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Religion Von Animismus bis Zen...

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Alt 25.04.2018, 17:03   #21
basti_79
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Aus dem im Augenblick jüngsten Kommentar:

Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Es geht somit nicht um die Gebäude der Kirche, es geht um die Behörden.
Daran fallen mir mehrere Dinge auf:
  1. Sollte das eigentlich schon durch Lektüre des Textes (oder anderweitige, oberflächliche Beschäftigung mit dem Thema) klar sein
  2. Ein Teil des Problems scheint zu sein, dass in Deutschland (christliche) Kirchen Sonderrechte genießen, teilweise sogar Vorrang vor der Verfassung.
  3. Trotzdem warst Du ja der Erste hier, der deutlich versucht hat, das Thema derart einzugrenzen.

Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Ich sehe keine Christen und Juden, die gläubige Muslime hier misshandeln, aber ich erfahre das leider von radikalisierten Muslimen, die das umgekehrt für legitim halten (laut Sharia).
  1. Es kommt nicht darauf an, was jemand denkt (das ist unzugänglich), sondern darauf, was er tut.
  2. Selbst dann würde sich Kollektivhaftung aus den Grundlagen heraus verbieten
  3. Geht es auch nicht um Misshandlung, sondern um die Frage, wer unter welchen Umständen Symbole seiner Religion zeigen darf
  4. Trotzdem scheint es da so eine eigentümliche Anziehungskraft des Bösen zu geben

Zitat:
Und dann sehe ich noch einen Haufen Atheisten, die am liebsten alles drei aus den Köpfen und Seelen der Menschen heraus haben wollen und Glauben versuchen aus dem alltäglichen Leben zu verbannen (trotzdem aber fröhlich inhaltsfremd Weihnachten und Ostern feiern).
Diesen Absatz verstehe ich kaum noch. Was wäre "alles drei", und ist es nun Recht, wenn eine Kirche vermittels eines allmächtigen Staats der gesamten Bevölkerung Vorschriften über zu feiernde Feste macht, oder Unrecht?

Zitat:
Irgendjemand hier behauptete Religion löse angeblich keine Probleme, ich denke Idiologie löst keine.


Erstmal heißt es "Ideologie". Dann würde ich "Religion" als einen besonderen Fall von "Ideologie" betrachten. Und dann erwartet das auch niemand. Zumindest niemand, den ich im politischen Sinne für voll nehme. Damit ich das tue, muss derjenige zumindest fordern, dass jemand irgend etwas anders macht, nicht nur, dass derjenige anders über etwas denkt. Was dann wohl auch der Unterschied wäre zwischen Sein und Sollen.

Zitat:
Was etwas löst ist, Kommunikation (wie interreligiöser Dialog), Kontakt (wie gemeinsame Gespräche und Themen) und Wertschätzung (was auch mit Gegenseitigkeit zu tun hat).
Na klar. Kann man ja auch gerne praktizieren. Tut man bloß selten, aufgrund vielfältiger Scheuklappen.

Zitat:
Entnimmt man übrigens alles diesem "schrecklichen" Buch.
Wäre es denn schlimm, wenn Kommunikation, Kontakt und Wertschätzung einfach nur aus sich heraus gut wären, und nicht, weil es so in der Bibel steht?

Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
[Um Hälse getragene Kreuze etc.]
Ist ein Eingriff in meine Persönlichkeitsrechte und Religionsfreiheit!
Das ist Beamtendasein ohnehin. Da bist du zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet. Mögliche Lösungen: kein Beamter werden, keine entsprechende Funktion ausüben (das Neutralitätsgebot gilt entsprechend für beamtenähnliche Dienstverhältnisse), oder einfach stattdessen in eine entsprechende Sekte eintreten, die dann bestenfalls auch noch vom Staat finanziert wird.

Übrigens kann man meiner Meinung nach entweder Kreuze verbieten und Kopftücher, oder beides erlauben. Alles andere wäre ein ziemlich offensichtlicher Verstoß gegen die Religionsfreiheit.

Und wer's richtig bunt mag, kann mal über Turbane und Dolche der Sikh nachdenken...

