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Alt 10.02.2016, 15:43   #1
basti_79
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Standard So-als-ob-Schulen

Ein österreicher Bildungsexperte redet von Vernunft und Mitgefühl, während ihn ein Journalist versucht, zu hysterisieren.

Zitat:
Aber ist die Gefahr da nicht groß, dass die Schüler vor sich hin sandeln und am Ende des Schuljahres nichts gelernt haben?
"Sandeln" ist wohl ein österreichischer Slangausdruck, der etwa "Faulenzen" bedeuten muss. Typisches schwarz-weiß-denken. Jede vorgeschlagene Änderung erscheint als total, es wird ins Extrem gegangen, und dann tritt auch zuverlässig sofort der Weltuntergang ein: "nichts lernen".

Zitat:
Aber es sind ja nicht nur die Schüler, immer mehr Lehrer sind am Ende?
Priorisierung zur Verzögerung: Lehrerbedürfnisse vor Schülerbedürfnissen. Genau verkehrtherum.

Zitat:
Und die Eltern?
Die sollten nicht so viel Druck auf ihre Kinder ausüben[...]
Verdrängung. Wer zwingt denn die Eltern dazu, ihre Kinder beschissenen Schulen auszuliefern? Statt die Täter beim Namen zu nennen, heuchelt der Journalist auch noch Mitgefühl mit ihnen.

Intellektuelle Rochaden zur weiteren Vermeidung des unvermeidlichen. Warum hat der Pädagoge seine Vorschläge nicht längst realisiert? Warum redet er, bevor er handelt? Will er sich da absichern?

http://www.salzburg.com/nachrichten/...chulen-183539/
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Alt 10.02.2016, 15:48   #2
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
...es wird ins Extrem gegangen...
Es ist leider nicht jedem gegeben, so sachlich und differenziert zu diskutieren wie du (Geisterwissenschaftler, Lehrer=Sadisten, Hilter hätte sich gefreut usw. usf.)

Aber ich bin frohen Mutes, dass du den Journalisten trotzdem so akzeptierst wie er ist.
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Alt 10.02.2016, 17:25   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Es ist leider nicht jedem gegeben, so sachlich und differenziert zu diskutieren wie du (Geisterwissenschaftler, Lehrer=Sadisten, Hilter hätte sich gefreut usw. usf.)
Naja... Abseits der Frage der intrinsischen und extrinsischen Äquivalenz (wenn etwas schnattert wie eine Ente und watschelt wie eine Ente, ist es dann eine Ente?) gehen die unangenehmen Teile der Schulgesetze ja auf das dritte Reich zurück und haben Hitler persönlich sicherlich wenigstens nicht gestört. Über seine Persönlichkeitsstruktur ist schon viel spekuliert worden, mich wundert es eher, dass es da so eine höfliche Zurückhaltung gibt dabei, ihn einfach einen Sadisten zu nennen. Prototypisch erscheint mir das.

Zitat:
Aber ich bin frohen Mutes, dass du den Journalisten trotzdem so akzeptierst wie er ist.
Sie konnte ja auch nicht anders. Getrieben von unsichtbaren Kräften stellt sie das sinnvolle in Frage und bestätigt das Althergebrachte. So läuft es eben, wenn man sich einem rein deskriptiven Ansatz verschreibt. Immerhin hat sie anscheinend jemanden interviewt, der etwas interessantes zu sagen hatte.

Hat da jemand "Gonzo" gesagt?
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Alt 10.02.2016, 18:28   #4
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Getrieben von unsichtbaren Kräften ...
Uh, spooky....
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Alt 10.02.2016, 22:28   #5
Groschenjunge
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
... gehen die unangenehmen Teile der Schulgesetze ja auf das dritte Reich zurück und haben Hitler persönlich sicherlich wenigstens nicht gestört.
Die Festlegung einer allgemeiner Schulpflicht reicht aber noch ein wenig weiter in die Vergangenheit zurück und gehört seit über 300 Jahren zu unseren Errungenschaften.
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Alt 11.02.2016, 11:02   #6
basti_79
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Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Die Festlegung einer allgemeiner Schulpflicht reicht aber noch ein wenig weiter in die Vergangenheit zurück und gehört seit über 300 Jahren zu unseren Errungenschaften.
Bitte belege, dass es vor dem dritten Reich:
  1. Gesetze gab, die Schulverweigerern Strafen (Strafrecht, nicht OWis/Knöllchen) androhten
  2. Die Möglichkeit gab, diese flächendeckend durchzusetzen
Meines Wissens gab es vor dem dritten Reich keine Meldepflicht, so wie es sie heute gibt, und damit die Möglichkeit, sich Behörden bei Bedarf völlig zu entziehen. Erst die Nazis haben eine solche Meldepflicht eingeführt und dann "praktischerweise" auch gleich Religionszugehörigkeit, Behinderungen etc. erfasst, was bei späteren Massenmorden gelegen kam.
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Alt 11.02.2016, 18:23   #7
Groschenjunge
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Bitte belege, dass es vor dem dritten Reich:
Bitte verstehe, dass ich über die allgemeine Schulpflicht sprach. Und ja, im dritten Reich wurde der Zwang eingeführt. Wobei für mich nicht automatisch alle damaligen Gesetze schlecht sind, nur weil sie in dieser Zeit erlassen wurden.
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Alt 12.02.2016, 12:39   #8
basti_79
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Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Bitte verstehe, dass ich über die allgemeine Schulpflicht sprach.
Ich sehe das so: an "einer" allgemeinen Schulpflicht ist eigentlich überhaupt nichts verkehrt, wenn man diese nicht mit militärischen Mitteln durchsetzt. Wahrscheinlich gilt sogar das Gegenteil.

Zitat:
Und ja, im dritten Reich wurde der Zwang eingeführt. Wobei für mich nicht automatisch alle damaligen Gesetze schlecht sind, nur weil sie in dieser Zeit erlassen wurden.
Selbstverständlich kann auch ein Arschloch etwas gutes sagen oder tun. Du scheinst zu erfassen, wie das Problem zustande kommt. Ich hatte nicht behauptet, dass alle Gesetze, die in dieser Zeit erlassen wurden, schlecht wären. Dennoch muss man sagen, dass eine gewaltsam durchgesetzte Schulpflicht sehr gut ins politische Konzept der NSDAP zu passen scheint und dass sie heutzutage wenigstens ein völlig übermäßiges Mittel ist, ein Ziel zu erreichen, dass es längst nicht mehr gibt. Dieses nenne ich gelegentlich ironisch den "Bildungsendsieg".
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