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Katastrophen und Kataklysmen vor unserer Zeit Haben gewaltige Katastrophen das Gesicht unserer Welt verändert? Gab es Sintfluten und Weltenbrände? Wurden durch Meteoriteneinschläge ganze Zivilisationen vernichtet?

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Alt 10.06.2002, 18:57   #1
Acolina
Hausdrachen
 
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Standard Vulkanausbrüche in Sibierien verursachten größtes Massensterben der Erdgeschichte

Vulkanausbrüche in Sibirien haben vor 250 Millionen Jahren das größte Massensterben der Erdgeschichte verursacht. Auf den Kontinenten überlebte damals weniger als jede dritte Tierart, während in den Ozeanen sogar nur etwa jede siebte Tierart der Katastrophe entging. Schon früher war Geologen bekannt, dass es in Sibirien vor vielen Millionen Jahren große Vulkanausbrüche gegeben hat. Doch erst jetzt brachten Bohrungen britischer Forscher das tatsächliche Ausmaß der Lavaausbrüche zutage, berichtet das Magazin "Science" (Bd. 296, S. 1846).

Um die sibirische Stadt Tura erstreckt sich heute ein etwa zwei Millionen Quadratkilometer großes Gebiet aus Lavagestein. Bohrungen des Geologen Andrew Saunders von der britischen Universität Leicester ergaben nun, dass am Ende der Permzeitalters dort etwa eine Million Kubikkilometer Lava ausgetreten sein müssen. In der Folge haben wahrscheinlich giftige Gase die Luft verpestet, während Asche und Schwefelgase die Sonne verfinsterten. Die Temperaturen auf der Erde dürften dadurch schlagartig gesunken sein. In der Folge muss dann auch der Meeresspiegel gefallen sein, weil große Wassermengen in den anwachsenden Gletschern gespeichert wurde, erklärt der Forscher.

All dies geschah, bevor die Dinosaurier die Welt eroberten. Paläontologen hatten schon früher festgestellt, das vor dem ersten Auftreten der Reptilien fast achtzig Prozent aller Tierarten ausgestorben waren. Bisher konnte jedoch nicht geklärt werden, wie es zu diesem Massensterben kam. Saunders Untersuchungen legen jedoch nahe, dass die Katastrophe in der Evolution des Lebens gleichzeitig mit den Vulkanausbrüchen in Sibirien stattfand.

Die Dinosaurier wurden ihrerseits vor etwa 65 Millionen Jahren durch einen Meteoriten-Einschlag ausgerottet. Im Gegensatz zu der "hausgemachten" Katastrophe am Ende des Perms ist die Erde damals nach Auffassung von Forschern aber noch vergleichsweise glimpflich davon gekommen.


[Quelle: ddp/bdw - Andreas Wawrzinek]
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 14.05.2004, 11:24   #2
Desert Rose
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Sieht so aus als wären es mehrere Ursachen, die dieses Sterben damals auslösten. Durch einen Gewaltigen Impakt könnte es doch zur vermehrte vulkanische Aktivitäten gekommen sein, oder nicht?


Zitat:
14. Mai 2004

KRATER VOR AUSTRALIEN


Kosmischer Killer soll größten Massentod verursacht haben

200 Millionen Jahre vor dem Ende der Saurier kam es zum größten Massensterben der Erdgeschichte. Forscher wollen jetzt in einem Krater vor Australien den Beweis dafür gefunden haben, dass ein Brocken aus dem All für die Katastrophe verantwortlich war.

Vor rund 65 Millionen Jahren hat der Einschlag eines gewaltigen Asteroiden den Niedergang der Dinosaurier eingeleitet - darüber sind sich Wissenschaftler mittlerweile weitgehend einig. Schließlich sind die Spuren des Einschlags, ein Krater namens Chicxulub, noch heute auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán zu sehen.

Doch das damit verbundene Massensterben war nicht das einzige in der Erdgeschichte. Viel verheerender war etwa der Artenschwund, der das Ende des Erdzeitalters Perm vor rund 250 Millionen Jahren besiegelte: Beim größten Massensterben der Erdgeschichte verschwanden 90 Prozent aller Meeresbewohner und 80 Prozent aller Landlebewesen. US-Forscher haben nun, wie sie im Fachblatt "Science" berichten, neue Hinweise darauf gefunden, dass auch dieses Massensterben von einem Meteoriten oder Asteroiden ausgelöst wurde.

Die Fahndung hat dabei recht unwissenschaftlich angefangen - mit der Suche nach Erdöl. In den siebziger und achtziger Jahren führten Ölfirmen im Zentrum eines gut 200 Kilometer großen kraterförmigen Beckens vor der australischen Nordwestküste Probebohrungen durch. Die Bohrkerne wurden nicht weiter beachtet und landeten im Archiv des australischen Geological Surveys.