Zitat:
Ich persönlich würde das Kreuz unter der Kleidung tragen, da "tret ich unseren (kompromissbereiten) Atheisten und Zugereisten nicht auf die Füße" und geb trotzdem meinen Glauben nicht auf!
Meiner Meinung nach wäre das (eine entsprechende Situation vorausgesetzt) eine akzeptable Lösung, solange das "unter der Kleidung tragen" nicht nur ein Vorwand bleibt, d.h. das Symbol tatsächlich wirksam verdeckt, also unkenntlich wird.

Da bliebe dann die Frage offen, was das denn bringen soll.

Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Ich trage es auf meiner Kleidung, so wie der Jude und der Moslem ihre Kippa tragen dürfen oder die Esoterikerin ihre Talismane.
Ja, und verstößt damit gegen die Verfassung.

Zitat:
Und ein Atheist, der sich meint darüber mournieren zu müssen ist nicht kompromissbereit - für ihn gilt nur seins unter der Maske des Laizismus.
  1. Monieren
  2. Falsch. Weltanschauliche Neutralität von Beamten (und ähnlichen Bütteln) sowie Religionsfreiheit sind hier Gesetz
  3. In diesem Sinne meint "Laizismus" genau, Religion zwar zuzulassen, jedoch zu verhindern, dass sie in bestimmten, nämlich staatlichen, Situationen, öffentlich präsentiert wird
  4. Das ist auch weder eine Maske noch ein Mangel an Kompromissbereitschaft

Das Grundgesetz wurde auf demokratischem Wege in Kraft gesetzt. Aber hier wie so oft: wenn der Verfassungsbruch Tradition hat, geht den Tätern nichts über seine Fortsetzung...

Zitat:
Ich entsinne mich da auch noch einer Konferenz, wo mein Kreuz Thema war, ich empfahl daraufhin in meinen Unterrricht zu kommen und es mir vor den Schülern abzureißen.
Warum die Opferhaltung? Damit Du rummosern kannst, dass man Dich "unterdrückt" hätte?

Wie wäre es denn gewesen, hättest Du Kompromissbereitschaft demonstriert, und es z.B. einfach versteckt oder Dich (vor dem Hintergrund u.A. der ohnehin vorhandenen Eigentumsverhältnisse an Menschen) einfach an simple Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens wie "weltanschauliche Neutralität" gewöhnt?

Zitat:
Zumal der empfehlende Kollege ein umgedrehtes Kreuz als Ohrschmuck und ein Spaghettimonster T-Shirt trug...
Da wär ich gerne mal Mäuschen gewesen.

Für mich spielt es übrigens durchaus eine Rolle, ob jemand "auf Augenhöhe" seine Religion ausstellt, oder ob er das gegenüber von ihm Abhängigen oder Entrechteten oder gar gegenüber Übermächtigen tut.

Zitat:
Er war immer noch nicht da.
Selbstverständlich nicht. Das war ja auch einfach ein dummer Trollingversuch. Normal denkende Menschen würden einfach damit aufhören, herumzuzeigen, was sie alles falsch gemacht haben.

__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 25.04.2018, 17:32   #22
Acolina
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Ich denke nicht, dass diese neue Kreuzespflicht lange den Gerichten stand hält. Sie widerspricht der Neutralitätspflicht des Staates.

Des Weiteren denke ich auch nicht, dass es dabei tatsächlich um Religion geht. Eher um eine Anbiederung an rechts(populistisch)-christliche Kreise (siehe auch hier), an AfD & Co, in der Hoffnung, bei der nächsten Wahl gibt es nichts rechts der CSU. Ob die Rechnung aufgeht, wir werden sehen. Ich bezweifle es, aber natürlich ist mir selbst die CSU noch um Längen lieber als die AfD

Allerdings finde ich das Zeichen, das da gegenüber Menschen mit anderen Weltanschauungen, auch anderen Religionen, auch z.B. Juden (die ja nicht gerade unerheblich unter dem Kreuz gelitten haben) interessant, in einer Zeit, wo selbst in München nicht mehr die Mehrheit katholisch ist: Seht her, wir haben die Macht, wir dominieren euch alle! Das ist unser Land! Auch, wenn wir längst eine Minderheit sind. Wir grenzen dich aus, das hier ist nicht deines. Basta.

