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Alt 16.12.2017, 10:25   #51
MJ01
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Wie viel Masse bräuchte man eigentlich für eine Wurmlochverbindung zum Andromedanebel? Könnten Wurmlöcher einen Teil der dunklen Materie darstellen?
Wie schon Sakslane richtig feststellte, ist ein Wurmloch ein rein theoretisches Konstrukt, das sich aus den der Feldgleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie ergibt. Oder genauer gesagt wird damit die jeweilige "Öffnung" der Wurmlöcher definiert. Wobei diese "Öffnungen" gar keine Öffnungen, sondern kugelförmige Konstrukte der Gravitation (bzw. Krümmungen der Raumzeit), entsprechend eines Schwarzen Loches (die ebenso rein rein theoretisches Konstrukte sind) sind.
Also würde man jeweils zwei solcher Konstrukte benötigen. Womit damit die Energie/Masse "keine Frage der räumlichen Entfernung der Endpunkte" ist, wie Sakslane richtig feststellte.

Nicht gelöst damit ist jedoch die Verbindung zwischen den beiden "Löchern" über eine größere Entfernung hinweg. Und auch nicht wie man ein Loch zum Sender und das anderen zum Empfänger macht. Man könnte sich das höchstens ähnlich einem Swing by-Manövers entlang des Ereignishorizontes des eines Loches vorstellen und danach ein Entkommen des Objektes entlang des Ereignishorizontes des anderen Loches sehen, entsprechend einer Acht.

Sprich ob die "Verkrümmung des Raumes" über eine größere Entfernung hinweg mehr Energie/Masse benötigt als die über eine kürzere Strecke.

Wie gesagt rein theoretische Gebilde, die sich aus einem rein theoretischen Modell ergeben.

Geändert von MJ01 (16.12.2017 um 10:40 Uhr).
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Alt 16.12.2017, 17:32   #52
HaraldL
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Wie könnten wir nachweisen, daß es so etwas wie Wurmlöcher auch gibt und nicht nur Lösungen von Gleichungen sind?
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Alt 16.12.2017, 19:40   #53
Sakslane
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Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
...entsprechend eines Schwarzen Loches (die ebenso rein rein theoretisches Konstrukte sind) sind.
Das hat sich bereits im Jahre 2015 geändert, als zum ersten Mal eine Kollision zweier schwarzer Löcher durch Gravitationswellen beobachtet wurde. Eine Beobachtung des schwarzen Loches im Zentrum unserer Galaxie durch elektromagnetische Wellen soll nächstes Jahr erfolgen.
Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Wie könnten wir nachweisen, daß es so etwas wie Wurmlöcher auch gibt und nicht nur Lösungen von Gleichungen sind?
Indem man etwas (Teilchen, Strahlung) hindurchschickt und dessen Ankunft auf der anderen Seite nachweist.
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Alt 16.12.2017, 20:09   #54
HaraldL
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Aber dazu müßte man erstmal wissen, wo ein entsprechender Wurmlocheingang wäre. Und wenn dieses verschluckte Materie weit weg portiert, dürfte man kaum in der Lage sein, die ausgestoßene Materie nachzuweisen.
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Alt 16.12.2017, 22:02   #55
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Aber dazu müßte man erstmal wissen, wo ein entsprechender Wurmlocheingang wäre. Und wenn dieses verschluckte Materie weit weg portiert, dürfte man kaum in der Lage sein, die ausgestoßene Materie nachzuweisen.
Eben - ich habe auch nicht gesagt, dass es einfach wäre.
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Alt 17.12.2017, 12:14   #56
MJ01
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Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Das hat sich bereits im Jahre 2015 geändert, als zum ersten Mal eine Kollision zweier schwarzer Löcher durch Gravitationswellen beobachtet wurde. Eine Beobachtung des schwarzen Loches im Zentrum unserer Galaxie durch elektromagnetische Wellen soll nächstes Jahr erfolgen.
Stimmt schon, dass es eine Nachweisung eines "dunklen" Gravitativ wechselwirkenden Objektes gegeben hat, das Gravitationswellen ausgesendet hat. Ob es allerdings ein Schwarzes Loch, mit all seinen postulierten Eigenschaften ist, ist die Frage. Und wurde von mir daher als "ein rein theoretisches Konstrukt" bezeichnet.

