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Traumata Was sind Traumata und wie beeinflussen sie unser Leben? Offene Diskussion über eigene Traumata und die Anderer.

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Alt 13.02.2017, 19:55   #1
basti_79
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Standard Traumata

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hatte ich hier ein neues Forum angelegt. Ich möchte kurz erklären, warum ich Bedarf sehe, und was hier das Thema sein soll. Unter einem "Trauma" versteht man im psychologischen Sinne ein schmerzhaftes Erlebnis, das eine "Wunde" (die Bedeutung des Wortes) hervorruft, das heißt, eine andauernde Verhaltensänderung.

Letztendlich lässt sich die Entscheidung, das Forum zu eröffnen, auf den Zufall zurückführen, dass ich in letzter Zeit mit mehreren Menschen zu tun hatte, die sich mir gegenüber entsprechend als "traumatisiert" offenbart haben. In manchen Fällen sind die Menschen bereit, darüber auf psychologischer Ebene zu sprechen, in anderen nicht. Das finde ich merkwürdig, da ich eine Angewohnheit habe, schmerzhafte Erlebnisse mit anderen zu erörtern. Manchmal kann ich das sehr offen tun, manchmal, etwa im Fall meiner Zwangsbeschulung, nur verschleiert oder verschlüsselt. In diesem Zusammenhang bitte ich auch bei denen, die sich angegriffen fühlen, um Entschuldigung. Ich verlange da nichts anderes, als dass in der Diskussion Verstand und Gewissen zugrundegelegt werden - das scheint bei diesem Thema ausserordentlich schwierig zu sein.

Früher habe ich einmal gedacht, psychische Traumata seien deutlich weniger erheblich als physische (also z.B. eine Amputation) - gerade eben, weil Menschen ja lernfähig sind. Wie sich herausgestellt hat, gibt es aber zahllose Menschen, die Traumata anderer Leute ausnutzen, um sie von sich abhängig zu machen. Je nach "Schwere" und Dauer dieses Vorgangs kann das Ergebnis dann von einzelnen neurotischen "Macken" bis hin zu Verwirrung nahe der Geisteskrankheit reichen. Das kann dann auch durchaus wieder ein Trauma hervorrufen. Manche Leute kommen aus solchen Problemen anscheinend gar nicht mehr heraus.

Durch meine Erlebnisse mit Traumatisierten habe ich in letzter Zeit etliches recherchiert und hinterfragt, und möchte hier meine Hypothesen in dieser Form öffentlich zur Überprüfung und Diskussion stellen. Im Einzelnen wären diese Folgende:
  1. Physische Traumata (Amputation o.Ä.) können psychische Traumata zur Folge haben, und sind als Spezialfall zu betrachten.
  2. Der übliche Mechanismus psychischer Traumatisierung wird "Missbrauch" genannt, geht also auf andere Menschen zurück. Genaugenommen kenne ich keinen Fall eines psychischen Trauma, der anders verursacht wurde. Das kann ein Artefakt sein: Persönlichkeitsstörungen mit Cluster-A oder -C-Symptomen erlebt man z.B. "in freier Wildbahn" üblicherweise nicht, oder die Symptome werden tabuisiert. Cluster-B-Symptomatiken erscheinen demgegenüber als "Joker" bzw. "beliebiges Verhalten".
  3. Die Symptome von Traumata sind weitestgehend deckungsgleich mit denjenigen, die wir "Persönlichkeitsstörungen" zuordnen. Traumatisierte erscheinen also persönlichkeitsgestört.
  4. Diese Symptomatiken identifiziere ich mit "Hierarchie", also dem instinktiven, primatentypischen Rangverhalten von Menschen. z.B. sind narzisstische Symptome offensichtlich ängstlichen übergeordnet.
Diese Perspektive ermöglicht eine Vereinheitlichung der oben verknüpften Theorie von Missbrauch und den Erkenntnissen über Persönlichkeitsstörungen, und zwar derart:
  • "Persönlichkeitsstörungen" bzw. Symptome derer, die bei entsprechend massivem Auftreten zu entsprechenden Diagnosen führen, sind ("normalerweise") die Konsequenz psychischer Traumata.
  • Dies lässt sich so erklären, dass Persönlichkeitsstörungen "in Wirklichkeit" erlerntes, instinktives Rangverhalten sind, das heutzutage nur tabuisiert kommuniziert wird.
  • Das erklärt auch, warum diese Verhaltensweisen so persistent sind: in der Wildnis mag es einmal nützlich gewesen sein, auf Jahre vereinbarte Rollen zu haben.
  • Beachtlich, wie sich sowohl "Hierarchie" in die Theorie des Missbrauchs einfügt, als auch Missbrauch als offensichtlicher Fall von Hierarchie erscheint.
Ganz besondere Brisanz hat das Thema in meinen Augen, weil politische Herrschaftsbeziehungen (also z.B. zwischen Regierung bzw. Beamten und Bürgern) erst einmal klar hierarchisch sind, und dann auch - beiderseitig - als Subjekt-Objekt-Beziehungen dargestellt werden. Darüber hinaus finden sich in der Theorie des Staatsrechts Formulierungen wie folgende:


https://de.wikipedia.org/wiki/Grundrechtsf%C3%A4higkeit



Zitat:
Das Rechtssubjekt, das grundrechtsfähig ist, oder speziell das Rechtssubjekt, das Träger eines bestimmten Grundrechts ist, wird als Grundrechtsträger bezeichnet.
Die (oft zu lesende) Weigerung, die Verfassung als gültig anzuerkennen, kann man demnach auf zweierlei Art lesen: entweder, der Betreffende möchte die entsprechende Verantwortung für sich selber nicht übernehmen (fühlt sich z.B. wohl in seiner Rolle als Objekt), oder aber er möchte nicht, dass man Menschen überhaupt so behandelt.

