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Naher Osten Archäologische Funde & News aus Israel, Jordanien, Irak, Iran...

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Alt 01.06.2014, 21:21   #1
gapping
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Standard Ägypten bleibt Diktatur

Die Rückkehr zur Militärdiktatur hat eine besondere Note. Der Salto des Militärs den senilen Mubarak abzusetzen um die Emanzipationsbewegungen zu beruhigen, um über die Wahl Mursi's neue Handhabe zu bekommen, wieder selber die Fäden der Macht zu ziehen war eine trickreiche Veranstaltung.

Ja selbst viele Ägypter sind froh, dass das Militär die Fesseln wieder anlegt, um Ruhe und Ordnung herzustellen.
Der Putsch gegen den islamischen Staat Mursi's der die Errungenschaften der Emanzipationsbewegungen über eine Theokratie eliminieren wollte, erfreute das Militär, dem fast der gesamte Reichtums Ägyptens gehört.
Es hat sich für die Bürger Ägyptens gezeigt, dass die Fessel der Diktatur von der Fessel des Islam abgelöst wurde, und am Ende war dann alles wieder wie vorher, unter Mubarak.

Mursi hat wenig Unterstützung gehabt, weil er den faschistoiden Islam favorisierte, getreu dem Motto des Gründers der Muslimbruderschaft, Hassan al Banna, der ein glühender Verehrer Hitlers war, dass der Islam die "allein selig machende Ordnung sei", weil das Militär keine Macht neben sich dulden kann.

So wird insgesamt, die neue Verfassung, die immerhin eine islamische ist, die Emanzipation auf die Warteschleife der Geschichte verschoben. Die Wahl von Al Sissi, der den linkssozialen Hamdeen Shabahi zum Gegner hatte, war eine Farce, weil 50 % der Ägypter den Urnen fern blieben. Damit hat sich gezeigt, wie fest die faschistoiden Strukturen der Muslimbruderschaft, in der ägyptischen Gesellschaft, verankert sind.
Die ägyptische Bevölkerung hatte in Wahrheit keine Wahl und so wird sich erst wieder ein Potenzial von Befreiungsbewegungen gründen müssen, ehe an einen neuen Anlauf gegen die Mauern der Diktatur und die des Islam, erbracht werden kann. Das Militär herrscht willkürlich. Die Islamisten warten auf die nächste Gelegenheit selber Willkürherrschaft ausüben zu können. Ein verhängnisvoller Kreislauf und kein Ende ...?

Mit freundlichen Grüßen
gapping
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Alt 02.06.2014, 03:06   #2
EinsamerSchütze
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Und was hat das mit Archäologie zu tun?
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Das Glück des Forschers besteht nicht darin, eine Wahrheit zu besitzen, sondern die Wahrheit zu erringen.
- Max Planck -
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Alt 02.06.2014, 11:01   #3
perfidulo
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Zitat:
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Ja selbst viele Ägypter sind froh, dass das Militär die Fesseln wieder anlegt, um Ruhe und Ordnung herzustellen.
So schlecht sind die Ägypter mit dem was "westliche" Gutmenschen als "Militätdiktatur" zu nennen belieben, nicht gefahren.

Die Alternative wäre die Scharia der Muslimbrüder. Und damit das Ende aller anderen Glaubensgemeinschaften.

Religiös verankerte Politik mit autoritären Zügen kennen wird doch. Wir nennen es Christdemokratie.

Die Ägypter wollen geordnete Verhältnisse, damit die Touristen wieder Geld ins Land bringen. Da wirken sorgfältig rasierte Militärposten eher vertrauensbildend als bärtige Islamisten.

