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Alt 24.07.2011, 20:18   #1
MJ01
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Standard Bitcoin

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Was sagt ihr eigentlich zu Bitcoin?
Grundsätzlich gute Idee, nur ändert diese Zahlungsart nichts an den Problemen des heutigen Wirtschaftssystems.

Ausserdem sind die in Wiki genannten rechtlichen Probleme nicht ohne
Zitat:
Bitcoins stellen kein Gesetzliches Zahlungsmittel dar, dessen Annahme verpflichtend wäre. Basierend auf der durch Artikel 2, Absatz 1 im Grundgesetz garantierten Vertragsfreiheit steht es indessen grundsätzlich jedem frei, Bitcoins als Gegenwert anzunehmen. In Ländern ohne sogenannte „harte“ Währung können zudem möglicherweise Einschränkungen bezüglich der Konvertierbarkeit von Devisen Anwendung finden.

Gewinne aus dem Umtausch von Bitcoins sind wie jedes Geschäft dem Steuerrecht unterworfen. Die genaue Berechnungsgrundlage ist bisher nicht festgelegt, jedoch existieren mit Tauschringen und Komplementärwährungen bereits rechtlich ähnliche Konstrukte.

So sind Bitcoin technisch darauf angelegt, dass Transaktionen nicht reversibel sind, verbinden dabei jedoch diese Irreversibilität mit einer zumindest theoretisch bestehenden Rückverfolgbarkeit von Transaktionen. Ob Transaktionen mit Bitcoins auch rechtlich gesehen in jedem Fall irreversibel sind, hängt unter anderem von einer Anerkennung als Geld im Sinne von „Gesetzliches Zahlungsmittel“ ab, die zurzeit nicht abzusehen ist. Reguläre Geldzahlungen aus entwendeten Beträgen, die in gutem Glauben entgegengenommen werden, gelten beispielsweise nach § 935 BGB als rechtmäßig erworben, bei anderen Wertgegenständen oder Tauschartikeln ist dies nicht der Fall. Der Jurist Jens Ferner verneint die Frage, ob es sich bei Bitcoin um Geld im rechtlichen Sinne handele, da keine Annahmepflicht bestehe und kein Anspruch gegen eine ausgebende Stelle geschaffen werde.

Am 1. Juni 2011 veröffentlichte der Bundesverband Digitale Wirtschaft eine Pressemeldung, in der er Verbrauchern von der Nutzung von Bitcoins abrät. Diese hätten, da sie keiner staatlichen Kontrolle unterliegen, „das Potenzial, der gesamten Gesellschaft […] durch Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder andere illegale Geschäfte nachhaltig zu schaden“. Des Weiteren würde eine automatisierte Geldmengensteuerung wie im Falle der ‚Bitcoins‘ jeder Konjunkturpolitik widersprechen und ihr damit den Boden entziehen.

Da für Behörden in der Regel nicht einsehbar ist, wer die Zahlungsbewegungen durch Kryptowährungen wie Bitcoin bewirkt, sind diese Währungen tendenziell für Steuerhinterziehung geeignet. Dieselbe Problematik besteht aber auch bei Bargeld-Bezahlung. Allerdings bieten digitale Währungen theoretisch bessere Überwachungsmöglichkeiten als Bargeld.
Ein weiteres Problem ist, dass man ein gewisse Geldmenge auf einem "unbekannten Terrain" parken muss, ohne dass man dafür Habenzinsen erhält. Auch die auf Bankomatkarten vorhandene QUICK-Geldbörse wird nicht wirklich angenommen.
Und wer haftet für diesen geparkten Geldbetrag, eine rechtlich relevante Bestätigung für die Einzahlung erhält man auch nicht. Manche halten das Bitcoinsystem für ein verstecktes Schneeballsystem.
Ausserdem gab es schon viele Versuche in dieser Art (diverse Internet Payment Service Provider z.B. Verotel; es gibt auch diverse Währungen bei Onlinespielen)

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (24.07.2011 um 20:22 Uhr).
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Alt 24.07.2011, 20:22   #2
basti_79
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Was genau sind denn die Probleme des Wirtschaftssystems?

