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Ökonomie - BWL & VWL Disziplinen, die große Probleme mit der wissenschaftlichen Methode haben. Banken, Geldschöpfung, Inflation, Goldstandard, Banking-Theorie

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Alt 19.11.2012, 19:04   #11
kfir007
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Hi Durga

ich schick dir ne PN, ok?

PS. aber nicht mehr heute, bin musikalisch engagiert..

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Alt 19.11.2012, 20:14   #12
Durga
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Musikalisch engagiert? Find ich gut, aber ist schon ok, ich habe keine Probleme mit anderen Meinungen, nicht dass du denkst, ich fordere eine Erklärung. Ist wirklich OT.
Na dann, viel Spaß mit der Musik!
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Alt 20.11.2012, 13:16   #13
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Durga Beitrag anzeigen
Da hat perfidulo gar nicht so unrecht. Allein die Tatsache, dass die wenigen wirklich Reichen immer reicher werden, während ein großer Anteil der Bevölkerung stetig weniger Geld zur Verfügung hat, spricht für seine Ansicht.
Das ist keine Tatsache, das ist eine (falsche) Behauptung.
Wie ungleich das Vermögen in der Gesellschaft verteilt ist, wird seit Jahrzehnten mit dem Gini-Koeffizienten gemessen. Und während deine Behauptung für die USA und Grossbritannien tatsächlich stimmt, sieht der Trend in Mitteleuropa anders aus. Hier verringerte sich die Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten in den meisten Ländern. Wo sie sich nicht verringerte, blieb sie wenigstens stabil.

Aber da es in den anglo-liberalen Ländern stimmt, welche für einen Grossteil unserer Unterhaltung zuständig sind, hört man diese Behauptung immer öfters. Und wenn man es täglich hört (auch in fiktionalen Programmen), dann glaubt man es irgendwann.
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Alt 20.11.2012, 14:16   #14
basti_79
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Wie ungleich das Vermögen in der Gesellschaft verteilt ist, wird seit Jahrzehnten mit dem Gini-Koeffizienten gemessen.
Gibt der Gini-Koeffizient genau wieder, was man unter "Gerechtigkeit" versteht? Sind alle Vermögensverteilungen mit gleichem Gini-Koeffizienten gerecht? Oder ist das einfach ein Einstieg in die Endlosschleife der neoliberalen Gebetsmühle?
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Alt 20.11.2012, 14:40   #15
Acolina
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Durga Beitrag anzeigen
Da hat perfidulo gar nicht so unrecht. Allein die Tatsache, dass die wenigen wirklich Reichen immer reicher werden, während ein großer Anteil der Bevölkerung stetig weniger Geld zur Verfügung hat, spricht für seine Ansicht.
Das ist keine Tatsache, das ist eine (falsche) Behauptung.
Wie ungleich das Vermögen in der Gesellschaft verteilt ist, wird seit Jahrzehnten mit dem Gini-Koeffizienten gemessen. Und während deine Behauptung für die USA und Grossbritannien tatsächlich stimmt, sieht der Trend in Mitteleuropa anders aus. Hier verringerte sich die Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten in den meisten Ländern. Wo sie sich nicht verringerte, blieb sie wenigstens stabil.

Aber da es in den anglo-liberalen Ländern stimmt, welche für einen Grossteil unserer Unterhaltung zuständig sind, hört man diese Behauptung immer öfters. Und wenn man es täglich hört (auch in fiktionalen Programmen), dann glaubt man es irgendwann.
Aaah, da habe ich endlich jemand, der aktuelle Daten zum Gini Index hat Ich suche da nämlich nach, allerdings finde ich bisher keine aktuelle vergleichende Aufstellung jedes Jahres jedes Landes (oder zumindest der wirtschaftlich wichtigen Nationen) bzw. entsprechende Daten, die diese ermöglichen. Im CIA World Factbook sind die deutschen Daten von 2006 und werden mit den Daten anderer Länder aus ganz unterschiedlichen Jahren, auch der 90er, verglichen. Das finde ich jetzt in Bezug auf die aktuelle Entwicklung nicht wirklich fruchtbar. Kannst du, Tarl, mir einen Link reichen oder so? Danke!

Ich habe allerdings OECD Daten gefunden, die deiner Aussage zumindest bez. Deutschland widersprechen (leider auch nur Daten bis 2005, das ist ja nun auch schon wieder "etwas" her):
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 20.11.2012, 15:36   #16
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
Aaah, da habe ich endlich jemand, der aktuelle Daten zum Gini Index hat Ich suche da nämlich nach, allerdings finde ich bisher keine aktuelle vergleichende Aufstellung jedes Jahres jedes Landes
Hier ist eine zu Einkommen: World Income Inequality Database. Allerdings sind die Daten auch nicht wirklich aktuell. Was in den letzten 6-10 Jahren passiert ist, ist da nicht ersichtlich. Da wird die OECD wohl besser wissen, was passiert. Auch wenn ich die Daten im Moment nicht finden kann. Du kannst selber nach dem Gini suchen bei der OECD: http://www.oecd-ilibrary.org/.

Hier gäbe es noch etwas in Bunt und in Farbe und ohne jegliche Quellenangabe. Einfach zur Übersicht.

