:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Erde, Weltraum & Forschung > Rund um Naturwissenschaft

Rund um Naturwissenschaft Neue Technologien, Physik, Chemie, Neue Energien, Tesla & Co ...

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 21.04.2012, 14:58   #1
Neuromancer
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.08.2002
Beiträge: 125
Standard Dunkle Materie

Hallo Leute,

da anscheinend noch immer kein Beweis für die Existenz der dunklen Materie gefunden wurde, versuch ich´s mal mit meiner Theorie!^^ ... xD

Wenn es ein so hohes Delta gibt zu der sichtbaren Masse und zur errechneten bzw. der Tatsache daß das Universum sicher schneller expandiert als es eigentlich zulässig wäre, könnte es daher sein das die dunkle Materie so etwas darstellt wie ein Echo in der Raumzeit der aktuell sichtbaren festen Masse?

Wenn man die Masse in diesem Moment meßtechnisch erfasst, so stellt dies eine Erfassung in diesem Moment dar, sie ist aber sowohl präsent in der Vergangenheit und in der Zukunft dieser "Messung".

Die dunkle Materie wäre somit ein Abdruck in der Raumzeit, ein Restrauschen der Masse wo sie war und wo sie sein wird in der Zukunft.

In etwa so vorzustellen wie wenn man einen bewegten Körper beim Fotografieren sehr lange belichtet, die verzerrten "Schliereren" wären somit die dunkle Materie ...

Die Ungleichheit zwischen der Vergangenheit in der die Masse seit dem Urknall existent ist = die Bewegung in der Raumzeit der eigenen Masseträgheit und der Bewegung wo sie in der Zukunft expandieren wird, wäre somit das Delta warum die Expansion stattfindet und wenn diese Expansion sich weiter beschleunigt auf den möglichen "Big Rip" hinweisen könnte oder möglicherweise dies eine Art Herzschlag des Universum ist, die Beschleunigung wird so gross das alles kollabiert und ein neuer Urknall dadurch entsteht ...

Würd mich interessieren was ihr davon haltet, ist wie gesagt ja nur eine Theorie unter vielen^^

Mfg

Neuromancer
__________________
„Wenn man eine Katze auseinandernehmen will, um zu sehen, wie sie funktioniert, hat man als erstes eine nicht funktionierende Katze in den Händen.“

Douglas Adams
Neuromancer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2012, 15:28   #2
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.780
Standard

Man muss hier zwischen zwei unterschiedlichen Dingen unterscheiden: Als dunkle Materie bezeichnet man die scheinbar in den Galaxien vorhandene, aber nicht sichtbare Masse, deren Schwerkraft die Galaxien "zusammenhält" und für den größten Teil des Gravitationslinseneffektes von Galaxienhaufen sorgt. Dagegen dient dunkle Energie als Erklärung für die beschleunigte Expansion des Universums. Beide stehen also für sehr unterschiedliche Effekte, daher schreibt man ihnen auch ganz andere physikalische Eigenschaften zu.

Ich bin hier bei der Formulierung bewusst etwas zurückhaltender. Obwohl dunkle Materie und dunkle Energie als Standarderklärung für diese Effekte gelten und sie bestimmte Eigenschaften haben müssen, um diese Effekte überhaupt erklären zu können, hat man beide weder direkt beobachtet, noch kennt man ihre Bestandteile. Es gibt also keinen direkten Nachweis, dass dunkle Materie und Energie überhaupt existieren und dass sie diese Eigenschaften besitzen. Prinzipiell kann man sich also durchaus über alternative Modelle Gedanken machen.

