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Alt 17.02.2011, 22:45   #1
Atlantologe
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Die frühen Menschen entnahmen Gehirn und Haut, dann brachen sie die Kanten ab - fertig war der Schädel-Trinkkelch. Forscher haben in einer Höhle menschliche Überreste entdeckt, ihr Resümee: Ur-Briten pflegten vor knapp 15.000 Jahren schaurige Rituale.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...746108,00.html
.
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Alt 18.02.2011, 10:48   #2
Llewellian
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Um Asterix bei den Nordmännern zu zitieren:

"Und als ihm jeder bei der Hochzeit Trinkbecher schenkte, wusste er vor lauter Schädeln nicht mehr wo ihm der Kopf stand.... "

*gnihihihi*
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Alt 18.02.2011, 10:58   #3
Acolina
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*lol*

Atlantologe, was ist denn daran barbarisch? Als Kind fand ich mal ein Schädeldach in einer Kiesgrube an der Weser und natürlich habe ich das begeistert mit nach Hause genommen und in die Schatzkiste unters Bett gepackt. Und viele Geschichten gesponnen, wem es wohl mal gehörte...

Später diente es als Keksschale und und und ... es hätte sich auch prima als Trinkgefäß geeignet, nur waren die Nähte bereits etwas undicht... Liegt noch heute hier im Regal.

Wenn einem die Natur schon so praktische Sachen bietet... Und nun bin ich Barbarin? Vielleicht war das ja große Ehre für die damaligen Schädelbesitzer und -nutzer als Trinkgefäß etc. zu dienen bzw. einen Freund etc. dafür zu nutzen? Ich fänds toll, wenn ich so noch bei großen Saufgelagen etc. dienlich wäre
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 18.02.2011, 11:46   #4
Atlantologe
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
Atlantologe, was ist denn daran barbarisch?
Natürlich nicht der hohle Schädel, sondern wie sie ihn hohl gekriegt haben: in dem sie das Hirn aßen - ob roh oder gekocht weiß ich nicht. Wer macht das denn noch heutzutage!

Nur bei den Leuten, deren Kopf schon zeitlebens hohl war, brauchten sie nicht barbarisch zu sein; da war alles schon "gebrauchsfertig".
.
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Alt 18.02.2011, 12:01   #5
Acolina
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Du hast noch nie Brägen (Ragout fin, Bregenwurst etc.) gegessen? Lecker, zart und vitaminreich

Man könnte es doch durchaus so verstehen, dass sie wollten, dass das Wissen etc. des Verspeisten auf sie übergeht, er in ihnen fortlebt...
__________________
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Alt 18.02.2011, 16:33   #6
EinsamerSchütze
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Zitat:
Zitat von Atlantologe Beitrag anzeigen
in dem sie das Hirn aßen - ob roh oder gekocht weiß ich nicht.
Wer sagt denn, dass das Hirn wirklich gegessen wurde? Aus dem anthropologischen Befund lässt sich nur ersehen, dass es entfernt wurde. Was danach damit angestellt wurde, ist reine Spekulation.

Kannibalismus war schon immer ein beliebtes Thema, um die eigene "zivilisierte" Gesellschaft von den "Wilden" abzugrenzen. Der Kannibale war den Europäer daher vor allem im Urwald oder in grauer Vorzeit angesiedelt.

Auch heute noch wird diese Interpretation gern aufgegriffen, wenn auffällige Knochen gefunden werden. Mann muss sich aber stets in Klaren sein, dass es schlicht und einfach keine Methode gibt, mit der man anhand von archäologischem Knochenmaterial tatsächlich den Verzehr von Menschenfleisch nachweisen könnte. Alles, was man nachweisen kann, ist die Entfernung des Fleisches von den Knochen. Dies kann aber auch Teil eines Totenrituals sein - ob in dessen Verlauf das entfernte Fleisch dann auch verzehrt wurde, ist reine Spekulation.
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Alt 18.02.2011, 16:59   #7
Atlantologe
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Zitat:
Zitat von EinsamerSchütze Beitrag anzeigen
Wer sagt denn, dass das Hirn wirklich gegessen wurde?
Niemand. Aber aus welch anderem Grund sollten sie die Kopfschale aufgeschnitten haben? Wenn's um Trinkgefäße aus Knochen gegangen wäre, hätten sie die von ihren Beutetieren genommen.

