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Verschwörungstheorien Bilderberger, New World Order, Schattenregierungen, Weltregierung oder gar Weltdiktatur?

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Alt 24.04.2012, 12:15   #1
HaraldL
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Standard Diente die Stromleitung über die Straße von Messina auch als Sendeeinrichtung?

Zur Verbesserung der Stromversorgung von Sizilien wurde 1955 nach siebenjähriger Bau- und Planungszeit eine Hochspannungsleitung gespannt, deren beide 232 Meter hohe Tragmasten lange Zeit die höchsten Hochspannungsmaste der Welt waren. 1994 wurde die Leitung abmontiert, nachdem 1985 ein Seekabel mit höherer Übertragungsfhigkeit verlegt wurde ) die riesigen Tragmaste sind als technisches Denkmal heute immer noch vorhanden, weitere Informationen hierzu auf http://de.wikipedia.org/wiki/Stromle...Fe_von_Messina ).

Allerdings kommen mir Zweifel, ob die Anlage wirklich nur eine Stromleitung war, denn in Verlängerung der Verbindungslinie beider Maste findet man Einrichtungen, welche einst Schaltanlagen gewesen sein dürften und zwar in Kalabrien bei 38.2414369 N 15.6888901 O ( Ansicht: http://www.bing.com/maps/default.asp...3995&encType=1 ) und in Sizilien bei 38.2689948 N 15.6459426 O ( Ansicht: http://www.bing.com/maps/default.asp...3995&encType=1 ). Bei keiner anderen Freileitungskreuzung einer Wasserstraße gibt es eine vergleichbare Anlage. Das große umzäunte Areal läßt den Schluß zu, daß hier offenbar eine größere Schaltanlage war. Doch wozu diente sie?

Bei der kalabrischen Seite ist, wie man beim Scrollen auf http://www.bing.com/maps/default.asp...3995&encType=1 erkennen kann, die Zubringerleitung zum Stromnetz des Festlands noch vorhanden, doch endet sie blind. Wenn diese Anlage ein normales Umspannwerk gewesen war, dann wären bestimmt nicht alle Bestandteile entfernt worden, weil dessen Verlegung recht aufwendig ist, weil ein Umspannwerk im Regelfall mehr Leitungsabgänge niederer Spannung als Leitungsabgänge höherer Spannung hat. Mit Sicherheit hätte man es nach Stillegung der Freileitungskreuzung über die andere Leitung noch weiter betrieben.

Die Anlage könnte auch ein reines Schaltwerk ohne Leitungsabgänge in niedere Spannungsebenen gewesen sein. Doch was hätte man hier viel schalten gekonnt? Die Freileitungskreuzung besaß 2 Stromkreise und die weiterführende Leitung auch. Das Ein- und Ausschalten dieser Kreise kann in den Umspannwerken, in denen die Leitungen enden, durchgeführt werden. Hierzu braucht es keine derartigen Stationen, die es in dieser Form bei keiner vergleichbaren Freileitungskreuzung gibt.

Doch wozu könnten diese Anlagen noch gedient haben? Meine Vermutung: die Freileitungskreuzung konnte auch als Längstwellensender zur Übermittlung von Nachrichten an getauchte U-Boote genutzt werden. Prinzipiell wäre dies technisch möglich, denn die Leitung hing in großer Höhe über dem Meer, welches eine exzellente Erdung ermöglichte. In den Schaltstationen wäre das Sendesignal über Sperrkreise in die Freileitungskreuzung eingespeist und wieder ausgekoppelt worden. Die Leitung selbst hätte eine ähnliche Antenne abgegeben, wie die des Längstwellensenders SAQ in Schweden ( http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4...ender_Grimeton ).

In den Gebäuden an den Enden des Spannfelds hätten sich die Sendegeräte und andere zum Betrieb der Anlage nötigen Einrichtungen befunden. Die Anlage dürfte regulär nicht in Betrieb gewesen sein, sie war vielmehr dafür gedacht, im Fall eines Ausfalls der regulären Sendestellen ihre Funktion zu übernehmen. Ein leistungsfähiger Längstwellensender benötigt eine sehr aufwändige Antenne, die nicht unbedingt schnell errichtet werden kann und da würde ein als zivile Einrichtung getarnter Sender durchaus Sinn machen.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2012, 15:27   #2
Llewellian
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Nun, als Elektriker sehe ich das jetzt etwas unspektakulärer...

Da das Ding wartungsintensiv war und es auch Kraftwerke auf Sizilien gibt (die nur nicht die Leistung hatten die ganze Insel autark zu versorgen)... um dann die Leitung frei zu kriegen muss man sie beidseitig abschalten können.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2012, 16:49   #3
HaraldL
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Das Abschalten kann auch in den regulären Umspannwerken, an denen die Leitung endet, erfolgen. Wenn die Leitung keine Abzweige hat macht es normalerweise keinen Sinn, irgendwelche Schaltwerke in die Leitung einzubauen.