Kann man machen. Ist dann aber... nun ja.

Sich so zu verhalten, anderen sein Denken und seine Religion aufzuoktroyieren (das ist natürlich gut, wenn es Christen machen, aber ganz furchtbar böse, wenn es jeder andere macht), ist dann wohl das, was Law unter Folgendem versteht:
Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Was etwas löst ist, Kommunikation (wie interreligiöser Dialog), Kontakt (wie gemeinsame Gespräche und Themen) und Wertschätzung (was auch mit Gegenseitigkeit zu tun hat).
Entnimmt man übrigens alles diesem "schrecklichen" Buch.
Nun ja, sorry, dass ich unter Kommunikation und Wertschätzung etwas anderes verstehe als: "Hey, ich knall jetzt mein Kreuz überall hin, kannste nix gegen machen! Du willst dein Religions-/Weltanschauungssymbol auch überall haben? Ätsch! Verbiete ich dir!"

Aber hey, ich kenne auch Leute, bei denen zählen Anreden wie Bitch & Co zur gewaltfreien Kommunikation (O-Ton: "What??!! Is nich gewaltfrei? Aber ich habse doch gar nich geschlagen!")

Apropos Neutralitätspflicht: Kruzifix-Beschluss
Zitat:
Detailaussagen
  • Das christliche Kreuz ist kein lediglich kulturelles Symbol und kein überreligiöses Symbol für Humanität oder Barmherzigkeit. Es ist das Symbol einer bestimmten Religion.
  • Art. 4 GG schützt davor, dass der Bürger in einem staatlich geschaffenen Pflichtraum (Schulpflicht) dem Einfluss eines bestimmten Glaubens ausgesetzt wird, ohne sich diesem entziehen zu können.
  • Auch für Personen im Sonderrechtsverhältnis wie etwa Schüler gilt das Grundrecht der Religionsfreiheit uneingeschränkt.
  • Bei Kindern unter 14 Jahren, die sich nicht auf die Religionsfreiheit berufen können (vgl. § 5 RelKErzG), wird durch das „Kreuz in der Schule“ die Freiheit der Eltern verletzt, ihre Kinder im Sinne einer bestimmten Weltanschauung zu erziehen (Art. 6 Abs. 2 GG – Erziehungsfreiheit).
  • Die Religionsfreiheit der Schüler und das Erziehungsrecht der Eltern untereinander ist zu einem „schonenden Ausgleich“ nach den Grundsätzen praktischer Konkordanz zu bringen.
  • Da ein solcher „schonender Ausgleich“ in diesem Fall nicht möglich ist und die Religionsanschauung einiger Schüler den anderen Schülern nicht aufgedrängt werden darf, verstoßen Kreuze in Schulen, die keine Bekenntnisschulen sind, grundsätzlich gegen das Grundgesetz.
Ich denke, auch Ämter, Gerichte etc. sind staatlich geschaffene Pflichträume und da greift dann imho Art. 4 GG (siehe oben). Imho gibt es sehr gute Gründe, warum das im Grundgesetz so verankert wurde und die Schöpfer dieses hatten sicher dabei nicht ein Verbot von Religion (oder die Verbannung dieser aus den Köpfen usw.) im Sinne. Ganz im Gegenteil.

Was z.B. Schulen angeht, in Nicht-Konfessionsschulen sollte (siehe wiederum oben) Neutralitätspflicht herrschen. Ansonsten: Wenn da Lehrer sich mit Kreuz, Piratenhut/Bandana, Kippa, Kopftuch etc. pp. schmücken möchten, dann muss auch gleiches Recht für alle gelten.

Aber auch an solch nicht-konfessionellen Schulen würde ich einem Religionslehrer in seinem Konfessionsunterricht das Tragen seiner Religionssymbolik erlauben. Da macht es dann ja durchaus Sinn. Aber auch diesbezüglich muss dann natürlich für alle das gleiche Recht gelten.