Und was genau sollte es einen stören, ob die Justizbranche Bitcoin für Geld hält oder nicht? Das bedeutet doch am Ende bloss, dass man damit nicht seinen Anwalt bezahlen kann und nicht seine Steuern.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 24.07.2011, 21:50   #3
MJ01
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Grundsätzlich gute Idee, nur ändert diese Zahlungsart nichts an den Problemen des heutigen Wirtschaftssystems.
Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Was genau sind denn die Probleme des Wirtschaftssystems?
Ich korrigiere:
Grundsätzlich gute Idee, nur ändert diese Zahlungsart nichts an den von meinem Vorredner behaupteten Problemen des heutigen Wirtschaftssystems.
Also hier, hier und hier
Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Und was genau sollte es einen stören, ob die Justizbranche Bitcoin für Geld hält oder nicht? Das bedeutet doch am Ende bloss, dass man damit nicht seinen Anwalt bezahlen kann und nicht seine Steuern.
Nein, sondern weil man damit Geld an allen Institutionen vorbeilavieren kann, sprich:
Zitat:
Geldwäsche oder andere illegale Geschäfte sowie Steuerhinterziehung
Ausserdem von Justizbranche steht kein Wort im WIKI-Artikel.
Falls deine Frage Richtung richtiges Geld oder nicht geht, dann habe ich dazu auch bereits eine Aussage getroffen:
Zitat:
Und wer haftet für diesen geparkten Geldbetrag, eine rechtlich relevante Bestätigung für die Einzahlung erhält man auch nicht. Manche halten das Bitcoinsystem für ein verstecktes Schneeballsystem.
Sag einmal, liest Du die Postings wirklich nicht, oder tuts Du nur so?

MfG

MJ
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Alt 25.07.2011, 13:40   #4
basti_79
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Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Grundsätzlich gute Idee, nur ändert diese Zahlungsart nichts an den von meinem Vorredner behaupteten Problemen des heutigen Wirtschaftssystems.
Ich würde denken, doch, denn der Zentralbankzins entfällt bei bitcoin. Ebenso wird es deswegen dort weniger "Kapitaleinkünfte" geben. Natürlich wird sich deswegen die Inflation anders verhalten, aber darum geht es ja.

Zitat:
Nein, sondern weil man damit Geld an allen Institutionen vorbeilavieren kann,
Versteh ich nicht. Mit Bargeld ist das sowohl möglich als auch üblich. Und es ist genauso verboten.

Das einzige Problem ist, dass diese jämmerliche Behörde da keine Lust hat, Bitcoin als Ausgleich für Schulden, die sie der Bevölkerung ihres Machtbereichs anrechnet, zu akzeptieren.

Das liegt aber ausschließlich an deren Hirnlosigkeit und an ihrem fehlenden Belang, nicht an Bitcoin.

Zitat:
Ausserdem von Justizbranche steht kein Wort im WIKI-Artikel.
Richtig, es wird so getan, als existierten Geld und der Staat unabhängig von der Justizbranche. Die Frage ist, ob diese Annahme rechtfertigbar ist.

