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Was Oma noch wusste... Bewährte Hausmittel rund um das tägliche Leben...

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Alt 13.09.2016, 03:13   #1
Ashmoda
Grünschnabel
 
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Beiträge: 1
Standard Senföl bei Blasenentzündungen?

Hallo Zusammen,

ich habe nun innerhalb dieses Jahres die 3 Blasenentzündung... Das Antibiotika schlägt dieses Mal nicht so an. Im Internet bin ich nun auf der Seite http://www.senfoel.info/wirkung/ darauf gestoßen, dass man bei einer Blasenentzündung auch Senföl einnehmen kann. Hat damit schon einmal jemand von Euch Erfahrungen gemacht? Hilft das wirklich?

Grüße
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Alt 13.09.2016, 08:18   #2
Sakslane
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Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.761
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Wenn es immer das gleiche Antibiotikum war, würde ich es mich nicht wundern. Es kann gut sein, dass die ersten beiden Blasenentzündungen nicht richtig auskuriert haben und sich die Bakterien an das Antibiotikum "gewöhnt" haben, also eine Resistenz entwickelt. In so einem Fall wäre es ratsam, eine Kultur anzulegen, um zu sehen, was gegen die Bakterien wirkt, und dann ein passendes Antibiotikum zu geben.

Unterstützend helfen können Nahrungsmittel, die zu einer Ansäuerung des Harns führen, da sich die meisten Bakterien eher in basischem Milieu vermehren können als in saurem. Ich kenne einen Urologen, der dafür z.B. Preiselbeeren empfiehlt. Generell ist es außerdem ratsam, das Immunsystem gut in Form zu halten. Senföl mag durch seine antibakterielle Wirkung auch unterstützend helfen - ich kenne Senf als Medizin allerdings eher in Form von Senfpflastern, die man in Russland und Osteuropa heute immer noch kennt.

Als alleiniges Mittel gegen eine Blasenentzündung würde ich aber stark von solchen Hausmitteln abraten, da eine solche Infektion ohne ausreichende Behandlung auch auf die Nieren übergreifen und sie schädigen kann. Um das zu vermeiden, ist es außerdem ratsam, viel zu trinken, um durch den Harnfluss aufsteigenden Infektionen entgegen zu wirken.
__________________
There's plenty of room at the bottom. (Richard Feynman)
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Alt 16.01.2017, 10:56   #3
Larali
Grünschnabel
 
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Beiträge: 5
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Das Senföl bei Blasenentzündungen helfen soll, hab ich noch nie gehört... Ich kenne an Hausmitteln nur Kirschssaft, Buttermilch oder Apfelesseig. Hast du es inzwischen mal ausprobiert?
Lg
Larali
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Alt 16.01.2017, 12:13   #4
Spöckenkieker
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Senföl, zb aus der Kapuzinerkresse wird bei Blasenentzündung eingesetzt. Es hat nen ähnlichen Effekt wie viele Antibiotika. http://www.phytodoc.de/heilpflanzen/kapuzinerkresse

Umgekehrt habe ich noch nie Buttermilch oder Apfelessig in Verbindung mit Blasenentzündung gehört. Kirschsaft in sofern als dass er die Harnausscheidung erhöht.
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Alt 16.01.2017, 12:40   #5
basti_79
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Dennoch handelt es sich vermutlich um Quacksalberei.
  • Wie soll das Senföl in die Blase gelangen?
  • Antibiotika wirken spezifisch auf den Stoffwechsel von Bakterien und nicht auf den menschlicher/tierischer Zellen. Senföl (und viele andere Substanzen auch) wirken "in vitro" gegen beide Sorten von Zellen.
  • Die Schlagzeile hier bzw. die ganze Debatte machen den Eindruck, auf den Verkauf von Senföl ausgerichtet zu sein.
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Alt 16.01.2017, 13:11   #6
Spöckenkieker
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Zitat:
Dennoch handelt es sich vermutlich um Quacksalberei.
Ne, dass ist durchaus schon lange wissenschaftlich belegt worden.
Die Komission E kommt schon 1992 zu dem Ergebnis
http://buecher.heilpflanzen-welt.de/...inerkresse.htm

Hier ein kurzer Artikel dazu.
http://www.klostermedizin.de/index.p...opaeolum-majus

Ja, es gibt viel Schindluder in der Naturheilkunde, aber es gibt auch eine wissenschaftliche Seite, die natürlich genau so bekämpft wird, wie die pöse Schulmedizin. Im Endeffekt gibt es da vier große Organisationen Kommission E, ESCOP, HMPC, WHO die sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung und AUswertung von Untersuchungen an Phytopharmaka betätigen.


