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Kulte & Sekten Positive wie negative Erfahrungen mit Kulten und Sekten, Empfehlungen oder Warnungen - nur bitte keinen allzu übertriebenen missionarischen Eifer! Sachlichkeit ist hier besonders gefragt!

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Alt 13.02.2014, 20:29   #1
Manu
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Standard Was ist eigentlich eine Sekte?

Ich finde die Verwendung das Begriffs "Sekte" schwierig.
Man weiß nie genau was jemand eigentlich damit meint.
Und das Wort hat mittlerweile auch einen negativen Beigeschmack (den der Begriff ursprünglich eigentlich überhaupt nicht hatte). Aber selbst wenn jemand klar macht das er den Begriff in einem negativen Sinne meint, weiß man oft nicht was genau er nun meint das negativ wäre. Wenn man z.B. einen "Betrug" damit meint, warum sagt man dann nicht gleich "Betrug", dann ist wenigstens klar was gemeint ist. Denn die ersten Christen waren auch eine "Sekte" und Jesus war quasi ein "Sektenführer" und wurde weil er als solcher bezichtigt wurde sogar brutal hingerichtet. Aber war er ein Betrüger? Sicher nicht. Aber die Leute damals aus den etablierten Religionen die ihn ermordet haben, haben dann vielleicht gedacht er wäre ein Betrüger, obwohl er völlig unschuldig war.
Deshalb finde ich ist es besser wenn man sagt was man meint.
Denn wenn man ungerechtfertigt als "Betrüger" bezichtigt wird, kann man sich wenigstens dagegen wehren falls die Anschuldigung nicht stimmt, wenn man aber als "Sektenanhänger" bezeichnet wird, kann man sich nicht dagegen wehren da der Begriff viel zu vage ist und quasi jede neue Religion (auch völlig friedliche) bei Bedarf als "Sekte" bezeichnet werden können.

Ich habe auch mal einen Artikel darüber geschrieben in dem ich genauer erklärt habe waum man das Wort Sekte nicht verwenden sollte: http://www.simplepedia.de/doku.php?id=sekte
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Alt 13.02.2014, 21:31   #2
Lawrence P. W.
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In der Regel handelt es sich dabei um eine in sich geschlossene Gruppe um einen Religionsführer herum, die in der Selbstüberzeugung leben alleinige Erkenntnis zu haben.
Meist fordert eine Sekte eine Isolation auf die eigenen Gruppe hin gegenüber der Außenwelt, auch der Familie.
Der Lebensmittelpunkt der Mitglieder ist auf die eigene Lehre und Erkenntnis hin bezogen, richtungsgebend durch die Religionsführung.
Außenkontakte können missionarisch erfolgen.
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Alt 13.02.2014, 22:47   #3
Manu
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
die in der Selbstüberzeugung leben alleinige Erkenntnis zu haben.
Ich glaube das behaupten alle Religionen von sich.

Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Der Lebensmittelpunkt der Mitglieder ist auf die eigene Lehre und Erkenntnis hin bezogen, richtungsgebend durch die Religionsführung.
Außenkontakte können missionarisch erfolgen
Auch das kann man von praktisch allen Religionen behaupten.

Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Meist fordert eine Sekte eine Isolation auf die eigenen Gruppe hin gegenüber der Außenwelt, auch der Familie.
Ich würde sagen dies ist ein Vorurteil das sich schlecht verallgemeinern lässt. Es trifft vielleicht auf MANCHE Religionen zu, aber ich kenne auch genügend religiöse "Sekten" die dies nicht tun. Ich kenne sogar manche religiöse Gruppen die sehr oft als Sekte (im negativen Sinne) bezeichnet werden und auf die das überhaupt nicht zutrifft, wie z.B. die Mormonen, die z.B. sehr viel Wert auf die Familie und auch allgemein auf soziale Kontakte legen. Andererseits kenne ich auch viele Religionen die diese Isolation fordern und die trotzdem nicht als Sekte im negativen Sinne bezeichnet werden. Z.B. sämtliche buddhistische Religionen und auch der Taoismus, da sie monastische Religionen sind und man daher als Mönch oder Einsiedler auf einem Berg bei einem taoistischen Meister, man natürlich zwangsläufig die Familie und sogar die Gesellschaft verlassen muss.
Trotzdem werden der Daoismus und der Buddhismus nur selten als "Sekten" im negativen Sinne dargestellt.

Was ich dir damit sagen will ist das man es nicht verallgemeinern kann und dass das Wort "Sekte" ungenau, doppeldeutig und evtl. diffamierend ist und man es daher möglichst nicht verwenden sollte und wenn man es doch tut, sollte man erklären was man damit genau meint anstelle zu verallgemeinern und abzuwerten.

Geändert von Manu (13.02.2014 um 22:53 Uhr).
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Alt 14.02.2014, 01:15   #4
McTed
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Moin,

"Sekte" ist eine Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen, welche von der Gesellschaft grundsätzlich negativ aufgenommen wird.

Es ist also eine abwertende Bezeichnung für "kollektiven Fundamentalismus".

Menschen die sich zum meditieren treffen sind keine Sekte.
Menschen die sich zum meditieren treffen, um ein Ziel zu erreichen dagegen schon.