Zitat:
Und wer haftet für diesen geparkten Geldbetrag, eine rechtlich relevante Bestätigung für die Einzahlung erhält man auch nicht.
Um diesen Einwurf mal ernstzunehmen, was mir schwerfällt:
  1. Wird nirgendwo ein "Geldbetrag geparkt" - Du kaufst jemandem Bitcoin ab, entweder gegen Bargeld oder gegen eine "Lieferung oder Leistung". Danach ist das Bargeld seins, oder er gibt sich mit der "Lieferung oder Leistung" zufrieden. Es gibt nirgendwo ein zentrales Konto, auf dem alles Geld gebunkert wird, was gegen Bargeld eingetauscht wurde.
  2. Was die Juristen für "relevant" halten, ist Wurst. Es hängt erstmal davon ab, wer die meisten Juristen besticht. Wer das ist, ist mir Wurst. Der Punkt ist, dass alle Bitcoin-Transaktionen nachvollziehbar sind, und deine Bitcoins allein deiner Kontrolle unterliegen. Du brauchst keine Literaturkritik von Publizisten fragwürdiger Moral und Ethik (AKA "Gerichtsurteile"), um dir dessen sicher zu sein.
  3. Du kannst natürlich trotzdem behaupten, dir erscheine das ganze dubios und es halt lassen. Dein Problem dann. Dann brauchst du aber nicht davon jammern, von einer dubiosen Behörde kontrolliert zu werden.
Zitat:
Manche halten das Bitcoinsystem für ein verstecktes Schneeballsystem.
Manche halten auch das Eurosystem für ein verstecktes Schneeballsystem.

Der Punkt ist, dass Bitcoin eher "Geld" ist als "Euro", meines Erachtens. Nicht viel mehr und nicht viel weniger.

Zitat:
Sag einmal, liest Du die Postings wirklich nicht, oder tuts Du nur so?
Doch, ich lese sie. Was genau stört dich daran?
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
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Alt 25.07.2011, 17:17   #5
MJ01
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ich würde denken, doch, denn der Zentralbankzins entfällt bei bitcoin. Ebenso wird es deswegen dort weniger "Kapitaleinkünfte" geben. Natürlich wird sich deswegen die Inflation anders verhalten, aber darum geht es ja.
Verstehe ich jetzt nicht ganz. Bitcoin ist ein Bezahlsystem, sonst nichts. Ich zahle über Bitcoin und erhalte dafür Ware, wieso sollte es deswegen für den Begünstigten weniger "Kapitaleinkünfte" geben? Der Händler lässt sich das Bargeld auszahlen bzw. konvertieren. Und wieso sollte sich dann die Inflation anders verhalten? Lohnerhöhungen und Anstieg der Kosten für die Waren sind von der Art der Bezahlung ja unabhängig.
*)

Nein, sondern weil man damit Geld an allen Institutionen vorbeilavieren kann
Zitat:
Versteh ich nicht. Mit Bargeld ist das sowohl möglich als auch üblich. Und es ist genauso verboten.
Schon, nur geht es auf diese Art leichter. Denn der berühmte Geldkoffer aus Lichtenstein, könnte möglicherweise auffallen. Eine anonyme Geldtransaktion (ohne Bank, die so etwas ebenso melden müsste) hingegen nicht!
Zitat:
Das einzige Problem ist, dass diese jämmerliche Behörde da keine Lust hat, Bitcoin als Ausgleich für Schulden, die sie der Bevölkerung ihres Machtbereichs anrechnet, zu akzeptieren.
Wenn diese Behörde dies gesagt hat, hat sie insoferne recht, weil, wie ich bereits sagte, Bitcoin als "Firma" keinen Wert darstellt und keine tatsächlichen gesicherten Geldwerte (Stichwort "Haftungen") der Banken, Haftungen der Länder, Goldreserven der Länder dahinterstehen.
Zitat:
Das liegt aber ausschließlich an deren Hirnlosigkeit und an ihrem fehlenden Belang, nicht an Bitcoin.
Das siehst Du etwas minimalistisch.

Ausserdem von Justizbranche steht kein Wort im WIKI-Artikel.
Zitat:
Richtig, es wird so getan, als existierten Geld und der Staat unabhängig von der Justizbranche. Die Frage ist, ob diese Annahme rechtfertigbar ist.
Und was hat deine Aussage jetzt mit meiner Feststellung zu tun? Dass der Staat ohne eine Justiz nicht existent sein kann ist klar, entspricht dem Prinzip der Gewaltentrennung.