Bei deinem Modell sehe ich spontan die Schwierigkeit, dass man die allgemeine Relativitätstheorie sehr stark verändern oder komplett ersetzen müsste, um einen solchen "Echo-Effekt" einzubauen. Die ART schreibt ziemlich genau vor, wie Materie wechselwirkt und wie sich diese Wechselwirkung in der Raumzeit ausbreitet - und da ist kein solches Echo vorhanden. Prinzipiell kann man sich natürlich vorstellen, die ART entsprechend abzuwandeln, aber das ist alles andere als einfach. Man müsste mit einer solchen Theorie alle Effekte erklären, die von der ART bereits erklärt werden, also alles von der Bewegung der Planeten bis zur Uhrenabweichung der GPS-Satelliten. Da steckt doch eine Menge Arbeit drin, man muss die Theorie mathematisch ausformulieren und viel rechnen...
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2012, 16:43   #3
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.653
Standard

Da passen diese zwei Infos von AstroNews gut dazu:
Zitat:
Keine Dunkelmaterie in Umgebung der Sonne
von Stefan Deiters
astronews.com
18. April 2012

Astronomen haben die bislang genauste Untersuchung der Bewegung von Sternen in der näheren Umgebung der Sonne durchgeführt. Zu ihrer Überraschung fanden sie dabei keinerlei Hinweis auf Dunkle Materie, die eigentlich einen Großteil der Masse unserer Heimatgalaxie ausmachen sollte. Dies widerspricht klar dem allgemein akzeptierten Modell.
Quelle:

und
Zitat:
Beobachtungen von Abell 520 mit dem Weltraumteleskop Hubble haben einen schon länger gehegten Verdacht bestätigt: Die Dunkle Materie in diesem Überrest einer gewaltigen Kollision zweier Galaxienhaufen scheint sich nicht so zu verhalten, wie die Astronomen es eigentlich erwartet hatten. Der Fund könnte damit die bisherige Theorie über Dunkle Materie infrage stellen.
Quelle:

MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2012, 17:16   #4
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.780
Standard

Guter Punkt

Das Sonnensystem ist grundsätzlich eine gute Möglichkeit, um Gravitationstheorien zu testen - insbesondere, weil es uns sehr leicht mittels Raumsonden zugänglich ist und weil wir die Bewegung der Planeten und Monde, die praktisch nur durch die Gravitation bestimmt wird, mit hoher Genauigkeit vermessen können. In Bezug auf deine Echo-Theorie würde ich z.B. erwarten, dass auch die Planeten des Sonnensystems eine Art "Echo" hinterlassen sollten und damit einen stärkeren Einfluss auf die Bewegung der anderen Planeten nehmen sollten, als man rein von ihrer "normalen" Masse her erwarten würde. Das wird aber nicht beobachtet.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2012, 23:21   #5
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.653
Standard

Habe den Beitrag von Neuromancer nochmals genauer gelesen. Also so wie er die Effekte darstellt, geht er m.A. tatsächlich von der "Dunklen Energie" und nicht von der "dunklen Materie" aus.
Zitat:
...daß das Universum sicher schneller expandiert als es eigentlich zulässig wäre...
...wenn diese Expansion sich weiter beschleunigt...
Und wenn er schreibt:
Zitat:
...wie ein Echo in der Raumzeit....
....bewegten Körper beim Fotografieren sehr lange belichtet, die verzerrten "Schliereren"...
...Ungleichheit zwischen der Vergangenheit in der die Masse seit dem Urknall ...
...Bewegung wo sie in der Zukunft expandieren wird...
geht er offensichtlich bei der "dunklen Energie" von einem Scheineffekt aus, der dann rein temporal bedingt wäre.

Allerdings schwierig aus den wenigen Worten eine These abzuleiten!
Daher Neuromancer, wie hast Du deine These nun konkret gemeint?

MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.04.2012, 17:44   #6
Neuromancer
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.08.2002
Beiträge: 125
Standard Dunkle Energie // Materie

Hallo Leute,

vielen Dank für euer Feedback!

Hmm, da muss ich gestehen das ich da anscheinend nicht weit genug vorgedacht habe bzgl. dem verletzten der ART und die empirisch ermittelten Beweise dazu das diese Theorie und ihre Effekte bis jetzt am Besten dazu geeignet sind unser bis jetzt bekanntes Universum zu erklären und die physikalischen Effekte für unsere Zwecke zu gebrauchen.