"Neurose" wird in diesem Zusammenhang mitunter als "Missbrauch des Selbst durch das Ego" bezeichnet (siehe obige Quelle). Um das Recht, speziell das sogenannte Staatsrecht, in diesen Zusammenhang einzuordnen, muss man zunächst die Unterscheidung treffen, ob der Betreffende unter den Verhältnissen leidet oder nicht. Falls er das tut, ergibt sich juristischer Handlungsbedarf. Kommt es dadurch dann zur "praktischen Konkordanz", kann man von Recht reden. In der heutigen, politischen und juristischen Realität muss man aber sagen, dass "Recht" fast immer diesen Missbrauchscharakter hat, dass das Ergebnis juristischer Verhandlungen fast immer schmerzhaft für einen der beiden beteiligten ist.

Das muss nicht so sein. Nur bei tatsächlichen Normenkollisionen, also, wo einer des anderen Grundrechte beeinträchtigt, muss einer von beiden zur Zurückhaltung gezwungen werden. Der heutige Normalfall ist aber, dass ein einfaches Gesetz durchgesetzt wird, unbeachtet der Fragen der Verfassungsmäßigkeit oder der Verhältnismäßigkeit. Mitunter (wie etwa im Fall der Schulpflicht) ohne Sinn und Verstand, und teilweise unter heftiger Gegenwehr des oder der Betroffenen. Das verursacht dann gelegentlich Traumata, deren Folgen als positiv für "das Gesamtsystem" betrachtet werden sollen.

Dazu kommt dann noch, dass einige Störungen sehr nützlich sind. Zwangsgestörte können z.B. gute Hygieniker oder auch Putzleute werden, Angstgestörte "machen keinen Ärger", Narzissten und Psychopathen geben gute Soldaten und Herrscher ab. Dann muss man bloss noch einen Schuß Memetik zu der Suppe dazutun, und dann hat man eine astreine Erklärung für die Gesamtscheiße:

Zitat:
Der Gedanke der heutigen Staatlichkeit (im Kern derjenige, dass Beamten Gewalt ausüben dürften, Zivilisten hingegen nicht) ist im wesentlichen eine Neurose, die dank staatlicher Unterstützung über die Schulen verbreitet wird.
Das erklärt letztendlich auch, warum Narzissten und solches Gesochs so gerne andere Leute misshandeln. Die brauchen ja neue Opfer, und auf diese Art und Weise sorgen sie für Nachschub. Und das ganze haben sie letztendlich vom Staat. Das einzige, was sich jemals geändert hat, ist das Mengenverhältnis Sender zu Empfänger. Der Extremfall davon ist die Autokratie, und solange irgendsoeine Herrscherblase damit durchkommt, ihre ganz spezifische Form des Missbrauchs der Allgemeinheit als "demokratisch", "rechtsstaatlich" usw. zu verkaufen, haben die entsprechend Mißbrauchten erfahrungsgemäß keine Möglichkeit, anders zu denken als die Herrschaft als Vorbildlich darstellt.

Demgegenüber wirkt z.B. Sklaverei in der Antike fast human. Einen Sklaven in der Antike konnte man "freikaufen", und es ist sogar überliefert, dass manche Sklaven von ihren Herren aus Sympathie freigelassen wurden, und dann als ganz normale Bürger in der Gesellschaft gelebt haben. Der entsprechende Vorgang heute ist eigentlich nur noch als Beinahe-Mythos bekannt, z.B. "vom Tellerwäscher zum Millionär" oder "Lottogewinn" (beides würde einen von der Last der Arbeit freistellen). Das liegt natürlich mitunter am "Liberalismus", d.h. der Auffassung, dass Geld das einzige wäre, was Freiheit bringen würde. Die entsprechenden Mythen in Bezug auf persönliche (nicht finanzielle) Freiheit sind deutlich subtiler, und lassen sich z.B. als behaupteter Besitz der Kirchen erkennen, oder als Ziel von Bildungsbemühungen. Ich halte es für unethisch, auf welchem Wege auch immer die persönliche Freiheit irgendwessen überhaupt unnötig zu beschränken. Und es sind nun einmal so gut wie alle Beschränkungen der persönlichen Freiheit, die den Menschen heutzutage auferlegt werden, unnötig. Das Gefängnis, aus dem sie zu befreien wären, befindet sich in ihrem Kopf. Und im Laufe der Jahre werde ich immer besser darin, die Schlösser dieses Gefängnisses zu knacken.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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