Und wer haftet für diesen geparkten Geldbetrag, eine rechtlich relevante Bestätigung für die Einzahlung erhält man auch nicht.
Zitat:
Um diesen Einwurf mal ernstzunehmen, was mir schwerfällt:
Wird nirgendwo ein "Geldbetrag geparkt" - Du kaufst jemandem Bitcoin ab, entweder gegen Bargeld oder gegen eine "Lieferung oder Leistung". Danach ist das Bargeld seins, oder er gibt sich mit der "Lieferung oder Leistung" zufrieden. Es gibt nirgendwo ein zentrales Konto, auf dem alles Geld gebunkert wird, was gegen Bargeld eingetauscht wurde.
Da Bitcoin ein Bezahlsystem ist, muss sehr wohl irgendwo etwas eingezahlt werden. Also ohne "Hinterlegung" eines Bargeldes (=elektronische Geldbörse), keine Bitcoins. Geht ja auch nicht anders, da ja für jede Transaktion auch Gebühren verrechnet werden. Und diese Hinterlegung muss natürlich vor der Transaktion erfolgen. Also wird jeder generell einen gewissen Betrag bei Bitcoin geparkt haben!
Zitat:
Was die Juristen für "relevant" halten, ist Wurst. Es hängt erstmal davon ab, wer die meisten Juristen besticht. Wer das ist, ist mir Wurst.

Der Punkt ist, dass alle Bitcoin-Transaktionen nachvollziehbar sind, und deine Bitcoins allein deiner Kontrolle unterliegen. Du brauchst keine Literaturkritik von Publizisten fragwürdiger Moral und Ethik (AKA "Gerichtsurteile"), um dir dessen sicher zu sein.
Sag das mal einem Richter bei einem Prozess. Er wird ganz und gar für dich eingenommen sein und völlig unabhängig seine Schlüsse ziehen. Und hast Du wirklich so viel Geld übrig, damit dir dies "Wurst sein kann"?

Sind sie das wirklich? Wenn also während so einer Transaktion die Firma aufgelöst wird (oder durch einen Stromausfall die Verbindung abbricht) und die Transaktionen gestoppt werden, dann ist das Spielgeld, samt Hinterlegung futsch. Und wer haftet da nochmals, hast Du gesagt, ah ja richtig, Du hast ohnedies genug, somit ist "es Dir Wurst"!
Zitat:
Du kannst natürlich trotzdem behaupten, dir erscheine das ganze dubios und es halt lassen. Dein Problem dann. Dann brauchst du aber nicht davon jammern, von einer dubiosen Behörde kontrolliert zu werden.
So? Hab ich das?
Zitat:
Manche halten auch das Eurosystem für ein verstecktes Schneeballsystem.
...
Der Punkt ist, dass Bitcoin eher "Geld" ist als "Euro", meines Erachtens. Nicht viel mehr und nicht viel weniger..
Nach den Griechenlandtransaktionen, muss ich Dir da sicherlich recht geben, ich möchte auch den Schilling zurück!
Zitat:
Doch, ich lese sie. Was genau stört dich daran?
Weil Du oft Fragen stellst, die einige Postings vorher ohnedies beantwortet wurden!

MfG

MJ

PS:
*)
Kommando zurück, offensichtlich ist Bitcoin doch mehr als ein Bezahlsystem.
Wenn man ein Konto bei Bitcoin eröffnet, erhält man, wenn man seine Rechnenleistung Bitcoin zur Verfügung stellt, Coins dafür, ähnlich wie bei SETI@home, MilkiWay@Home, Constellation, -BOING-, ca. 5 Coins/Min bei einem guten Rechner.

Habe testweise auch ein Konto eröffnet, wollen sehen was der Selbsttest bringt.