Anhand eurer Beiträge muss ich eingestehen das ich da anscheinend zwei grundlegende Dinge miteinander als gleiches betrachtet habe, nämlich dunkle Materie und Energie! xD

Ich versuch mal weiter mein Hirngespinst ein wenig zu erklären:

Feste Materie ist ja gespeicherte, "kondensierte" Energie die nach der verbreiteten Theorie des Urknalls "kurz" danach entstanden ist.

Da dieser Zustand des Universums nicht errechnet werden kann, da die Zeit gegen unendlich groß gewesen sein müsste und der Raum gegen unendlich klein war, entstand nach dem Urknall die Materie die seit diesem Zeitpunkt in Bewegung (relativ gesehen) ist.

Sofern ich die ART (ich sag mal für einen Laien leider nur sehr ansatzweise) verstanden habe bezieht sich die Relativtät immer auf den Standpunkt des Betrachters ...

Nun wenn wir diese Gegebenheit auf unsere Situation auf der Erde betrachten, so ist dies unser Standpunkt der wiederrum der Masseträgheit unseres Planeten ausgesetzt ist bzw. insofern Satelliten und Sonden in unserer unmittelbaren Nähe in unserem Sonnensystem ergo in dem Raum durch die Gravitation verzerrt.

Meine Theorie würde darauf basieren einen externen Betrachtungsstandpunkt zu haben in dem die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft eines masseschweren Körpers in diesem "Moment" einbezieht, sozusagen eine allgemeine Unschärfe bezüglich der Position und der Geschwindigkeit, lediglich dem Vorhandensein der Masse in der Zeit selbst.

Wenn ich mir vorstelle das eine massereiche Sonne (dessen Licht nach Milliarden Jahren wir heute messen bzw. betrachten können) so hat diese Sonne aufgrund der Verschiebung schon diesen Zeitraum existiert, das Licht hat aufgrund der Entfernung so lange gebraucht um von uns beobachtet zu werden.

In dieser Zeit war die Masse des Sterns immer präsent, da ich nun keinen absoluten Fixpunkt im Universum annehmen kann, war dieser Stern sogesehen in den jeweiligen Massewertigkeiten auch immer einer Bewegung unterworfen (so wie unser Sonnensystem > nächste Wertigkeit Milchstrasse > Galaxiencluster > usw.)

Da dieser Körper aufgrund der eigenen Masseträgheit die Raumzeit um sich verzerrt "entsteht" dadurch für diese Körper seine eigene Zeit.

Wenn ich diese Zeit ansich nun extern betrachten würde so müsste ich den Zeitraum den dieser Körper existiert mit seiner Bewegung im Raum einbeziehen und ich würde alle Positionen und Bewegungen dieses Körpers auf einmal sehen = wie bei einem Bild das sehr lange belichtet wurde, alles wäre verwischt und die Masse in der Bewegung in der Zeit verschwimmen.

Da wir mit unserer Meßtechnik keine so langen Messungen machen können wären daher 14,5 Mrd. Jahre (ich nehme das mal so als Richtwert aufgrund der aktuellen Messungen) als Zeitraum anzusehen seitdem die Massen der Körper in Bewegung sind bzw. seit diesen Zeitpunkt die Energie sich zur Masse kondensiert hat.

Mein theoretisches Echo dieses Massenabdrucks in der Raumzeit wäre ergo die dunkle Energie die seit der Kondensation der Materie nach dem Urknall zugenommen hat.

Daher könnte man theoretisch ableiten aufgrund dieser Zunahme das in der Zukunft ein weiterer Urknall stattfinden würde, falls sich diese Expansionsrate beschleunigt um einen gewissen Faktor.

Würde ich daher mit überlichtschneller Geschwindigkeit reisen können (was ja aufgrund der Masseformel praktisch nicht umsetzbar ist) so würde ich mich dem erneuten Urknall desto schneller nähern bzw. beim erreichen einer fast unendlichen Geschwindkeit das Kollabieren des Universums selbst betrachten können.