Und noch eins: Über das Spaghettimonster lustig machen, ist das Gleiche, wie sich über den christlichen oder jeden anderen Gott lustig machen. Es gibt nun mal Menschen, für die ist der christliche etc. Gott nichts anderes als z.B. für einen Christen das Spaghettimonster. Wenn ich Respekt für meine Religion/Weltanschauung erwarte, dann sollte ich diesen auch allen anderen zollen, so blödsinnig sie mir auch erscheinen mögen. Oder wir lassen es eben bei allen.

Ach ja, zu H.A.S.I., Mann, Law, gibt es eigentlich so tiefe Keller, damit du auch mal lachen kannst?

Wie nennt man es, wenn eine Gruppe sich dauernd Sonderrechte und Privilegien rausnehmen will, mehr Rechte als andere haben will und dies durchsetzt, sobald sie an den entscheidenden Machthebeln sitzt? Bei allen tyrannisches Gehabe, nur bei Christen Tradition? "Wertschätzung"?
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 25.04.2018, 17:34   #23
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Dazu kann man ebenfalls nicht vernünftig antworten, ....
Du eierst mal wieder rum.
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Alt 25.04.2018, 17:38   #24
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Übrigens kann man meiner Meinung nach entweder Kreuze verbieten und Kopftücher, oder beides erlauben. Alles andere wäre ein ziemlich offensichtlicher Verstoß gegen die Religionsfreiheit.
Da bin ich ganz bei dir.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
...solange das "unter der Kleidung tragen" [Kreuz] nicht nur ein Vorwand bleibt, d.h. das Symbol tatsächlich wirksam verdeckt, also unkenntlich wird.

Da bliebe dann die Frage offen, was das denn bringen soll.
Die Frage kann sich nur ein Atheist stellen...

Kleines Beispiel:
Die Lehrerin hätte das Kreuz (kleiner Anhänger) von ihrer Mutter/Großmutter geerbt und hängt sehr daran einmal aus Glaubensgründen und zweitens aus Liebe und Achtung. Warum sollte sie es dann gegen ihren Glauben und ihre Gefühle abnehmen?

Also trägt sie es unter der Kleidung und alle intoleranten Besserwisser können nichts dagegen tun!

Religion und Glauben hat nichts mit offen zur Schau getragenen Symbolen zu tun, sondern befindet sich im Innersten des Menschen. (mM)
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Alt 25.04.2018, 17:40   #25
Lawrence P. W.
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen

Erstmal heißt es "Ideologie". Dann würde ich "Religion" als einen besonderen Fall von "Ideologie" betrachten. Und dann erwartet das auch niemand. Zumindest niemand, den ich im politischen Sinne für voll nehme. Damit ich das tue, muss derjenige zumindest fordern, dass jemand irgend etwas anders macht, nicht nur, dass derjenige anders über etwas denkt. Was dann wohl auch der Unterschied wäre zwischen Sein und Sollen.

Na klar. Kann man ja auch gerne praktizieren. Tut man bloß selten, aufgrund vielfältiger Scheuklappen.

Wäre es denn schlimm, wenn Kommunikation, Kontakt und Wertschätzung einfach nur aus sich heraus gut wären, und nicht, weil es so in der Bibel steht?

Das ist Beamtendasein ohnehin. Da bist du zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet. Mögliche Lösungen: kein Beamter werden, keine entsprechende Funktion ausüben (das Neutralitätsgebot gilt entsprechend für beamtenähnliche Dienstverhältnisse), oder einfach stattdessen in eine entsprechende Sekte eintreten, die dann bestenfalls auch noch vom Staat finanziert wird.

Übrigens kann man meiner Meinung nach entweder Kreuze verbieten und Kopftücher, oder beides erlauben. Alles andere wäre ein ziemlich offensichtlicher Verstoß gegen die Religionsfreiheit.

Und wer's richtig bunt mag, kann mal über Turbane und Dolche der Sikh nachdenken...

Meiner Meinung nach wäre das (eine entsprechende Situation vorausgesetzt) eine akzeptable Lösung, solange das "unter der Kleidung tragen" nicht nur ein Vorwand bleibt, d.h. das Symbol tatsächlich wirksam verdeckt, also unkenntlich wird.