Geändert von MJ01 (25.07.2011 um 23:20 Uhr).
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Alt 26.07.2011, 13:28   #6
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Erste Erkenntnisse des Selbsttestes:

Nach Anmeldung und Installation der Clientsoftware erhält man eine eindeutig codierte Adresse und muß eine Datenbank mit allen bisherigen (codierten) Transaktionen des Systems downloaden. (sonst kann man offensichtlich keine Rechenzeit dem System zur Verfügung stellen) Ende Juni waren dies offensichtlich rund 131.000 Blöcke an Transaktionen. Nunmehr lade ich mittlerweile bereits seit ca. 7 Stunden (Unterbrechungen nicht gerechnet) bereits den 138.108 Block herunter.

Geld verdient man erst, wenn man diese Datensätze komplett heruntergeladen hat, wobei bei diesem System offensichtlich die Rechenleistung der Grafikkarte genutzt wird. Also ohne hochpreisiger Grafikarte á la ATi HD 6990 kann man da fast ewig warten!

Einen weiteren Punkt, den ich im Umfeld der bitcoins gehört habe:
Die sog. Wallet.Dat-Datei sollte man sich aufheben, allerdings nicht öffentlich zugängig machen. Ein User, der diese Datei offensichtlich bei einem Clouddienst unverschlüsselt deponiert hatte, wurden seine gesamten bitcoins (angeblich um die 500.000,00 Dollar) gestohlen.

MfG

MJ
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Alt 26.07.2011, 14:21   #7
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Die Hackerei wird immer schlimmer. Ich würde niemals mehr als 100 € bei so einem e-Payment-Service im Internet deponieren. Ein Sicherheits- und Codierungssystem wie bei den Banken (für den digitalen Kontoverkehr) sollte es schon sein. Und daran scheint's bei Bitcoin wohl zu mangeln.
.
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Alt 26.07.2011, 15:05   #8
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Zitat:
Zitat von Atlantologe Beitrag anzeigen
Die Hackerei wird immer schlimmer. Ich würde niemals mehr als 100 € bei so einem e-Payment-Service im Internet deponieren. Ein Sicherheits- und Codierungssystem wie bei den Banken (für den digitalen Kontoverkehr) sollte es schon sein. Und daran scheint's bei Bitcoin wohl zu mangeln.
Naja, in diesem Fall wurden nicht die Transaktionsdaten gehackt, die sind schon recht sicher (SHA256 Hashwert-Berechnung = es werden die Quelldaten in 512-Bit-Blöcke bzw. 16 32-Bit-Wörter aufgeteilt und iterativ mit 64 Konstanten und sechs logischen Funktionen verrechnet), sondern ganz einfach seine Zugangsdaten und der Zugangskode, den er extern gespeichert hatte.
Das wäre damit zu vergleichen, wenn man seine gesamten Ersparnisse in der Schreibtischlade gebunkert hätte und den Schlüssel dazu mitten auf den Schreibtisch legen würde.

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (26.07.2011 um 15:07 Uhr).
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Alt 26.07.2011, 15:26   #9
basti_79
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Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Verstehe ich jetzt nicht ganz. Bitcoin ist ein Bezahlsystem, sonst nichts. Ich zahle über Bitcoin und erhalte dafür Ware, wieso sollte es deswegen für den Begünstigten weniger "Kapitaleinkünfte" geben? Der Händler lässt sich das Bargeld auszahlen bzw. konvertieren. Und wieso sollte sich dann die Inflation anders verhalten? Lohnerhöhungen und Anstieg der Kosten für die Waren sind von der Art der Bezahlung ja unabhängig.
  1. Wird die Geldmenge im herkömmlichen System dynamisch reguliert, bei Bitcoin derzeit auch, sie ist aber strikt begrenzt. Wenn alle Bitcoins da sind, wird es nie wieder neue geben.
  2. Wird im jetzigen System durch Gesetze und Reglungen der Kapitalhandel gefördert, während Waren- und Dienstleistungshandel bestraft wird. Das ist bei Bitcoin anders.
  3. Bei Bitcoin gibt es weder eine zentrale Kreditstelle noch einen dazugehörigen Zins.
Zitat:
Schon, nur geht es auf diese Art leichter. Denn der berühmte Geldkoffer aus Lichtenstein, könnte möglicherweise auffallen. Eine anonyme Geldtransaktion (ohne Bank, die so etwas ebenso melden müsste) hingegen nicht!
Erstens ist es ja mit der Anonymität nicht so weit her. Zweitens weiß ich nicht was du meinst, wo du davon redest, dass Schwarzhandel "auffallen könnte". De facto ist die Schattenwirtschaft wohl voluminöser als die Offizielle.