Ist wie gesagt nur ein Gedankenspiel, da ich mich hobby mässig ein wenig mit diesen Dingen auseinder setzte! :-)

Mfg

Neuromancer
__________________
„Wenn man eine Katze auseinandernehmen will, um zu sehen, wie sie funktioniert, hat man als erstes eine nicht funktionierende Katze in den Händen.“

Douglas Adams
Neuromancer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.04.2012, 19:22   #7
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.780
Standard

Hm... Versuchen wir mal, das ganze ein wenig in den Kontext der ART zu bringen - oder umgekehrt, die ART ein wenig im Lichte deiner These zu erläutern.

Du hast völlig Recht damit, dass jede Größe in der ART von einem "Beobachter" abhängig ist. Ein solcher Beobachter ist in der ART definiert durch 1. eine Weltlinie, also eine Kurve in der Raumzeit, entlang der er sich bewegt, sowie 2. durch ein entlang dieser Weltlinie mitbewegtes, lokales Koordinatensystem. Diese Weltlinie definiert zugleich auch die "Eigenzeit" des Beobachters, d.h. die Zeit, die eine von ihm mitgeführte Uhr anzeigt. Unter Verwendung seines Koordinatensystems misst ein solcher Beobachter nun an jedem Punkt seiner Weltlinie (d.h. für jeden Wert seiner Eigenzeit) physikalische Größen, wie z.B. die Krümmung der Raumzeit (und damit die Gravitation) oder elektromagnetische Felder. Ein anderer Beobachter, der andere Koordinaten benutzt, misst andere Werte für die gleichen Größen - beide können ihre Messergebnisse mittels der Lorentztransformation vergleichen.

In der ART haben diese Beobachter einige Eigenschaften, die in diesem Zusammenhang wichtig sind. Insbesondere liegt die Weltlinie jedes Beobachters innerhalb der Raumzeit. Es gibt also keinen "externen Beobachter" oder "externen Standpunkt", von dem aus man die gesamte Bewegungshistorie der Massen im Universum wahrnehmen könnte. Jeder Beobachter misst zu jeder Zeit nur die Felder, die an diesem Punkt seiner Weltlinie (also an einem Punkt der Raumzeit) vorhanden sind. Nur diese Felder bestimmen, welche Kräfte auf ihn wirken und wie er sich weiter bewegt, wenn er sich im freien Fall befindet. Insbesondere bestimmen diese Felder damit auch die Bewegung aller Massen im Universum.

Die Frage ist nun, wodurch diese Felder an einem bestimmten Punkt der Raumzeit bestimmt werden. Auch darauf gibt die ART eine Antwort: Die Werte der Felder ergeben sich durch die Materieverteilung, und zwar nicht durch die Materieverteilung innerhalb der gesamten Raumzeit, sondern nur in einem gewissen Ausschnitt davon, den man als "Vergangenheitslichtkegel" bezeichnet. Das ist der Teil der Raumzeit, von dem aus ein Signal zu dem Punkt geschickt werden kann, an dem wir die Felder betrachten. Nur von dort aus kann die Materie einen Einfluss auf die Felder nehmen, und damit letztlich auch auf die Bewegung von anderer Materie, die diesen Punkt passiert.

Wenn wir dies nun auf deine These anwenden, dann folgt daraus: Im Rahmen der ART hängt die Bewegung der Materie und die damit verbundenen Felder (und damit letztlich auch die Geometrie der Raumzeit, die nichts anderes ist als ein solches Feld), nicht von der gesamten Bewegungshistorie (also einem Echo oder "Massenabdruck" - oder gar ihrer zukünftigen Position) ab, sondern nur von der Materieanordnung in einem begrenzten Bereich der Raumzeit. Das ist auch ganz gut so, denn ansonsten würden z.B. heutige Ereignisse prinzipiell die Vergangenheit beeinflussen können, und das hätte dramatische Folgen nicht nur für die Physik, sondern auch für unseren Alltag.

