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Außergewöhnliche Funde Die Piri Reis Karten, die Maschine von Antikythera oder die Goldflieger aus Südamerika - letzte Zeugen einer uralten Hochzivilisation?

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Alt 13.06.2017, 09:45   #1
ElLobo1
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Standard DER BEGINN DER SESSHAFTIGKEIT

Wir wissen, dass irgendwann das Konzept der Sesshaftigkeit jenes des Jägers und Sammlers abgelöst hat.
Wir wissen nicht genau wann das war, oder warum dieser Prozess plötzlich weltweit eingesetzt hat, aber er hat stattgefunden!

Werdet selbst Zeuge wie es ist, wenn die Jäger auf die ersten Siedlungen treffen, und sich die ersten Städte entwickeln, denn es ist unsere eigene Geschichte...

https://www.youtube.com/watch?v=YaP6DUowYOM
__________________
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Alt 13.06.2017, 10:52   #2
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von ElLobo1 Beitrag anzeigen
Wir wissen, dass irgendwann das Konzept der Sesshaftigkeit jenes des Jägers und Sammlers abgelöst hat.
Wir wissen nicht genau wann das war, oder warum dieser Prozess plötzlich weltweit eingesetzt hat, aber er hat stattgefunden!
Das ist kompletter Schwachsinn.
Erstens hat der Übergang nicht weltweit stattgefunden, sondern für jede Population zu einem eigenen Zeitpunkt (diese liegen Jahrtausende auseinander und noch heute gibt es Jäger und Sammler Gemeinschaften).
Zweitens weiss man ziemlich genau, wie der Übergang zu Stande gekommen ist. Einerseits durch die Beobachtung heutiger Völker am Übergang und andererseits durch Analyse der steinzeitlichen Siedlungen. Ein Übergang findet schrittweise statt, wenn durch Ackerbau oder besonders reichhaltige lokale Ressourcen (gute Obst-, Beeren- oder Getreidevorkommen) das Jagdrevier der Population kleiner wird. Die Siedlungen wandern nicht mehr ganzjährig dem Wild hinterher, sondern bewegen sich in kurzer Distanz zu den Anbaugebieten. Wenn eine der Stellen besonders wichtig wird, verbringen sie mehr Zeit des Jahres dort (z.B. wegen Handelsbeziehungen, Nähe zu Frischwasser, Schutz vor Räubern, Rivalen in der Nähe anderer Stellen...). Dann werden sie langsam sesshaft.
Schlagartig sesshaft werden sie, wenn sie die Siedlung durch Befestigungen vor Tieren und anderen Stämmen schützen müssen. Dann gräbt sich eine Population ein. Zäune und Erdwälle lassen sich schlecht bewegen.

Eine sesshafte Kolonie schliesst aber noch immer keine Jäger und Sammler aus. Noch heute gibt es auch in Europa Jäger, die tagelang in den Wald ziehen, Sennen, die Monatelang mit der Herde auf die Alp ziehen, fahrende Handwerker und Händler, sowie fahrendes Volk, das zwischen den Siedlungen lebt. Der Übergang von Jäger/Sammler zu Sesshaft ist keine dichotome Veränderung, sondern ein leichtes Verändern der Dominanz eines bestimmten Lebensstils. Es waren immer beide Elemente in einer Gesellschaft vorhanden und sie werden es auch immer bleiben.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
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Alt 13.06.2017, 11:12   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Noch heute gibt es auch in Europa Jäger, die tagelang in den Wald ziehen, Sennen, die Monatelang mit der Herde auf die Alp ziehen, fahrende Handwerker und Händler, sowie fahrendes Volk, das zwischen den Siedlungen lebt. Der Übergang von Jäger/Sammler zu Sesshaft ist keine dichotome Veränderung, sondern ein leichtes Verändern der Dominanz eines bestimmten Lebensstils. Es waren immer beide Elemente in einer Gesellschaft vorhanden und sie werden es auch immer bleiben.
Mir scheint es, als ob hier "Sesshaftigkeit" und "(ausschließlicher) Ackerbau" als synonym behandelt werden. Tatsächlich war aber Viehzucht oder -nutzung immer ganz dicht am Menschen, und der reine Ackerbau die Ausnahme. Alle Landwirte und Sesshaften haben auch Vieh genutzt. Meine Eltern haben in Berlin-Lankwitz in den 70er Jahren noch im Garten Hühner gehalten, und das ist niemandem auch nur als ungewöhnlich aufgefallen.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 13.06.2017, 12:29   #4
josian
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Mir scheint es, als ob hier "Sesshaftigkeit" und "(ausschließlicher) Ackerbau" als synonym behandelt werden. Tatsächlich war aber Viehzucht oder -nutzung immer ganz dicht am Menschen, und der reine Ackerbau die Ausnahme. Alle Landwirte und Sesshaften haben auch Vieh genutzt. Meine Eltern haben in Berlin-Lankwitz in den 70er Jahren noch im Garten Hühner gehalten, und das ist niemandem auch nur als ungewöhnlich aufgefallen.
Berlin - Lankwitz der 1970er hat mit dem Beginn der Sesshaft Werdung ja nicht soviel zu tun.
Meines Wissens nach war die "Kolonisation" der germanischen Urwälder bereits um die Zeitenwende abgeschlossen.

