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Naher Osten Archäologische Funde & News aus Israel, Jordanien, Irak, Iran...

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Alt 28.04.2003, 09:19   #11
StaVanGer
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Idee

Hallo Leute,
richtig Herr Horn, das Buch war von Manfred Dimde und zwar hieß das Buch die Johannes Verschwörung. Hm so schlecht finde ich es nicht. Auf welcher Grundlage, beurteilen Sie das Buch? Würde mich wirklich interessieren.

Gruß Stavanger
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Alt 28.04.2003, 17:43   #12
RolandHorn
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Zitat:
Original von StaVanGer
Hallo Leute,
richtig Herr Horn, das Buch war von Manfred Dimde und zwar hieß das Buch die Johannes Verschwörung. Hm so schlecht finde ich es nicht. Auf welcher Grundlage, beurteilen Sie das Buch? Würde mich wirklich interessieren.

Gruß Stavanger
Aus der Seite: http://www.alien.de/horn/tog.php3?page=rmh6.htm

Manfred Dimde:

Die Johannes-Verschwörung
Der Kampf um die Nachfolge Jesu
Droemer, München 1998
ISBN: 3-426-27104-4
Preis: 39.90 DM
207 Seiten, 60 Abb., geb.

Ungewöhnlich an diesem Buch ist eine "Warnung", die erst auf S. 35 auftaucht. Es heißt dort u. a. "Liebe Leser, diese Warnung ist keine Satire, sonmdern sehr ernst gemeint. (...) Für Ihr ewiges Leben in Seligkeit sind Sie allein verantwortlich. Bevor Sie dieses Buch lesen, sollten Sie sich daher vor Auten führen:... (Es werden nun drei Punkte geschildert, die insgesamt besagen, daß - wenn man ein "Petrus/Paulus-Christ ist, man das Buch unbedenklich lesen könne, wenn alles andere im Leben des Lesers stimme. Stimme die herrschende kirchliche Lehre nicht und man habe das Buch nicht gelesen, dann ändere sich auch nichts, aber: Entscheide man, daß der Inhalt richtig ist, dann trage man die volle Verantwortung in einem Ausmaß, das die Vorstellungskraft eines jeden übersteige, und man könnte dann vor dem jüngsten Gericht vorgeworfen bekommen, die Wahrheit gekannt und wider besseres Wissen gehandelt zu haben.) "Um kein Risiko für sein Seelenheil einzugehen, sollten Sie daher als römisch-katholischer Petrus/Paulus-Christ dieses Buch nicht lesen," warnt Dimde eindringlich.

Unter einem Petrus/Paulus-Christen versteht der Autor "Menschen, die dem Messias-Gedanken anhingen, obwohl sie keine Juden waren.", Hier steckt schon einmal ein grundlegender Fehler, denn tatsächlich war Paulus ein "Heidenapolstel", während Petrus und nicht Johannes, wie Dimde nahelegt, der Judenapostel war. Zudem gerieten Paulus und Petrus hin und wieder in Streit, so daß es einen "Petrus/Paulus-Christen", der sich vom "Johannes-Christen" unterscheidet, schlicht und einfach nicht gibt. Johannes soll in Wirklichkeit in Gnostiker gewesen sein, dessen Lehre unterdrückt wurde.

Seine Erkenntnisse erlangte Dimge in Trogir bei Split, wo seiner Meinung nach der Apostel Johannes unter dem Decknamen "Johannes von Ursini" beigesetzt ist. Er kam darauf, in dem er Inschriften "entschlüsselte" und die Anordnung von Heiligen-Statuen in der Kathedreale in Trogir interpretierte. Nicht nachvollziehbare von Dimde durchgeführte Interpretationen bestimmter Bilder sollen diesen Gedanken untermauern.

Dimde fabuliert weiter von geheimen Dokumenten, die der Grabstätte des Johannes in Trogir vermutlich beilegen würden.

Der geheime Kirchencode ist nach Dimde die Rettung der Vertuscher vor dem jüngsten Gericht, denn diese können dort ja sagen, sie hätten die Wahrheit geschrieben - nur halt eben verschlüsselt. Auch das richtige Todesjahr des Johannes ( 99 n. Chr.) sei - natürlich ebenfalls codiert - in der Botschaft enthalten.

Nebenbei geht Dimde auch auf Johannes des Täufer ein, der der leibliche Vater Jesu sein soll. Der Apostel Johannes, der "Jünger den Jesus liebhatte" wird gar als Jesu’ Adoptivsohn bezeichnet.

Einige Christenverfolgungen sind nach Dimde gar keine solchen gewesen - vielmehr habe es sich um Konflikte zwischen "Petrus/Paulus-" und "Johannes-Christen" gehandelt.