Die Twitter-, YouTube- und Smartphone-Opposition, die nach einem ausgefeilten Plan in verschiedenen Ländern Rabbatz gemacht hat, ist dem ägyptischen Baumwollbauern ebenso so suspekt, wie dem ukrainischen Getreideproduzenten oder Bergmann.
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Alt 03.06.2014, 17:11   #4
gapping
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Wie bekannt ist Ägypten das Mekka der Archäologie.
Die gesamten Wirren zwischen Befreiungsbewegung, Muslimbrüder und Militärdiktatur haben dazu geführt , dass noch nie so viele Gegenstände aus archäologischen Ausgrabungen den Markt des entsprechenden illegalen Handels überschwemmen, Einsamer Schütze.
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Alt 03.06.2014, 17:25   #5
gapping
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Nun perfiduolo, auch vor den Muslimbrüdern waren, beispielsweise die Kopten oft genug Ziel von Pogromen. Die Geistesverwandtschaft zwischen Religion(Hassan al Banna )und Faschismus wurde nirgendwo mehr deutlich als in den letzten 3 Jahren.
Der Unterschied zwischen der Christendemokratie zur Islamherrschaft ist die Gewährung des Weltlichen. Das ist im Islam nicht vorgesehen, weil Religion und Politik nicht voneinander getrennt sind.
Auch die Vorgänge wie sie sich um das Schicksal des Deutschägypters Hamed Abdel Samad abspielten, der von einer Todes-Fatwa betroffen wurde, zeigen, dass man Abtrünnigkeit mit dem Tode bestrafen will, oder wenigstens dass religiöse Abweichler vogelfrei sind und es damit jedem Muslim überlassen ist, den fatwabelegten umzubringen.
Das kann man nicht mit christdemokratischen Verhältnissen vergleichen, da irren Sie.
Was den Tourismus angeht stimme ich Ihnen zu; allerdings nur in so weit, wie man berücksichtigen muss, dass auch unter Mubarak zahlreiche Touristen in Luxor(auf Befehl von Ayman al Sawahiri, hinterrücks erschossen wurden.
Dem religiös indoktrinierten ist es egal, wann er seine Engstirnigkeit durch Gewaltaten in eine vermeintliche Befreiung führt. So gab es immer schon, auch zu Gamal Abdel Nasr's Zeiten, in denen der Tourismus zurückging.
Bei Befragungen von Touristen die aus Ägypten zurück nach Europa und USA kamen bezeugten die Urlauber, dass sie ein beklemmendes Gefühl nie loswurden.
Mit Ausnahme der Russen, die selbst in Hochzeiten der Krise nach Sharm el Sheik oder Hurghada gekarrt wurden. Der Absolutismus, insbesondere der religiöse, der den selben Mustern folgt wie der Absolutismus des Adels, ist keineswegs befriedigt. Ihre geistige Verwandtschaft mit dem Faschismus erklärt sich aber nicht nur in Ägypten wie man beim Blick in die Region des Nahen Osten sieht, sondern in allen übrigen Ländern in denen theokratische Strukturen die Welt erklären wollen.
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Alt 03.06.2014, 17:34   #6
perfidulo
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Zitat:
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Der Unterschied zwischen der Christendemokratie zur Islamherrschaft ist die Gewährung des Weltlichen. Das ist im Islam nicht vorgesehen, weil Religion und Politik nicht voneinander getrennt sind.
Die Trennung ist im Christentum eigentlich auch nicht vorgesehen, aber gegen die Aufklärung und säkuläre Tendenzen kann man eben nichts mehr machen und gibt sich großmütig.

Aber höre ich da die islamophobe Nachtigall trapsen? Passen würde es zu den bisherigen Ausführungen in verschiedenen Threads.

Dort gegen Adel und Klerus schimpfen, hier die Edelmütigkeit der Christdemokraten preisen. Und Zeithopser als Referenz zitieren. Das ist Verschwörungstheorie vom Feinsten.
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Alt 03.06.2014, 18:38   #7
gapping
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Ja, Ihre Einlassungen perfiduolo haben etwas Belustigendes:

Einerseits weil gebetsmühlenartig in Deutschland die Trennung von Staat und Kirche betont wird, wobei in der Tat eine wirkliche Trennung nicht vorliegt - und andererseits der Großmut des deutschen Staates gegenüber den Kirchen übertrieben erscheint.
Was die Islamphobie angeht sollten Sie wissen:

Niemand hat mehr Angst vor dem Islam als die Muslime selbst.
Die Interpretation von solchen die meinen Deutungs-und Meinungshoheit bestimmen zu können, dass es im Westen eine besondere Art der Islamphobie gäbe ist weit übertrieben, denn, die meisten kennen den Islam nicht, seine guten und bösartigen Varianten sind vielen gar nicht geläufig, als dass sie Angst vor dem Islam haben könnten.
Die Muslime selbst, die in die Moschee gehen( schon Moschee bedeutet im weitesten Sinne "Unterwerfung", die fürchten den Demiurgen. Die gottesfürchtigen sowieso.
Aber um dieses Thema müssen Sie sich nicht abmühen, den ich war selbst bis zum 18. Lebensjahr Muslim und will Ihnen daher raten sich nicht als Exponent diesbezüglich in dieses Thema hinein zu steigern.
Sie versuchen sich in Schwarzmalerei perfiduolo: Kritik ist der Motor aller Entwicklung zur Verbesserung. Wenn man nicht einseitig ist und den Islam oder das Christentum kritisiert, dann soll man auch das Positive in christlichen und islamischen Gesellschaften nicht unerwähnt lassen.
Darum lassen Sie doch Ihre verschwörungstheoretischen Mutmaßungen, ich versichere Ihnen, dass Sie hier im Dunkeln tappen.
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Alt 04.06.2014, 08:36   #8
perfidulo
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Zitat:
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Ja, Ihre Einlassungen perfiduolo haben etwas Belustigendes:
Das Kompliment kann ich zurückgeben
Zitat:
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schon Moschee bedeutet im weitesten Sinne "Unterwerfung",
Zur Islamophobie gehört eine ausgesprochen selektive Wahrnehmung.

