:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Archäologie > Außergewöhnliche Funde > Schiffsfunde

Schiffsfunde Schiffe vergangener Zeit und ihre archäologische und historische Untersuchung

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 24.07.2011, 09:26   #1
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard Schiffe im Zusammenhang mit der Zeitfälschung

Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Das Problem kenne ich.
Ich suche gegenwärtig ganz "verzweifelt" für den Grund der anachronistischen Verwendung des Rahsegels im Zeitalter der Kreuzzüge.
Das Bildmaterial ist rar. Schiffsdarstellungen aus dieser Zeit aus dem östlichen Mittelmeerraum (wegen dem dort zu erwartenden Lateinersegeln) finde ich gar nicht, nicht einmal Hinweise in Texten.
Also geh ich mal davon aus, dass noch nie jemand ein solches (oströmisches/arabisches) Schiff rekonstruiert, geschweige untersucht hat, oder?
Ich weiß nicht ob Du diese Links bereits kennst?
WIKI:
Zitat:
Europäisches Mittelalter [Bearbeiten]

Im Mittelalter gab es in Europa zwei getrennte Entwicklungslinien des Schiffbaus. Die eine Linie herrschte im Mittelmeer vor und wird deshalb als mediterrane Linie bezeichnet. Die West- oder Nordeuropäische Linie entwickelte sich am Atlantik, sowie in Nord- und Ostsee.

Mediterrane Entwicklungslinie
Die mediterrane Linie setzte die römische Tradition fort, wobei eine Vermischung mit der Dau im Mittelmeer stattfand. Typisch für das Mittelmeer waren geruderte Schiffe in verschiedenen Größen, die alle sehr lang und schlank waren und einen geringen Freibord hatten. Diese Bauweise hatte technische Gründe, es mussten nämlich viele Ruderer untergebracht werden. Die geruderten Schiffe hatten einen hohen Personalbedarf, und konnten wegen deren Verpflegung mit Wasser und Lebensmittel nicht sehr lange unabhängig operieren. Sie waren daher bevorzugte Kriegsschiffe. Die Ruderschiffe hatten auch ein oder zwei Schiffsmasten mit Segel als Hilfsantrieb.

Für den Handel gab es im Mittelmeer auch reine Segelschiffe, die viel bauchiger konstruiert waren und damit mehr Platz für Fracht boten. Diese Schiffe waren wirtschaftlicher im Betrieb und konnten wegen ihrer Form auch die Küstenbereiche des Atlantiks befahren. Im Mittelmeer kam etwa im 8. und 9. Jahrhundert das dreieckige Lateinersegel in Gebrauch und löste das bis dahin vorherrschende trapezförmige Rahsegel ab, weil es erlaubte, höher am Wind zu segeln. Dadurch wurde das Kreuzen vereinfacht und die Gesamtfahrzeit erheblich verkürzt. Durch den Kontakt mit der arabischen Welt fand eine Vermischung mit der Dau statt.


Diese Lateinersegel wurden an bis zwei, später auch drei Masten gefahren. Über das genaue Aussehen und die Bauweise der Schiffe ist wenig bekannt, da es bisher keine aussagekräftigen archäologischen Funde gibt. Bekannt ist, dass die Schiffbauer des Mittelmeeres Kraweelbeplankung verwendeten, die bereits in der Antike üblich war. Die Karavelle war in ihrer ursprünglichen Form ein mehrmastiges Segelschiff mit Lateinertakelung.


