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Alt 06.06.2002, 14:53   #1
Acolina
Hausdrachen
 
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Standard Gibt es unter im Wostoksee 4000 Meter unter dem Eis der Antarktis heiße Quellen?

Zitat:
Der Wostoksee, ein von 4000 Metern Eis bedecktes Gewässer in der Antarktis, enthält womöglich hydrothermale Quellen. Das berichteten mehrere Forscher auf der Frühjahrstagung der American Geophysical Union in Washington.

Die aufregendste Neuigkeit hielt der russische Forscher Sergej Bulat vom Russischen Institut für Nuklearphysik in St. Petersburg bereit. Zusammen mit Kollegen hatte Bulat die unterste Eisschicht eines 3500 Meter langen Bohrkerns untersucht, den russische Forscher von der Oberfläche bis kurz über die Seeoberfläche gezogen hatten. Am Ende des Bohrkerns befindet sich vermutlich wieder gefrorenes Seewasser.

In diesem Eis entdeckten Bulat und Kollegen drei Mikrobenarten, die sie für echte Bewohner des Wostoksees halten. Alle drei Mikroorganismen gehören zu den thermophilen Bakterien, berichtete Bulat in seinem Vortrag. Eine der Mikrobenarten ist aus heißen Quellen bekannt und lebt davon, Wasserstoff mit Hilfe von Kohlendioxid zu oxidieren. Sonnenlicht braucht die Mikrobe nicht, sie bezieht ihre Energie aus dem Wasserstoff.

Die beiden anderen Mikroben konnten Bulat und seine Kollegen nicht identifizieren. Ihr Erbmaterial ähnelte aber dem von bekannten Bewohnern hydrothermaler Quellen, wie sie etwa im Yellowstone-Park oder in der Tiefsee vorkommen. Falls es im Wostoksee tatsächlich hydrothermale Quellen gibt, wäre es sehr wahrscheinlich, dass es dort Lebewesen gibt, da die Quellen eine vom Licht unabhängige Energiequelle darstellen.

Jean Petit von der Universität von Grenoble berichtete, dass die merkwürdige Form des Sees - seine Oberfläche verläuft schräg - durch eine Wärmequelle im Süden des Sees erklärt werden könnte. Zudem untersuchten Petit und seine Mitarbeiter ebenfalls das wieder gefrorene Seewasser. Sie entdeckten dort auffallend viel Helium-4, wesentlich mehr, als im darüberliegenden Gletschereis vorkommt. Daraus schließen die Forscher, dass das Wasser im See, wahrscheinlich von einer Wärmequelle angetrieben, zirkulieren muss.

Michael Studinger vom Lamont Doherty Earth Observatory im US-Bundesstaat New York berichtete, dass der geheimnisvolle Eissee, der so groß ist wie der amerikanische Lake Ontario, über einer geologischen Störung liegt, die womöglich noch aktiv ist. "In den Verwerfungen könnten hydrothermale Flüssigkeiten zirkulieren", sagte der Forscher.

[Quelle: Ute Kehse]
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 27.10.2008, 23:03   #2
derwestermann
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Standard Lake Wostok

Schon mal von diesem See gehört?

Ich schau gerade eine Doku über die mögliche Suche nach Leben auf dem Jupitermond Europa.

Dort wurde ein See, namens Lake Wostok, erwähnt, welcher noch nicht erforscht ist, weil niemand derzeit eine Möglichkeit sieht, den See zu untersuchen, ohne diesen durch die Untersuchung zu kontaminieren.
Der See soll seit gut einer Millionen Jahre unter dem Eis liegen, unter dem er sich derzeit befindet. Die UNO hat die weitere Untersuchung gestoppt, bis eine Methode entwickelt ist, den See zu erforschen, ohne diesen mit kontaminierten Sonden zu verunreinigen.
Benannt ist der See nach der, auf dem Eis stehenden Forschungsstation.
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Alt 28.10.2008, 11:16   #3
lars willen
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der see ist am südpol in 5km tiefe.man hat auch schon eine methode zur erforschung,mit einen kleinen nuklear reaktor der schon durch seine eigenwärme sich durchs eis schmilzt und hinter sich schliesst sich das eis wieder.
tehcnisch kein problem,der kosten nutzen faktor ist aber zu gering.geschätzte 5 mil.€ ,aber die ergebnisse werden die summe wohl nicht rechtfertigen.es sei denn das Ungeheuer von Loch Ness schwimmt durchs bild.
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Alt 28.10.2008, 14:32   #4
Lukas the brain
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bei Wikipedia unter Wostoksee sind ein paar Links dabei.

Es kann doch nicht so schwer sein eine autodekontaminierende Sonde zu bauen, oder?
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Alt 28.10.2008, 21:57   #5
derwestermann
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Danke, Lukas!

Auf die Idee mit Wikipedia hätte ich auch kommen sollen *am Brett vorm Kopf rüttel*
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Alt 29.10.2008, 12:29   #6
Okawango
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Da kam vor einige Zeit mal ein Bericht, da ging es um die Entwicklung eines nicht-kontaminierenden Tauchroboters für einen mherere Millionen Jahre alten Süßwassersee unter dem EIs der Antarktis. Vielleicht kann man dafür entwickelte Techniken auch für Lake Vostok nutzen. Ist auf jeden Fall ein spannendes Thema.
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Alt 29.10.2008, 15:25   #7
Llewellian
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Okawango, der Lake Wostok IST der Süsswassersee unter der Antarktis ;o)

Und nein, Auto-Dekontaminierende Sonden gibt es bis jetzt noch nicht.

Man kriegt einfach nicht alle Bakterien/Viren/Mikroben runter von so einem Teil. Und wenn auch nur EINE da unten reinkommt, macht man eventuell ein Biotop kaputt, das da unten seit Millionen Jahren in einer Art Zeitblase lebt und vom Rest der Entwicklung auf der Erde abgeschlossen war.

Wie das ist, wenn man nur für ein paar Tausend Jahre keinen Kontakt hat, sah man ja an Indianern und ihrer Resistenz=0 gegen Pocken und Schnupfen.
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Alt 31.10.2008, 00:13   #8
harry
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Stimmt, ja.

Die einzige Möglichkeit die mir einfällt, wäre kurz vor Kontakt die GESAMTE Aussenhülle, also auch Sensorik, Antriebsschrauben usw, hoch genug zu erhitzen, damit alles hinüber ist.
__________________

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Alt 31.10.2008, 08:42   #9
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von harry Beitrag anzeigen
Die einzige Möglichkeit die mir einfällt, wäre kurz vor Kontakt die GESAMTE Aussenhülle, also auch Sensorik, Antriebsschrauben usw, hoch genug zu erhitzen, damit alles hinüber ist.
Das würde die Keime aber nur töten, nicht entfernen. Reste der Hüllen und DNA würden weiterhin an der Oberfläche kleben und damit auch in einem Sample landen.
Und wenn eine Spore oder nur ein Teil eines Virus überlebt, dann kann das reichen, den See zu kontaminieren.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
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Alt 31.10.2008, 10:45   #10
Llewellian
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Beiträge: 4.313
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Und: Es sind ja auch INNENDRIN Sporen, Viren und Keime. Klar kriegt man die Aussenhülle sauber. Aber nicht innen, wo auch noch die Elektronik ist.

Und das Sondenteil kann man nicht mehr bergen. Irgendwann in ein paar Jahren zerfällt es. Wasser dringt ein. Und dann... sind die Keime draussen.
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