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Geheimgesellschaften Geheimgesellschaften und Elitegruppen: Von A wie Albigenser bis Z wie Zappatori. Rituale, Weltanschauungen, Symbolik, etc.

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Alt 28.06.2012, 19:21   #11
Atlantologe
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Mir ist das schon klar, dass er sich im Zitat von hinten dann doch wieder reinschleichen kann, das ist eben das technische Problem mit der Unvollkommenheit der Ignorier-Funktion.


Aber da mir der Text nun mal doppelt auf die Augen gedrückt wurde, geh ich kurz drauf ein.

Wie gesagt, es sind offiziell 4 Billionen angeblich spurlos verschwunden. Diese Summe wurde von den Zentralbanken nachgedruckt, um die Geldmenge (Liquidität der Wirtschaft) aufrecht zu erhalten. Fakt ist weiterhin, dass das Geld nicht "verbrannt" ist – niemand verbrennt Geld im Kamin, dafür gibt’s Holz und Kohle (die schwarze). Es gibt aber Profiteure, doch angeblich haben alle (incl. Banken nur verloren und keiner gewonnen) – das übliche Märchen fürs dumme Volk.

Man weiß schlecht, was in den hohen Etagen hinter verschlossenen Türen so abläuft; es sind eben nur Gerüchte die Verschwörungstheorien ähneln, die durchsickern (daher hab ich den Aufsatz ja auch hier platziert und nicht unter Wirtschaft). Und die besagen eben, dass im Fall Lehman, dessen Crash die Finanzkrise überhaupt erst zum Flächenbrand gemacht hat, Insider, also die Cheftrader der Bank, die um die prekäre Lage der Bank wussten, diese gezielt gecrasht haben, indem sie vorzeitig (rechtzeitig) ihre Aktienoptionen in schwindelerregendem Umfang wahrnahmen und damit den Aktienkurs "ihres" Unternehmens crashen ließen.

Und Lehman war keine gewöhnliche Bank (ich kenne die aus eigenen Trades seit 1997 bestens),sondern die mit Abstand weltgrößte Bank für die allerheißesten Derivate, die es je gab. Das war der echte Wahnsinn, deren Papiere. Von all diesen Derivaten (von simplen Optionsscheinen über KO-Zertis, Währungs-Optionsscheine, Währungs- KO-Zertis über noch viel heißere Instrumente (Zertis auf Junk Bonds und auf Schuldverschreibungen von Immo-Unternehmen, die de facto schon längst pleite waren usw.), Zertis auf die Kursentwicklung von Zertis – der Fantasie der Emittenten waren nach oben hin offenbar keine Grenzen gesetzt, wobei das wirklich Bemerkenswerte in diesem Zusammenhang ist, dass diese Emittenten dieselben Cheftrader waren, die ihre Firma gezielt ausplünderten und pleite gingen ließen) – von all diesen Emittenten hochspekulativer Derivate war Lehman die Bank, die etwa die Hälfte aller weltweit herausgegebenen Zertifikate emittierte. Andere wie Goldman Sachs, Citibank, J.P. Morgan, Merryll Lynch, Morgan Stanley, Deutsche Bank, Societe Generale, Commerzbank usw.waren vergleichsweise kleine Lichter dagegen.

Die Frage ist nun, warum wurden diese Schwerstverbrecher nicht belangt? Es handelte sich dabei doch schließlich – allein bei Lehman – um Werte von schätzungsweise 500 Milliarden (nicht zu verwechseln mit dem Börsenwert des Unternehmens vor dem Crash, der lag bloß bei ich glaube 120 Milliarden),sondern vom Wert der Kundeneinlagen her) sind doch nun wirklich kein Pappenstil,das ist ¼ des deutschen BIP.

Und ihr Geld ist ja auch niemals gefunden worden – wie auch? Es war ja schon zum Zeitpunkt des Crashs längst alles in trockenen Tüchern und unsichtbar gemacht = spurlos verschwunden worden. Denn auf Nummernkonten in einigen Alpenstaaten oder Offshore-Paradiesen in der Karibik und Polynesien hat selbst die amerikanische Justiz keinen Zugriff, denn Staaten wirken nun mal national (außer im Krieg), Kapitalmärkte aber global.

Und wer so unermessliche Summen von Raubkapital besitzt, kann nicht damit glücklich werden, es bis ans Ende aller Zeiten verdeckt zu halten, denn Geld kann man bekanntlich nicht essen. Geld in solchen Mengen ist aber konvertibel in Macht, und zufällig entsprechen die "verbrannten" Summen einem ganz erheblichen Teil der Staatsverschuldung der G-20. Und man kann einen Teil dieses Geldes (über Strohmänner) auch in Staatsanleihen halten, und einen sehr großen Teil auch in die Mafia investieren.

