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Alt 20.06.2006, 13:21   #1
Sajuuk
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Standard Discovery startet trotz Bedenken am 1. Juli

Zitat:
Discovery startet trotz Bedenken am 1. Juli

NASA-Administrator Mike Griffin wies Bedenken seines Chefingenieurs und seines Sicherheitsmanagers zurück und legte den Start der Raumfähre Discovery für den 1. Juli fest.

Der Flug ist der zweite "Ready to flight"-Flug nach der Columbia-Katastrophe im Jahre 2003. Er geht zur Internationalen Raumstation ISS, um deren Vorräte aufzufüllen und ein neues ständiges Besatzungsmitglied - den Deutschen Thomas Reiter von der ESA - zur Station zu bringen. Mit weiteren Flügen, die noch für dieses Jahr geplant sind, soll dann der Bau der ISS fortgesetzt werden.Die Bedenken der Manager konzentrieren sich auf das Risiko, das einige exponierte Schaumstoff-Verkleidungen beim Start der Raumfähre darstellen und die nun in einer Risikomatrix der NASA formal als "wahrscheinlich/katastrophal" eingestuft wurden. Damit ist gemeint: Es ist wahrscheinlich, dass während der restlichen Dauer des Shuttle-Programms bei Starts größere Schaumstoff-Teile von den Verkleidungen abbrechen, die ihrerseits katastrophale Folgen haben können - nämlich dann, wenn sie Hitzeschutzkacheln des Shuttle treffen und Schäden verursachen, die beim späteren Wiedereintritt zum Totalverlust der Raumfähre führen. Schon beim Start der Discovery letztes Jahr war es ja zu Schaumstoffausbrüchen gekommen, die aber folgenlos blieben.

Griffin teilte Reportern vorgestern bei der abschließenden Pressekonferenz nach der entscheidenden, zweitägigen Startbereitschafts-Besprechung mit, dass er der "wahrscheinlich/katastrophal"-Einstufung nicht zustimmt. Er erklärte, dass selbst in einem Worst-Case-Szenario die Astronauten nicht in unmittelbarer Gefahr wären: Durch die neuen Kameras und andere Sensoren würde jede Beschädigung rechtzeitig bemerkt und die Crew könne entweder Reparaturen im All versuchen oder sich an Bord der ISS flüchten und auf Rettung durch ein weiteres Shuttle oder eine Sojus-Kapsel warten.

Der NASA-Administrator sagte, dass er angesichts des wachsenden Zeitdrucks entschieden habe, dass es sinnvoller sei, die Shuttleflüge mit den jetzigen Schaumstoffverkleidungen ohne Modifikationen wiederaufzunehmen, auch wenn möglichst schnell ein Neuentwurf implementiert werden soll. Ein Grund für den Zeitdruck ist sicher die Präsidentendirektive, die ISS bis 2010 fertig zu stellen und das Shuttle-Programm dann zu beenden.

Griffin ließ keinen Zweifel daran, dass bei diesen und weiteren Starts viel auf dem Spiel steht: Wenn auch nicht das Leben der Astronauten, so aber doch die Fortsetzung des Shuttle-Programms und alles, was damit verbunden ist (vor allem die Verpflichtungen der Amerikaner gegenüber den Partnerländern, zum Beispiel der Transport des ESA-Labors Columbus zur ISS). Einen weiteren Shuttle zu verlieren, wird das sofortige Ende des Programms bedeuten - auch dann, wenn es für die Crew glimpflich ausgeht.

"Wenn wir ein weiteres Fahrzeug verlieren würden, würde ich sofort veranlassen, dass das Programm beendet wird", sagte er. "Es tut mir leid, wenn dies einigen zu unverblümt ist, aber ich bin mittlerweile an dem Punkt."

Während der zweitägigen Besprechung hatten der Chefingenieur und der Sicherheitsmanager der NASA angesichts der "wahrscheinlich/katastrophal"-Einstufung des Schaumstoffverkleidungen-Risikos dem Start der Discovery nicht zugestimmt. Die Mehrheit der NASA-Manager stimmte allerdings "Go", also für den Start. Die endgültige Entscheidung lag schließlich bei Michael Griffin.

Die so heiß debattierten Schaumstoffverkleidungen ummanteln Treibstoffleitungen und einen Kabelschacht an der Außenseite des riesigen externen Shuttle-Tanks. Ihre Aufgabe besteht zum einen darin, die Bildung von Eis an den sehr kalten Treibstoffleitungen zu verhindern, das beim Start abplatzen und ebenfalls Hitzeschutzkacheln beschädigen könnte, und zum anderen darin, die Leitungen und den Schacht vor den beim Start mit Überschallgeschwindigkeit auftretenden aerodynamischen Belastungen zu schützen.

Windkanalversuche mit schnell neu entworfenen, verkleinerten Verkleidungen in den vergangenen Monaten hatten überraschenderweise ergeben, dass das gegenwärtige, "althergebrachte" Design der Verkleidungen noch am wenigsten Schaumstoffausbruch produzierte. Rein vom aerodynamischen Standpunkt aus wäre es zwar möglich, die Verkleidungen ganz wegzulassen, aber dann würde wieder die Gefahr der Eisbildung steigen. Für die nächsten Flüge sollen die Raumfähren also mit dem alten Design starten, bis ein grundlegender Neuentwurf zur Verfügung steht.
Quelle

Ist das Mut oder Dummheit das Ding zu starten?