Die Nina war übrigens so ein Schiff mit Lateinertakelung
Lateinertakelung:
Zitat:
Die Lateinertakelung war ab dem Frühmittelalter (6. Jahrhundert n. Chr.) bis in das Zeitalter der Entdeckungen hinein die vorherrschende Takelung für Schiffe im Bereich des Mittelmeeres (siehe auch: Lateinersegel).[1] Ausgehend von kleineren und Küstenfahrzeugen der Römer[2] entwickelte sie sich über den Schiffstyp der Galeasse bis zur Schebecke, die Krönung und Endpunkt dieser Takelart darstellt. Die portugiesischen Karavellen, die im 15. Jahrhundert das Zeitalter der Entdeckungen einläuteten, waren lateinisch getakelt. Durch die Lateinertakelung ergab sich erstmals die Möglichkeit, mit einem entsprechend geformten Kiel gegen den Wind zu segeln. Punkto Wendigkeit waren diese Schiffe den reinen Rahseglern der Nordeuropäer überlegen. Ein Nachteil ergab sich durch die enorm langen Spieren, welche bei jeder Wende nach hinten und bei jeder Halse nach vorne um den Mast herumgenommen werden mussten. Dadurch waren sehr große Mannschaftsstärken erforderlich, und das Segel musste bei zu starkem Wind für jede Wende komplett heruntergenommen werden.
Bilder aus dem Venezianischen Arsenal: (allerdings leider erst ab 1593)




Eine weitere Schwierigkeit ist, dass einerseits die Bilder zumeist aus dem 16. Jahrhundert stammen und dann, wenn eine Schlacht dargestellt ist, die Segel im gerefften Zustand dargestellt werden. Und dann kann man schwer feststellen, ist es ein "gerafftes" Lateiner- oder ein gerafftes Rahsegel, da die Maste dann in Kielrichtung gedreht wurden.
z.B. Schlacht von Lepanto:


Einen weiteren Aspekt sollte man auch nicht vergessen. Das Lateinersegel hatte den Vorteil kleineren Küstenschiffen eine großartige Wendigkeit zu verleihen. Sollten aber große, bauchige Schiffe mit viel Ladung über größere Distanzen navigiert werden, war das Rahsegel, da hier mehr Wind aufgenommen werden kann, wesentlich rationeller.

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (24.07.2011 um 09:45 Uhr).
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 10:25   #2
Archimedes
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 21.10.2009
Ort: Rübennasenhausen
Beiträge: 4.328
Standard

Wie kann man derart detaillierte Angaben zu einer Entwicklung machen, ohne dass diese durch Funde gestützt wird?
Ich hatte es auf tatsächliche Überreste abgesehen, und nicht auf rein theoretische Überlegungen und pseudohistorische Bildchen.
Aber vielleicht ist ja die Phantasie der ´Wissenschaftler´ mehr wert als die anderer Leute.
__________________
Große Geister diskutieren Ideen, mittlere Geister diskutieren Ereignisse. Kleine Geister diskutieren Menschen.
(Frei nach Eleanor Roosevelt)



Archimedes ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 11:52   #3
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Wie kann man derart detaillierte Angaben zu einer Entwicklung machen, ohne dass diese durch Funde gestützt wird?
Ich hatte es auf tatsächliche Überreste abgesehen, und nicht auf rein theoretische Überlegungen und pseudohistorische Bildchen.
Aber vielleicht ist ja die Phantasie der ´Wissenschaftler´ mehr wert als die anderer Leute.
Dies ist aber völlig klar.
Einerseits werden alte Schiffe, die nicht mehr der Technologie der Zeit entsprechen einfach abgebrochen (oder ist z.B. die "S.M.S. von der Tann" heute noch verfügbar? Wenn es keine Zeichnungen, Konstruktionspläne oder Fotos gegeben hätte, wüssten wir nicht einmal wie das Schiff ausgesehen hätte. Noch dazu durch das flüchtige Material Holz, da kann man nur von Glück sprechen, wenn da noch etwas übrigbleibt).

Andererseits, wenn sie in der Schlacht untergegangen sind, kann lediglich die Meeresarchälogie darüber Auskunft geben. Und wenn man die diversen Expeditionsberichte darüber liest, oder Dokumentationen sieht, kann man feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, ein Fischerboot aus dem 19. Jht und eine Galeasse aus der Schlacht von Lepanto zu unterscheiden.


