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Alt 15.10.2014, 11:03   #1
basti_79
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Beiträge: 9.258
Standard Tetrachromatie

Es geht immer wieder das Gerücht, dass man Farbschwäche auch umgekehrt haben könnte. Der Grund dafür, dass vorwiegend Männer farbschwach sind, liegt darin, dass zwei Farbrezeptoren auf dem X-Chromosom codiert werden. Da Männer nur eines davon haben, wird eine Mutation dort wahrscheinlich dazu führen, dass ein Träger des mutierten Gens Farbschwach ist.

Für gewöhnlich geht man davon aus, dass eine Frau, die einen mutierten Farbrezeptor hat, nichts davon merkt. Man erklärt sich das damit, dass der abweichende Rezeptor (es handelt sich um ein bestimmtes Molekül, das in den Augen Licht aufnimmt) unter den normalen gemischt wird und so der Unterschied überhaupt nicht bemerkt wird.

Dass, wenn die Signale des anderen Rezeptors unter normale gemischt werden, kaum noch etwas übrig bleibt, ist offensichtlich. Die Rot- und Grünrezeptoren, um die es hier geht, sind einander ohnehin sehr ähnlich. Im Gehirn wird die natürlich vorhandene Überlappung ausgeglichen. Dieses Phänomen wird in der Technik nachgebildet. Häufig werden Bilder im Computer zuerst in einen Farbraum umgewandelt, der diese Überlappungen nachbildet, so dass nur der wahrnehmbare Teil eines Bildes gespeichert wird.

Dazu müsste die betroffene Frau lernen, diese Farben zu sehen. Da unsere Farbwörter allesamt von der normalen Farbwahrnehmung ausgehen, ist etwas unklar, wie das gehen soll. Natürlich würde sie einen Unterschied wahrnehmen, wo andere keinen sehen, aber wie merkt man das, ausser unter Laborbedingungen? Farben zu benennen ist ein höchst emotionales und wenig von Meßbarkeit geprägtes Feld. Was jemand Blaugrün nennt, ist für jemand anderen vielleicht eher Blau oder Grün. Das Klischee, dass Männer 5 Worte für Farben verwenden, wo Frauen etwa 300 haben ("Pfirsich ist eine Frucht, keine Farbe"), möchte ich hier nur in Form der Übertreibung erwähnen.

Es würde einer Frau, denke ich, schwer fallen, überhaupt zu bemerken, dass sie Tetrachromat ist. Vorstellbar finde ich allerdings einen Test. Auch wenn Druckfarben, Monitore und so weiter allesamt auf die normale Farbsicht abzielen, und damit unterstelltermaßen nicht besonders gut taugen, Bilder zu produzieren, die für Tetrachromaten vollkommen anders aussehen als für normalfarbsichtige, solche Bilder muss es geben. In einer ähnlichen Situation konnte man Bilder produzieren, die für Farbschwache anders aussehen. Da hat man aber noch den strategischen Vorteil, dass da etwas fehlt.

Ein solches Bild müsste sich die Eigenschaft zunutze machen, dass man in einem linearen Raum, den zwei Wellenlängen aufspannen, die die meisten von uns als "gelb" wahrnehmen, sich für eine große Menge von Kombinationen von Rezeptorerregungen (jeden Farbton zwischen Rot und Grün) eine Linearkombination ergibt. Wenn man einen Gelbton findet, den man mit zwei Paaren gemischter Farben unterschiedlicher Ausgangsfarbe bilden kann, die für Normalsichtige dieselbe Farbe haben, müssten Tetrachromaten diese verschiedenen Mischungen unterscheiden können.

So oder so gibt es auf der Welt Leute, die von sich behaupten, Tetrachromat zu sein.

http://www.popsci.com/article/scienc...YLH6X0QFgxZ.30
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 15.10.2014, 14:45   #2
Sakslane
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Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.775
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Dazu habe ich diese Studie gefunden:
http://www.sciencedirect.com/science...4269899390143K
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