Dort hat sie Luann Becker und ihr Team von der University of California in Santa Barbara nun genauer untersucht - mit überraschenden Ergebnissen: "Schon als wir die Bohrkerne das erste Mal sahen, deutete viel auf die Spuren eines Einschlags hin", sagt Becker. Die Entdeckung charakteristisch gestauchter Quarze verstärkte später die ersten Vermutungen. Auch das Alter der einst geschmolzenen Strukturen passt mit dem Ende des Perm zusammen - allerdings mit einer recht großen Unsicherheit. Becker ist daher überzeugt, Spuren eines Meteoriteneinschlags entdeckt zu haben.

Die Forscherin geht sogar noch weiter. Da sowohl das Ende der Dinosaurier als auch das Massensterben am Ende des Perm mit Asteroiden-Einschlägen und gleichzeitigem massivem Vulkanismus zusammenfällt, glaubt die Forscherin nicht mehr an ein rein zufälliges Zusammentreffen. Erst die Kombination der kosmischen und vulkanischen Katastrophen hat in ihren Augen das wiederholte Massensterben möglich gemacht.

"Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Einschlagskrater, nach dem wir gesucht haben", sagt Robert Poreda von der University of Rochester, einer der Autoren der Studie. "Wir haben jahrelang Beweise untersucht, dass ein Meteor oder Komet vor 251 Millionen Jahren die Südhalbkugel getroffen hat, und diese Struktur gleicht allem, was wir erwartet haben."

Andere Forscher sind sich da alles andere als sicher: "Ich kann nichts erkennen, was mich von einem Einschlag überzeugen würde", sagt der Wiener Forscher Christian Köberl ebenfalls in "Science". Während beim Chicxulub-Krater mikroskopisch kleine Fragmente anderer Mineralien im einst geschmolzene Gestein eingeschlossen sind, fehlen solche Spuren in Australien fast völlig.

Auch die These, dass die entdeckten mineralischen Strukturen auf Schockwellen zurückzuführen sind und daher auf einen Einschlag hindeuten, stößt auf Kritik. Bevan French vom National Museum of Natural History in Washington ist jedenfalls nicht überzeugt: "Alles, was die Forscher mit dem Schock eines Einschlags in Verbindung bringen, lässt sich auch mit anderen Ursachen erklären - zum Beispiel mit vulkanischen Aktivitäten."

Die Kritiker fordern daher weitere genauere Untersuchungen der gefundenen Bohrkerne. Eine hochgenaue Spektroskopie-Methode, bei der der chemische Fingerabdruck aller gefundenen Mineralien ermittelt wird, könnte Klarheit bringen. Erst dann lässt sich guten Gewissens sagen, ob das größte Massensterben der Erdgeschichte tatsächlich von einem kosmischen Killer ausgelöst wurde.
Quelle

Hunt for Oil Leads to Crater Linked to 'Great Dying'
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Alt 18.05.2004, 09:57   #3
soul
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Hmm ... demnach sind immer zu Zeit der größten Befölkerung, diese Katastrophen aufgetreten ... sehe ich das richtig?

Also ist anzunehmen, dass bald wieder so etwas verkommen wird, nachdem die Erde, ja mal wieder der Überbefölerkung recht nahe ist ...
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Alt 21.05.2004, 12:32   #4
Desert Rose
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Hier bestättigen Wissenschaftler was ich oben vermutet habe.

Zitat:
21.05.2004 - Geowissenschaften


Ein Unglück kommt selten allein

Britische Forscher: Kombination von Vulkanausbrüchen und Meteoriteneinschlag verwüstete Erde mehrfach


Die wirklich schlimmen Massensterben der Erdgeschichte, so glauben Geologen von der University of Leicester, wurden durch zwei gleichzeitige Katastrophen ausgelöst: Ein Meteoriteneinschlag alleine genügt ihrer Meinung nach nicht, um die Flora und Fauna auf der Erde nachhaltig zu dezimieren. Erst in Kombination mit gewaltigen Vulkanausbrüchen kann es zu einem Massensterben wie vor 65 Millionen Jahren am Ende der Kreidezeit kommen, schreiben Rosalind White und Andrew Saunders in der Fachzeitschrift "Lithos".

Die Forscher fanden heraus, dass sich sowohl Meteoriteneinschläge als auch gewaltige Vulkanausbrüche in der Erdgeschichte häufiger ereigneten als Massensterben. Daraus schließen sie, dass eine dieser Katastrophen alleine nicht ausreicht, um die Erde so stark zu verwüsten, dass der größte Teil der Biosphäre vernichtet wird. Die statistische Analyse der Forscher zeigt, dass beide Ereignisse während der letzten 300 Millionen Jahre mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit durchaus dreimal gleichzeitig eintreten konnten. Die Theorie einiger anderer Forscher, Meteoriteneinschläge hätten die Vulkanausbrüche ausgelöst, seien daher unbegründet.