Kapuzinerkresse ist ja nicht die einzige Pflanze mit antibiotischer Wirkung. Bärentraube wäre die nächst höhere Stufe bei Blasenentzündung. Danach ist allerdings nichts mehr frei Anwendbares da. Du hast allerdings Recht wenn du sagst, dass das keine klassischen Antibiotika sind. Das sind nur ähnliche Stoffe, die teilweise einen ganz anderen Mechanismus bei Bakterien und sogar Viren einsetzen.

Cystus zB ein Tee aus einer Blume aus Itlaien konnte in Tests die gleichen Ergebnisse gegen H1N1 verbuchen wie Tamiflu. Entsprechend Gibt es nun das Mittel Cystus 052. Der Mechanismus hier ist ein ganz anderer Ansatz. Das Mittel sorgt dafür, dass die oberen Atemwege die Viren nicht aufnehmen können.
Erst dieses Jahr ging der Nobelpreis an die Wiederentdeckung des einjährigen Beifuß als das derzeit einzig effektive Mittel gegen Malaria http://www.sueddeutsche.de/wissen/-m...aria-1.2677607

Du siehst auch wenn sich immer wieder irgendwelche Kräuterhexen im Wald verlaufen und die Bäume nicht finden. Die Phytotherapie ist eine wichtige medizinische Einrichtung.
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Alt 16.01.2017, 15:23   #7
basti_79
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Ich würde an der Stelle verlangen, dass ein Nachweis über die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Therapie ("in vivo") geführt wird. D.h., dass sich die Dauer (oder die Schwere der Symptome) bei einer Blasenentzündung reduziert, wenn die vorgeschlagene Menge Kapuzinerkresse gegessen wird.

Unbenommen die Wirksamkeit mancher natürlicher Substanzen (die allermeisten "ortho"-Medikamente gehen auf natürliche Substanzen zurück!) muss man trotzdem nachfragen, ob eine gegebene Therapie unter den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin nützlich ist. Und das hat nichts mit "Schulmedizin" zu tun, sondern ist ganz einfach gesunder Menschenverstand.
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Alt 16.01.2017, 15:59   #8
Spöckenkieker
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Zitat:
Ich würde an der Stelle verlangen, dass ein Nachweis über die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Therapie ("in vivo") geführt wird. D.h., dass sich die Dauer (oder die Schwere der Symptome) bei einer Blasenentzündung reduziert, wenn die vorgeschlagene Menge Kapuzinerkresse gegessen wird.
Das ist ja gerade die Aufgabe der Komission E 1992 gewesen. Mittlerweile versucht man den genauen Hintergrund zu verstehen, warum Kapuzienerkresse so wirkt, wie sie wirkt.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22465728
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21163342
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19429322
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/13223204

Vorteil gegenüber den Antibiotika ist bei solchen Stoffen oftmals, dass eine Resistenz quasi nicht vorkommt, da hier die Bakterien anders bekämpft werden.
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Alt 16.01.2017, 16:04   #9
Spöckenkieker
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Hier mal die Links zu Komission E
https://de.wikipedia.org/wiki/Kommission_E

Escomp
https://de.wikipedia.org/wiki/Europe...n_Phytotherapy

und HMPC
https://de.wikipedia.org/wiki/Aussch...e_Arzneimittel

Deren Grundstock ist eben die evidenzbasierte Medizin und kein Hokuspokus. Es gibt wenige Ausnahmen, wenn die Quellenlage gut genug ist und die Wirkung aus der Volkskunde gegeben ist, es aber noch nicht genug wissenschaftliche Forschung zu einer Pflanze gibt, dann wird darauf hingewiesen.
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Alt 16.01.2017, 16:14   #10
basti_79
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Da geht es - scheinbar ausschließlich - um diuretische Wirkung. Die möchte ich gar nicht in Frage stellen. Deswegen allerdings "in vivo" antibiotische zu unterstellen, geht mir zu weit. Aber ich muss den Versuch loben, solch ein Manöver so tief zu verstecken.

Ob jetzt bei einer Blasenentzündig die adjuvante Gabe von Diuretika indiziert ist... Da wäre ich überfragt, üblich scheint es nicht zu sein.
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