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Unsere Erde - Beobachtungen, Bedrohungen & Katastrophen Vulkane, Erdbeben, Tsunamis, Wetteranomalien und -katastrophen...

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Alt 14.02.2003, 15:22   #1
nane
Gast
 
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Standard kohlefeuer weltbedrohung ?!

Denver (dpa) - Auf der weltgrößten Wissenschaftskonferenz in
Denver habe Forscher eindringlich dazu aufgerufen, die weltweiten
unterirdischen Kohlefeuer zu löschen. Tausende von Kohleadern brennen
in den Förderländern auf der ganzen Welt - in China, Indien und
Indonesien, kleinere auch in Europa und den USA. Alle produzieren
riesige Mengen von Treibhaus- und Giftgasen, schädlich für Mensch und
Umwelt. Allein in China gehen 200 Millionen Tonnen Kohle jährlich in
Rauch auf, etwa ein Fünftel des US-Kohleverbrauchs vom Jahr 2000.
Diese Zahlen nannte der US-Geologe Glenn Stracher vom East Georgia
College in Swainsboro. Die chinesischen Kohlebrände verursachten rund
drei Prozent des jährlichen Kohlendioxid-Ausstoßes weltweit.


"Kohlefeuer sind eine globale Katastrophe", sagte Stracher am
Donnerstag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur
Förderung der Wissenschaft (AAAS) in Denver. Einige Brandherde
schmoren nur wenige Meter unter der Oberfläche, andere glimmen in bis
zu 400 Metern Tiefe. Die Bewohner in den betroffenen Gebiete haben
Atemwegserkrankungen, Magen-Darmleiden und Krebs. Einwohner ganzer
Kleinstädte hätten umziehen müssen, sagte Stracher. Menschen seien
wegen der Kohlefeuer gestorben. Lebensräume für Tiere würden
unwiederbringlich zerstört, Millionen Hektar Wald versengt,
Energieressourcen sinnlos vernichtet. Die Feuer stoßen auch giftige
Elemente wie Arsen oder Quecksilber aus, die in Flüsse und Böden
gelangen.


Paul van Dijk vom Internationalen Institut für Geo-
Informationswissenschaften und Erdobservation (ITC) in den
Niederlanden stellte ein satellitengesteuertes System vor, das
extreme Hitzequellen wie Kohlebrände genau lokalisiert - erster
Schritt in der Bekämpfung. Als effektivste Methode gilt, die Flammen
zu ersticken. Neu entwickelte Löschmittel werden aus recycelter Asche
hergestellt, sind also umweltfreundlich und billiger. "Kohlefeuer
nützen niemanden", sagte Glenn Stracher, "sie auszumachen, nützt uns
allen."
Im Norden Chinas verglühen Kohlefelder seit Jahrzehnten, mit
Unterbrechungen sogar seit Jahrhunderten. Trotzdem bliebe diese
schwelende Umweltkatastrophe weitgehend unbeachtet, nicht nur in der
Öffentlichkeit, kritisierte Stracher. Er appellierte auf dem
Forscherkongress eindringlich an seine Kollegen, sich an einer Lösung
dieses regionalen Problems mit globalem Ausmaß zu beteiligen.


Die über 1000 Grad Celsius heißen Kohlefeuer können - bei der
richtigen Mischung von Sonnenlicht und Sauerstoff - spontan
entstehen, oder durch Blitzschlag und Waldbrände ausgelöst werden.
Meist ist jedoch der Mensch Verursacher, wenn Explosionen im Bergbau
schief gehen, Landstriche brandgerodet oder Abfallgruben angezündet
werden. Löschen ist teuer, aufwendig und in schwer zugänglichen
Regionen oftmals unmöglich. Dennoch geben die neuen nun vorgestellten
Technologien jetzt Grund zur Hoffnung.
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