مسجد‎ (masdschid, arabisch), ist der Ort der Niederwerfung, wie man bei jedem Gebet sehen kann. Eine vom Propheten für die fetten Kaufleute verordnete Fitneß-Übung. Verbunden mit Komponeten der Körperhygienie (Waschungen).

Dagegen haben die stinkenden und vor Schmutz starrenden Christen schlechte Karten. Von Epedemien einmal ganz abgesehen.

Das wurde wohl mit einem anderen Begriff verwechselt: Islam kommt von . aslama („übergeben, sich ergeben, sich hingeben“) ab und bedeutet mithin "Unterwerfung (unter Gott)", "völlige Hingabe (an Gott)"

Aber das fordert die christliche Religion genauso.
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Alt 04.06.2014, 13:22   #9
gapping
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Die vom Propheten verordneten Fitnessübungen haben wohl sehr wenig bewirkt. Gleich nach seinem Tod stritt man sich um sein Erbe und seither herrscht Mord- und Totschlag unter den Muslimen.
Da ist die religionsrassistische Nummer noch Ta-Ha Sure 20 Vers 101-104 auch so eine Verordnung mit der man die "Blauäugigen" perse verdammt.
Oder wenn der Prophet gebietet, man möge keine Freundschaften mit Christen oder Muslimen schließen und derlei pauschal absolutistisches Zeugs aus einem Machwerk, das sich Qur'an nennt und das intoleranteste schriftliche Zeugnis neben dem AT darstellt.

Unterwerfung ist der exakte Begriff, denn genau das ist ja auch während des Gebets die Körperhaltung erst knien dann beugen.
Das haben alle Absolutisten von ihren Untertanen gefordert und in manchen Staaten des islamischen Kulturkreises ist es noch heute so, dass sich der Ottonormalmensch vor einem Mufti oder Ayatollah in den Staub wirft.
Man kann natürlich den Versuch machen die Rolle des Gläubigen und derer, die von diesem Glauben existieren, zu beschönigen. Ich bekomme ja die Diskussionen aus der Gegenwart, manchmal sogar live mit, wenn es um Auseinandersetzungen zwischen dene geht, die glauben Meinungs-und Deutungshoheit allen anderen andrehen zu können, wie z.B. in Deutschland die Auseinandersetzung zwischen Mazyek und Khorichide, oder an der Al Azhar Universität mit angeschlossener Al Azhar-Moschee wo sich Islamgelehrte streiten wem man denn nun als Nächstes ein Todesurteilverabreichen kann, oder gar darüber, wie die westliche Welt zu überwinden sei etc.

Bei meinem letzten Besuch in Ägypten(Ostern) durfte ich als Untertäniger einem weltfremden Vertreter dieser Moschee ein paar Fragen stellen. Dessen Antworten erspare ich mir jetzt hier, nur so viel: Der Untergang der islamischen Welt ist unausweichlich.
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Alt 04.06.2014, 16:44   #10
perfidulo
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Zitat:
Zitat von gapping Beitrag anzeigen
Bei meinem letzten Besuch in Ägypten(Ostern) durfte ich als Untertäniger einem weltfremden Vertreter dieser Moschee ein paar Fragen stellen.
In welcher Sprache?
Zitat:
Zitat von gapping Beitrag anzeigen
Dessen Antworten erspare ich mir jetzt hier, nur so viel: Der Untergang der islamischen Welt ist unausweichlich.
Na dann kannst Du doch beruhigt sein.

Wo wirft sich Alinormalmuslim vor einem Mufti in den Staub?
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Geändert von perfidulo (04.06.2014 um 17:05 Uhr).
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