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Alt 23.09.2011, 09:41   #1
Sakslane
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Standard "Überlichtschnelle" Neutrinos gemessen?

Gerade frisch reingekommen:

http://arxiv.org/abs/1109.4897

Beim CNGS-Experiment (CERN Neutrino to Gran Sasso) wird beim CERN ein Protonenstrahl aus einem Beschleuniger auf einen Eisenblock geschossen. Dabei entstehen vor allem "Kaonen" und "Pionen", die bei ihrem Zerfall Neutrinos bilden. Der Strahl ist leicht nach unten gerichtet, durchdringt die Erde und kommt 730 km entfernt im Gran Sasso Laboratorium wieder raus, wo ihn der OPERA-Detektor bereits erwartet und die Neutrinos nachweist. Ziel des Experiments ist es eigentlich, die Umwandlung von Myon-Neutrinos in Tau-Neutrinos direkt zu beobachten.

Nun kann man mit so einem Experiment aber auch andere Messungen durchführen und z.B. die Flugzeit der Neutrinos bestimmen. Dabei hat man jetzt festgestellt, dass sie 60 ns früher ankommen, als man es erwarten würde, wenn sie sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen würden. Oder anders gesagt: Ihre gemessene Geschwindigkeit liegt ca. 2,5 * 10^-5 c = 7500 m/s über der Lichtgeschwindigkeit. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Einzelmessung, sondern man hat die Messdaten der letzten 3 Jahre zusammengenommen, um damit eine besonders genaue Zeitmessung zu realisieren.

Ich habe noch gewisse Zweifel an diesem Ergebnis bzw. an seiner Interpretation Man muss hier ziemlich viele Einflüsse berücksichtigen - die Wechselwirkung von Neutrinos mit Materie, das Gravitationsfeld der Erde - da kann schnell mal ein kleiner Fehler hinzukommen...

Geändert von Sakslane (23.09.2011 um 09:43 Uhr).
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Alt 23.09.2011, 11:02   #2
Cathetel
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Na das wäre doch sensationell!

Aber es haben sich schon einige Erklärungen gefunden.
Cathetel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.09.2011, 11:51   #3
MJ01
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Info war auch kurz in der WIKI zu finden, allerdings um 9:52 wieder entfernt worden.
Zitat:
Am 23. September 2011 gab der Leiter des OPERA-Experiments, das die Umwandlung von Myon-Neutrinos in Tau-Neutrinos erfassen soll, bekannt, dass die Myon-Neutrinos die 732 km lange Strecke von CERN in Genf zum Laboratori nazionali in Gran Sasso 60 Nanosekunden eher, als bei Lichtgeschwindigkeit im Vakuum zu erwarten gewesen wäre, zurückgelegt hätten, also mit Überlichtgeschwindigkeit unterwegs gewesen seien
Hinweis "Preprint" - siehe Diskussion

Andere Frage, ergibt sich nicht bei ÜL ein kausales Problem?? Ich denke da gabs mal eine Diskussion darüber!

MfG

MJ
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Alt 23.09.2011, 12:28   #4
Sakslane
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Ja, das gäbe tatsächlich ein Problem mit der Kausalität - zumindest dann, wenn man auf diese Weise Informationen übertragen könnte, z.B. indem man mit dem Beschleuniger Morsezeichen sendet Ein überlichtschneller Informationstransport wurde aber, so weit ich das bisher verstehe, nicht nachgewiesen. Es könnte sich also durchaus um einen Effekt handeln, bei dem nur die Phasengeschwindigkeit eine Rolle spielt.
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Alt 23.09.2011, 12:32   #5
Llewellian
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Das finde ich eines der besten Kommentare dazu, von PhysOrg:


Zitat:
Naw, there's gotta be something simple they're overlooking.

When they figure it out the resulting facepalm will be so powerful that it will be felt around the world.
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Alt 23.09.2011, 13:40   #6
MJ01
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Ereignis ab 12:01 wieder in der WIKI drin!
Zitat:
Im Rahmen dieser Forschung wurde am 23. September 2011 durch das CERN bekannt gegeben, dass die Messungen – die Fehlerfreiheit des Versuchsaufbaus vorausgesetzt – ergeben, dass sich Neutrinos mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegen können. Dies steht in krassem Gegensatz zum derzeitigen Verständnis der Physik
Faszinierend!