Oder Menschen die sich unabhängig organisieren.
Sich von außen abzuschotten, oder sich nicht an der Allgemeinheit zu orientieren, könnte von außen als Sektenbrauch angesehen werden.

Die Bezeichnung "Sekte" ist derart oberflächlich, dass wir gar nicht bemerken das die Weltreligionen genau das selbe eingeschränkte Weltbild verbreiten wie die Sekten selber.

Kleine Weltbilder verteilen, sich einer Überzeugung hinzugeben oder die Möglichkeiten nicht zu erkennen, was alles noch sein könnte.

Religion ist Gift.
An Aliens zu glauben - verrückt.
Keine Meinung zu haben - langweilig.
Ordentlich auf die Kacke zu hauen um eine "Überzeugung" zu verbreiten - unbezahlbar.

MfG Ted
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Alt 14.02.2014, 02:53   #5
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
In der Regel handelt es sich dabei um eine in sich geschlossene Gruppe um einen Religionsführer herum, die in der Selbstüberzeugung leben alleinige Erkenntnis zu haben.
Von Dir war kaum etwas anderes zu erwarten.
Sekte (Abspaltung) war immer das, was der katholischen Orthodoxie ein Dorn im Auge war. Selbst wenn die "Sekte" sich auf den sehr viel mehr authentischen Text des Neuen Testaments berufen konnte.

Die Katharer beispielsweise waren demnach eine Sekte, aber sie entsprachen nicht im geringsten Deinen Charakterisierungen. Das dürfte wohl auf viele der sogenannten Sekten zustreffen. Auch die Protestanten haben einst als Sekte angefangen. Wenn es dann zuviele werden, beugt man sich der Macht des Faktischen und akzeptiert es als Religionsgemeinschaft.

Aber als Atheist kann man über dererlei nur schmunzeln.
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Alt 14.02.2014, 13:28   #6
Lawrence P. W.
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Sektencharakter, Exklusivität und die Überzeugung die alleinige Kenntnis und Befugnis von allem zu haben finden sich übrigens auch gerne und hier exemplarisch überdeutlich in "atheistisch humanistisch" angehauchen "weltlichen" Gruppierungen.
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Alt 14.02.2014, 15:00   #7
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Sektencharakter, Exklusivität und die Überzeugung die alleinige Kenntnis und Befugnis von allem zu haben finden sich übrigens auch gerne und hier exemplarisch überdeutlich in "atheistisch humanistisch" angehauchen "weltlichen" Gruppierungen.
Das machen wir nur, damit Du Dich nicht so allein fühlst mit Deiner Sekte.
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Alt 14.02.2014, 16:33   #8
Acolina
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Sekten sind auf jeden Fall immer die anderen. Zumindest ist mir kein Sektenmitglied bekannt, das sich selbst als solches bezeichnet
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 14.02.2014, 17:20   #9
Der Phoenizier
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
Sekten sind auf jeden Fall immer die anderen. Zumindest ist mir kein Sektenmitglied bekannt, das sich selbst als solches bezeichnet
Unter einer Sekte verstehe ich eine Gruppe von Menschen, die sich selbst Regeln auferlegt, die für andere schwer praktikabel sind. Als Beispiel kenne ich die Aufklärung von einem Baha'i. Ab dem Alter der Volljährigkeit müssen alle Baha'i zwangsläufig verheiratet sein. Wenn ein Baha'i nicht von sich aus heiratet, dann wird die Ehe arrangiert. Sodald der Ehepartner stirbt, wird eine neue Ehe arrangiert.

Jetzt sage ich das nur in Worten. Das ist ein Lippenbekenntnis und das zählt nicht. Ich kann aber nicht Baha'i werden, weil ich arrangierte Ehen ablehne. Eine echte Sekte gibt sich durch sehr massive Auflagen zu erkennen, die im richtigen Leben nachprüfbar sind. Kritik kommt natürlich von denjenigen, die solche Auflagen nicht akzeptieren. Wenn es aber keine nachprüfbaren Auflagen gibt, dann sind das "Schwafelsekten". Als höflicher Mensch nenne ich solche Leute "Dampfplauderer". Davon gibt es etliche im Forum, doch ich nenne lieber keine Namen...
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Cuiusvis hominis est errare, nullius nisi insipientis in errore perseverare. (Cicero)
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Alt 14.02.2014, 17:51   #10
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Der Phoenizier Beitrag anzeigen
Ab dem Alter der Volljährigkeit müssen alle Baha'i zwangsläufig verheiratet sein. Wenn ein Baha'i nicht von sich aus heiratet, dann wird die Ehe arrangiert.
Interessant, daß Du den Begriff "arrangierte Ehe" verwendest und nicht das treffendere "Zwangsheirat", gegen das es ziemliche Aufregung gibt, wenn es sich um Muslime handelt.

Ich habe im Internet keinen Aufschrei gegen die Kuppelpraxis bei Baha'i gefunden. Im Gegenteil. Sie gelten als verfolgte religiöse Minderheit, nicht einmal als Sekte.

Die Baha'i, die ich kennen, weil sie sich auf ein wenig für Esperanto interessieren, sind zwar ein wenig komisch, aber das ist kein Grund sie zu diffamieren. Auch durch die Verwendung von Esperanto wird man nicht zu Sekte. Es gibt gute Katholiken, Juden und sogar Atheisten darunter.
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