Da bliebe dann die Frage offen, was das denn bringen soll.

Ja, und verstößt damit gegen die Verfassung.


  1. Monieren
  2. Falsch. Weltanschauliche Neutralität von Beamten (und ähnlichen Bütteln) sowie Religionsfreiheit sind hier Gesetz
  3. In diesem Sinne meint "Laizismus" genau, Religion zwar zuzulassen, jedoch zu verhindern, dass sie in bestimmten, nämlich staatlichen, Situationen, öffentlich präsentiert wird
  4. Das ist auch weder eine Maske noch ein Mangel an Kompromissbereitschaft

Das Grundgesetz wurde auf demokratischem Wege in Kraft gesetzt. Aber hier wie so oft: wenn der Verfassungsbruch Tradition hat, geht den Tätern nichts über seine Fortsetzung...
Warum die Opferhaltung? Damit Du rummosern kannst, dass man Dich "unterdrückt" hätte?

Wie wäre es denn gewesen, hättest Du Kompromissbereitschaft demonstriert, und es z.B. einfach versteckt oder Dich (vor dem Hintergrund u.A. der ohnehin vorhandenen Eigentumsverhältnisse an Menschen) einfach an simple Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens wie "weltanschauliche Neutralität" gewöhnt?

Da wär ich gerne mal Mäuschen gewesen.

Für mich spielt es übrigens durchaus eine Rolle, ob jemand "auf Augenhöhe" seine Religion ausstellt, oder ob er das gegenüber von ihm Abhängigen oder Entrechteten oder gar gegenüber Übermächtigen tut. Selbstverständlich nicht. Das war ja auch einfach ein dummer Trollingversuch. Normal denkende Menschen würden einfach damit aufhören, herumzuzeigen, was sie alles falsch gemacht haben.
Tja, intelligent daherreden und dann Geschlechtsteil und Glauben gleichzusetzen, um letzteres mit ersterem zu diffamieren und herabzusetzen.

Ich verstoße mit meinem Kreuz nicht gegen die Verfassung, sie schützt es vielmehr, dass ich es tragen darf und dass ich Glauben leben darf.

Der Schleier ist kein religiöses Symbol, sondern eines einer patriarchalen Dominanz.
Wir leben hier in Deutschland. Es hat christliche/jüdische Wurzeln keine Sikh. Die Sharia hat hier keine Rechtsgültigkeit, so wie die mosaisch überlieferte Auslegung des Dekalogs (GottseiDank..). Als "gebildeter" Mensch sollte dir die Tatsache bekannt sein

Ich verstecke mich da nicht.
Ich bin Christ - komm damit klar!


Ich sehe nicht, dass du da irgendwie auf Augenhöhe aus bist, wenn man seinen Glauben verstecken soll, nicht offen Leben darf.
Das ist die Sichtweise sich eines überlegen fühlenden, der gerne auf anderes herabblickt.



"Idiologie" wählte ich nicht ohne Grund.
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Letztendlich muss jeder Atheist dran glauben
Der Glaube ist eine Realität von den Dingen, die wir hoffen.
Nietzsche "Gott ist tot" ............................................ Gott "Nietzsche ist tot"

Geändert von Lawrence P. W. (25.04.2018 um 17:44 Uhr).
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Alt 25.04.2018, 17:48   #26
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Ach ja, vergessen, wenn jemand an einer Nicht-Konfessionsschule oder einem anderen Ort, wo Neutralitätspflicht herrscht, sein Religions-/Weltanschauungssymbol, ob Kreuz, Halbmond, Tattoo, Darwinanhänger oder was auch immer unsichtbar trägt, finde ich das völlig ok. Das verstößt imho auch nicht gegen die Neutralitätspflicht.
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Alt 25.04.2018, 18:08   #27
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Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
Also trägt sie es unter der Kleidung und alle intoleranten Besserwisser können nichts dagegen tun!
Wollen die Besserwisser denn das?
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Alt 25.04.2018, 18:27   #28
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
Des Weiteren denke ich auch nicht, dass es dabei tatsächlich um Religion geht.
Stimmt. Wie Law ja auch dem muslimischen Kopftuch zuschreibt. Vermutlich, ohne zu merken, dass er Dich so unterstützt.