EDIT: Hab die Grafik für Deutschland aus dem World Income Inequality erstellt und angehängt. Damit man da nicht so lang suchen muss.
Und ja: Es gibt einen Ausschlag nach oben um 2002. Und dieser ist (da die letzten 10 Jahre Rückläufig waren) höher als alles, was Deutschland in den letzten Jahren hatte. Aber das so zu formulieren wie in dem Bericht, den Aco zitiert, ist doch grenzwertig tendenziös.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Clipboard.jpg (31,3 KB, 7x aufgerufen)
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Geändert von Tarlanc (20.11.2012 um 15:50 Uhr).
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Alt 20.11.2012, 16:07   #17
Durga
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@Tarlanc
Stimmt, das war eine Behauptung, aber du wiedersprchst dir selber, wenn du sie als falsch bezeichnest, um gleich darauf hinzuweisen, dass es für Grossbritannien und die USA zutrifft. Richtig ist, es stimmt nicht für alle Länder.
Ich habe den Bericht über die berühmte Schere auch gelesen, indem dieses Verhältnis aktualisiert wurde.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaf...eilt-1.1506636

Trotzdem bleiben genügend Menschen übrig, die in die Armut abrutschen.

http://www.kleinezeitung.at/nachrich...uer-arme.story

Die werden von dem Index auch nicht satter.
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Alt 20.11.2012, 17:20   #18
Acolina
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Und ja: Es gibt einen Ausschlag nach oben um 2002. Und dieser ist (da die letzten 10 Jahre Rückläufig waren) höher als alles, was Deutschland in den letzten Jahren hatte. Aber das so zu formulieren wie in dem Bericht, den Aco zitiert, ist doch grenzwertig tendenziös.
Vorab: Ich finde es völlig unbefriedigend, dass ich die Ergebnisse der immerhin steuer- und damit auch von mir finanzierten OECD nicht vernünftig als PDF herunterladen kann, sondern sie mir in einem völlig unkomfortablen Flashreader ansehen oder kaufen muss.


Aber mal zu den Daten:

OECD (von hier kopiert):


Das wären die Daten für DEU von ca. 1984 bis 2008.

Ein Anstieg (mit Auf- und Abwärtsbewegungen) des Gini-Index von ca. 0.25 bis auf 0.30

Das Statistische Bundesamt beschert mir folgende Daten:
2008 - 30,2
2009 - 29,1
2010 - 29,3
2011 - 29,0

Alles in allem bleibt es also bei einem deutlichen Anstieg des Gini Index in den letzten 3 Jahrzehnten, also einer steigenden Ungleichverteilung in D.

Die nicht der sozialistischen Propaganda verdächtige Bertelsmann Stiftung spricht von einer deutlichen Zunahme der Armut und Ungleichverteilung in D:
Zitat:
Armutsvermeidung: Einkommensarmut hat in der Bundesrepublik in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Besorgnis erregend ist das Phänomen der Kinderarmut. Rund jedes neunte Kind lebt unter der Armutsgrenze. Daher mangelt es vielerorts bereits an den elementaren Grundvoraussetzungen sozialer Gerechtigkeit, denn unter den Bedingungen von Armut sind soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben kaum möglich. Zum Vergleich: In Dänemark, das neben Schweden und Norwegen die niedrigsten Armutsquoten im OECD-weiten Vergleich aufweist, sind lediglich 2,7 Prozent der Kinder von Armut betroffen.
[...]
Soziale Kohäsion und Gleichheit: In dieser Kategorie des Gerechtigkeitsindexes offenbaren sich für Deutschland verschiedene Defizite. Die Ungleichverteilung der Einkommen hat innerhalb der letzten rund zwei Jahrzehnte so stark zugenommen wie in kaum einem anderen OECD-Mitgliedsland. Mit Blick auf den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist eine solche Polarisierungstendenz bedenklich. Bei Fragen der Gleichbehandlung und der Vermeidung von Diskriminierungen herrschen in Deutschland zwar hohe rechtliche Standards. Doch gibt es in der Praxis durchaus Fälle von Diskriminierung, insbesondere aufgrund des Alters, des Geschlechts und von Behinderungen. Auch bei der Integration von Zuwanderern erhält Deutschland eher mäßige Noten; Zuwanderung wird in der öffentlichen Debatte häufig mehr als Risiko denn als Chance betrachtet.
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Alt 20.11.2012, 20:43   #19
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Acolina Beitrag anzeigen
Vorab: Ich finde es völlig unbefriedigend, dass ich die Ergebnisse der immerhin steuer- und damit auch von mir finanzierten OECD nicht vernünftig als PDF herunterladen kann, sondern sie mir in einem völlig unkomfortablen Flashreader ansehen oder kaufen muss.
Ja, das ist unzeitgemäss. Aber wenigstens kannst du sie lesen.

Die Daten, die zu hier zitierst, unterscheiden sich aber erheblich von denen in der WII Datenbank. Dort schwankt Deutschland im gleichen Zeitraum ziemlich stabil rund um die 30. Da war sie auch 1985 nicht auf 25 unten.

Allerdings sind auch dort mehrere, unterschiedlich berechnete und korrigierte Werte zu finden. Nehmen wir die OECD-Daten, welche aus einer Quelle stammen, die alle Konjunkturdaten standardisiert erheben sollte, dann steigt der Gini-Index in Deutschland tatsächlich.
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Alt 20.11.2012, 21:14   #20
Acolina
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Ja, die Unterschiede bei den Daten sind mir nicht entgangen. Es gibt, wie ich überflogen habe, auch Gini-Index vor und nach Steuern usw. Wie nun die OECD-Daten genau ermittelt wurden, erschließt sich mir (noch) nicht so ganz. Aber ich vertraue mal drauf, dass zumindest die Bertelsmann Stiftung da nichts sozialistisch schönt
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