:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Erde, Weltraum & Forschung > Astronomie

Astronomie Hier geht's nicht nur um Astronomie im klassischen Sinne, sondern auch um all die Mythen, Geschichten und Prophezeiungen, die sich rund um Sterne, Kometen und andere Himmelskörper ranken.

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 21.06.2013, 10:16   #1
Happyru
Grünschnabel
 
Registriert seit: 21.06.2013
Beiträge: 2
Standard Hypothetisches Doppelsternsystem

Hallo,

da dies mein erster Beitrag ist, hoffe ich, dass der Bereich angemessen gewählt ist - sonst darf das Thema natürlich gerne verschoben werden.
Ich habe inzwischen in diverse anderen Foren nach Antworten gesucht; allerdings sind die Herangehensweisen dort meist doch zu einseitig und viele wollen sich doch etwas "realistischer" mit dem Thema Astronomie beschäftigen. Realistisch finden einige meine Gedanken nicht, weil es sich in der Tat um ein rein hypothetisches Konzept handelt, das mir allerdings seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf geht.

Folgendes Szenario also (und ich habe bereits mit Astronomen geklärt, dass diese Situation möglich wäre und sogar existieren könnte):
Ein Sternsystem, bestehend aus zwei Sonnen, deren Massen sich geringfügig unterscheiden, und einem Planeten, der um beide in einer elliptischen Bahn kreist. Besagter Planet hat eine erdähnliche Atmosphäre und besitzt eine gebundene Rotation, abhängig von den Sonnen - das heißt, er befindet sich immer mit der gleichen Seite den Sonnen zugewandt, er "schaut" die Sonnen immer an.
Dadurch ergibt sich logischerweise ein erd-unähnliches Bild:
1.) eine unfruchtbare Wüste auf der den Sonnen zugewandten Seite; dort ist es außerdem immer hell.
2.) ein fruchtbares Band, das sich äquator-ähnlich rund um den Planeten zieht; dort ist es immer dämmerig / weder richtig hell, noch richtig dunkel.
3.) eine Eiswüste auf der den Sonnen abgewandten Seite; dort ist es immer dunkel, es sei denn, ein weiterer Himmelskörper beleuchtet den Planeten von "außen" her.
Geologie, Monde und damit Gezeiten, und einige andere Details lassen sich nicht eindeutig festlegen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass ein Mond bei dieser Konstellation unwahrscheinlich wäre, wenn man zum Ziel hat, auf dem besagten Planeten eine habitable Zone zu finden.

Was mich nun wirklich beschäftigt, und ich hoffe, jemand hat eine Idee, ist, inwiefern die Vegetation auf der den Sonnen abgewandten Seite überhaupt existieren kann.
Der Sonne zugewandt gibt es möglicherweise Steppenareale; insbesondere wenn der Planet am äußeren Rand der elliptischen Bahn kreist, sind die Temperaturen dafür sicher zuträglich.
Auf dem "Mittelband" dürften Flora und Fauna sich auch gut entwickeln können; Licht und Temperatur sind dort wahrscheinlich recht konstant und für eine habitable Zone geeignet.
Was ist aber mit der "kalten" Seite? Dort kann die Sonne keine direkte Einstrahlung wirken; ist es trotzdem möglich, dass etwas floriert? Kann eine lebensfreundliche Atmosphäre das Sonnenlicht so "einfangen", dass es noch so weit entfernt ankommt, im Sinne mehrfacher Reflektion, wie beim Treibhauseffekt, nur eben mit Licht? Gibt es andere Optionen, dass auf dieser Seite Pflanzenwachstum bestehen kann?

