht es um die Weltbevölkerung als Ganzes und da müssen wir auch Afrika, Asien und Amerika mitzählen. Ganz davon zu schweigen, dass zu römischer Zeit die Einwohner Nord-, Mittel- und Osteuropas nicht mitgezählt wurden. Selbst die Zählung zum Jahr 7 wäre nur eine Momentaufnahme. Wie war es dann vor 10.000 oder gar vor 100.000 Jahren? Es ist wohl eine Binsenwahrheit, dass es damals weniger Menschen gab als heute.
Bei den Binsen habe ich gewisse Bedenken. Natürlich wird es auch da ein beträchtliches Auf und Ab gegeben haben, so wie sich die Bevölkerung Roms von 1. ins 4. Jahrhundert beträchtlich verringerte, ganze Landstriche wüst fielen (wie die Zeitgenossen bemerkten), höchstkaiserliche Anreize für Nachwuchserzeugung geschaffen werden mussten usw.
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"Radiokommunikation entstand nicht aus einer Weiterentwicklung der Brieftaube."
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Alt 21.11.2010, 18:27   #53
Der Phoenizier
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Zitat von Restitutus Beitrag anzeigen
Bei den Binsen habe ich gewisse Bedenken. Natürlich wird es auch da ein beträchtliches Auf und Ab gegeben haben, so wie sich die Bevölkerung Roms von 1. ins 4. Jahrhundert beträchtlich verringerte, ganze Landstriche wüst fielen (wie die Zeitgenossen bemerkten), höchstkaiserliche Anreize für Nachwuchserzeugung geschaffen werden mussten usw.
Mit den Binsen verband sich ein sehr schwerwiegendes Problem, das mit zum Niedergang des römischen Imperiums beitrug. So wachsen Binsen im Sumpf und sind jetzt nur noch symbolisch gemeint. In den gleichen Sümpfen entwickelten sich auch Stechmücken, welche Malaria übertrugen. Noch heute bedeutet "Mal Aria" auf italienisch "schlechte Luft". Es wurde geglaubt, dass schlechte Luft die Krankheit verursachen würde. Heute wissen wir es besser! Die Wüstungen der damaligen Zeit kamen hauptsächlich durch Epedemien zustande.

Noch schlimmer übrigens wüteten die Pestedemien im Mittelalter. Für Historiker oder auch nur Leute wie mich - die gerne einmal in die Vergangenheit zurückblicken - ist das nichts Neues. Wenn man aber über Bevölkerungszahlen in der Vergangenheit diskutiert, dann muss man solche Faktoren unbedingt ins Spiel bringen. Vor allem an der Pest starben ja nicht nur einige wenige. Das waren Millionen und das war ein gewaltiger Faktor! Ich muss nicht unbedingt erwähnen, dass wir heute weder Pest noch Cholera noch Malaria wollen.
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