Das Puzzle, das wir von letzten Finanzkrise (2007 –2009) ebenso wie vom Crash der Internet-Börsenblase (2001–2003) haben, lässt einige Konturen erkennen, wird mit dieser hypothetischen Gruppe X und ihrem gezielten Wirken behind the curtain aber erst komplett und macht extrem viel "Sinn".

Als Verschwörungstheorie erscheint es nur, weil es so unfassbar erscheint. Nur leider gibt es keine andere Erklärung für das Whereabout dieser angeblich verschwundenen 4 Billionen. (Und der Crash der Internet-Blase hatte sogar 12 Billionen "verschluckt").

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Geändert von Atlantologe (28.06.2012 um 19:27 Uhr).
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Alt 28.06.2012, 20:20   #12
Groschenjunge
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Hi,

Zitat:
Zitat von Atlantologe Beitrag anzeigen
Wie gesagt, es sind offiziell 4 Billionen angeblich spurlos verschwunden.
Du bezifferst auch die dotcom Blase auf 12 Billionen. Meinst du die amerikanische Billion oder die hiesige?

Mit Milliarden kann ich mich anfreunden, aber nicht mit Billionen.

guckst du mal hier: http://www.manager-magazin.de/finanz...186368,00.html

-gj
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Alt 28.06.2012, 20:33   #13
Atlantologe
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Ich kenne den Artikel, ich kene auch hunderte andere. Wir hatten in den Folgejahren nach dem Crash, aber auch schon in den letzten Crashmonaten, ausführliche und sehr tiefgehende Diskussionen mit Fachleuten im (damals noch so genannten) Consors-Forum und im WO-Forum geführt. Viele Statistiken direkt von der NYSE und Nasdaq. Dein Artikel behandelt primär den Neuen Markt.

Zweitens geht es nicht allein um die reinen Börsenverluste, sondern auch um die Folgeverluste, da sehr viele Immobilien mit Aktien "besichert" waren (in den USA, wo dies möglich war), also die Privatverluste, die mit Zwangsversteigerungen in Folge des Platzens der Dotcom-Blase verbunden waren, die wiederum in großem Umfang von jenen Spekulanten sehr billig aufgelesen wurden, die 4-5 Jahre später dann in die Immobilienblase mündeten.

Die 12 Billionen beziehen sich auf alle mit dem Crash verbundenen (institutionellen und privaten) Verluste weltweit. Wenn ich noch alte Statistiken (hier lagert noch so einiges, allerdings alles wild durcheinander) oder Aufsätze finde, werde ich sie nachreichen.
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Alt 28.06.2012, 20:46   #14
Groschenjunge
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Hi,

Zitat:
Zitat von Atlantologe Beitrag anzeigen
Zweitens geht es nicht allein um die reinen Börsenverluste, sondern auch um die Folgeverluste,
Wir reden hier aber über Buchwerte, oder?

-gj
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Alt 28.06.2012, 22:22   #15
JamesBolivar
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Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Wir reden hier aber über Buchwerte, oder?
Nicht mal das. Er meint hypothetische Veräusserungsverluste bei zeitgleichem, sofortigem Abverkauf aller Papiere für einen angenommenen Restwert Null, und erzwungener sofortiger Auflösung aller involvierten Kredite bei hypothetischer totaler Zahlungsunfähigkeit aller Kreditnehmer.
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Alt 28.06.2012, 23:05   #16
Atlantologe
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Nein, reale Verluste der Institutionellen und der Privaten. Bei den Privaten sieht die Rechung so aus:

Börse: Differenz Kaufkurs (alle Titel) - Verkaufskurs
Immobilien: Differenz Kaufkurs (Kaufvertrag) - Verkaufskurs (Erlös aus Zwangsversteigerung bzw. Notverkauf)

vergleichbar mit dem eben beendeten Fußballspiel:
Differenz Tore kassiert minus Tore geschossen (
(sorry, der musste sein)

.
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Alt 28.06.2012, 23:37   #17
JamesBolivar
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Unfassbar, einfach nur unfassbar

EDIT: Ok, Basiswissen für Anfänger v. JamesBolivar, seines Zeichens Ex-Broker des CBT (Chicago Board of Trade)

Nehmen wir ein einfaches Papier, eine Aktie für Euro 100,-

Wer sie heute kauft, gibt dafür dem Vorbesitzer einen Hunderter. Er hätte auch für das Geld in den Puff gehen können. So aber geht nun der Vorbesitzer in den Puff. Dem Puff (der Wirtschaft) ist das ganz egal. Irgendwer geht halt heute in den Puff. Der Börse ist das auch egal. Die Börse vermittelt das nur, und notiert, daß einer für dieses Papier einem anderen seinen Hunderter gab. Die Börse ist kein Sparschwein. Sie behält das Geld nicht, sie kassiert nur eine Vermittlungsgebühr.