Ich kenne nur eine Anlage, wo dies existiert und zwar die HGÜ Inga-Shaba ( http://de.wikipedia.org/wiki/HG%C3%9C_Inga-Shaba ) im Kongo. Hier existieren tatsächlich Anlagen, welche das Freischalten einzelner Leitungssegmente ermöglichen und die Umleitung des Stroms über den anderen Pol ermöglichen, wofür natürlich erst die Betriebsart von "bipolar" auf "monopolar" umgeschaltet werden muß, sonst gibt es einen Kurzschluß.

Es gibt aber einen entscheidenden Untersched zwischen der Leitung nach Sizilien und der HGÜ Inga-Shaba: die HGÜ Inga-Shaba ist 1700 km lang und führt vielerorts durch unwegsames Gelände. Bei einer solchen Leitung kann es durchaus wünschenswert sein, irgendwie eine Verbindung durchschalten zu können. Die Leitung nach Sizilien ist viel kürzer. Hier kann gut an den regulären Umspannwerken ein- und ausgeschaltet werden.

Und noch etwas ist auffallend: wenn man eine Schaltstation der HGÜ Inga-Shaba ( zum Beispiel die Station Katanga auf http://www.wikimapia.org/#lat=-5.991...5&z=19&l=5&m=b mit den Anlagen am Ende der einstigen Freileitungskreuzung bei Messina auf http://www.wikimapia.org/#lat=38.268...8&z=17&l=5&m=b und http://www.wikimapia.org/#lat=38.241...9&z=18&l=5&m=b vergleicht, fällt auf, daß letztere über eine größere Fläche und größere Gebäude verfügen.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2012, 18:04   #4
Manx
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Eine HGÜ ist nicht vergleichbar mit einer Drehstromleitung.

Es kann ja sein, dass Schaltanlagen zusammengefasst werden, also regionale Verteilung und Schaltstelle für die Übertragungsleitung. Und nach etlichen Jahren wird die Freileitung nicht mehr gebraucht, eine andere Konfiguration der regionalen Leitungen wäre besser (der Energiebedarf ist größer geworden) und ein Umbau der vorhandenen Anlage verbietet sich aus irgendwelchen Gründen. Immerhin sind 39 Jahre ins Land gegangen. Also? Aufgabe der Schaltstationen und Neubau dort, wo es sinnvoller ist. Und dann in neuester Technik.

Ob die erforderlichen Sendeanlagen in den alten Gebäuden Platz gehabt hätten? Weiß nicht recht ...

Und wenn man Tante Vicky glauben darf, nach einem Jahr wurden die Leitungsseile entfernt. Senden ohne Antenne?

Als Antennenträger, so schreibt Tante Vicky, würden die Maste noch benutzt. Klar, Telefon, Handy, Behördenfunk, Richtfunk aller Art, Fernsehen, Radio - alles das braucht hohe Maste. Und dafür sind sie bestens geeignet.
__________________
Mein Perpetuum Mobile funktioniert jetzt,
es braucht nur verdammt viel Strom.
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Alt 25.04.2012, 00:40   #5
HaraldL
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In den Wikipedia-Artikel wird nicht erwähnt, daß die Freileitungskreuzung als Sendeantenne diente, denn das ist reine Spekulation. Sollte es je entsprechende Geräte hierfür gegeben haben, so dürften sie schon vor der Demontage der Leiterseile etwa zeitgleich mit dem Ende des Kalten Kriegs demontiert worden sein.

Nun, bezüglich der ehemaligen Schaltanlagen. Wenn der Stromverbrauch zunimmt, würde man natürlich das Stromnetz den Erfordernissen anpassen. Doch würde man dies so durchführen, daß dies mit möglichst wenig Aufwand erfolgt. Hierbei würde ein bestehendes Umspannwerk ausgebaut und nicht verlegt. Wenn diese beiden Schaltanlagen an den Enden des Spannfelds normale Umspannwerke waren, dann hätte man sie auch nach Demontage der Freileitungskreuzung weiter betrieben, denn es existiert ja immer noch eine Leitungsverbindung zum Hochspannungsnetz des Hinterlands.

Natürlich kann man eine solche Station aufgeben und woanders neu errichten. Doch das ist recht aufwändig, denn man muß zuerst einmal ein geeignetes Grundstück finden, Zufahrtswege für Schwertransporte ( Große Transformatoren wiegen über 100 Tonnen) und zahlreiche neue Leitungen bauen, wofür auch zahlreiche nicht immer leicht zu erhaltende Genehmigungen nötig sind. Da müssen schon wirklich triftige Gründe da sein, worunter nicht der Abbau einer einzigen Leitungsverbindung fällt. Ich wüßte keinen echten Grund, warum man ein Umspannwerk am kalabrischen Ende der Freileitungskreuzung hätte total aufgegeben. Die Anlage liegt außerhalb geschlossener Ortschaften, da gibt es keine Probleme mit Transformatorengeräuschen und Leitungstrassen. Bei der Anlage auf Sizilien hätte man höchstens die Zuleitungen erdverkabelt, das Umspannwerk aber belassen.
Grundsätzlich ist der Bau einer neuen Leitung einfacher durchzuführen, als ein umspannwerk komplett zu verlegen.