Trotzdem ist es natürlich immer gut und sinnvoll, sich solche Gedanken über das Universum zu machen - allein schon deshalb, weil man dadurch immer ein Stück mehr vom Universum verstehen kann, und natürlich auch davon, warum Dinge in der Physik gerade auf die eine oder andere Art und Weise erklärt werden, und wo es dort noch Lücken gibt.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2012, 00:18   #8
i On
Benutzer
 
Registriert seit: 21.03.2012
Beiträge: 38
Standard

Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Man muss hier zwischen zwei unterschiedlichen Dingen unterscheiden: Als dunkle Materie bezeichnet man die scheinbar in den Galaxien vorhandene, aber nicht sichtbare Masse, deren Schwerkraft die Galaxien "zusammenhält" und für den größten Teil des Gravitationslinseneffektes von Galaxienhaufen sorgt. Dagegen dient dunkle Energie als Erklärung für die beschleunigte Expansion des Universums. Beide stehen also für sehr unterschiedliche Effekte, daher schreibt man ihnen auch ganz andere physikalische Eigenschaften zu.

Ich bin hier bei der Formulierung bewusst etwas zurückhaltender. Obwohl dunkle Materie und dunkle Energie als Standarderklärung für diese Effekte gelten und sie bestimmte Eigenschaften haben müssen, um diese Effekte überhaupt erklären zu können, hat man beide weder direkt beobachtet, noch kennt man ihre Bestandteile. Es gibt also keinen direkten Nachweis, dass dunkle Materie und Energie überhaupt existieren und dass sie diese Eigenschaften besitzen. Prinzipiell kann man sich also durchaus über alternative Modelle Gedanken machen.

Bei deinem Modell sehe ich spontan die Schwierigkeit, dass man die allgemeine Relativitätstheorie sehr stark verändern oder komplett ersetzen müsste, um einen solchen "Echo-Effekt" einzubauen. Die ART schreibt ziemlich genau vor, wie Materie wechselwirkt und wie sich diese Wechselwirkung in der Raumzeit ausbreitet - und da ist kein solches Echo vorhanden. Prinzipiell kann man sich natürlich vorstellen, die ART entsprechend abzuwandeln, aber das ist alles andere als einfach. Man müsste mit einer solchen Theorie alle Effekte erklären, die von der ART bereits erklärt werden, also alles von der Bewegung der Planeten bis zur Uhrenabweichung der GPS-Satelliten. Da steckt doch eine Menge Arbeit drin, man muss die Theorie mathematisch ausformulieren und viel rechnen...
Uhm mal am rande:
Dunkle Energie sorgt für beschleunigte Ausdehnung des Universums (also quasi eine Antigravitation die erst bei extremen Entfernungen/Größenordnungen bemerkbar wird). Würde diese nicht auch bewirken dass unser Galaxie (da wir uns nicht wirklich am rand des Universums befinden) quasi zusammengepresst wird, sprich wie ein Druck der von allen Richtungen auf unsere Galaxie einwirkt
und damit zumindest stabilisiert?

Jetzt mal davon ausgehend dass die dunkle Energie nicht die Vakuumenergie ist, sondern von Teilchen/Feldern ausgeht.

Edit: Ein schritt weiter: Wäre Dunkle Energie Vakuumenergie dürfte eine Ausdehnung des Universums (bzw. der Materieverteilung) nicht möglich sein, angenommen der Raum ist Unendlich, oder? Da die Vakuumenergie ja quasi auch von "aussen" auf die Materieverteilung einwirken würde.
Schliesst sich dieser Ansatz damit nicht selbst aus?
__________________
-Master of the Obvious

Geändert von i On (23.04.2012 um 00:23 Uhr).
i On ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2012, 09:48   #9
Sakslane
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Sakslane
 