Manfred Dimde ist sich sicher, daß die Gebeine des Johannes um das Jahr 1500 "in drei Teile ungleicher Größe aufgeteilt und verpackt wurden". Der Schädel befände sich wie der "überwiegende Teil" (ca 80%) noch in der Kathedrale in Trogir, jedoch nicht im Sargophag, sondern in einem hohlen Stein, der in der Kathedrale verbaut wurde. Ein zweiter Behälter mit den Gebeinen des Johannes soll sich ebenfalls in der Nähe, jedoch nicht in Kathedrale befinden. Der dritte Behälter wird laut Dimde in Italien, jedoch nicht in Rom aufbewahrt.

In Ephesus - wie es offiziell gelehrt wird - kann Johannes nach Dimde gar nicht beigesetzt worden sein, denn der Ort, in dem Johannes ruhen soll, wurde seit Jahren für die Karawanserei benutzt, was der Islam sicherlich nie zugelassen hätte. Außerdem würde ein Papst oder ein Mitglied der Kurie in Rom es sicherlich nicht wagen, die letzte Ruhestätte des Lieblingsjüngers Jesu so verkommen zu lassen und damit sein Schicksal vor dem jüngsten Gericht aufs Spiel zu setzen.

Sicher, wenn man die Johannes-Reliquien dreiteilt und den Schädels in einem hohlen Stein versteckt, sind die Aussichten vor dem Jüngsten Gericht selbstverständlich weitaus besser...

"Muß die Geschichte des Christentums neu geschrieben werden?" fragt der Verlag im Klappentext. Nach den von Dimde in diesem Buch publizierten an den Haaren herbeigezogenen Erkenntnissen muß es das ganz sicher nicht.

Soweit meine Rezension damals zu dem Titel. Ich denke, wir sollten uns auf jeden Fall duzen.

Gruß
Roland
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RolandHorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2003, 08:53   #13
StaVanGer
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Hallo,
recht interessante Ausführung und ersteinmal danke für die recht vehement ausgefallene Antwort, ich denke mir, das bei jedem Author ein gewisser Anteil an eigeninterpretation mit einfließt, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Trotzdem empfinde ich die Vorgehensweise wie der Author an die Thematik herangeht recht keck (was sollte er auch ansonsten als Beweise darlegen). Das man hier in vielen Teilen nicht von Wissenschaftlicher Arbeit reden kann, erklärt sich von selbst, hatte das Buch auch ein wenig anders in Erinnerung, aber nun gut.
Das was in dem Buch bezüglich der Verschlüsselungstechniken erzählt wird, kann aber in großen und ganzen als Authentisch angesehen werden. Ich habe mich auch vor ein paar Jahren über einen längeren Zeitraum hinweg, mit diesem Thema beschäftigt und kann die Aussagen die der Author hier offenlegt, im großen und ganzen bestätigen (wenn ich auch teilweise etwas anderer Meinung bezüglich der Interpretation bin). Aber ich denke, das Bücher meistens immer etwas Subjektives sind, über die sich Gott sei dank streiten läßt, ansonsten hätte man ja kein Geprächs Thema.


Gruß Stavanger
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Alt 02.01.2005, 03:25   #14
Imperator
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Absatz gelöscht: Dragonhoard 02.01.2005, 13:25

...

Ich denke, beim Thema bleibend, das sehr wohl Teile der Schriftrollen sozusagen indiziert bleiben werden. Schließlich ist ja die Jüdisch/Christlich/Islamische Religion ein und dasselbe. Wenn da nun was drinsteht das auch nur eine der 3 gefährden könnte, würde sich das auf alle auswirken. Also... Teppich hoch und drunter verstecken.
Imperator ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.01.2005, 05:48   #15
da kami
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Zitat:
Original von Imperator
Schließlich ist ja die Jüdisch/Christlich/Islamische Religion ein und dasselbe.
das seh ich ehrlich gesagt anders...ok, das christentum ist so ne Art versuch eines back-to-the-roots-Judentums, im Prinzip also ne jüdische Sekte, aber der Islam ist nicht die selbe Religion...Mohammed hat fleißig abgeschrieben aber er hat halt leider nur genommen was ihm gefiel und alles unbequeme weggelassen...
äh ja, unser Gott ist wohl derselbe aber Judentum und Christentum auf der einen und Islam auf der anderen Seite unterscheiden sich meiner Ansicht nach erheblich.
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Alt 02.01.2005, 09:24   #16
schkl
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also identisch sind diese religionen bestimmt nicht dakami aber alle drei haben einen gewissen selben ursprung, nur mit dem unterschied das wie du schon erwähntest die überlieferungen der propheten und der apostel unterschiedlich interpretiert wurden,
so wie es den jeweiligen religionsführern damals am besten in den kram passte.
bei the life of brian muss ich auch lachen aber ich schwöre wenn du vorher die passion christi bis zur hälfte gesehen hast vergeht dir nachher das lachen gründlich.
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Alt 02.01.2005, 11:58   #17
Andreas Wehner
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Ich glaube, gerade zu diesem Thema können wir alle uns nicht so recht von den anerzogenen Überzeugungen lösen?!