Geändert von josian (13.06.2017 um 12:31 Uhr).
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Alt 13.06.2017, 12:30   #5
querdenkerSZ
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Nicht nur das...es gab auch Leute die den umgekehrten Weg gingen...die Sioux z.B. waren ursprünglich Bauern und wurden nach dem ausreichend Pferde vorhanden waren wieder zu Jägern und Sammlern.....

Zitat:
Die Sioux waren ursprünglich Ackerbauern, die nur gelegentlich Bisons jagten. Erst als sie ab 1700 die von den Spaniern eingeführten Pferde übernahmen, sind sie als nomadische Bisonjäger anzusehen. Die Jagd war Aufgabe der Männer. In der Prärie und auf den Hochebenen gab es riesige Bisonherden, aber auch Gabelböcke, Wapitis, Kaninchen und Stachelschweine und an den Flussläufen Biber und Enten. Das die Großen Ebenen beherrschende Tier war der Bison. Obwohl archäologische Funde beweisen, dass dieses Tier in Nordamerika weithin verbreitet war, beschränkte sich sein Lebensraum im 19. Jahrhundert auf die Plains, die von etwa 60 Millionen Bisons bevölkert waren. Der Bison hat ein schlechtes Sehvermögen, dafür sind aber sein Geruchssinn und sein Gehör außerordentlich gut, so dass sich die indianischen Jäger gegen den Wind anschleichen mussten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sioux#Die_Bisonjagd
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Alt 13.06.2017, 14:54   #6
ElLobo1
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Das ist kompletter Schwachsinn.
Erstens hat der Übergang nicht weltweit stattgefunden, sondern für jede Population zu einem eigenen Zeitpunkt ...
Zweitens weiss man ziemlich genau, wie der Übergang zu Stande gekommen ist. Einerseits durch die Beobachtung heutiger Völker am Übergang und andererseits durch Analyse der steinzeitlichen Siedlungen.
Die Resonanz freut mich. Aber eines muss wohl klar sein:
"Ziemlich genau" weiß man gar nichts!
Weder kann man durch die Beobachtung heutiger Völker auf die Verhältnisse in der fernen Vergangenheit schließen(etwa durch die Beobachtung heutiger Inkas werden wir nichts über deren ferne Vergangenheit erfahren, da sich dieses Volk den neuen Gegebenheiten anpassen musste, und alles scheinbar natürliche wieder neu und von Grund auf lernen mussten), noch sind Analysen von (den wenigen bekannten) steinzeitlichen Siedlungen sehr aussagekräftig, da bekannterweise nur Dinge erhalten geblieben sind, die nicht verrotten. Und vom Verhalten der Menschen wissen wir schon überhaupt nichts.