Und drittens, wie gesagt, die meisten Gemälde und Stiche stammen frühestens aus dem 16. Jht. und spiegeln daher primär die Vorstellungen dieses Jahrhundert wieder, insoferne muss ich Dir recht geben, es ist schon bedenklich woher diese detaillierten Informationen herkommen. Im Grund kann man lediglich von schriftlichen Aufzeichungen dieser Zeit ausgehen und von "Analogieschlüssen", was die Situation aber auch nicht klarer macht.

Habe nun ein paar ältere Quellen gefunden:
Dromone:
Zitat:
Die Dromone (griech. δρόμων ‚Läufer‘) war ein Kriegsschiff der byzantinischen Marine des 6. bis 12. Jahrhunderts.

Das Schiff basiert mit etwa gleichen Abmessungen auf der griechischen Triere. Im Gegensatz zu dieser hatte man zwei Ruderreihen übereinander und erreichte damit nicht die Höchstgeschwindigkeit des griechischen Schiffes mit drei Ebenen. Das Schiff mit 100 Riemen und fünfzig Ruderern in zwei Ebenen auf jeder Seite konnte im Gegensatz zur griechischen Triere auch von ungeübten Ruderern bewegt werden. Zur Unterstützung bei längeren Anfahrten wurden Segel verwendet.

Im 10. Jahrhundert verfügte die Dromone über ein Deckkastell und eine bis zu 300 Mann starke Besatzung, war bis zu 50 m lang und 5,5 m breit. Im Gefecht konnte das Schiff eine Geschwindigkeit von etwa 7 Knoten erreichen, die Bauweise erforderte jedoch vermutlich günstige Wetterbedingungen.

Die Hauptbewaffnung der Dromone war neben einem kleinen Rammsporn das mittels Katapulten verschossene oder aus Siphonen versprühte Griechische Feuer, das erstmals bei der Belagerung von Konstantinopel (674-678) eingesetzt wurde. Spätere Dromone waren auch mit Katapulten bewaffnet.


Die Dromone wurde auch zusammen mit der kleineren Pamphile eingesetzt, die im 9. Jahrhundert in die byzantinische Flotte eingeführt wurde.
Weitere Hinweise zur Schiffsentwicklung und der Seeschlachten und der Kontinuität dieser Zeiten findest Du hier, hier und vorallem hier und ff..
Zitat:
„"Zu dieser Zeit floh Kallinikos, ein Ingenieur aus Heliopolis, zu den Römern. Er hatte ein Seefeuer erfunden, das die arabischen Schiffe entzündete und sie mit der ganzen Besatzung verbrannte. So kam es, dass die Römer den Sieg errangen und das Seefeuer entdeckten." - Chronik von Theophanes dem Bekenner, Annus Mundi 6165.
Zitat:
„"Strebe stets danach, die Marine in bestem Zustand zu erhalten, und enthalte ihr nichts vor. Denn die Flotte ist der Stolz der Rhōmania. […] Der droungarios und der prōtonotarios der Marine sollen […] mit großer Standhaftigkeit alles untersuchen, was der Flotte widerfährt. Denn wenn die Marine zu nichts zerrinnt, wirst du gestürzt werden und fallen."“
– Ermahnungen für den Kaiser, aus dem Strategikon des Kekaumenos, Kap. 87
Zitat:
Mannschaftsstärke und Größe
Ebenso wie mit seinem Gegenstück an Land fällt eine Bezifferung der genauen Stärke der byzantinischen Seestreitkräfte und der Zahl ihrer Einheiten schwer und ist Gegenstand zahlreicher Debatten, nicht zuletzt aufgrund der wenigen und verschieden auslegbaren Quellen. Eine Ausnahme stellen die Zahlen aus dem späten 9. und frühen 10. Jahrhundert dar, für die wir eine genauere Aufschlüsselung besitzen, die auf den Feldzug gegen Kreta 911 zurückgeht. Die Listen besagen, das die Mannschaftsstärke der Marine während der Regierungszeit Leos VI. 34.200 Ruderer und möglicherweise bis zu 8.000 Seesoldaten betrug.[179] Die kaiserliche Zentralflotte kam dabei auf 19.600 Ruderer und 4.000 Seesoldaten, die dem Kommando des droungarios der basilikon plōimon unterstanden. Diese viertausend Seesoldaten waren Berufssoldaten, die zuerst von Basileios I. in den 870er Jahren aufgestellt worden waren. Sie waren für die kaiserliche Flotte von großem Wert, da sie vorher auf Soldaten der Themen und tagmata für diese Aufgaben hatte zurückgreifen müssen. Dagegen stellten die neuen kaiserlichen Seesoldaten eine besser ausgebildete und zuverlässigere Kampfeinheit dar, die dem Kaiser jederzeit zur Verfügung stand. Der hohe Rang dieser Soldaten wird dadurch deutlich, dass sie den kaiserlichen tagmata zugerechnet wurden und auch ähnlich organisiert waren. Das Ägäische Thema wird mit 2.610 Ruderern und 400 Seesoldaten beziffert, die Flotte der Kibyrrhaeoten mit 5.710 Ruderern und 1.000 Seesoldaten; die Flotte von Samos umfasste danach 3.980 Ruderer und 600 Seesoldaten, während das Thema Hellas 2.300 Ruderer und 2.100 seiner Themensoldaten stellte, die gleichzeitig als Seesoldaten Dienst taten.
Aufgrund der gelisteten Mannschaftsränge kann man beispielsweise auch auf die Ausrüstung und Bewaffung dieser Einheiten schließen.