Der Käufer hat nun keinen Hunderter mehr, sondern ein Stück Papier. Das Papier ist nichts wert. Es berechtigt zu gar nichts, ausser der Hoffnung, irgendwann einen anderen Dummen zu finden, der es unbedingt haben will, und einem dafür sein Geld gibt (manche Papiere berechtigen zu Renditeanteilen, die aber verschwindend gering sind, andere zum Mitabstimmen bei der Aktionärsversammlung, und auf manchen Aktionärsversammlungen gibt es Kaffee und Kuchen - zählt letztlich nicht). Das Geld ist immer weg. Genaugenommen hat es ein anderer, und i.d.R. für irgendwas ausgegeben. Vielleicht im Puff.

Vielleicht findet unser Mann nächste Woche einen Dummen, der ihm auch wieder einen Hunderter für das Papier gibt. Dann kann er halt nächste Woche davon in den Puff gehen (die Wirtschaft). Dafür geht dann der Dumme nicht, der ja sonst selbst hätte gehen können. Irgendwer geht halt immer in den Puff. Und irgendwer hat halt den schwarzen Peter (das Papier).

Wo bitte soll da ein Schaden entstehen, und wem? Der Wirtschaft ist es egal. Selbst dem Unternehmen, das so ein Papier einst in Umlauf brachte, ist es egal. Es braucht nämlich seine Papiere nicht zurückzukaufen. Erstattungsansprüche gibt es nicht. Die Börse ist keine Bank, und auch kein Sparschwein, in dem etwas verschwinden könnte.

Nun gibt es auch noch andere Arten von Papier, für die aber im Grunde das selbe gilt. Derivate z. B. sind Wettscheine auf solche Papiere. Das einfachste Derivat ist der Optionsschein. Das ist ein Kaufversprechen oder ein Verkaufsversprechen, also auch ein Papier, mit dem jemand ankündigt, ein anderes Papier (vielleicht eine Aktie) zu einem bestimmten Termin zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Es gibt verbindliche und unverbindliche Optionen. Man setzt damit auf Kursveränderungen, d . h. spekuliert beispielsweise darauf, zum Preis von heute nächste Woche zu verkaufen, und die Verpflichtung mit einem Papier zu erfüllen, das man dann erst zu einem günstigeren Kurs kauft, sodaß man dabei einen Gewinn erzielt. Die Risiken und Chancen werden dabei abgeschätzt und in den Preis der Option, der sonst nur eine geringe Gebühr ist, eingerechnet. Und zwar so, daß man damit aller Voraussicht nach keinen Gewinn und keinen Verlust macht.

Es werden auch Eigentumsanteile an Krediten gehandelt, Rohstoffe aller Art, Währungen. Dabei gelten aber immer dieselben Prinzipien wie bei Aktien. D. h nirgendwo gibt es Rückwirkungen auf die Realwirtschaft, und nirgendwo verschwindet Geld. Es taucht auch keines auf. Aus der Börse geht jeden Tag exakt so viel Geld heraus, wie am selben Tag hineingeht. Es sind immer Nullsummenspiele.

Es gibt auch keine Blasen, und keine Verluste in dem Sinne, wenn sich die Kurse ändern. Kursänderungen ergeben sich aus den im Laufe eines Tages getätigten An- und Verkäufen, die notiert werden. Das ist immer nur ein winziger Bruchteil der existierenden Papiere, die dort den Besitzer wechseln und hat keinen Aussagewert über die Kurse des nächsten Tages. Was nicht gehandelt wird, hat in dem Sinne keinen Wert und kann auch keinen verlieren. Der Verlust trat ja bereits beim Kauf ein. Da niemand verpflichtet ist, an Tagen mit ungünstigem Kurs zu verkaufen, verlieren die Besitzer der Papiere bei Kursschwankungen gar nichts. Null, nada, nicht einen einzigen Cent. Unternehmen, deren Aktien sinken, verlieren auch nichts. Auch Banken nicht. Die kassieren bei allen Bewegungen, die sie für ihre Kunden verwalten. So wie die Börse selbst.