Und wer Gegenteiliges behauptet, der erzählt erst recht Schwachsinn

Übrigens WAR der Übergang zur Sesshaftigkeit ein weltweit plötzlicher, vom geologischen Standpunkt aus betrachtet, denn sonst würden sich ja leicht Siedlungen finden lassen, welche 15.000, 20.000 oder noch mehr tausend Jahre in der Vergangenheit liegen. Doch da ist Fehlanzeige, denn gesicherte Funde wie Göbekli Tepe sind nun mal die Ausnahme.
Man könnte hier natürlich anführen, dass es möglicherweise Sesshaftigkeit schon sehr viel früher gegeben hat, etwa in Höhlen, aber ich meine den Terminus der Sesshaftigkeit natürlich bezogen auf den Bau von stabilen Gebäuden jedweder Art, die Spuren bis heute übrig gelassen haben...
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Geändert von ElLobo1 (13.06.2017 um 15:01 Uhr).
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Alt 13.06.2017, 17:57   #7
querdenkerSZ
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Zitat:
Übrigens WAR der Übergang zur Sesshaftigkeit ein weltweit plötzlicher, vom geologischen Standpunkt aus betrachtet, denn sonst würden sich ja leicht Siedlungen finden lassen, welche 15.000, 20.000 oder noch mehr tausend Jahre in der Vergangenheit liegen. Doch da ist Fehlanzeige, denn gesicherte Funde wie Göbekli Tepe sind nun mal die Ausnahme.
Dir fällt nicht auf dass nur ein Fund (Göbekli Tepe ) der Idee der weltweit zeitgleichen Entwicklung genau widerspricht.......ansonsten müste es ja weltweit gleichalte Funde geben die es wie du selber weisst nicht gibt.....
Ausserdem wo sind die 15.000 oder 20.000 Jahre her......widermal YouDumm Uni...denn auch da hat die echte Wissenschaft wieder ganz andere Zahlen....

https://de.wikipedia.org/wiki/Ackerb..._des_Ackerbaus
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Alt 13.06.2017, 18:12   #8
ElLobo1
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Zitat:
Zitat von querdenkerSZ Beitrag anzeigen
Dir fällt nicht auf dass.....
Falsch! Dein scheinbar entdeckter Widerspruch ist mir bekannt, es ist aber keiner.
Wie du weißt wird Göbekli Tepe je nach untersuchter Schichte auf ein Alter von acht bis neuntausend Jahren geschätzt.
Das ist der Horizont, den ich in etwa für den plötzlichen Beginn des Dorf und Städtebaues vermute.
Die Wende wird grob geschätzt etwa 10 bis 11.000 Jahre her sein, weil sicher noch etwas vor Göbekli Tepe gewesen sein muss.
Und das ist dann das plötzliche Ereignis in unserer Geschichte. Weltweit. Ab diesem Zeitpunkt beginnen sich die Menschen großflächig niederzulassen, und irgendwann werden dann auch weltweit die Pyramiden, Verzeihung, die Stufentempel, gebaut.
Natürlich verweigern einige Völker die Sesshaftigkeit bis heute, aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Es kommt auf die Mehrheit an, und ab diesem Zeitpunkt ist den Menschen mehrheitlich klar geworden, dass die Zukunft in den Städten liegt.

Bleibt die Frage: Warum gerade dieser Zeitpunkt?
Unsere Art existiert schon hunderte tausende Jahre auf dieser Welt. Was unterscheidet den Zeitpunkt der Wende zur allgemeinen Sesshaftigkeit zur langen Zeit davor?
Dazu gibt es noch keine zufriedenstellende Antwort, denn theoretisch könnten die Menschen die Sesshaftigkeit auch schon vor 100.000 Jahren entwickelt haben. Aber es gibt ja keinen geologischen oder archäologischen Nachweis dafür.
Oder doch?
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Geändert von ElLobo1 (13.06.2017 um 18:14 Uhr).
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Alt 13.06.2017, 18:37   #9
querdenkerSZ
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Zitat:
Die Wende wird grob geschätzt etwa 10 bis 11.000 Jahre her sein, weil sicher noch etwas vor Göbekli Tepe gewesen sein muss.
wieso..weil You Dumm und Schwurbelanten das behaupten oder du es dir wünschst?

Irgendwelche Belege ausser wie üblich müste , hätte , könnte...........
querdenkerSZ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2017, 22:19   #10
Lawrence P. W.
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Zitat:
Zitat von querdenkerSZ Beitrag anzeigen
wieso..weil You Dumm und Schwurbelanten das behaupten oder du es dir wünschst?

Irgendwelche Belege ausser wie üblich müste , hätte , könnte...........
Das Alter von Göbelki Tepe ist belegt!!

Und, das was dort aufgebaut wurde, hatte durchaus schon Tradition, doch wie alt ist die, wo kommt das Wissen über diese Bauten über diese Symbolik dort her?
Was sind deren Wurzeln...?
__________________
Letztendlich muss jeder Atheist dran glauben
Der Glaube ist eine Realität von den Dingen, die wir hoffen.
"Gott ist tot" Nietzsche ............................................ "Nietzsche ist tot" Gott
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