Hier noch eine Abbildung schwedische Schiffe zur Zeit der Kreuzzüge:


MfG

MJ

Geändert von MJ01 (24.07.2011 um 12:02 Uhr).
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 13:07   #4
Archimedes
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 21.10.2009
Ort: Rübennasenhausen
Beiträge: 4.328
Standard

Es sieht so aus, als könne über die Beschaffenheit "arabischer" Schiffe bis zum 13. Jahrhundert keine Angaben gemacht werden. Bis dahin geht man allgemein davon aus, dass die Schiffbautradition dort derjenigen entspricht, die man im östlichen Mittelmeer durch die "Byzantiner" inspiriert, voraussetzt. Prima.
Nur leider kann ich nicht einmal in den u.a. von Ibn Wasil sehr detailliert dargestellten Ereignissen während des 6. Kreuzzuges auch nur irgendeinen Hinweis auf eine "ayyubidische" Marine finden.
Lediglich von Booten ist die Rede, die man auf Kamelen transportiert haben soll um den Eindringlingen den Rückweg abzuschneiden.
Diese Episode kommt aber ganz ähnlich auch bei der Schilderung des Seevölkerangriffes vor.
__________________
Große Geister diskutieren Ideen, mittlere Geister diskutieren Ereignisse. Kleine Geister diskutieren Menschen.
(Frei nach Eleanor Roosevelt)



Archimedes ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 13:25   #5
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Es sieht so aus, als könne über die Beschaffenheit "arabischer" Schiffe bis zum 13. Jahrhundert keine Angaben gemacht werden. Bis dahin geht man allgemein davon aus, dass die Schiffbautradition dort derjenigen entspricht, die man im östlichen Mittelmeer durch die "Byzantiner" inspiriert, voraussetzt. Prima.
Nur leider kann ich nicht einmal in den u.a. von Ibn Wasil sehr detailliert dargestellten Ereignissen während des 6. Kreuzzuges auch nur irgendeinen Hinweis auf eine "ayyubidische" Marine finden.
Lediglich von Booten ist die Rede, die man auf Kamelen transportiert haben soll um den Eindringlingen den Rückweg abzuschneiden.
Diese Episode kommt aber ganz ähnlich auch bei der Schilderung des Seevölkerangriffes vor.
Wie bereits gesagt, wären da nicht eindeutige Dendrochronologische Datierungen, würde ich Dir recht geben.