Zitat:
Wenn diese Behörde dies gesagt hat, hat sie insoferne recht, weil, wie ich bereits sagte, Bitcoin als "Firma" keinen Wert darstellt und keine tatsächlichen gesicherten Geldwerte (Stichwort "Haftungen") der Banken, Haftungen der Länder, Goldreserven der Länder dahinterstehen.
Genauso wie beim Bargeld. Das ist auch durch nichts gedeckt, ausser durch das Versprechen, nötigerweise Bargeld aus der Bevölkerung des dazugehörigen Landes herauszuknüppeln.

Zitat:
Und was hat deine Aussage jetzt mit meiner Feststellung zu tun? Dass der Staat ohne eine Justiz nicht existent sein kann ist klar, entspricht dem Prinzip der Gewaltentrennung.
Nein, "der Staat" ist das Konglomerat der Autoritäten, die ohne Legitimation gegen die Interessen der Bewohner des dazugehörigen Staatsgebietes vorgehen.

Zitat:
Da Bitcoin ein Bezahlsystem ist, muss sehr wohl irgendwo etwas eingezahlt werden.
Ich befürchte, du verstehst nicht ganz: Bitcoin ist ein Geldsystem. Wenn du Bitcoin willst, musst du eine Gegenleistung erbringen, zur Zeit z.B.: Bitcoins errechnen (diese Möglichkeit wird nicht ewig weitergehen). Andernfalls kannst du sie gegen anderes Bargeld eintauschen oder gegen "Geldwerte Leistungen" oder sowas. Diese Gegenleistungen werden nicht zentral aufbewahrt. Genau wie bei jedem anderen Geld besteht die Teilnahme darin, dass du Bitcoin als Ausgleich für eine Schuld akzeptierst. Das kannst du tun oder aber auch lassen.

Zitat:
Also ohne "Hinterlegung" eines Bargeldes (=elektronische Geldbörse), keine Bitcoins.
Du besitzt ja mit dem Client jetzt eine elektronische Geldbörse. Diese enthält dein Bitcoin-Geld. Ob du dieses erworben hast durch eintausch gegen Euro, gegen Dollar, gegen Leistungen oder durch Betrug, ist dem Geld egal.

Zitat:
Geht ja auch nicht anders, da ja für jede Transaktion auch Gebühren verrechnet werden.
Falsch, Transaktionen in Bitcoin sind gebührenfrei. Wenn du dich darauf einläßt, Bargeld gegen Bitcoin zu tauschen und akzeptierst, eine Gebühr für diesen Dienst zu bezahlen, ist das schlicht dein Problem.

Zitat:
Also wird jeder generell einen gewissen Betrag bei Bitcoin geparkt haben!
Also, zumindest wäre das sinnvoll, wenn du etwas damit bezahlen willst. Du gehst ja auch nicht ohne Bargeld in der Tasche einkaufen.

Zitat:
Und hast Du wirklich so viel Geld übrig, damit dir dies "Wurst sein kann"?
Du verstehst mich falsch: es ist für die Existenz von Bitcoin und den Wert dieser Währung und deren Legitimität völlig unerheblich, was Juristen dazu sagen. Die Versuchen ja nur, die Autorität ihrer Behörde mit Gewalt möglichst vielen Menschen aufzudrücken.