Aus diesen Überlegungen schließe ich, daß diese Schaltstationen keine Umspannwerke waren, wo Elektrizität in Netzebenen mit niederer Betriebsspannung eingespeist wurden.


Doch wozu wären sie dann gut gewesen? Ein reines Schaltwerk hätte wenig Sinn ergeben, denn wenn ein Stromkreis der Freileitungskreuzung zu Wartungszwecken abgeschaltet werden mußte, dann wäre dies auch im normalen Umspannwerk möglich.

Denkbar wäre noch, daß in diesen Anlagen Trägerfrequenzsignale, die zur Nachrichtenübermittlung über die Leiterseile dienen, ein- oder ausgekoppelt wurden. Bei Leitungen in der ehemaligen Sowjetunion gibt es in der Tat solche Einrichtungen außerhalb regulärer Umspannwerke ( siehe Bild http://vk.com/albums-9056086#/photo-9056086_131931481 ), aber ob es so was in Italien je gab. Gute Frage!

Ob in den Gebäuden die Sendegeräte Platz gefunden hätten?
Ich will die Frage einmal mit Wikimapia-Bildern der Sendergebäude älterer Großsender für Lang- und Mittelwelle beantworten

AFN Sender Weiskirchen ( beherbergt 150 kW-Sender): http://www.wikimapia.org/#lat=50.182...7&z=18&l=5&m=b
Sender Mühlacker ( beherbergte 300 kW-Sender): http://www.wikimapia.org/#lat=48.941...8&z=18&l=5&m=b
Sender Solt ( beherbergt 2000 kW-Sender): http://www.wikimapia.org/#lat=46.831...5&z=18&l=5&m=b

Also ein Sender mit 10 kW bis 200 kW-Leistung hätte in den Gebäuden schon Platz gefunden. Manche Einrichtungen hätten durchaus auch in inzwischen demontierten Containern untergebracht worden sein.

Vielleicht hat jemand Bilder aus der Zeit vor 1993 von diesen stillgelegten Schaltanlagen. Sie könnten klären, wofür sie wirklich dienten.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2012, 11:15   #6
Llewellian
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Könnte natürlich auch gewollte Mafia-Fehlplanung sein um den Baupreis in die Höhe zu schrauben...

Ist ja bekannt....

http://www.3sat.de/page/?source=/boe...389/index.html

Ganz Süditalien ist voll von völlig unsinnigen Betonbauwerken bzw. falsch oder doppelt geplanten Sachen, bis hin zu 100 m langen Brücken die ohne Strasse mitten in der Pampa stehen..
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2012, 12:35   #7
HaraldL
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Möglich! Aber Straßen- und Leitungsbau sind immer noch zwei getrennte Stiefel. Beim Straßenbau wird auch in Deutschland recht viel Murcks gemacht, während Fehlplanungen beim Leitungsbau wirklich selten sind.

Auf jedem Fall sollte es dann in Sizilien und Kalabrien zahlreiche Fehlplanungen im Stromnetz geben. Da aber Stromleitungen oft für lange Nutzungsdauern geplant sind, ist aber eine überdimensionierte Leitung oft der Vorgriff für ein zukünftiges Industrieprojekt.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2012, 17:22   #8
Llewellian
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Oh, geplant und gebaut wurde im Mittelmeerraum viel unsinniges... gerade zu Zeiten des kalten Krieges.

Ich erinnere an die U-Boot Bunker auf Dugi Otok, Kroatien. Tito hatte tatsächlich Angst, das Italien ihm in der Adria den Ubootkrieg erklären würde....

Natürlich wurden sie nie benutzt. Kann man sich aber heute noch ansehen.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2012, 17:32   #9
perfidulo
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Nun, bezüglich der ehemaligen Schaltanlagen.
Wie sieht es denn an anderen Leitungen aus, die größere Gewässer überbrücken? Oder ist das der einzige Fall?
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
perfidulo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.05.2012, 05:56   #10
HaraldL
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Wie ich schon erwähnt habe, ist mir bei keiner anderen Freileitungskreuzung einer größeren Wasserstraße bekannt, daß sich an den Enden der Kreuzung Schaltanlagen befinden oder befunden haben. Am besten überzeugt Euch selbst mit Hilfe von Wikimapia und Wikipedia ( hier stehen genügend Beispiele drinnen).
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
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