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Amerika Das Rätsel von Nazca, die Hochkultur der Maya... und Weiteres aus Nord-, Mittel- und Südamerika.

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Alt 05.10.2003, 21:29   #1
Scott82
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Standard Klimaänderungen und das Ende der Maya-Kultur

Zitat:
Wissenschaftlern des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) und der ETH Zürich ist es zusammen mit amerikanischen Kollegen aus Miami, Princeton und Woods Hole erstmals gelungen, ein präzises Bild der klimatischen Rahmenbedingungen zu zeichnen, welches die Blütezeit klassischen Maya Kultur und die Phase des abrupten Kollapses dieser Kultur im 9. Jahrhundert nach Christus charakterisierten.
Anhand von geochemischen Untersuchungen der Sedimente des Cariaco-Beckens vor der Küste Venezuelas konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass das Klima im nördlichen Südamerika im 8. und 9. Jahrhundert trockener war als zuvor. Wie die Forschergruppe in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins SCIENCE (Vol. 299, Nr. 5613, pp. 1731-1735) berichtet, spiegelt der Sediment-Eintrag in dieses Becken in seinem Titanium-Gehalt den hydrologischen Zyklus in jährlich geschichteten Ablagerungen wider. Neue Analysemethoden erlauben nun eine nahezu monatliche Auflösung der Klimavariabilität in der Region. Die Daten stellen damit ein präzises Klimaarchiv dar, das die jährliche Variabilität des Klimas der Region aufzeichnet und damit ein Abschätzung des direkten Einfluss des Klimas auf dem Lebensraum der Maya in Yucatan zulässt.
Dieses Bild ergibt deutliche Hinweise, dass das Klima überaus stark auf die Maya-Kultur am Ende der klassischen Blütephase einwirkte. Zu diesem Zeitpunkt wohnten auf Yucatan mehrere Millionen Menschen. Die Maya lebten in grossen Städten, sie kannten gewaltige Umweltprobleme wie die Bodenerosion, was unter anderem zu Nahrungsengpässen schon in der Zeit vor dem Kollaps führte. Die neuen Klimadaten zeigen, dass während der archäologisch gut beschriebenen Phase des Kollapses die Niederschläge generell reduziert waren. Daneben traten verstärkte Trockenperioden mit einer Dauer von 3 bis 9 Jahren auf, die sich auf etwa AD 810, 860, und 910 datieren lassen und eine gute Übereinstimmung mit wichtigen Phasen der demographischen Katastrophe der Maya aufweisen.

Quelle: http://www.fs-geographie.de/geoframe.../klimamaya.htm
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Alt 05.10.2003, 22:51   #2
Sereck
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es ist durchasu möglich das die maya-kultur durch einen klimawandel untergegangen ist.das würde jedenfalls das plötzliche verschwinden erklären.
wenn so eine katastrophe bereits den maya wiederfahren ist zeigt es doch das uns soetwas auch bevorstehen kann.
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Alt 05.10.2003, 23:32   #3
Scott82
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Sagen wir einmal so, dass eine Klimaveränderung daran mitbeteiligt war.

Ich glaube kaum, dass wegen einer Klimaveränderung eine Kultur so schnell verschwand. Und wenn es sie gab, so müsste sie außerordentlich katastrophal gewesen sein.

So müsste es auch Anzeichen hierfür geben, dass die Mayas neue Siedlungen errichteten.

Dennoch scheint es so zu sein, dass diese Kultur komplett verschwand.

Womöglich konnte aber das soziale System der Maya durch die Priester und Könige nicht aufrechterhalten werden. Wer weiß...
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Alt 06.10.2003, 00:10   #4
Dragonhoard
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Der Untergang einer Kultur ist durch den Untergang des Systems der Herrschenden bestimmt. Wenn das Staatssystem zusammenbricht dann folgt die ganze Kultur. Vor allem in einem System wo die Versorgung der großen Städte nur durch ein funktionierendes Transportsystem aufrecht erhalten werden kann, ist ein zentrale Steurerung von immenser Bedeutung. Fehlt dieses, bricht auch die Versorgung zusammen. Die Städte sterben, die Kultur bricht zusammen. Die Menschen kehren den verfluchten Gebieten den Rücken und suchen ihr Heil in besseren Gegenden, gründen neue Siedlungen und neue Kulturen. Das ist auch in Mittelamerika passiert. Die Kultur ist zwar verschwunden, die Menschen sind es ja nicht.
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Alt 06.10.2003, 18:56   #5
Scott82
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Womöglich widersetzten sich die Menschen der Unterdrückung ihrer Peiniger, den Herrschenden.