Zitat:
Aus dem anthropologischen Befund lässt sich nur ersehen, dass es entfernt wurde. Was danach damit angestellt wurde, ist reine Spekulation.
Sicher, aber die Logik gebietet es, den Fakt, dass zum Trinken nicht die Kopfschalen von Beutetieren genommen wurden, sondern die von Menschen, den Gebrauch als Trinkschale nur als sekundäres Motiv, quasi als nützliches Abfallprodukt zur Weiterverwendung zu einem anderen Zweck, zu interpretieren, und als Hauptmotiv den Gewinn von Kraft und Weisheit durch den Genuss des Hirns anzunehmen. Kannibalismus ist nun mal eine "normale" Angewohnheit indigener früher Kulturen, besonders paläolithischer. Diese neuen Funde sind eigentlich eher der (weitere) Beweis für die Kannibalismus-These.

Zitat:
Kannibalismus war schon immer ein beliebtes Thema, um die eigene "zivilisierte" Gesellschaft von den "Wilden" abzugrenzen. Der Kannibale war den Europäer daher vor allem im Urwald oder in grauer Vorzeit angesiedelt.
Ja, besonders im europäischen Kolonialismus. Dass wir selbst von Kannibalen abstammen, wird erst seit kürzerer Zeit und auch das nur unter starkem Vorbehalt und sehr zögerlich anerkannt.

Zitat:
Auch heute noch wird diese Interpretation gern aufgegriffen, wenn auffällige Knochen gefunden werden. Mann muss sich aber stets in Klaren sein, dass es schlicht und einfach keine Methode gibt, mit der man anhand von archäologischem Knochenmaterial tatsächlich den Verzehr von Menschenfleisch nachweisen könnte.
Natürlich kann man es nicht nachweisen. Aber alles andere macht keinen "Sinn". Kannibalismus ist im Übrigen etwas völlig "Natürliches"; man weiß z.B.. dass auch schon die archaischen Menschen (ebenso wie Affen übrigens) das Innere ihrer gestorbenen Vorfahren ausweideten, hauptsächlich um an Knochenmark zu gelangen. Und das war noch viel anstrengender als einfach nur die Hirnschale abzusprengen, denn man musste die Knochen regelrecht aufschlitzen. Das alles aber ist anthropologisch längst bekannt und überhaupt keine Neuigkeit. Das einzig Neue ist, dass der Schädel auch noch weiter verwendet wurde als Trinkgefäß.

Geändert von Atlantologe (18.02.2011 um 17:04 Uhr).
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Alt 19.02.2011, 01:44   #8
Frank D
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Beutetier-Schädel haben einerseits ein recht geriges Gehirnvolumen, da man damals noch keine gebrannten Schnäppse hatte war das Besaufen dmit mühsam. Außerdem war die Form nicht ganz so praktisch.

Zudem ist der Gedanke, dass das Hirn was mit Denken und Persönlichkeit zu tun hat recht modern, die Ägypter und auch viele Alchemisten sahen das Hirn als relativ nutzloses Dingsbums was Blut speicherte, Denken und Bewusstsein sollte vom Herzen ausgehen.
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Alt 19.02.2011, 02:17   #9
Atlantologe
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Zitat:
Zitat von Frank D Beitrag anzeigen
Beutetier-Schädel haben einerseits ein recht geriges Gehirnvolumen, da man damals noch keine gebrannten Schnäppse hatte war das Besaufen dmit mühsam.
Wenn du einen Kuhkopf bis zum Rand voll mit Met oder Rotwein leertrinkst, liegst du aber unterm Tisch.



Wer weiß, ob nicht der Stierkult vielleicht gerade aus dieser Tradition her rührt....
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Alt 19.02.2011, 08:58   #10
MJ01
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Zitat:
Zitat von Atlantologe Beitrag anzeigen
Wenn du einen Kuhkopf bis zum Rand voll mit Met oder Rotwein leertrinkst, liegst du aber unterm Tisch.
Und wo willst Du DA was reingießen, ohne dass es sofort überall rausläuft?


MfG

MJ

Geändert von MJ01 (19.02.2011 um 09:04 Uhr).
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