In den vergangenen 300 Millionen Jahren gab es drei einschneidende Massensterben auf der Erde . Vor 250 Millionen Jahren , am Ende des Erdzeitalters Perm, starben 90 Prozent aller Tierarten im Meer und an Land aus, darunter die asselähnlichen Trilobiten, die im Erdaltertum zu den häufigsten Tieren gehört hatten. Am Ende der nachfolgenden Trias, vor 200 Millionen Jahren , wurden ebenfalls zahlreiche Tierarten ausgelöscht. Vor 65 Millionen Jahren , an der Wende von der Kreidezeit zum Tertiär, starben neben sämtlichen Dinosauriern, Flugsauriern und Fischsauriern zum Beispiel auch die Ammoniten aus, Verwandte der Tintenfische mit einem spiralförmigen Haus.

Bei den Katastrophen am Ende des Perm und am Ende der Kreidezeit kam es nachweislich zu gewaltigen Vulkanausbrüchen, die mehrere Millionen Jahre lang anhielten. Dabei bildeten sich in Sibirien beziehungsweise Indien mehrere Kilometer dicke Schichten so genannter Flutbasalte, die eine Fläche so groß wie Frankreich überdecken.

Das Schicksal der Dinosaurier besiegelte außerdem ein zehn Kilometer großer Meteorit, der vor Mexiko ins Meer stürzte. Nun Woche berichteten Forscher im Journal Science, dass sich die Hinweise auf einen Meteoriteneinschlag am Ende des Perm ebenfalls häufen. Vor der Küste Australiens wurde ein Krater mit dem richtigen Alter und der richtigen Größe entdeckt.

Ute Kehse
Quelle



Hier sagen sie, das der Krater vor Australien zu den Massenstren vor 250 Millionen Jahren stammte, nicht wie in mein obigen Artikel vor 200 Millionen Jahren! Was den nun?

Zitat:
Einschlagkrater des Arten-Killers gefunden

Vor rund 250 Millionen Jahren kam es auf der Erde zu einem gewaltigen Artensterben, dem ein Großteil aller Lebensformen zum Opfer fiel. Schon länger vermuteten Forscher, dass auch hierfür - ähnlich wie beim Aussterben der Dinosaurier - ein Asteroiden-Einschlag verantwortlich gewesen sein könnte. Jetzt fanden Wissenschaftler den zugehörigen Einschlagkrater vor der Küste Australiens.
Quelle
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Alt 28.07.2004, 13:00   #5
Desert Rose
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Wie es scheint war noch ein Faktor mit Verantwortlich für den Massensterben am Ende des Perm...


Zitat:
27.07.2004 - Geowissenschaften

Mit dem Ozonloch kam der Tod

Neue Theorie: Defekte Ozonschicht führte zu Massenaussterben am Ende des Perm

Eine Schädigung der Ozonschicht durch Vulkanausbrüche hat vor 250 Millionen Jahren das größte Massenaussterben der Erdgeschichte ausgelöst. Das vermuten Wissenschaftler, die Millionen Jahre alte Pflanzensporen aus der Zeit des Perm untersuchten. Ihre Theorie stellen die Forscher um Henk Visscher von der Universität Utrecht in der Fachzeitschrift PNAS vor (Online-Vorabveröffentlichung DOI: 10.1073/pnas.0404472101).

Die Paläobotaniker untersuchten die fossilen Sporen von Bärlappgewächsen aus Ost-Grönland. Viele dieser Fortpflanzungszellen waren nicht vollständig entwickelt, ergaben die Untersuchungen: Die Sporen waren nicht lose verteilt, wie zu erwarten gewesen wäre, sondern klebten noch aneinander wie in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Dies führen die Forscher auf eine Schädigung bestimmter Gene zurück, welche die Sporenbildung steuern.

Die Fehler im Erbgut seien wohl durch UV-Strahlung der Sonne ausgelöst worden, vermuten Visscher und seine Kollegen. Das UV-Licht konnte ungehindert die Erdoberfläche erreichen, nachdem bei Vulkanausbrüchen im heutigen Sibirien freiwerdende Gase die schützende Ozonschicht der Erde geschädigt hatten. Unter dem schädigenden Einfluss der harten Strahlung traten im Lauf der Zeit so viele Gendefekte auf, dass es zu einer schweren ökologischen Krise kam, spekulieren die Forscher.

Das Massenaussterben an der Grenze von Perm und Trias markiert eine große Zeitenwende in der Erdgeschichte: den Übergang vom Erdaltertum zum Erdmittelalter. Damals starben in einem Zeitraum von zehn Millionen Jahren zwischen 75 und 90 Prozent aller Arten aus. Damit ist dieses Ereignis noch verheerender als das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit, dem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen.

ddp/bdw – Benjamin Eckenfels
Quelle
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