Es könnte somit durchaus ein sog. Gravastern sein.



Zitat:
Bei einem Schwarzen Loch kollabiert der Stern unter seiner eigenen Masse und bildet dabei eine punktförmige Singularität ohne räumliche Ausdehnung. Dagegen wird in der Gravastern-Theorie vermutet, dass der Stern nur bis zu einer bestimmten Grenze kollabiert.
Es wäre also eine supermassereiche Sonne (ähnlich einem Neutronenstern), die durch den Gravitationsdruck kein Licht entweichen lässt und damit keine "unendliche" Raumzeit-Krümmung erfordert und somit "räumlich" wäre.
Und sie setzt statt auf einen Ereignishorizont auf eine sog. Quantenphasenübergangsschicht das in ein gravitativen Bose-Einstein-Kondensat übergeht. Also Gegendruck müsste allerdings eine exotische Materie vorhanden sein, die diesen Druck aushält. Man postuliert daher eine "Dunkle Energie" als Kernsubstanz.

Natürlich ist auch dieses Modell ein rein theoretisches Konstrukt. Letzten Endes kommt es also auf die detaillierten postulierten Eigenschaften (die wir nicht beobachten) des Objektes an, die wir nicht zur Genüge kennen. Und bis dahin ist die Bezeichnung Schwarzes Loch/Gravastern eher zweitrangig.

Geändert von MJ01 (17.12.2017 um 12:21 Uhr).
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Alt 17.12.2017, 13:23   #57
Sakslane
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Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Und wurde von mir daher als "ein rein theoretisches Konstrukt" bezeichnet.
Und genau da liegt dein Fehler.
Zitat:
Es könnte somit durchaus ein sog. Gravastern sein.
Ein "Gravastern" erfordert in seinem Inneren eine Form von Materie, deren Druck negativ ist, und zwar genau entgegengesetzt seiner Dichte. Dies trifft aber auf keine bekannte Materieform zu, und insbesondere nicht auf die Materie, aus der Sterne aufgebaut sind, deren Kollaps zur Bildung eines schwarzen Loches führt. Dazu kommt weiterhin, dass die Signatur der Gravitationswellen, die bei der Bildung eines solchen Objektes emittiert werden würden, sich von der eines schwarzen Loches unterscheidet.
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Alt 17.12.2017, 14:37   #58
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Wie ich schon einmal ausgeführt hatte, braucht man sich gar keine besondere Materieform vorzustellen. Wenn man annimmt, dass der ganze Prozess kontinuierlich verläuft (was er wohl tun muss - Stichwort Stetigkeit), verschwindet der Kern des Sterns sozusagen in die Zukunft. Ein wichtiges Argument sind da meiner Meinung nach beobachtete Supernovae, die ja zeigen, dass die Theorien über die Abläufe im Kern weitgehend stimmen. Demnach kollabiert der Kern innerhalb von Sekundenbruchteilen und wird vom entstehenden Ereignishorizont verschluckt. Da "im" Ereignishorizont keine Zeit mehr läuft, führt das dazu, dass die Materie gewissermaßen eingefroren wird und von nun an nur noch Gravitationskräfte ausüben kann - ein schwarzes Loch eben.
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Alt 17.12.2017, 16:50   #59
HaraldL
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Könnte man aus dunkler Energie einen Gravastern herstellen?
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Alt 17.12.2017, 19:13   #60
Sakslane
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Könnte man aus dunkler Energie einen Gravastern herstellen?
Das kommt auf die Eigenschaften der dunklen Energie an. Man bräuchte dafür eine ganz bestimmte Form davon, nämlich die, die sich wie eine kosmologische Konstante verhält. Aber Beobachtungen deuten darauf hin, dass sie nicht konstant ist.
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