Eine Faustregel ist: Wer einen Anlageberater braucht, oder gar so wenig davon versteht, daß er dessen Gebrabbel nicht als Verkaufsgewäsch durchschaut, sollte von allen Börsengeschäften die Finger lassen.
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Geändert von JamesBolivar (29.06.2012 um 00:59 Uhr).
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Alt 29.06.2012, 08:21   #18
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Hi,

Zitat:
Zitat von JamesBolivar Beitrag anzeigen
Die Börse vermittelt das nur, und notiert, daß einer für dieses Papier einem anderen seinen Hunderter gab.
Danke.

ich fass das mal kurz zusammen: man verkauft sich untereinander Luftschlösser.
Wobei IMHO durchaus ein Schaden entstehen kann, wenn nämlich diese Buchwerte zur Besicherung benutzt oder benötigt werden. Das sehe ich aber eher als Problem der jeweiligen Wirtschaft und der Mentalität der beteiligten Akteure an.

Wenn auf einmal ein Laden wie facebook mehr wert sein soll als ein Unternehmen, das viele tausend Mitarbeiter hat und wirklich notwendige Güter herstellt, dann sehe ich das als Blase an. Viele Broker scheinen nicht zu wissen, dass man facebook nicht essen kann.

-gj

ps: ich war auch mal Milliardär. Da hebe ich auf dem Flohmarkt alte Geldscheine gekauft.
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Alt 29.06.2012, 11:00   #19
Atlantologe
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Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Wenn auf einmal ein Laden wie facebook mehr wert sein soll als ein Unternehmen, das viele tausend Mitarbeiter hat und wirklich notwendige Güter herstellt, dann sehe ich das als Blase an. Viele Broker scheinen nicht zu wissen, dass man facebook nicht essen kann.
Nagut, dann versuch ich's mal aus meiner Sicht zu erklären, nur zur Veranschaulichung.
Dass Facebook, Google oder Yahoo zu gewissen Zeiten mal vom Börsenwert her die teuerste Firma der Welt waren, teurer als Exxon oder Petrochina, war ein reiner Börsenwert, also ein spekulativer. Als Yahaoo nicht mehr so teuer war, wurde es von Microsoft übernommen.

Alles richtig – nur: Ist doch gar nicht mein Thema und hat selbst mit dem Crash nur sehr indirekt was zu tun. Wir sprechen von Schaden und unvergleichlichem Reichtum, von einer Umverteilung gigantischer Beträge von Vielen zu ganz wenigen.

Beispiel: Ich kauf als Atlantologe (A) im Jahr 2000 1.000 Yahoo-Aktien zu einem Kurs von $ 100 für zusammen $ 100.000. Etwa zur gleichen Zeit verkauft irgendein Trader (C) einer großen Investmentbank (B) 1.000.000 Yahoo-Aktien zu einem Kurs von $ 100 für zusammen $ 100.000.000 leer, d.h. er verkauft Aktien, die er gar nicht hat, und besichert sie mit einem bestimmten Betrag. Die Aktie gewinnt weiter und ich lasse sie liegen. 2 Jahre später crasht es und die Aktie ist plötzlich nur noch $ 1 wert. In Panik verkaufe ich meine 1.000 Aktien für $ 1.000. Etwa zur gleichen Zeit covert C seine gesamten Yahoo-Aktienbestände (kauft sie virtuell zurück) zu einem Kurs von $ 1 pro Stück und kauft zusätzlich alle noch handelbaren Yahoo-Aktien, unter denen sich auch meine 1.000 erfinden, zurück, ebenfalls zu $ 1 pro Stück.

Bezogen auf meine 1.000 Aktien heißt das: (A) macht bei 1.000 Aktien einen Verlust von $ 99.000, (C) macht mit einem Einsatz von $ 1.000 einen Gewinn von $ 99.000 und erhält für dieses tolle Geschäft eine Prämie vom Arbeitgeber.

Da er aber auch schon früher gute Trades gemacht hat, erhielt er im Jahr 1997 u.a. Aktienoptionen auf 1.000 Yahoo-Aktien zum damaligen Buchwert von $ 1.000. Diese Option realisierte er an dem Tag im Jahr 2.000 und verkaufte diese 1.000 Aktien privat (jetzt nicht für die Firma), an dem ich 1.000 Aktien für $ 100.000 kaufte, für $ 100.000 über die Börse.