Und dass die "arabischen" Schiffe sich nicht wesentlich von den byzantinischen unterscheiden, ist einerseits darin begründet, dass die Araber grundsätzlich Landstreitkräfte stellten und daher lediglich den Schiffstyp der eroberten Gebiete übernahmen und andererseits, dass es bei kriegerischen Auseinandersetzungen selten auf der einen Seite ein Overkill gab, der nicht beim nächsten Mal vom Gegner auch verwendet wurde. Also passte sich die Technologie laufend an.

MfG

MJ

PS:
Hier noch ein Link zu einer Buchbesprechung, die über die Flotte des Kaiser Friedrich II Stauffer handelt, in der interessante Schiffstypen gezeigt werden:

Geändert von MJ01 (24.07.2011 um 14:09 Uhr).
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 13:45   #6
Archimedes
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 21.10.2009
Ort: Rübennasenhausen
Beiträge: 4.328
Standard

Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Wie bereits gesagt, wären da nicht eindeutige Dendrochronologische Datierungen, würde ich Dir recht geben.
Welche meinst du?
__________________
Große Geister diskutieren Ideen, mittlere Geister diskutieren Ereignisse. Kleine Geister diskutieren Menschen.
(Frei nach Eleanor Roosevelt)



Archimedes ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 16:09   #7
Archimedes
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 21.10.2009
Ort: Rübennasenhausen
Beiträge: 4.328
Standard

Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Hier noch ein Link zu einer Buchbesprechung, die über die Flotte des Kaiser Friedrich II Stauffer handelt, in der interessante Schiffstypen gezeigt werden:
Verblüffend
Nur von arabischen Flotten ist wieder nirgends die Rede.
Anscheinend haben sich die Landstreitkräfte der Sultane ihre Astrolabien nur um den Hals gehängt.
Nun könnte man es ja über den Weg der Architektur-Entwicklung versuchen, aber:
http://www.arthistory.upenn.edu/spr0...pril10/310.JPG
Eine Distanzierung zur Antike ist hier scheinbar auch nicht wirklich möglich.
__________________
Große Geister diskutieren Ideen, mittlere Geister diskutieren Ereignisse. Kleine Geister diskutieren Menschen.
(Frei nach Eleanor Roosevelt)



Archimedes ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 17:03   #8
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Welche meinst du?
Also
Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
hier
und
Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
hier
Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Verblüffend
Nur von arabischen Flotten ist wieder nirgends die Rede.
Anscheinend haben sich die Landstreitkräfte der Sultane ihre Astrolabien nur um den Hals gehängt.
Nun könnte man es ja über den Weg der Architektur-Entwicklung versuchen, aber:
http://www.arthistory.upenn.edu/spr0...pril10/310.JPG
Eine Distanzierung zur Antike ist hier scheinbar auch nicht wirklich möglich.
Hängt vielleicht damit zusammen, dass wir einerseits auf europäischem Boden leichter forschen können und andererseits, dass in historischen europäischen Aufzeichungen auch Bilder darin enthalten sind. In arabischen Aufzeichnungen ist das eher seltener der Fall, weil es eben ein Bilderverbot im Islam gibt.

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (24.07.2011 um 17:10 Uhr).
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 17:15   #9
Archimedes
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Archimedes
 
Registriert seit: 21.10.2009
Ort: Rübennasenhausen
Beiträge: 4.328
Standard

Ein Bilderverbot kann nicht der Grund dafür sein, dass sich den Kreuzfahrern offenbar kein einziges arabischstämmiges Schiff entgegenstellte. Nicht einmal auf den zeitgenössischen Darstellungen der "Angreifer" ist so etwas zu erkennen.