Für Vorschläge und Ideen wäre ich sehr dankbar, und wer Fehler in dem Ansatz findet, darf sie mir auch gerne mitteilen - ich zerbreche mir seit Wochen den Kopf über dieses Szenario und hätte gern ein realistisches Bild.
Jegliche Gedanken sind willkommen.
Happyru ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 13:43   #2
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Für ein solches Szenario braucht es nicht einmal zwei Sonnen - es geht einfacher mit nur einer. Bei zwei Sonnen hätte man das Problem, dass die Planetenbahn sehr wahrscheinlich instabil wäre. Bei nur einer Sonne dagegen hätte ein Planet eine stabile Bahn und, nahe genug an der Sonne, auch eine gebundene Rotation.

Es wäre z.B. denkbar, dass dieser Planet geologisch aktiv ist. Auf der kalten Seite könnten dann Vulkane oder heiße Quellen als Energielieferanten für Leben dienen. Ebenfalls denkbar wären Konvektionsströme in der Atmosphäre: Auf der warmen wird Luft erwärmt und steigt auf, auf der kalten Seite wird sie abgekühlt und sinkt ab. Dadurch hätte man eine Strömung von warm nach kalt in der oberen Atmosphäre und von kalt nach warm unten.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 14:20   #3
Happyru
Grünschnabel
 
Registriert seit: 21.06.2013
Beiträge: 2
Standard

Konvektionsströme klingen gut, ich dachte mir generell auch schon, dass es sicher möglich wäre, dass ein Teil der Wärme aus der "hellen Seite" konserviert bzw an die "kalte Seite" weitergegeben wird. Allerdings wäre selbst bei geologischer Aktivität - Vulkanismus, etc - zwar eine energetische Grundlage gegeben, aber sicher eine wesentlich geringere als die Sonnenenergie, oder nicht? In dem Falle wäre der Metabolismus der Organismen wesentlich langsamer und die Art der Pflanzen auf der "kalten Seite" vermutlich weniger komplex, also mit der Diversität unserer Flora nicht vergleichbar, oder mache ich einen Denkfehler?

Dankeschön für die Ansätze, ich hätte nicht erwartet, dass so schnell jemand antwortet und sich der Sache ernsthaft annimmt! (:
Happyru ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 16:01   #4
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Naja, geologische Aktivität kann auch recht viel Energie liefern, aber dann hat das meistens eher eine instabile Oberfläche zur Folge. Außerdem sind Vulkane zwar gute Energiequellen, aber zu heiß für flüssiges Wasser, und das braucht man für Leben (so wie wir es kennen). Daher könnte sich Leben dann eher in etwas Entfernung davon entwickeln. Aber dort könnte es dann z.B. auch Schwefelverbindungen als Energiequelle nutzen, wie es Bakterien bei den schwarzern Rauchern auf dem irdischen Meeresboden tun. Die bilden die Nahrungsgrundlage für komplexer Organismen, so unrealistisch wäre das gar nicht. Überhaupt kann die Flora / Fauna rund um die schwarzen Raucher einen gewissen Eindruck verschaffen, wie Leben in kompletter Dunkelheit und durch vulkanische Aktivität gespeist aussehen kann.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2013, 21:46   #5
Llewellian
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Llewellian
 
Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.313
Standard

Nun ja, wenn der Planet eine Atmosphäre hat, dann würde es einen Wärmeaustausch von Heiss nach Kalt geben.

Aber die Stürme, die das hervorbringt wären auf jeden Fall nicht von Pappe.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2014, 18:36   #6
Aliraza852
Grünschnabel
 
Registriert seit: 19.10.2014
Beiträge: 2
Standard

Physikalisch kompletter Unsinn und auf dem Stand des 19. Jahrhunderts.