Vereinfacht gesagt: Er hat mir anno 2.000 1.000 Yahoo-Aktien über die Börse für $ 100.000 verkauft, die er für $ 1.000 einst als Optionen erhalten hatte. Sein Gewinn: $ 99.000 (gegenüber seinem Arbeitgeber, der Bank, für die er tradet). Anno 2002 im Crash kauft er "dieselben" Aktien (gleiche Stückzahl) von mir für $ 1.000 wieder zurück. Er hat also mit 1.000 Yahoo-Aktien einen Gewinn von $ 198.000 realisiert – jeweils $ 99.000 gegenüber (A) und $ 99.000 gegenüber (B):

Die $ 99.000, die er privat an mir verdient hat, lässt er über Strohmänner verschwinden, waschen und in ein Depot irgendwo in der Karibik erst mal verschwinden. Dieser Betrag ist aus dem Geldkreislauf spurlos verschwunden, quasi "vebrannt". Damit ist dem "Weltfinanzsystem" oder dem "Recihtum der Welt" ein Schaden von $ 99.000 entstanden.

Insgesamt betrug dieser Schaden weltweit $ 12 Billionen.

Und es ist ein realer Schaden, weil diese fehlenden $ 12 Billionen in den Jahren nach dem Crash von den Notenbanken neu gedruckt und zurück in den Geldkreislauf eingeführt wurden, um M konstant zu halten.

Ein Verlust ist es schon deshalb, weil dem Markt vorübergehend diese Summe als Kaufkraft entzogen wurde. Meine Kaufkraft erlitt einen realen Schaden von $ 99.000. Diesen Betrag konnte ich beim Finanzamt als Verlustvortrag geltend machen, weil ich ihn nachweisen konnte. Und nicht nur ich hatte so hohe Kaufkraftverluste zu erleiden, sondern Millionen und Abermillionen kleine Aktionäre weltweit. Für dieses Geld konnten in dem Zeitraum weniger Waren umgesetzt werden, weil viele Leute einen Teil ihrer Kaufkraft verloren hatten.

Von wegen bloße "Buchverluste"….!

Und die Gewinne auf der anderen Seite sind ebenso real, nur dass wir nicht wissen, wohin diese 12 Billionen genau gegangen sind und wie und wo sie oder ein Teil davon wieder ins Geldsystem, eingeschleust wurden, obwohl sie offiziell gar nicht existieren dürften. Denn (C) und ein paar an der Superreiche, die diese Gewinne machten, haben sie ja vorbei am Fiskus verschwinden lassen. (Etwas komplizierter war's schon, aber das habe ich ja in meinem Aufsatz erklärt, wie diese Summen unbemerkt verschwanden.)

Geändert von Atlantologe (29.06.2012 um 11:03 Uhr).
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Alt 29.06.2012, 14:14   #20
JamesBolivar
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Für Panik ist jeder selber verantwortlich, und ob jemand sein Geld in den Puff trägt oder unter der Matratze hortet, hat grundsätzlich nichts mit der Börse zu tun. Niemand hortet Billionen an Bargeld, es verschwanden auch nie solche Summen aus dem Geldkreislauf, wie auch noch nie solche Handelsumsätze an Börsen erreicht wurden. Wenn jemand (es wäre irrsinnig teuer) per Option über fünf Jahre auf fallende Kurse setzt, hat er den Gewinn schlichtweg legal und moralisch verdient, falls er überhaupt welchen macht.

Optionen gibt es nämlich nicht umsonst und sie haben begrenzte Laufzeiten. Leerverkäufe sind i.d.R. das Spiel des kleinen Mannes gegen die Großen und nicht etwa umgekehrt (Da steht Grips gegen Geld).

Gegen Leerverkäufe optieren Figuren wie die Merkel und ihre Partei, die nicht akzeptieren wollen, daß auch mit geringem Kapitaleinsatz erfolgreich gegen das dicke Geld gespielt werden kann. Es sind die fetten Bourgois, die sich darüber ereifern. Leute, die überwiegend zu doof dazu sind, und auf kontinuierlich steigende Tendenzen setzen. Kapitaleigner und ihre Trittbrettfahrer halt. Systemzäpfchen, Börsen-TV-Gucker. Für solche Leute gibt es das gute alte: Sparbuch und seine tollen Derivate. Superheiß!

Wer über Börsenverluste jault, hat sie sich redlich verdient. Kein Grund, wilde Verschwörungstheorien aufzustellen und andere als sich selbst verantwortlich zu machen.
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