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Alt 28.03.2016, 02:45   #1
HaraldL
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Standard Wäre ein natürlicher Reaktor auf der Venus möglich?

Wäre noch heute auf der Venus eine natürliche Kernkettenreaktion möglich, falls es dort entsprechend reines Uran - möglichst in Graphit eingebettet - geben sollte?
Die dichte Kohlendioxidatmosphäre wäre ein sehr guter Moderator. In der Tat gab es in England graphitmoderierte Reaktoren, die mit unter hohen Druck stehenden Kohlendioxid gekühlt wurden und als Brennstoff Natururan verwendeten, die sogenannten "Magnox"-Reaktoren ( https://en.wikipedia.org/wiki/Magnox ).
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Alt 28.03.2016, 10:17   #2
Groschenjunge
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Wäre noch heute auf der Venus eine natürliche Kernkettenreaktion möglich, falls es dort entsprechend reines Uran - möglichst in Graphit eingebettet - geben sollte?
Spielst du auf https://de.wikipedia.org/wiki/Naturreaktor_Oklo an?
Zitat:
Naturreaktor Oklo

Koordinaten: 1° 24′ S, 13° 10′ O | |
Reliefkarte: Gabun
marker
Naturreaktor Oklo​
Gabun

Der Naturreaktor Oklo in Mounana, in der gabunischen Provinz Haut-Ogooué, ist eine Uranlagerstätte, in der durch natürlich entstandene Urankonzentration eine nukleare Kettenreaktion einsetzte. Mittlerweile sind die Überreste von insgesamt 15 Naturreaktoren im Becken von Franceville gefunden worden. Davon befinden sich 14 Reaktoren in Oklo und einer im 30 km entfernten Bangombé.[1]

Die hohe Urankonzentration entstand vor ca. zwei Milliarden Jahren, also im Erdzeitalter des Proterozoikums. Der Kernreaktor war ca. 500.000 Jahre lang aktiv und setzte während dieses Zeitraums, bei einer thermischen Leistung von bis zu 100 kW, Energie im unteren dreistelligen Tera-Wattstunden-Bereich frei. Das entspricht in etwa der Energiemenge, die ein durchschnittliches Kernkraftwerk in einem Zeitraum von vier Jahren erzeugt. Im Zuge dessen wurden insgesamt etwa 10 Tonnen 235U nuklear gespalten und aus 238U etwa 4 Tonnen 239Pu erbrütet. Die Kettenreaktionen kamen vor mindestens ca. 1,5 Milliarden Jahren zum Erliegen, da sich der natürliche Isotopenanteil von 235U zu diesem Zeitpunkt so weit reduziert hatte, dass die Bedingungen für selbsterhaltende Spaltungsprozesse (Kritikalität) nicht mehr gegeben waren.
noch mehr bei den Scienceblogs: http://scienceblogs.de/wasgeht/2015/...r-kernreaktor/
__________________
"Der frühe Vogel mag vielleicht den Wurm fressen, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse." Vince Ebert
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Alt 28.03.2016, 10:47   #3
Llewellian
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Nun, um eine natürliche Kettenreaktion zu erzeugen, muss erst eine Lagerstätte geschaffen werden.

Das Problem hierbei ist wohl, das die Venus seit ein bis zwei Milliarden Jahren bereits so furztrocken ist und die Atmosphäre so heiss, das der Boden ebenfalls bis in grosse Tiefen auf viele Hundert Grad erhitzt ist.

D.h, es wird wohl sehr schwierig logisch zu erklären, wie sich diese Uranerzlagerstätte gebildet haben könnte, wenn es keinen Flüssigkeitstransport der Uransalze gibt.

Und eine Lagerstätte aus der Zeit der kühleren Sonne, als die Venus noch im Goldilocksbereich war und der Atmosphärische Druck nicht 90 Bar betrug und flüssiges Wasser vorhanden war.... die ist wohl inzwischen ausgebrannt.
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Alt 28.03.2016, 20:01   #4
HaraldL
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Aber könnten nicht auch Uranverbindungen aus Lavaströmen auskristallisieren, zum Beispiel aus Lava aus geschmolzenen Karbonaten, mit Schmelzpunkten um einige hundert Grad Celsius?
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Alt 29.03.2016, 10:25   #5
Llewellian
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Könnten sie. Darin ist die Anreicherung aber in gleichmässiger Verteilung gebunden. Nur durch Wassertransport erfolgt eine höhere Anreicherung und gleichzeitiger Moderation, die dann auch zu Kritikalität führt.

Du müsstest also auf der Venus quasi vorraussetzen, das sich Uran in silikatischer Lava erhöht anreichert und gleichzeitig diese auch noch einen extrem hohen Kohlenstoffanteil enthält, der die Thermischen Neutronen moderiert.
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Alt 02.04.2016, 19:17   #6
HaraldL
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Wie sieht es mit der Möglichkeit der Existenz natürlicher Reaktoren auf dem Kohlenstoffplaneten 55 Cancri e aus? Der soll laut http://www.astronews.com/news/artike...1603-039.shtml heißer sein, als er auf Grund der Einstrahlung seines Zentralgestirns sein soll.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.04.2016, 10:31   #7
Llewellian
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Klar. Braucht aber auch keine "Reaktoren". Der Planet ist dem Stern so nahe, das er sogar gebundene Rotation hat. Eine leichte Liberation würde hier schon dafür sorgen, das zusätzlich zur Einstrahlung auch noch Hitze durch gravitative Einflüsse (aka "Durchkneten") vorkommen könnte.
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