Im Übrigen gibt es schöne astronomische Kataloge aus Arabien bzw. den islamischen Gebieten des Mittelalters. Hierfür galt das Bilderverbot offenbar nicht.
__________________
Große Geister diskutieren Ideen, mittlere Geister diskutieren Ereignisse. Kleine Geister diskutieren Menschen.
(Frei nach Eleanor Roosevelt)




Geändert von Archimedes (24.07.2011 um 17:30 Uhr). Grund: Schreibfehler
Archimedes ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.07.2011, 17:58   #10
MJ01
Lebende Foren-Legende
 
Benutzerbild von MJ01
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: Nähe St. Pölten/Lilienfeld in Niederösterreich
Beiträge: 1.598
Standard

Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Ein Bilderverbot kann nicht der Grund dafür sein, dass sich den Kreuzfahrern offenbar kein einziges arabischstämmiges Schiff entgegenstellte. Nicht einmal auf den zeitgenössischen Darstellungen der "Angreifer" ist so etwas zu erkennen.
Also wenn Du meinen Links nicht folgst, kannst Du es auch nicht erfahren. Es gab sehr wohl Seeschlachten mit den Arabern von ca. 855 bis 904 . In späteren Epochen gab es für die byzantinische Flotte lediglich kleinere Geplänkel mit Piraten.
Z.B. Osmanische Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt es ebenso eher selten, da
Zitat:
Die Überlieferungen über die Anfangszeit des Osmanischen Reiches sind spärlich, wohl weil es sich um ein kleines unter relativ vielen Beylik (Fürstentümer) handelte. Diese Fürstentümer waren nach der Zerschlagung des Sultanats der Rum-Seldschuken in Kleinasien entstanden. Viele wertvolle Bücher und Texte sind bei der Zerstörung von Bursa durch Timurlenk 1402 verloren gegangen
Zitat:
Zitat von Archimedes Beitrag anzeigen
Im Übrigen gibt es schöne astronomische Kataloge aus Arabien bzw. den islamischen Gebieten des Mittelalters. Hierfür galt das Bilderverbot offenbar nicht.
Auch hier darf ich dir meinen Link ans Herz legen.
Zitat:
Die islamische Jurisprudenz
Da weder der Koran noch die Hadith-Literatur eindeutige Belege für ein Bilderverbot im Islam liefern, war die islamische Jurisprudenz (fiqh) gefordert, rechtsverbindliche Regelungen in dieser Frage zu treffen. Die islamischen Rechtsgelehrten vertreten über die bildliche Darstellung von Mensch bzw. Tier drei, zum Teil kontroverse Ansichten:
  • Darstellungen sind nicht verboten, haram, soweit sie nicht als Gegenstände der religiösen Verehrung – neben dem einzigen Gott – dienen. Die Darstellung Gottes ist selbstverständlich tabu, die Beschreibung seiner Attribute und seines Wesens in theologischen Schriften ist nicht Gegenstand der Jurisprudenz.
  • Darstellung von Gegenständen, die „Schatten werfen“, also Skulpturen, ist verboten, Zeichnungen von denselben auf Papier, Wänden, in Textilien, sind nicht verboten, aber verwerflich (makruh). Sind Personen oder Tiere ohne Kopf, oder in anderer Hinsicht nicht vollständig dargestellt, aber werfen Schatten, so sind sie erlaubt. Das im Orient und in Nordafrika verbreitete Schattentheater ist somit islamrechtlich legalisiert, da die Figuren durchlöchert sind und somit keine „Seele“ (ruh) haben können.
  • die Darstellung von Lebewesen, Mensch und Tier, ist in jeder Hinsicht verboten
.
MfG

MJ
MJ01 ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Schiffe versenken für Archäologen Zeitungsjunge scienceticker.info 0 15.07.2009 17:40
Bermudadreieck und Neuschwabenland = Zusammenhang ? Nescionomen Geheimgesellschaften 32 03.01.2005 12:28
fliegende Schiffe in Sagen Zwirni UFO-Sichtungen 2 22.03.2004 16:56
In Felsen eingeschlossene Schiffe HaraldL Außergewöhnliche Funde 2 08.03.2004 19:28
Tesla in Zusammenhang mit dreidimensionaler Fortbewegung Achim Rund um Naturwissenschaft 4 26.05.2002 21:27


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:30 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2017 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.