Zitat:
Wenn also während so einer Transaktion die Firma aufgelöst wird (oder durch einen Stromausfall die Verbindung abbricht) und die Transaktionen gestoppt werden, dann ist das Spielgeld, samt Hinterlegung futsch.
Richtig, wenn du deine Bitcoin "wallet" löschst, wenn du das Passwort vergisst oder den Schlüssel verlegst, oder sonst irgendwas, sind die Bitcoins verloren und können niemals wiedererlangt werden.

Genau wie wenn du dein Portemonnaie verlierst. Anders als dort kann aber niemand deine Bitcoins wieder finden. Sie gehen dem System insgesamt verloren.

Das ist übrigens unabhängig von der Frage der Atomizität: eine Bitcoin-Transaktion hat entweder stattgefunden oder sie hat nicht stattgefunden.

Zitat:
Und wer haftet da nochmals, hast Du gesagt, ah ja richtig, Du hast ohnedies genug, somit ist "es Dir Wurst"!
Falsch, die Frage, was die Juristen in 450 Jahren von Bitcoin halten, ist völlig unerheblich für die Frage der Funktion dieses Systems. "Haften" braucht da erstmal niemand - wenn, dann ist das eine völlig andere Frage als du dir gedrade vorstellst.

Stellen wir uns mal vor, ich mache mit einem Klempner ab, dass ich ihn meinetwegen für die Reperatur einer Dusche mit 21 Bitcoin entlohne. Er repariert mir die Dusche, ich freue mich darüber, aber bezahle ihn nicht.

Ich schulde ihm also die Gegenleistung. Er könnte jetzt versuchen, ein Gericht verfügen zu lassen, dass ich die 21 Bitcoin bezahle. Da würde das Gericht sagen, Bitcoin sei kein Geld im Sinne des Gerichts, man müsse aus technischen Gründen in Euro umrechnen, und den Prozess über eine Schuld in Euro führen.

Genauso wird es mit allen anderen Dingen auch laufen: da Gerichte die Geldhaftigkeit von Bitcoin nicht anerkennen, wird man allerhöchstens einige eher spezielle Prozesse über Bitcoin führen können. Da allerdings niemand so blöd ist, sich für Schulden in einer Währung, die irgendsoein Behörden-Wasserkopf für "nicht echt" hält, auf eben diesen Behörden-Wasserkopf zu verlassen, wird es eher andersherum gehen: man wird sich auf die Schuld in einer Gegenleistung, die nicht in Bitcoins zu rechnen ist, verklagen.

Zitat:
Nach den Griechenlandtransaktionen, muss ich Dir da sicherlich recht geben, ich möchte auch den Schilling zurück!
Glaubst du, das hätte das Problem an sich gelöst?

Zitat:
Kommando zurück, offensichtlich ist Bitcoin doch mehr als ein Bezahlsystem. Wenn man ein Konto bei Bitcoin eröffnet, erhält man, wenn man seine Rechnenleistung Bitcoin zur Verfügung stellt, Coins dafür, ähnlich wie bei SETI@home, MilkiWay@Home, Constellation, -BOING-, ca. 5 Coins/Min bei einem guten Rechner.

Habe testweise auch ein Konto eröffnet, wollen sehen was der Selbsttest bringt.
Ich bin gespannt. Ich freue mich über deine Offenheit.
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Alt 26.07.2011, 15:30   #10
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Übrigens: da die Transaktionsdaten öffentlich sind, ist es sowohl unmöglich, sie "zu Hacken" (es gibt nur gültige Transaktionen in der Datenbank), als auch "anonym zu bleiben" (die Unbekanntheit des eigenen Kontos hängt von der Unbekanntheit des public-keys ab, die in Frage steht).

Man kann sich aber wegen der Anonymität mehrere Konten anlegen und sie zeitgleich benutzen. Ob das hilft, ist noch mal eine andere Frage.
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