Hand aufs Herz, wer heute im Buchladen auf ein Buch über die Qumran-Rollen stößt, schaut doch erstmal nach, wie der Auto heißt?!

Ob Silbermann oder El Abdullah oder Müller?
Und dann ist einem ja schon klar, wie man die Theorien des jeweiligen Autors zu interpretieren hat?!

Oder geht´s Euch da anders?

Ich ärgere mich dann jedesmal aufs neue über mich selbst, über meine eigene Borniertheit und nehme mir vor, unvoreingenommener zu werden.

Selten ein Thema gehabt, dass so sehr politisiert wurde.

@ Da Kami:

Es tut mir leid, dass Woody bzw. ich mit der Einbringung dessen Geschichte Deine konservativ/bayrisch/katholischen Werte verletzt haben, aber es gibt unter uns durchaus welche, die die Kraft des Humors schätzen und verstehen.
Charlie Chaplins "Großer Diktator", Douglas Adams "Hitchhiker" und (JA!) sogar Monty Phytons "Life of Brian" sind bestimmt mehr als nur Nonsens zum Ablachen. Weil man dahinter mehr "kritischen Zeitgeist" findet als bei den (ach so) bemüht kritischen, aber letztlich doch nichtssagenden TV-Sendungen mit Sabine Christiansen oder Maybrit Illner!

Absatz von Dragonhoard gelöscht: 02.01.2005, 13:30
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Alt 02.01.2005, 12:01   #18
Dragonhoard
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Sowohl das Christentum als auch der Islam stammen bis zu einem gewissen Grad sicherlich von Judentum ab. Ob sich der Islam jetzt mehr von Christentum unterscheidet als das Christentum vom Judentum kann ich nicht seriös beurteilen.
Ich weiß nur dass einige Ideen der fernöstlichen Religionen wie zb die Lehren Bhuddas recht starken Einfluß auf die Lehren Christis gehabt haben. Wenn die Qumran-Rollen jetzt B.C. niedergeschrieben wurden, dann müßten sich dort ja einige Unterschiede finden lassen, zu den späteren Lehren.
Die Rollen gehören aber sicher nicht zu den Apokryphen. Diese sind griechische Übersetzungen in denen einige Passagen enthalten sind die bei der römisch-lateinischen nicht enthalten, bzw umgekehrt. Die griechische gilt allerdings als die genauere, weil sie noch im Geist der alten jüdischen Tradition steht dass man kein Jodda? im Text verändern darf.
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Alt 02.01.2005, 14:46   #19
da kami
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Zitat:
Original von schkl
bei the life of brian muss ich auch lachen aber ich schwöre wenn du vorher die passion christi bis zur hälfte gesehen hast vergeht dir nachher das lachen gründlich.
Hab ich schon da, fehlt nur noch der passende DVD-Player...


Zitat:
Original von Andreas Wehner
@ Da Kami:

Es tut mir leid, dass Woody bzw. ich mit der Einbringung dessen Geschichte Deine konservativ/bayrisch/katholischen Werte verletzt haben, aber es gibt unter uns durchaus welche, die die Kraft des Humors schätzen und verstehen.
Charlie Chaplins "Großer Diktator", Douglas Adams "Hitchhiker" und (JA!) sogar Monty Phytons "Life of Brian" sind bestimmt mehr als nur Nonsens zum Ablachen. Weil man dahinter mehr "kritischen Zeitgeist" findet als bei den (ach so) bemüht kritischen, aber letztlich doch nichtssagenden TV-Sendungen mit Sabine Christiansen oder Maybrit Illner!
Ich hab doch nur gesagt in der Klönecke wärs besser... :heul: Ich hab auch humor, ganz ehrlich (ok Woody Allen find ich jetzt vielleicht nicht so umwerfend aber...)
Hey ich bin nicht irgendwie son alter Stammtischbruder :heul:
Und verletzt hassu gar nix ich fands halt hier nicht passend, darf ich doch sagen...
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Alt 02.01.2005, 16:16   #20
Andreas Wehner
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Tja, die Welt is nich immer gerecht!
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