Registriert seit: 27.11.2006
Ort: Tartu, Estland
Beiträge: 2.780
Standard

Zitat:
Zitat von i On Beitrag anzeigen
Uhm mal am rande:
Dunkle Energie sorgt für beschleunigte Ausdehnung des Universums (also quasi eine Antigravitation die erst bei extremen Entfernungen/Größenordnungen bemerkbar wird). Würde diese nicht auch bewirken dass unser Galaxie (da wir uns nicht wirklich am rand des Universums befinden) quasi zusammengepresst wird, sprich wie ein Druck der von allen Richtungen auf unsere Galaxie einwirkt
und damit zumindest stabilisiert?
Die "Standardform" von dunkler Energie (also die, die Theoretiker für gewöhnlich meinen, wenn sie von dunkler Energie sprechen), ist homogen im gesamten Universum verteilt, also auch in den Galaxien zu finden. Daher "drückt" sie nicht nur von außen auf die Galaxien, sondern auch von innen. Die Galaxien werden somit genau so wenig "zusammengedrückt" wie ein Tiefseefisch, dessen Körperinneres Wasser vom gleichen Druck enthält wie der umgebende Wasserdruck.

Allerdings gibt es tatsächlich alternative Gravitationstheorien, die so funktionieren, wie du es beschrieben hast. Tatsächlich arbeite ich sogar u.a. an genau einer solchen Theorie. In dieser ist es so, dass es keine dunkle Energie und dunkle Materie im "üblichen" Sinne gibt, sondern stattdessen eine ganz andere, dunkle Masse, die sich zwischen den sichtbaren Galaxien befindet und abstoßend auf sichtbare Materie wirkt. Eine solche Materieform würde tatsächlich das Universum beschleunigt expandieren lassen (lässt sich rechnerisch zeigen) und zugleich einen "Druck" auf sichtbare Galaxien ausüben (muss ich noch im Detail ausrechnen).

Zitat:
Jetzt mal davon ausgehend dass die dunkle Energie nicht die Vakuumenergie ist, sondern von Teilchen/Feldern ausgeht.
Auch bei solchen Teilchen / Feldern geht man i.A. davon aus, dass sie homogen verteilt sind, weil sie praktisch nicht mit der übrigen Materie wechselwirken und komplett "entkoppelt" sind. Dafür gibt es unzählige Modelle (mit so schönen Namen wie Quintessenz oder Chaplygin-Gas), die genau dieses Verhalten beschreiben. Stell dir einen lichtdurchfluteten Raum vor, in dem durchsichtige Objekte durch die Gegend geworfen werden - dem Licht ist es "völlig egal", wie sich diese Objekte bewegen, es geht einfach hindurch. Und "durchsichtige Bewohner" dieser Objekte würden noch nicht einmal merken, dass das Licht überhaupt existiert. Genau so verhält es sich mit uns und der dunklen Energie.

Zitat:
Edit: Ein schritt weiter: Wäre Dunkle Energie Vakuumenergie dürfte eine Ausdehnung des Universums (bzw. der Materieverteilung) nicht möglich sein, angenommen der Raum ist Unendlich, oder? Da die Vakuumenergie ja quasi auch von "aussen" auf die Materieverteilung einwirken würde.
Schliesst sich dieser Ansatz damit nicht selbst aus?
Nein, denn das Universum ist keine "Materieverteilung innerhalb eines Raumes, die sich in einen umgebenden Raum ausdehnt" - es gibt kein "aussen". Stattdessen dehnt sich der Raum selbst aus, d.h. Abstände werden größer. Du kennst sicher dieses hübsche Modell, bei dem Galaxien als Punkte auf einen Luftballon gemalt werden, der dann aufgepustet wird. Dabei entfernen sich die Galaxien voneinander. Dieses Modell ist ein kleines Bisschen irreführend, weil sich der Ballon natürlich in einen umgebenden Raum ausdehnt. Das Universum wird in diesem Modell nur durch die Ballonoberfläche beschrieben - für die umgebende Luft, in die er sich ausdehnt, gibt es keine physikalische Entsprechung. Und wenn man nur die Ballonoberfläche betrachtet und nichts anderes, stellt man nur fest, dass sich die Galaxien gleichmäßig voneinander entfernen - sonst nichts. Genau so muss man es sich auch mit dem Universum vorstellen. Und ganz analog ist auch die Vakuumenergie nur auf der Ballonoberfläche zu finden und sonst nirgends (denn etwas anderes gibt es ja gar nicht) und bewirkt eine Beschleunigung eben dieser Expansion.