Zitat:
Aber auch an solch nicht-konfessionellen Schulen würde ich einem Religionslehrer in seinem Konfessionsunterricht das Tragen seiner Religionssymbolik erlauben. Da macht es dann ja durchaus Sinn. Aber auch diesbezüglich muss dann natürlich für alle das gleiche Recht gelten.
Da möchte ich behutsam widersprechen: meiner Meinung nach verletzt die Schule bekanntlich so gut wie alle Menschenrechte. Da kann man dann nicht "Religionsunterricht", der ja in Wirklichkeit ein Unterricht in Unterwürfigkeit, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit ist - wie alle anderen Fächer auch - aussondern und den Religiösen da beliebige Privilegien zuschreiben...

Zitat:
Wie nennt man es, wenn eine Gruppe sich dauernd Sonderrechte und Privilegien rausnehmen will, mehr Rechte als andere haben will und dies durchsetzt, sobald sie an den entscheidenden Machthebeln sitzt? Bei allen tyrannisches Gehabe, nur bei Christen Tradition? "Wertschätzung"?
Ich würd's "mangelnde Reflexion" nennen.

Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
[entweder Kreuze und Kopftücher verbieten, oder keins von beiden]
Da bin ich ganz bei dir.
Klasse. War, glaube ich, mal anders. Aber gut, dass Du das so siehst.

Zitat:
Die Lehrerin hätte das Kreuz (kleiner Anhänger) von ihrer Mutter/Großmutter geerbt und hängt sehr daran einmal aus Glaubensgründen und zweitens aus Liebe und Achtung.
Mag ja sein.

Zitat:
Warum sollte sie es dann gegen ihren Glauben und ihre Gefühle abnehmen?
Weil selbst dieses Kriterium, und die genannten Beweggründe nichts an der Religionsfreiheit und am Gebot der weltanschaulichen Neutralität ändern. Das ist schlichtweg ein Kategoriefehler.

Zitat:
Also trägt sie es unter der Kleidung und alle intoleranten Besserwisser können nichts dagegen tun!
Selbst tolerante Schlechterwisser können dagegen nichts mehr tun. Darum geht es hier ja.

Der Punkt ist, dass es gleichgültig ist, wie sie darüber denkt. Mir (und anderen) geht es darum, dass sie in entsprechenden Situationen keine religiösen Symbole zur Schau stellt. Nicht darum, ihren Glauben in Frage zu stellen oder ihre Liebe oder ihre Achtung vor ihren Vorfahren.

Zitat:
Religion und Glauben hat nichts mit offen zur Schau getragenen Symbolen zu tun, sondern befindet sich im Innersten des Menschen. (mM)
Umso klarer meine Frage: warum dann überhaupt Symbole zur Schau stellen?

Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Tja, intelligent daherreden und dann Geschlechtsteil und Glauben gleichzusetzen, um letzteres mit ersterem zu diffamieren und herabzusetzen.
Erst einmal halte ich es nicht für "herabsetzung", etwas mit einem Geschlechtsteil zu vergleichen. Zumal nicht, wenn sich die Begründung für den Vergleich so gut liest.

Zitat:
Ich verstoße mit meinem Kreuz nicht gegen die Verfassung, sie schützt es vielmehr, dass ich es tragen darf und dass ich Glauben leben darf.
Es steht aber schon in Frage, ob die Situation, in denen Du Minderjährigen Deine Ideologie andrängst, überhaupt verfassungsmäßig zustande gekommen wäre. Meiner Meinung nach nicht.

Zitat:
Der Schleier ist kein religiöses Symbol, sondern eines einer patriarchalen Dominanz.
Dir ist also aufgefallen, dass sich eigene und fremde Zuschreibung der Bedeutung eines Symbols durchaus unterscheiden können? Herzlichen Glückwunsch und willkommen in der Moderne!

Zitat:
Ich sehe nicht, dass du da irgendwie auf Augenhöhe aus bist, wenn man seinen Glauben verstecken soll, nicht offen Leben darf.
Soll man ja. Wenn man z.B. Beamter ist. Weltanschauliches Neutralitätsgebot.

