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Alt 12.11.2012, 21:11   #1
Tsunetomo
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Standard Kernkraft mittels Lithium?

An anderer Stelle tobt gerade eine Diskussion um "unterdrückte Technologien". Dort kam jetzt die Sprache auf die Sache mit der Gewinnung von Kernergie mittels Lithium. Leider fehlt mir in dieser Hinsicht das Wissen, um die Bedeutung dieser Sache beurteilen zu können.
Habe im Netzt auch nicht allzuviel gefunden außer dem Namen Heinz-Werner Gabriel und zwei Artikel dazu:

http://staseve.wordpress.com/2012/04...um-statt-uran/ (Quelle allerdings fragwürdig)

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=731

Hat vielleicht jemand nähere Informationen zum Stand der Forschung, den (eventuellen) Perspektiven und ein paar Ausführungen zu den wissenschaftlichen Grundlagen für mich?

Wäre super!
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Alt 12.11.2012, 21:34   #2
basti_79
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  1. Auch von ständiger Wiederholung wird das Gerücht nicht besser: bislang gibt es keine nukleare Energieerzeugung ohne radioaktiven Müll.
  2. Atomkraft ist also nur dann Umweltfreundlich, wenn man die Schäden, die sie anrichtet, ignoriert.
  3. Da Lithium unter Beschuss mit schnellen Neutronen zum "sehr reaktivem" Tritium reagiert, ist ein solcher Vorschlag denkbar.
  4. Da bislang der einzige Weg, derart schnelle Neutronen in technischen Maßstäben zu erhalten, Kernspaltung ist, ist wieder einmal unvorstellbar, wie das ohne gehen soll.
  5. Da der einzige erkennbare Weg, aus Tritium Energie zu gewinnen, dessen Fusion ist, gibt es derzeit keinen zu zivilen Zwecken nutzbaren Reaktor, der aus Tritium Energie gewinnen könnte.
Der eine Text führt aus:

Zitat:
Zitat von http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=731
Verständlich wird dies, wenn man die Zertrümmerung von Lithium 6 durch eindringendes Deuterium betrachtet: Es entsteht zuerst ein Atom aus 4 Protonen und 4 Neutronen, welches in zwei gleiche inaktive Helium-Atome zerplatzt.
Wie läßt man denn Deuteriumkerne in technischem Maßstab in Lithiumkerne eindringen?

Falls jemand dem etwas hinzuzufügen hat, soll er sich bitte äußern.
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Alt 12.11.2012, 22:54   #3
Llewellian
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Lithium ist der Grundstoff aus dem Tritium gewonnen wird. Siehe im Wikipediabeitrag die Nutzung einerseits in den Wänden von Fusionsreaktoren bzw. in mehrstufigen Fusionsbomben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium
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Alt 12.11.2012, 23:17   #4
Sakslane
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Da bislang der einzige Weg, derart schnelle Neutronen in technischen Maßstäben zu erhalten, Kernspaltung ist, ist wieder einmal unvorstellbar, wie das ohne gehen soll.
Zitat:
Zitat von Llewellian Beitrag anzeigen
Siehe im Wikipediabeitrag die Nutzung einerseits in den Wänden von Fusionsreaktoren...
Das ist genau die grundlegende Idee. Es ist zwar noch ferne Zukunftsmusik, aber wenn man mal einen Fusionsreaktor hat, erzeugt der schnelle Neutronen, mit denen man das Lithium beschießen kann, um Tritium zum Betrieb des Reaktors zu erhalten.

Noch ist man weit davon entfernt, sowas zur Energiegewinnung zu nutzen. Erst mal abwarten, was der ITER schönes bringt...
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Alt 12.11.2012, 23:37   #5
basti_79
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Im zweiten verlinkten Text ging es anscheinend um etwas anderes. Deuterium kann sich an Lithium anlagern und das zur Spaltung bringen. Die dementsprechende Frage wäre, wie man genug Deuterium genug beschleunigt für diesen Trick.
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Alt 13.11.2012, 02:55   #6
Tsunetomo
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Ah, danke schon mal!
So sehe ich schon etwas klarer!
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Alt 13.11.2012, 06:34   #7
Sakslane
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Ah, richtig, die Deuterium-Lithium-Reaktion. Wenn ich mich richtig erinnere, kommt die auch in Kernwaffen zum Einsatz, indem man "Lithiumdeuterid" benutzt, d.h. eine chemische Verbindung aus Lithium und Deuterium. (Ja, Lithium und Wasserstoff reagieren miteinander.) Unter hohem Druck und hohen Temperaturen reagieren die Kerne dann miteinander. Ich weiß aber nicht genau, ob man das auch in einem Reaktor wie dem ITER umsetzen könnte, oder ob man hier andere Verfahren braucht, wie z.B. Trägheitsfusion oder Laser-induzierte Fusion.
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Alt 13.11.2012, 11:02   #8
basti_79
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Ich meine mich zu erinnern, dass es mal einen Plan gab, aus Lithium in Wänden von Fusionsreaktoren (im Stile ITER etc.) Tritium zu erbrüten. Das löst nicht das Müllproblem.
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Alt 13.11.2012, 13:01   #9
Llewellian
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Basti, das ist leider immer der Fall.

Auch im Falle von Thoriumreaktoren (welches "sauberer" zerfällt), bleibt Müll. Und selbst wenn die "Asche" nur 2000 Jahre übelst strahlt und eine kürzere Halbwertszeit hat im Gegensatz zu den Zigzehntausenden von Uranbasierten Zerfallsprodukten... es ist immer noch utopisch soetwas "sauber" entsorgen zu wollen....

Und all das "aktivierte" Hüllenmaterial.... welches durch Neutroneneinfang in radioaktive Nukleide umgewandelt wurde...

Es gibt keine "saubere" Fusionstechnik und keine saubere Fissionstechnik.
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