Die in WIKI sind sich auch nicht ganz einig, aber gaaanz aktuell!

MfG

MJ

PS:
WIKI 14:04
Zitat:
Im Rahmen dieser Forschung wurde am 23. September 2011 durch das CERN bekannt gegeben, dass statistische Analysen von Messungen zwischen 2009 und 2011 den Schluß nahelegen, dass sich Neutrinos mit Überlichtgeschwindigkeit fortbewegen können. Da die Ergebnisse in Gegensatz zum derzeitigen Verständnis der Physik stehen, haben die am Experiment beteiligten Wissenschaftler andere Institute zur Nachprüfung aufgefordert

Geändert von MJ01 (23.09.2011 um 14:15 Uhr).
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Alt 23.09.2011, 13:43   #7
basti_79
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Lieber MJ01. Zwei Anmerkungen.
  1. Das Wiki-Lexikon heißt, wie schon mehrmals bemerkt, "die Wikipedia". Nicht "Wiki". "Wiki" ist, wie auch schon mehrmals bemerkt, der Oberbegriff, die Form der Software. Nicht das Lexikon. Das Lexikon heißt "Wikipedia".
  2. Wissenschaft besteht aus Diskussion, nicht aus hellsichtiger und allwissender Einigkeit. Manchmal merkt allerdings jemand nicht, dass eine Diskussion schon längst vorüber ist.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 24.09.2011, 02:22   #8
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Standard EINSTEIN

HAT EINSTEIN SICH GEIRRT
Hallo, ich glaube, nein ich bin überzeugt, das sich einstein in diesem punkt
der lichtgeschwindikeit als endgültige geschwindigkeit, geirrt hat.
Vor jahrzehnten las ich mal das forscher in tiefen bergwerken, wassertanks
aufstellten, um irgent welche teilchen die aus dem all kammen, zu messen.
Es hieß damals schon die teilchen dürften garnicht existieren, da sie schneller
als das licht seien.
ungebildet
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Alt 24.09.2011, 09:08   #9
Sakslane
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Also mit den überlichtschnellen Teilchen in den Wassertanks hast du etwas falsch verstanden...

Mit den Experimenten, die du beschreibst, kann man Neutrinos nachweisen. Dafür muss ein solches Neutrino ein Elektron im Wasser "anstoßen", d.h. mit ihm wechselwirken. Da die Neutrinos ziemlich schnell sind, kann das Elektron durch diesen Stoß auf eine hohe Geschwindigkeit beschleunigt werden - und zwar höher als die Lichtgeschwindigkeit im Wasser. Dabei sendet es Licht aus - so ähnlich wie ein Überschallflugzeug sich durch einen Knall bemerkbar macht. Dieses Tscherenkow-Licht kann man messen und so indirekt die Neutrinos nachweisen.

Das ganze steht aber nicht im Widerspruch zu Einstein. Aus seiner speziellen Relativitätstheorie folgt, dass die Vakuumlichtgeschwindigkeit von c = 300.000 km/s die absolute Obergrenze der Geschwindigkeit ist. Die Elektronen in diesem Experiment überschreiten aber nicht diese Vakuumlichtgeschwindigkeit, sondern die Lichtgeschwindigkeit in Wasser, und letztere liegt bei c / n = 225.000 km/s, wobei n = 1,33 der Brechungsindex von Wasser ist.
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Alt 25.09.2011, 05:34   #10
UNGEBILDET
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Beiträge: 33
Standard NEUTRINOS

Hallo sakslane, danke für deine aufklärung. Es ist jahrzehnte her das ich diesen
bericht laß. So ist in meinen hinterkopf geblieben, das die lichtgeschwindigkeit
nicht das ende der fahnenstange sei. Denn das hat sich eingenistet: "Diese
teilchen dürften garnicht existieren, denn sie seien schneller als das licht."
Wenn ich mich richtig entsinne ging es um den nachweis dieser teilchen.
Durch das kurze schwache aufblitzen ist der nachweis gelungen.
Ich hatte ja häme und ironie auf mein schreiben erwartet und nicht diese
sachliche aufklärung . Nochmals vielen dank sakslane, muß jetzt mein hinterkopf auf/ausräumen.
ungebildet
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