Wenn Du das, was Du da glaubst, zu sagen zu haben, nicht sagen kannst, ohne dass da irgendsoein Fetisch von Deinem Hals baumelt (oder so etwas), würde ich da schon von Problemen mit dem Selbstbewusstsein ausgehen. Von Problemen mit dem Selbstbewusstsein, wohlgemerkt, nicht von einer äußeren Zuschreibung einer bestimmten "Höhe" in der jeweils aktiven Hierarchie.

Zitat:
Das ist die Sichtweise sich eines überlegen fühlenden, der gerne auf anderes herabblickt.
Blödsinn. Ich habe nur gesagt, es macht einen Unterschied, ob Du vor Minderjährigen, entrechteten und absolut von Dir abhängigen Menschen mit einem Kreuz fuchtelst, ob Du das vor gleichgestellten Kollegen tust, oder ob Du das vor jemandem tust, der Dir einfach morgen den Saft abdrehen könnte...
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
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Alt 25.04.2018, 18:59   #29
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Klasse. War, glaube ich, mal anders. Aber gut, dass Du das so siehst.
Da glaubst du glaub ich falsch...

Ich hatte mich schon immer echauffiert das unsere "Zugereisten" sich in einem Gastgeberland über Sitten und Gebräuche aufregen hinwegsetzen und zeitgleich ihr Ding (Komplettverschleierung/Diskriminierung von Frauen u.a.) durchziehen...

Dann bitte sollen sie sich integrieren, z.B. keine Kopftücher/Burkas tragen und keine anders Gläubigen in Songtexten diffamieren/beleidigen/verhöhnen oder öffentlich diese angreifen wie unlängst beide Beispiele sehr schön in den Medien zu beobachten und lesen war...

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Umso klarer meine Frage: warum dann überhaupt Symbole zur Schau stellen?
Öffentlich meinst Du?

Ja so ist der Mensch halt. z.B. Die einen müssen protzen mit dem was sie haben, die anderen genießen ihren Luxus/Reichtum eher im "Stillen".

Der eine ist tief religiös hält sich an die Bibel und lebt diesen Glauben, der andere rennt mit Kreuz vorm Bauch rum und verhält sich alles andere als christlich.

Ich hatte auch schoneinmal an anderer Stelle erwähnt das die CSU/CDU das Wort "christlich" in ihrem Parteinamen tragen, die Taten und Regierungsform weicht aber stark von Glaube und Nächstenliebe ab (mM)!
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Geändert von Venkman (25.04.2018 um 19:14 Uhr). Grund: Rechtschreibung
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Alt 25.04.2018, 19:48   #30
Lawrence P. W.
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Zitat:
Es steht aber schon in Frage, ob die Situation, in denen Du Minderjährigen Deine Ideologie andrängst, überhaupt verfassungsmäßig zustande gekommen wäre. Meiner Meinung nach nicht.
Tja, leider kannst du es nicht aus den Köpfen herausprügeln.
Das Recht auf Glauben gibt es als Grundlage in unseren KiTas.
Unsere Erziehungskräfte werden diesbezüglich ausgebildet.
Die Kinder lernen biblische Geschichten kennen, feiern die christlichen Feste und bringen bisweilen ihren Eltern das Beten beim Essen bei.
Das halte ich nicht für etwas schlechtes.
Sie lernen christliche Werte, wie Nächstenliebe, Toleranz und Respekt kennen.

Zitat:
Da kann man dann nicht "Religionsunterricht", der ja in Wirklichkeit ein Unterricht in Unterwürfigkeit, Ignoranz und Verantwortungslosigkeit ist - wie alle anderen Fächer auch - aussondern und den Religiösen da beliebige Privilegien zuschreiben.
Das ist der Punkt, wo ich mal wieder sehr stark an deiner Bildung zweifle...
Diese 3 Subcurriculi werden definitiv nicht und schon gar nicht in Religion unterrichtet.
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Nietzsche "Gott ist tot" ............................................ Gott "Nietzsche ist tot"
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