Warum werden immer wieder solche ollen Kamellen ausgebuddelt? Wie wäre es denn mit der Hohlwelttheorie? Ist doch auch ganz plausibel?
Aliraza852 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2014, 21:49   #7
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Zitat:
Zitat von Aliraza852 Beitrag anzeigen
Physikalisch kompletter Unsinn und auf dem Stand des 19. Jahrhunderts.
Offenbar hast du das Thema nicht richtig verstanden. Es geht hier darum, welche Eigenschaften ein hypothetischer Planet mit gebundener Rotation hätte und welche Einflüsse auf der sonnenabgewandten Seite die Möglichkeit von Leben beeinflussen würden. Das hat nichts mit Hohlwelttheorie oder anderen Phantasien zu tun.
__________________
There's plenty of room at the bottom. (Richard Feynman)
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2014, 09:43   #8
targ3t
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von targ3t
 
Registriert seit: 16.09.2013
Ort: Ruppert
Beiträge: 227
Standard

ein kurze antwort wuerde lauten: leben ist ein glueckfall - bei dem vorliegenden szenario, wird das ganze locker um den faktor 10 000 unwahrsheinlicher

begruenden wurde ich das folgendermassen:
wir kennen keinen planten wie in solch einen szenario,daraus ergibt sich der umstand das wir keine faktoren kennen die sowas ermoeglichen

dagegen kennen wir genug faktoren die das ganze unterfangen erschweren :
1. eine sonne brutzelt leben kaputt ,zwei brutzeln doppelt(strahlung)
2.die habitarenzonen auf diesen planeten sind reduziert(nicht nur um 50% sondern weit ueber90% (weil 3.))
3.leben nur im daemmerungsbereich(morgengrauen)moeglich
4.exreme konvektion in der atmosphere
5.zyklische sonnenausbrueche die sich summieren koennen
6.stabilitaet der habitarenzonen seh ich auch nicht (was bei einem inpackt der grosse teile der habitarenzone vernichtet(gabs auf der erde ja auch und kann wieder passieren))
7.kein mond - man weiss heute ,das er mitverantwortlich ist ,das er praktisch die evolution beguenstigte : durch die gezeitenkraft ,wurde aus den sedimenten stoffe ausgewaschen , die eine letztendlich eine ursuppe organisierten

wenn wir eine masse und eine groesse festlegen,koennte man ueber ganz andere probleme spekulieren

gruss michl
targ3t ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.11.2014, 13:54   #9
Aliraza852
Grünschnabel
 
Registriert seit: 19.10.2014
Beiträge: 2
Standard

Warum werden immer wieder solche ollen Kamellen ausgebuddelt? Wie wäre es denn mit der Hohlwelttheorie? Ist doch auch ganz plausibel



__________
http://www.juniper.net/
http://www.pass-4sure.me.uk/CCNP-guide.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Bellevue_College
http://www.uchicago.edu/
https://www.facebook.com/Moontextile
Aliraza852 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.11.2014, 14:52   #10
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.737
Standard

Zitat:
Zitat von Aliraza852 Beitrag anzeigen
Warum werden immer wieder solche ollen Kamellen ausgebuddelt? Wie wäre es denn mit der Hohlwelttheorie? Ist doch auch ganz plausibel
Also mit Hohlwelttheorie hat das ganze nun überhaupt nichts zu tun, und alt ist die Idee nun auch nicht, sondern ein durchaus sinnvolles, hypothetisches Szenario.
__________________
There's plenty of room at the bottom. (Richard Feynman)
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
astronomie, biologie, botanik, doppelstern, habitable zone

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Frag astronews.com: Wo befindet sich das Doppelsternsystem Zeta Reticuli? Zeitungsjunge astronews.com 0 08.09.2011 12:40
Frag astronews.com: Ist es möglich, dass es Planeten in einem Doppelsternsystem gibt? Zeitungsjunge astronews.com 0 02.08.2011 12:40
Doppelsterne: Göttinger Schüler untersuchten Doppelsternsystem Zeitungsjunge astronews.com 0 12.11.2009 17:40
V4046 Sagittarii: Planetenentstehung um Doppelsternsystem? Zeitungsjunge astronews.com 0 11.06.2009 18:12
Millisekunden-Pulsare: Doppelsternsystem gibt Einblick in Entstehung Zeitungsjunge astronews.com 0 25.05.2009 19:40


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:43 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2017 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.