Gruss:Kuun-Laan
__________________
Sei frei wie ein Vogel, sei stolz ein wie ein Adler, und geniesse das Leben.
So wie du bist, denn jeder ist für sich ganz was besonderes.
Sajuuk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2006, 18:33   #2
Fadenaffe
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Standard RE: Discovery startet trotz Bedenken am 1. Juli

Zitat:
Original von Kuun-Laan
Zitat:
Discovery startet trotz Bedenken am 1. Juli
[...]
Ist das Mut oder Dummheit das Ding zu starten?

Gruss:Kuun-Laan
Hat uns die Geschichte nicht schon die Antwort auf diese Frage gegeben? :/
Fadenaffe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 00:56   #3
Llewellian
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Es ist alles.

Es ist ein bedingungsloses Vertrauen in knapp 1000 Techniker, die viele Millionen Bauteile warten.

Es ist Mut, sich auf die Spitze einer Bombe aus 2 Millionen Litern hochexplosivem Flüssiggemisch zu setzen.

Und eine Portion Wahnsinn gehört immer dazu. Deswegen wird man auch so unglaublich gut bezahlt.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 10:24   #4
Mafloni
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"Aus Fehlern lernt der Mensch" lautet ein altes Sprickwort. Bei den Amerikanern ist dies anscheinend nicht der Fall. Was mich stutzig macht: Wenn sie schon wissen, dass der Hitzeschild so schwer beschädigt ist, warum machen sie nichts dagegen??? Außerdem gibt es jetzt schon eine neue Art von Hitzeschild, die aus mehreren Reihen Metall und andere Stoffe besteht. Ist zwar nur um einen Bruchteil teurer, ist aber um einiges widerstandsfähiger. Auch die Gefahr der abplattung wird Reduziert.
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Alt 21.06.2006, 11:20   #5
Rebecca
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Zitat:
Durch die neuen Kameras und andere Sensoren würde jede Beschädigung rechtzeitig bemerkt und die Crew könne entweder Reparaturen im All versuchen oder sich an Bord der ISS flüchten und auf Rettung durch ein weiteres Shuttle oder eine Sojus-Kapsel warten
*lol* die haben sogar Humor... Was wenn diese Sensoren und Kameras ausfallen?

Ich finde, die sollten lieber ein paar Dollar mehr bezahlen, und damit sicher gehen, dass alles etwas sicherer ist, anstatt erneut die Gefahr zu gehen, dass was passiert.

Klar, es kann immer was passieren. Aber wenn man doch schon weiss, worauf man achten muss, dann macht man das doch auch?!

Also mich würde kein Geld der Welt in dieses Ding bringen
Rebecca ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 12:40   #6
Llewellian
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Mich schon. Ich würde sofort mitfliegen. Wenn nix passiert ist das das Abenteuer deines Lebens und wenn was schiefgeht bemerkst du es in den seltensten Fällen noch....
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 14:42   #7
Mafloni
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Sehr motivierend. Ich selbst würde auf keinem Fall mehr mit einem Space Shuttle mehr mitfiliegen. Was zu
um teil auf die Unfälle in letzter Zeit zurückzuführen ist...
Mafloni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.06.2006, 15:34   #8
Todes-Trader
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oder doch nicht am 1 Juli ?

Zitat:
Unidentifiziertes Flugobjekt nähert sich der ISS

Ein unidentifiziertes Flugobjekt nähert sich nach russischen Angaben der Internationalen Raumstation ISS und könnte deren Besatzung in Gefahr bringen.

"Die (US-Weltraumbehörde) NASA hat uns informiert, dass ein Objekt in etwa 2,8 Kilometern Entfernung an der Station vorbeifliegen wird", sagte der Ballistiker Alexander Kirejew vom russischen Weltraumkontrollzentrum der Nachrichtenagentur ITAR-TASS.

Von der NASA-Mitteilung alarmiert, schickten die russischen Spezialisten ihren US-Kollegen bereits Vorschläge für verschiedene Ausweichmanöver der Weltraumstation, wie der zuständige russische Verantwortliche Jewgeni Melnikow der russischen Tageszeitung "Trud" sagte. Sollte die ISS ein Manöver ausführen müssen und damit ihre Position ändern, müsste nach seinen Angaben auch der Start der US-Raumfähre Discovery gestoppt werden. Der US-Shuttle soll am Samstag mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord zur ISS aufbrechen.

"Die Lage ist ziemlich ernst", warnte Kirejew. Sollten die Raumfahrer an Bord der ISS, der Russe Pawel Winogradow und der US-Astronaut Jeffrey Williams, gefährdet sein, dann müssten sich diese in die Notkapsel Sojus TMA-8 zurückziehen, um mit dieser notfalls auf die Erde zurückzukehren. Nach Angaben des russischen Ballistikers handelt es sich bei dem Flugobjekt wahrscheinlich um Trümmer eines Raumschiffes.
quelle

hab ich bißher nur da finden können auf die schnelle.....

Mal sehn

// Edit

Achja, wenns doch abhebt - kann man live verfolgen auf NASA TV

http://science.ksc.nasa.gov/video/nasatv/nasatv-cc.ram
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