Es ist m.E. nicht ausschließbar, dass in der späten Majakultur auch Menschenopfer dargeboten wurden. Darunter waren Männer, Frauen und Kinder. Ich glaube mich an eine Dokumentation zu erinnern, in der ein Ritus nachgespielt wurde. Priester versteckten sich hinter einer Götze-Statue, und bewegten mittels Seile die Arme. Die Menschen glaubten, dass sich ihr Gott erkenntlich zeigen würde. Furcht und Unterwerfung zeigten sich.

Diese Rituale könnten auch Grund gewesen sein, dass diese Tricks mit der Zeit aufflogen. Somit verfiel wohl der Glaube an den Majastaat.

Sicher ist, dass die Familien um ihre Kinder weinten.

Vielleicht war die Majakultur, trotz hohem Wissens, der Horror im mittel- & süd-amerikanischen Raum.
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Alt 06.10.2003, 21:45   #6
Sumer
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Vieles spricht sogar dafür, dass der Untergang eine Kombination verschiedener "Katastrophen" war. Zu der oben genannten Trockenheit kamen auch Aufstände dazu, der Grund dieser Aufstände war wohl die Unfähigkeit der "Priesterkaste" diese Trockenheit zu vertreiben. In einer alten Mayastadt fand man 13 Leichen, die eines gewaltsamen Todes starben und nach Genuntersuchungen miteinander eng verwandt waren, ihre Kleidung weist sie als zur Oberen Kaste zugehörig, (die Quelle liegt hier irgendwo in meinem Kopieberg ich glaube aber es war auch eine Forschung von Haug). Das spricht dafür, dass die Bevölkerung, nachdem auch die letzten Wasserspeicher leer waren, den erfolglosen Versuchen der Priester nicht mehr tatenlos zuschauten und sie zur Rechenschaft zog. Hinzu kam wohl ein tödlicher Kampf zweier Maya-Supermächte,Tikal und Calakmul , wie die Entzifferung von Hieroglyphentexten der Maya-Kultur (300-900 n. Chr.) zeigt. So waren es wohl Hungersnöte, Umweltzerstörung und Kriege, die ihren Untergang besiegelten.
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Alt 06.10.2003, 22:17   #7
Sereck
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das kommt mir irgendwie bekannt vor.
aber ich denke du hast recht sumer.alles zusammen wird den untergang verursacht haben.die priester wurden auch in anderen kulturen oft verantwortlich gemacht wenn es ihnen nicht gelang naturkatastrophen zu verhindern.die herrscher zeigten sich dann meist ausser stande etwas zu tun.
es ist schon erstaunlich wie ähnlich sich doch kulturen sein können die jahrtausende auseinander liegen.
denn zum heutigen zustand nimmt sich das ganzenicht viel.
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Alt 08.10.2003, 15:29   #8
Dragonhoard
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Nun einen granvierenden Unterschied gibt es schon: Die Priester und Könige in Mittelamerika wurden persönlich für die Naturkatastrophen verantwortlich gemacht.
Heutzutage wird man ja nicht den Kanzler vorwerfen das es zuviel regnet, vielleicht noch die Schuld an der Klimaveränderung. Aber man sieht das dann ja doch ein wenig nüchterner.
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Dragonhoard ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2003, 17:43   #9
Scott82
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Es könnte natürlich durchaus sein, dass die armen Indianer per Lichtstrahlen dezimiert worden sind.

:heul:

Ernsthaft. Mich würde es interessieren, wie dieses Volk unter sich lebte.
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