In den zugehörigen Gleichungen (genau genommen ist es die Friedmann-Gleichung) kann man das ein Bisschen deutlicher sehen. Diese Gleichung beschreibt gerade, wie sich der "Skalenfaktor" (also sozusagen der Radius des Luftballons) mit der Zeit verändert. Wenn man Vakuumenergie (oder ein Skalarfeld oder eine kosmologische Konstante) in diese Gleichung einfügt, bekommt man eine positive Beschleunigung für eben jenen Skalenfaktor, d.h. ein beschleunigtes Anwachsen der Abstände zwischen den Galaxien.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2012, 11:22   #10
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.653
Standard

Zitat:
Zitat von Sakslane Beitrag anzeigen
Allerdings gibt es tatsächlich alternative Gravitationstheorien, die so funktionieren, wie du es beschrieben hast. Tatsächlich arbeite ich sogar u.a. an genau einer solchen Theorie. In dieser ist es so, dass es keine dunkle Energie und dunkle Materie im "üblichen" Sinne gibt, sondern stattdessen eine ganz andere, dunkle Masse, die sich zwischen den sichtbaren Galaxien befindet und abstoßend auf sichtbare Materie wirkt. Eine solche Materieform würde tatsächlich das Universum beschleunigt expandieren lassen (lässt sich rechnerisch zeigen) und zugleich einen "Druck" auf sichtbare Galaxien ausüben (muss ich noch im Detail ausrechnen).
Wenn nach deiner Theorie diese "Dunkle Energie" oder wie Du sie "Dunkle Kopie" nennst, nicht homogen verteilt wäre und eine abstoßende Wirkung also negative Gravitationskräfte (von außen) auf die Galaxien ausüben, könnte dieser "Druck" nicht auch dazu führen, dass die Peripherie der Galaxien eben genauso schnell rotiert wie das Zentrum der Galaxien und somit die Existenz einer "Dunklen Materie" dadurch unnötig werden? Da der Druck von außen nach innen abnehmen würde.

Man hätte somit eine generelle, von außen wirkende Druckkraft, die die "Dunkle Energie", die "Dunkle Materie" und die virtuellen Teilchen (Vakuumenergie) des Casimireffektes ersetzen könnte. Also schon fast eine TOE.
Auch die generelle Gravitation? (natürlich im geringeren Umfang, da sich im Inneren einer Galaxie eben weniger dieser Teilchen befinden würden -gehst Du noch immer von einer "Materie mit negativer Masse" und eventueller ÜLG aus?-) Du weißt natürlich auf was ich hinaus will.
Oder gibt es nach deinen Berechnungen hier zu große Unterschiede in der Wertigkeit?

MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Dunkle Materie: 47 Galaxien und die Dunkle Materie Zeitungsjunge astronews.com 0 01.03.2011 13:40
Dunkle Materie: Dunkle Materie verhält sich anders als erwartet Zeitungsjunge astronews.com 1 02.10.2009 09:15
Dunkle Materie: Dunkle Materie verhält sich anders als erwartet Zeitungsjunge astronews.com 0 01.10.2009 18:51
Dunkle Materie: Lässt Dunkle Materie alte Sterne leuchten? Zeitungsjunge astronews.com 0 30.06.2008 21:30
Dunkle Materie: Das dunkle Netz des Universums Zeitungsjunge astronews.com 0 25.02.2008 13:30


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:49 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2017 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.